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MORGENgespräch vom 22. März 2018

Midlife-Chance – Mit 60 Richtung Selbstständigkeit
Monika Crepaz, Martina Denich-Kobula
© Studio Horak Monika Crepaz, Martina Denich-Kobula

Zum ersten MORGENgespräch in diesem Jahr begrüßte Frau in der Wirtschaft eine Dame, die lange Zeit Angestellte war und sich schlussendlich statt der Pension für das Unternehmertum entschieden hat. Monika Crepaz, Inhaberin von Moniletti e.U., erzählte uns im Interview mit FiW-Vorsitzender Martina Denich-Kobula ihre Erfolgsgeschichte und wie sie es schaffte, mit 60 Jahren einen erfolgreichen Karriereneustart hinzulegen.

Die Gelegenheit zur Selbstständigkeit

Monika Crepaz war damals Hausfrau und Stenotypistin. Irgendwann fasste sie den Entschluss, sich zur Altenpflegerin und schließlich zur Pflegedienstleitung ausbilden zu lassen. Als sie vor etwas mehr als zehn Jahren von Deutschland nach Österreich gezogen ist, kam erstmals der Wunsch nach Selbstständigkeit auf. Lediglich die Idee fehlte noch. Monika Crepaz wollte alleine und unabhängig leben können. Sie wusste, sobald sie etwas findet, dass ihr den Weg in die Selbstständigkeit ermöglicht, ergreift sie die Gelegenheit.

Diese Gelegenheit ließ nicht lange auf sich warten. Auf einer Reise in China fiel Frau Crepaz ein Junge auf, der eigenartige Maisstangen verkaufte. Sie wurde neugierig und war sofort an dem Produkt interessiert. Zurück in Österreich ließ sie sich eine Maschine aus China schicken, um das Produkt selbst herstellen zu können. Ein Schmied aus ihrem Dorf baute daraufhin eine eigene Maschine, mit welcher sie schließlich begann, diese Maisstangerl zu produzieren.

Maisstangerl aus BIO-Mais

Die Herstellung des Snacks erweist sich grundsätzlich als einfach und gleichzeitig als kompliziert. Einfach daran ist, dass es nur eine Zutat gibt – nämlich Mais (in diesem Fall BIO-Mais aus dem Seewinkel). Es werden keine Zusatzstoffe wie Wasser, Salz oder Öl verwendet. Kompliziert ist der Weg, den das Maiskorn in der Maschine durchläuft. Das Maiskorn wird auf verschiedene Arten vermahlen, erhitzt, gepresst und getrocknet. Per Hand werden die fertigen Stangen dann abgeschnitten und verpackt. Auf den Namen Moniletti kam die Unternehmerin in einer gemeinsamen Brainstorming-Runde mit Freunden, nachdem diese meinten, dass man ein so tolles Produkt nicht einfach „Maisstangerl“ nennen könne. Der erste Teil des markengeschützten Namens leitet sich von ihrem Vornahmen ab.

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Unternehmerin

Das Besondere an dem Betrieb Moniletti ist, dass dort nur Frauen tätig sind. Als das Unternehmen aufgebaut wurde, gab es im Ort viele Mütter, die am Vormittag Zeit hatten und nach einer Betätigung suchten. Alle Mitarbeiterinnen nehmen große Rücksicht auf die Familiensituation der anderen, was zu einem äußerst guten Arbeitsklima geführt hat. Dies zeigt, wie erfolgreich Arbeitszeitflexibilisierung sein kann. Nicht nur die Mitarbeiterinnen, sondern die gesamte Gemeinde unterstützte Monika Crepaz bei ihrem Vorhaben. Ob die Zurverfügungstellung des Betriebsareals oder die Vermittlung von Handwerkern, die Unternehmerin konnte durch die Hilfe in ihrer Umgebung Schritt für Schritt die heute so erfolgreiche Firma aufbauen.

Unternehmertum macht froh!

Monika Crepaz ist einfach glücklich, wenn sie durch ihren Betrieb geht und sieht, dass ihre Mitarbeiterinnen Spaß bei der Arbeit haben und alles reibungslos funktioniert. „Ich habe meinen inneren Freiraum gespürt, das fehlte im Angestelltendasein“, so Frau Crepaz über ihre heutige Situation als Unternehmerin.

Ein paar Tipps hatte Frau Crepaz zum Abschluss für die Gäste des Morgengesprächs: „Man soll mutig und kreativ sein, denn Unternehmertum macht froh!“. Es gäbe im Unternehmertum so viel, das wir Frauen an uns selbst entdecken können, so viele Potenziale, die wir nützen können, wenn wir uns nur die Möglichkeit dazu geben. 

Fotos vom Morgengespräch