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Rückblick: Gespräch mit EU-Kommissar Günther H. Oettinger am 23.4.2019

Ein Plädoyer für die Europäische Union

EU-Kommissar Günther H. Oettinger war auf Einladung von WKÖ-Vizepräsidentin und der Bundesvorsitzenden von Frau in der Wirtschaft (FiW) Martha Schultz und der Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft (JW) Christiane Holzinger nach Wien gekommen. Er erklärte in einer leidenschaftlichen Keynote vor hochkarätigem Publikum, warum es gerade diesmal so wichtig ist, bei der Europawahl am 26. Mai gemeinsam für Europa zu stimmen. „Österreich und Europa befindet sich im Kampf von Systemen, in dem es um die Frage geht: Wie wird die Welt 2050 organisiert und von wem wird sie dirigiert? Wenn wir die bestehende freizügige Werteordnung in Europa - mit parlamentarischer Demokratie, sozialer Marktwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit, Meinungs-, Presse,- Glaubens- und Religionsfreiheit, einer liberalen Gesellschaft u.v.m.- erhalten wollen, müssen wir endlich dafür kämpfen“, appellierte Günther H. Oettinger, der deutsche EU-Kommissar für Haushalt und Personal am Dienstag, 23.4.2019 in seinem „Plädoyer für die Europäische Union“ in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). 

Auch Martha Schultz unterstrich die enorme Bedeutung eines starken Europas für die heimische Wirtschaft, für Wohlstand und Beschäftigung: „Das geeinte Europa ist ein Zukunfts- und Friedensprojekt, um das uns die ganze Welt beneidet und das gestärkt werden muss.“ Auch gesamtwirtschaftlich betrachtet habe Österreich von allen Stufen der Integration ökonomisch profitiert. Denn rund 55 Prozent des BIP entstehen in der Exportwirtschaft, rund 70 Prozent der österreichischen Exporte gehen in die Europäischen Union und 8 von Österreichs Top-10-Exportländern sind in der EU, so die WKÖ-Vizepräsidentin und oberste Unternehmerinnen-Sprecherin. Martha Schultz war von 2012 bis 2017 Vizepräsidentin von EUROCHAMBRES, dem Dachverband der Europäischen Industrie- und Handelskammern und hat 2017 den Vorsitz des European Women Network (EWN) von EUROCHAMBRES übernommen. 

„Österreich und gerade auch die jungen Unternehmer profitieren von einer starken EU. Vor allem im Hinblick auf Zukunftsthemen wie z.B. Künstliche Intelligenz bei denen wir an den Landesgrenzen oft auch an Innovationsgrenzen stoßen, müssen wir in Europa für eine gemeinsame KI-Strategie zusammenstehen. Deshalb ist es so wichtig, die EU im globalen Wettbewerb – vor allem gegenüber China und den USA - zu stärken“, zeigte sich auch Christiane Holzinger überzeugt.  

Europa müsse – vor allem auch vor dem Hintergrund der digitalen Revolution - besser werden, um nicht als Sandwich zwischen Silicon Valley und „made in China 2025“ erdrückt zu werden, so Günther H. Oettinger, aber: „Wir haben durchaus eine gute Chance – durch Bündelung der Kräfte, im gemeinsamen europäischen Team.“ 

Günther H. Oettinger ist seit Jänner 2017 EU-Kommissar für Haushalt und Personal, war davor von 2014 bis 2016 EU-Kommissar für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft und von 2010 bis 2014 EU-Kommissar für Energie. In seiner gesamten Amtszeit setzt er sich für die Belange der Wirtschaft ein.


Fotos by Robert Polster

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