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Beton ohne Zement?



Das Spin-Off Oxara der ETH Zürich entwickelte einen innovativen Baustoff, der zur Schaffung von nachhaltigem und leistbarem Wohnraum in Entwicklungsländern beitragen soll.
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Gnanli Landrou von Oxara und Manfred Schmid AussenwirtschaftsCenter Zürich mit innovativem Baustoff in der Hand
© AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA Gnanli Landrou von Oxara und Manfred Schmid AussenwirtschaftsCenter Zürich mit innovativem Baustoff in der Hand

Gnanli Landrou von Oxara und Manfred Schmid AussenwirtschaftsCenter Zürich mit innovativem Baustoff in der Hand Gnanli Landrou von Oxara und Manfred Schmid AussenwirtschaftsCenter Zürich mit innovativem Baustoff in der Hand

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Das Schweizer ETH-Spin-Off Oxara hat es sich zum Ziel gesetzt, das quantitative Unternehmenswachstum von einem Wachstum des Ressourcenverbrauchs zu trennen. Dies ist gerade für die Bauindustrie, in der Oxara tätig ist, essentiell, da die Zementherstellung für ca. 8 % der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich ist und tonnenweise Kies und Sand benötigt werden. Die Basis für den Unternehmenserfolg bietet ein von Oxara erfundener zementfreier Beton, der allein durch Wasser, Aushubmaterial und einem speziellen, vom Unternehmen entwickelten Zusatzstoff hergestellt wird. 


Baustoff, der herkömmlichem Zement gleicht
Das von den ETH-Wissenschaftlern rund um den PHD-Studenten Gnanli Landrou erfundene Pulver, ergibt als Beimengung zu Wasser und einer Vielfalt anderer Materialien (z.B. Aushubmaterialien, Abbruchmaterialien, Lehm oder Erde) einen Baustoff, der einem herkömmlichen Beton aus Zement gleicht. Man kann folglich auch herkömmlichen Aushub verwenden und muss nicht auf knappe Ressourcen wie Sand oder Schotter zurückgreifen. Selbst Abbruchmaterial von der Baustelle kann auf diese Weise zu Baumaterial zurückgewonnen werden. Das Ziel des Unternehmens ist zwar schon, dass es größer wird und wächst, jedoch sollte dieses Wachstum mit den geringstmöglichen Umweltbelastungen von Statten gehen.


Neben der Ressourcenschonung liegt dem aus Togo stammenden Gnanli Landrou vor allem die Erschwinglichkeit des Hausbaus in der Dritten Welt am Herzen. In Summe sollte das von Oxara entwickelte Pulver ungefähr 40 – 60 % günstiger sein als herkömmlicher Zement und damit einen Beitrag zur Schaffung von nachhaltigem und leistbarem Wohnraum in Entwicklungsländern leisten.


Stefan Fischereder, Innovationsbeauftragter am AussenwirtschaftsCenter Zürich, erfuhr im Interview mit Gnanli Landrou weitere wichtige Fakten zum innovativen Baustoff von Oxara.
 

Fischereder: Laut Studien ist die Beton- und Zementindustrie für ca. 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich. Wie stark könnten diese mit Ihrer Erfindung reduziert werden und gibt es weitere Vorteile des Produkts im Vergleich zur klassischen Zementproduktion?

Landrou: Diese Frage ist schwierig zu beantworten, da unser Pulver kein 100 %iges Substitut für Zement herstellt. Wenn wir aber annehmen, dass Zement und Beton für ca. 8 – 10 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind, können mit unserem Produkt die Emissionen um ca. 70 – 90 Prozent gesenkt werden. Folglich könnten bei einer weltweiten Umstellung die globalen CO2-Emissionen von 8 -10 Prozent auf ungefähr 1 – 3 Prozent gesenkt werden. Zusätzlich können alle Materialien auf Ton-Basis die Raumluftqualität verbessern und den Energiebedarf zur Kühlung in einem Gebäude reduzieren. 

Fischereder: Wissen Sie schon etwas über die Langzeiteigenschaften des Pulvers und gibt es besondere Dinge, die man bei der Entsorgung beachten sollte?

Landrou: Diesbezüglich müssen noch weitere Forschungen angestellt werden. Was wir jetzt schon sicher sagen können ist, dass das Pulver ungefährlich und ungiftig ist, aber wir müssen noch mehr über die Langzeiteigenschaften, vor allem, wenn das Pulver in der Erde abgelagert wird, herausfinden.

Fischereder: Wie stark können Sie die Kosten der Zementherstellung senken und wann soll der Startschuss für den Verkauf in Entwicklungsländern fallen?

Landrou: Wir erwarten, dass unser „cleancrete“ ungefähr 40 – 60 Prozent günstiger sein sollte als herkömmlicher Beton. Dies hängt auch in hohem Maße davon ab, inwiefern es uns gelingt, in industriellem Maße zu produzieren, um damit die Kosten niedriger halten zu können. Dies hängt wiederum stark von der Nachfrage des Marktes nach unserem Produkt ab und ob es auf den verschiedenen Märkten Markteintrittsbarrieren gibt. Wir erwarten, dass wir mit dem Verkauf beginnen, sobald unsere Produktentwicklung gänzlich abgeschlossen ist und wir Aufträge von Kunden erhalten. Wir hoffen, dass dies bereits im Jahr 2020 der Fall sein wird.

Fischereder: Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) haben Ihnen 10.000 Franken für Ihre Ambitionen zur Armutsbekämpfung in den Entwicklungsländern verliehen. Gemeinsam mit der NGO "Earth Enable" möchten Sie das Preisgeld für ein Pilotprojekt in Afrika verwenden. Worum geht es in diesem Projekt genau?

Landrou: "Earth Enable" stellt erschwingliche, saubere und unverseuchte Böden für lokale Gemeinschaften in Ruanda und Uganda bereit. Sie stehen jedoch vor großen Herausforderungen, vor allem im Bereich der Bearbeitungs- und Lieferzeiten. Daher steigen die Kosten für ihre Lösung. Unser Wissen und unser Produkt ergänzt sich aber sehr gut mit den Zielen von „Earth Enable“ und somit arbeiten wir gemeinsam an einer guten Lösung, um ihre Vision zu erreichen. Unsere Aufgabe ist es, mit "Earth Enable" zusammenzuarbeiten und ihnen zu ermöglichen, ihr Ziel von sauberer Bodenbereitstellung zu erreichen.
Wir haben die Kollegen von „Earth Enable“ im September 2019 besucht und einen ersten Test mit unserem Additiv durchgeführt. Das Ergebnis zeigt, dass das Oxara-Pulver gut funktioniert. Wir bereiten nun das Pilotprojekt für 2020 vor und bauen einen effizienten Boden für die lokalen Gemeinschaften.

Fischereder: Wo sehen Sie Oxara in 10 Jahren?

Landrou: Oxara möchte der Vorreiter bei der Schaffung von leistbarem und nachhaltigem Wohnbau sein. In den nächsten 10 Jahren werden wir weiter an unserer Vision von der Bereitstellung von nachhaltigem und leistbarem Wohnbau arbeiten und dabei auf die Kreislaufwirtschaft setzen sowie den Markt für Baumaterialien neu definieren. Die Herausforderungen in diesem Bereich sind riesig, jedoch sind wir sehr motiviert, hart zu arbeiten und Prozesse für eine bessere Zukunft nachhaltig zu gestalten.

Zürich, 23.01.2020


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Ihr Ansprechpartner

AußenwirtschaftsCenter Zürich
Stefan Fischereder
+41 44 21 53 040
E zuerich@wko.at

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