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MORGENgespräch vom 21.2.2019

Waschechter Neustart eines Traditionsbetriebes
Sonja Baldauf ist Unternehmerin mit Herz und Seele. Vor 13 Jahren übernahm sie den Traditionsbetrieb Wiener Seife und lebt heute für ihr Produkt. Beim Morgengespräch im Restaurant Hansen erzählte die sympathische Vorarlbergerin über ihren Weg nach Wien zu einem ganz besonderen Handwerksbetrieb. 

Ein Produkt, das überzeugt 

Die gebürtige Vorarlbergerin verschlug es in ihren jungen Jahren in die Schweiz, wo sie jahrelang als Grafikdesignerin in einem Kosmetikunternehmen tätig war. Sonja Baldauf erfuhr damals durch Zufall von den handgemachten und selbst entwickelten Seifen von Friedrich Weiss aus Stadlau. Seine Produkte und eine Filmdokumentation über seine Seifensiederei haben sie auf Anhieb fasziniert. Als Friedrich Weiss 2006 verstarb, entschied sich Sonja Baldauf dazu, den Handwerksbetrieb zu übernehmen und weiterzuführen. 

Die Hürde der Selbstständigkeit

Die heutige Geschäftsführerin von Wiener Seife ist sogar in einer Handwerkerfamilie aufgewachsen, doch dachte sie durch die von Angst und Unsicherheit geprägte Selbstständigkeit ihres Vaters nie daran, selbst einmal Unternehmerin zu werden. Umso überraschender war es, als sie sich schließlich doch dazu entschloss, in die Selbstständigkeit zu gehen. „Der Schritt war in dem Moment ganz logisch und die Angst vor der Abhängigkeit war nicht so groß“, so Sonja Baldauf. 

Eine ehrenwerte Nachfolge

Friedrich Weiss betrieb damals sein Unternehmen gemeinsam mit seiner Schwester, die für den Verkauf zuständig war, und einem weiteren Mitarbeiter. Nach Herrn Weiss‘ Tod im Alter von 74 Jahren musste das Unternehmen geschlossen werden, da es keinen Nachfolger gab. Sonja Baldauf belebte daraufhin den Betrieb wieder von Null auf und ist mit der Entscheidung unendlich froh: „Er wäre sicher sehr glücklich, dass ich das Unternehmen weitergeführt habe. Es gibt niemanden, der so unsterblich ist, wie Herr Weiss“.

Seifensieden mit Schweizer Präzision

Selbst legt Sonja Baldauf nur ein- bis zweimal im Jahr Hand an, da sie mit dem Kerngeschäft beschäftigt ist. Um das Seifensieden kümmert sich ihr Mann, ein Schweizer, der die Seife mit leidenschaftlicher Präzision herstellt. In Summe führt der Betrieb elf MitarbeiterInnen. Um das Marketing kümmert sich zusätzlich Baldaufs Tochter, die in der Schweiz lebt. Produziert wird jedoch ausschließlich in Wien – knapp 700 bis 900 Stück pro Sorte werden täglich per Hand hergestellt. Die 70 verschiedenen Sorten Seife werden in zwei Shops in Wien, in weiteren Geschäften in Vorarlberg und der Schweiz sowie durch den Onlinehandel im deutschsprachigen Raum vertrieben. 

Betrieb aus Leidenschaft

Der größte Unterschied von fester zu flüssiger Seife sind die Tenside. Feste Seife ist Großteils basisch, Duschgels gehen hingegen in den sauren Bereich. Da sich der Körper nachweislich auch über die Haut entsäuert, ist basische Seife sehr gut für die Haut. Sonja Baldauf ist definitiv von der hohen Qualität ihrer Produkte überzeugt und ihre Hingabe für den Betrieb ist ihr im Interview anzumerken. „Ich bin mein Produkt“, beteuert sie. Dahingehend auch ihre Tipps an die Gäste des Morgengesprächs: Man soll sein Bauchgefühl wahrnehmen und seinem eigenen Weg treu bleiben. 

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