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MORGENgespräch vom 06.09.2018

Green Business – Kleines Unternehmen mit großer Wirksamkeit
MORGENgespräch 06.09.2018
© Studio Horak

Cornelia Diesenreiter gründete gemeinsam mit ihrem Bruder „Unverschwendet“, ein Unternehmen, das aus überschüssigem Obst und Gemüse einen Langbestand aus nachhaltigen Feinkostprodukten erzeugt. Das heißt, allem, was für den Supermarkt zu klein, zu groß oder zu krumm oder überschüssig vorhanden ist, wird bei „Unverschwendet“ eine zweite Chance gegeben und zu Feinkostprodukten wie Marmeladen, Chutneys und Sirupe verarbeitet.

Breit gefächerte Ausbildung

Wenn man Cornelia Diesenreiters Ausbildungsweg genauer betrachtet, könnte man meinen,  sie hätte von Anfang an die Unternehmensgründung angestrebt, jedoch war die Selbständigkeit nie ihr Ziel. Die gelernte Köchin entschied sich für Studien in Recht und Wirtschaft, Umwelt- und Bioressourcenmanagement sowie Design und Innovation for Sustainability in England. In London entdeckte sie schließlich das Konzept Zero Waste und nahm bei einer Restmüllanalyse teil. Das Ergebnis dieser Analyse war für Cornelia Diesenreiter der ausschlaggebende Moment, der sie dazu veranlasst hatte, ihren Fokus ganz auf die Lebensmittelabfallvermeidung zu richten.

Gründung in Wien

Zurück in Wien fiel ihr auf, dass es noch kein in diesem Bereich spezialisiertes Unternehmen gab und sie entschloss sich dazu, sich selbstständig zu machen und sich  so für den Umweltschutz einzusetzen. Gemeinsam mit ihrem Bruder Andreas, spezialisiert in der Kommunikations- und Werbebranche, gründete Cornelia Diesenreiter schlussendlich „Unverschwendet“.

Bewusster Umgang mit Lebensmitteln

Die geborene Oberösterreicherin hat bemerkt, dass bei Kindern und auch bei Erwachsenen der direkte Bezug zur Herstellung von frischen Lebensmitteln fehlt. Oft wird unterschätzt, wie viel Arbeit und Mühe hinter den Produkten, die wir täglich im Supermarkt aufgelegt sehen, steckt. Der Anspruch an Bauern, schöne oder gewissen Klassen entsprechende Lebensmittel zu produzieren, ist enorm.

Wie geht man Umweltschutz und Nachhaltigkeit richtig an?

„Umweltschutz ist wichtig, leider machen wir Einiges durch unseren Konsum kaputt“, so die junge Unternehmerin. Cornelia Diesenreiter erzählt vom Rebound Effekt: Konsumenten, die sich durch umweltschonende Maßnahmen Geld sparen, geben es jedoch woanders wieder aus. Für den immer wachsenden Konsum werden mehr und mehr Ressourcen gebraucht. In der heutigen Zeit wird man hinsichtlich Umweltschutzes mit zu viel Information eingedeckt und mit Geboten und Verboten überhäuft. Cornelia Diesenreiters Ansatz ist, dass jeder sich überlegen sollte, was einem persönlich leicht fallen würde umzusetzen. Alles, was aufgezwungen ist, wird nicht lange anhalten. Herauszufinden, was zu einem wirklich passt, ist zielführender.

Zukunftsmusik

Der Traum der Diesenreiter-Geschwister ist es, so viel Obst und Gemüse wie möglich zu retten. „Unverschwendet“ hat in den letzten 12 Monaten über eine Million Kilogramm an frischem Obst und Gemüse angeboten bekommen. Die derzeitig verfügbaren Mittel reichten nur aus, um 5 % davon abzunehmen und zu verarbeiten. Die Feinkostproduktion in Wien war der erste Schritt, die Geschwister möchten ihre Arbeit auf ganz Österreich ausweiten. Ziel ist es, regional mit Bauern vor Ort zu arbeiten, regional zu produzieren und auch vor Ort zu verkaufen.

Fotos © Studio Horak