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E-Baulehre: Zugriffszahlen in Wien seit März versiebenfacht

Der Bauberuf hat sich in den letzten Jahren stark verändert: Digitalisierung und moderne Technologien stellen neue Anforderungen an die Fachkräfte. „Mit dem Projekt Baulehre 2020 wurde die Lehrlingsausbildung in Österreich in den vergangenen zwei Jahren umfassend reformiert. Die bisherigen Lehrbereiche wurden neu ausgerichtet. Außerdem wurde eine vertiefende, sogenannte Bau-Kaderlehre für zukünftige Führungskräfte am Bau geschaffen“, so DI Dr. Rainer Pawlick, Innungsmeister der Landesinnung Bau Wien. Die Baulehre trägt heute dem zunehmenden Einsatz digitaler Geräte und Techniken am Bau Rechnung. So sind beispielsweise die digitale Vermessung und das elektronische Datenmanagement Teil der Ausbildung.
Zeitgleich zur inhaltlichen Anpassung der Lehrpläne, gab es auch eine Veränderung in der Wissensvermittlung: Im Auftrag der Bundesinnung Bau wurde die digitale Lernplattform e-baulehre.at umgesetzt. Diese bietet seit Herbst 2019 Baulehrlingen ein umfassendes digitales Trainingsprogramm, das neue Lernmethoden wie Videos und Online-Trainings in die Ausbildung integriert. „Die BAUAkademie Oberösterreich ist für das Gesamtkonzept und die Projektumsetzung verantwortlich. Die Berufsschule Freistadt und Wien liefern den Content“, erklärt Dipl.-Päd. Ing. Thomas Prigl, Stellvertretender Direktor der Berufsschule für Baugewerbe Wien.

Krisenfest durch E-Baulehre

In der Corona-Krise hat die Berufsschule für Baugewerbe für den Lockdown ein Distance-Learning konzipiert. Der Lösungsansatz: Jeden Tag ein Onlinekurs. Möglich wurde das rasche Vorgehen nur aufgrund der bereits bestehenden E-Learning-Plattform.

Thomas Prigl
© bsbau.at
Aktuell haben sich die Zugriffszahlen der E-Baulehre im Bundesland Wien in 14 Wochen versiebenfacht.
Thomas Prigl

Das digitale Lernportal gewährleistet ein schnelles und effizientes Lernen. Es holt die Jugendlichen genau dort ab, wo sie sich oft auch in ihrer Freizeit aufhalten: online, im Netz. Der Grundpfeiler ist die Verfügbarkeit, denn der Wissenserwerb erfolgt zeit- und ortsunabhängig – das ist gerade jetzt wichtig. Die mediale Wissensvermittlung mit Bildern und Filmen erhöht durch den hohen Praxisbezug zudem die Motivation der Lernenden, was wiederum zum Lernerfolg beiträgt.“

Rainer Pawlick
© Weinwurm
Für die Baubranche sind top ausgebildete Facharbeiter enorm wichtig – auch in Zukunft
Rainer Pawlick

Hier wurde auf die fortschreitende Digitalisierung rasch reagiert. Die österreichische Bauwirtschaft hat mit der Lernplattform einen neuen Meilenstein in der digitalen Wissensvermittlung gesetzt: COVID-19 beschleunigte das. Die Modernisierung im Bereich der Wissensvermittlung hat in Zeiten von Corona gezeigt, dass hier ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wurde. Die Baulehre in Wien konnte beweisen, dass sie den Anforderungen der Zukunft gewachsen ist.“


Förderung jetzt ausgeschüttet

Damit ausreichend Lehrlinge in Betriebe aufgenommen werden, wird die Lehrlingsausbildung in Wien besonders gefördert. Zu 2.000 Euro Förderung durch die Bundesinnung kommen noch einmal 3.000 Euro durch die Landesinnung Bau Wien hinzu. Die Beträge werden aktuell für das vergangene erste Lehrjahr 2019/20 ausgezahlt. Für das kommende Lehrjahr sind seitens der Bundesinnung erneut 2.000 Euro beschlossen. Um einem COVID-19-bedingten Rückgang der Lehrlingszahlen entgegenzuwirken, unterstützt die Bundesregierung mit einer zusätzlichen, zeitlich befristeten Förderung von ebenfalls 2.000 Euro. Eine Förderung durch die Landesinnung Bau Wien ist außerdem geplant. „Auch die Landesinnung Bau Wien wird eine Ausschüttung vornehmen, der genaue Betrag ist noch in Diskussion und wird im Herbst spruchreif,“ so Pawlick. „Denn gerade jetzt ist es wichtig, junge Menschen in die Baulehre zu bringen – im Sinne der Beschäftigung in Wien, aber auch im Sinne der Bewältigung des nach wie vor bestehenden Fachkräftemangels.“

Baulehre lohnt sich!

Baulehrlinge schaffen bleibende Werte und verwirklichen Lebens-, Geschäfts- und Arbeitsräume. „Talentierte und gut ausgebildete Facharbeiter werden überdurchschnittlich entlohnt. Als sichtbares Zeichen der Digitalisierung erhält jeder Lehrling im 2. Lehrjahr ein Tablet mit vorinstallierten Apps, z. B. für die digitale Baustellendokumentation. Fortbildungswillige Lehrlinge übernehmen außerdem nach dem Lehrabschluss mittelfristig als Vorarbeiter oder Poliere sehr schnell Verantwortung auf den Baustellen. Die Karriereleiter am Bau ist dadurch ein großer Anreiz für viele Lehranfänger“, weiß Prigl.

Die E-Baulehre beinhaltet:

  • 70 Online-Fachkurse
  • 400 Fachthemen
  • 90 Lehrvideos
  • 2.900 Wissenscheck-Fragen

e-baulehre.at ist eine uneingeschränkt zugängliche, kostenlose und digitale Lernplattform mit dem Ziel die Bau-Lehre zu ergänzen und zu unterstützen.

baudeinezukunft.at: Das Web-Portal enthält Informationen für die Baufacharbeiter-Ausbildung und richtet sich an Schüler, Eltern und Lehrer. Anhand von Videos und Interviews werden die einzelnen Lehrberufe vorgestellt. Außerdem gibt es Kontaktdetails zu den Lehrlingsexperten, Tipps für Bewerbungen sowie eine Lehrstellenbörse.

biwi.at: Für die Lehrstellensuche in der Corona-Krise gibt es spezielle Unterstützungsangebote. Das Berufsinformationszentrum der Wiener Wirtschaft (BiWi) steht etwa Lehrstellensuchenden für Informationen und Beratungen zur Verfügung.

lehre-foerdern.at: Hier können sich Betriebe und Lehrlinge darüber informieren, welche Förderungen für sie in Frage kommen und wie sie diese beantragen können. Zur Unterstützung gibt es Förderanträge, Merkblätter und Ausfüllhilfen zum Downloaden, sowie Ansprechpartner zum jeweiligen Thema.

Kontakt

Ecker & Partner ÖA und PA GmbH | Michael Moser und Nele Renzenbrink
T 01/59932-28/-26 | E bau@eup.at