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Kanada: Langsame Wirtschaftserholung trotz großzügiger Hilfsprogramme

Die dritte Ausgabe des Global Situation Reports beleuchtet die Situation in Kanada, Nigeria, Südkorea, Portugal und den Vereinigten Arabischen Emirate.

COVID-19 Situation

Kanadas föderale Regierung hat im März 2020 strikte Einreisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen beschlossen, die im Februar 2021 verschärft wurden. Die öffentliche Gesundheit jedoch fällt in die Kompetenz der einzelnen Provinzen. Je nach provinzeigener Strategie werden Lockdowns und auch innerkanadische Reisebeschränkungen implementiert, gelockert oder verschärft, was zu einem unübersichtlichen Flickwerk an Bestimmungen führt. Der nationale Impfplan geriet wegen Lieferausfällen in Verzug, Schnelltests sind kaum in Gebrauch.

Fazit: Lockdowns sind derzeit die einzige Antwort auf die niedrigen Intensivbetten-Kapazitäten.


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Einschätzung des WKÖ-Wirtschaftsdelegierten

Wirtschaftliche Situation

Nach einem Einbruch von -7 % in den ersten Monaten der Pandemie hat die kanadische Wirtschaft eine leichte Erholung erfahren, insgesamt soll sie im Jahr 2020 um -5,5 % schrumpfen. Die Freizeitausgaben sind stark gesunken, die Sparquote stark gestiegen. Einzig der Immobilienmarkt boomt, die Preisdynamik bei Einfamilienhäusern in Ballungsräumen erreicht neue Rekorde. Die Importe und Exporte sind im Gleichschritt um 9,5 % gefallen, die Investitionen um 7 %. Für 2021 wird ein Wachstum von 4 % prognostiziert.

Fazit: Die Wirtschaftsleistung wird erst Ende 2022 wieder das Vor-Krisenniveau erreichen.

Politische Lage und Hilfspakete

Die kanadische Regierung hat im Frühjahr 2020 sehr rasch umfangreiche Hilfspakete für die Bevölkerung und Firmen geschaffen. Mit einem Volumen von über 340 Mrd. CAD werden Einzelpersonen und Firmen mit Direktzahlungen, Überbrückungskrediten, etc. unterstützt. Das föderale Budgetdefizit hat sich für 2020 dadurch auf -17,5 % verzehnfacht, die Direktzahlungen sollen im September 2021 auslaufen. Die Föderalregierung und die Provinzregierungen ziehen weiterhin an einem Strang, auch wenn Kritik an der Impfstoffbeschaffung und dem hohen Budgetdefizit lauter wird.

Fazit: Großzügige und teure Hilfspakete geben der Bevölkerung Sicherheit.

Situation für österreichische Unternehmen

Nach Exporteinbrüchen von bis zu -20 % im 2.Quartal 2020 haben sich die österreichischen Exporte erholt, diese waren im November 2020 sogar höher als im gleichen Monat 2019. Dennoch, ein Exporteinbruch von ca. -14 % wird für 2020 zu verzeichnen sein, die Ausfälle der österreichischen Zulieferung, an die von April bis Mai des Vorjahres stillstehende Fahrzeug- und Aerospaceindustrie sind nicht aufzuholen. Von den 135 österreichischen Niederlassungen in Kanada kämpfen gerade Zulieferbetriebe in diesen Branchen mit Auftragsrückgängen, andere haben trotz Pandemie in ihre Standorte in Kanada investiert. Österreichische Exporteure von Maschinen und Anlagen leiden unter den strengen Einreisevorschriften, Geschäftsreisen sind seit März 2020 nicht möglich, Installations- und Reparaturleistungen sind mit hohen Reise- und Aufenthaltskosten verbunden.

Fazit: Exporte erholen sich, strenge Einreise-/Quarantänebestimmungen als Hindernis.

Geschäftschancen und Potenziale für österreichische Unternehmen

Das International Trade Centre sieht für Unternehmen aus Österreich in Kanada ein ungenutztes Exportpotenzial von 1,2 Mrd. USD. Kanada wird in den nächsten Jahren verstärkt in Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Umweltschutz investieren, die Klimapläne der Regierung sind ehrgeizig. Der durch strengere Vorschriften zur Energieeffizienz notwendige Technologieschub eröffnet Chancen für innovative österreichische Technologie. Doch auch Lebensmittel und Getränke sowie alle Sektoren, die von den Liberalisierungen des CETA-Abkommens profitieren, bieten Chancen für eine nachhaltige Steigerung der österreichischen Exporte.

Fazit: Post-COVID Kanada wird nachhaltiger und grüner. 

Mehr erfahren am WKÖ-Exportradar und im AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsbericht.