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Uruguay: Perle Lateinamerikas überzeugt durch professionelles Krisenmanagement

Der Global Situation Report rückt alle zwei Wochen aussichtsreiche Exportmärkte mit bedeutsamen Entwicklungen ins Rampenlicht und bietet auf einen Blick aktuelle Daten und exklusive Einschätzungen der Wirtschaftsdelegierten weltweit. 
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Einschätzung des Wirtschaftsdelegierten

COVID-19 Situation

Uruguay riegelte sofort nach dem ersten Todesfall am 28. März 2020 die Land-, Luft- und Seegrenzen hermetisch ab, was bis heute anhält. Damit konnte ein Ausbreiten des Virus verhindert werden. Es ist eines der wenigen Länder der Welt, das ohne Lockdown-Maßnahmen im Inland auskommt. Mit 490 Toten ist Uruguay das Land auf dem amerikanischen Kontinent mit den geringsten Todesfällen. Die Immunisierung der Bevölkerung ist seit Jänner 2021 erfolgreich angelaufen. Wann die Einreise für Nichturuguayer wieder möglich sein wird, ist ungewiss.  

Fazit: COVID-19 ist unter Kontrolle, ohne Lockdown und mit geringsten Todesfällen am Kontinent.

Wirtschaftliche Situation

Das Land hat das erste Mal nach 20 Jahre, bedingt durch die Corona-Pandemie, einen Rückgang des BIP von 4,5 % in 2020 zu verkraften. Dieser Rückgang wird zum Teil schon 2021 mit einem Wachstum von 3,3 % und zur Gänze in 2022 aufgeholt sein. Gestützt wird dieses Wachstum durch die Investition in ein 3 Mrd. USD Zellstoffwerk von UPM und den damit verbundenen Neubau einer 160 km langen Bahntrasse zum Hafen von Montevideo, der ebenfalls modernisiert wird. Die schwierige wirtschaftliche Situation in Argentinien führt zu einem Immobilienboom in Montevideo und zu einem Gründungsboom von IT-Unternehmen. Eine stabile Wirtschaftspolitik und mit dem nach Kanada geringsten Korruptionsindex auf dem amerikanischen Kontinent zieht immer mehr Kooperationen an.

Fazit: Uruguay reüssiert trotz der schwierigen Lage in Argentinien und Brasilien. 

Politische Lage und Hilfspakete

Eine neue Mitte-Rechts-Regierung ist seit Februar 2020 an der Macht – ein Novum für ein Land, das traditionell sozialistisch regiert wurde. Die neue Regierung von Lacalle Pou konnte durch ein professionelles Krisenmanagement, unterstützt durch ein maßvolles Hilfsprogramm für die Bevölkerung, schnell Vertrauen gewinnen. Ein von Regierungsbeamten gespeister Fond hat bis heute 625 Mio. UYU (ca. 12,1 Mio. EUR) für Gesundheits-Notmaßnahmen ausgeschüttet. Die Regierung hat allgemeine Sozialmaßnahmen um zusätzlich 117 Mio. UYU (ca. 2,28 Mio. EUR) aufgestockt. 

Fazit: Massive Hilfspakete und geldpolitische Maßnahmen konnten die Wirtschaft vor einem Zusammenbruch bewahren. Steuererhöhungen werden erwartet, um das Defizit auszugleichen.

Situation für österreichische Unternehmen

Viele Unternehmen aus Österreich sind im Herbst wieder deutlich optimistischer als noch vor einem halben Jahr. Unter Präsident Biden wird mittelfristig eine Normalisierung von Handelsbeziehungen und eine Evaluierung von Strafzöllen erwartet. Die von Präsident Biden auf unbestimmte Zeit verlängerte Einreisesperre für fast alle Ausländer trifft allerdings auch österreichische Geschäftsreisende hart. Vereinzelte Ausnahmen, etwa die Einreise mit einer NIE (National Interest Exemption), konnten jedoch Abhilfe verschaffen. 

Fazit: Covid-Hilfen verhindern menschliches und wirtschaftliches Desaster, ohne den Staatshaushalt in den Ruin zu treiben.

Geschäftschancen und Potenziale für österreichische Unternehmen

Mit 3,5 Mio. Einwohner hat Uruguays Volkswirtschaft starke Ähnlichkeit mit Bosnien-Herzegowina und ein entsprechend hohes Exportpotential. Trotz Rückgangs der Wirtschaftsleistung, sind die österreichischen Exporte in den ersten 11 Monaten 2020 um 5,5 % gestiegen – der einzige Markt in Lateinamerika, in dem Österreich die Exporte steigern konnte. Das geplante Handelsabkommen der EU mit Mercosur verspricht einen besseren Marktzugang für österreichische Unternehmen. 

Fazit: Markt mit Exportplus für Österreich in 2020. Mercosur verspricht Erleichterungen. 

Mehr erfahren am WKÖ-Exportradar und im AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsbericht.