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Lynk - das Karriereportal für Afrika



Ein Österreicher hat in Kenia eine der erfolgreichsten Karriere-Plattformen Afrikas entwickelt.
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© Lynk

Lynk - Karrierportal für Afrika

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Nairobi, 30.05.2019

Die Plattform Lynk ist eine Mischung aus myhammer und dawanda. Einerseits können Firmen wie auch Privatpersonen Handwerker für diverse Arbeiten finden - wie man es von der bekannten deutschsprachigen Handwerkerplattform myhammer kennt. Andererseits können hier Produkte - vom Möbelstück über die Handtasche bis zum Schmuck - gekauft werden, die von Einheimischen produziert werden; auf die gleiche Art, wie es auf der im Vorjahr geschlossenen Handels-Plattform dawanda möglich war. Der Österreicher Johannes Degn kombinierte aber nicht nur diese beiden Geschäftsbereiche, sondern er legte noch eine Komponente drauf – er integrierte für die Handwerker auch noch ein kleines Ausbildungsprogramm. Fertig war Lynk – ein Portal, das sich zu einem der erfolgreichsten Portale in Kenia entwickelt hat.

Der informelle Wirtschaftssektor

Die Idee hatte Data Scientist Degn (er entwickelte bei der EnBW Energie Baden-Württemberg AG datengetriebene, erneuerbare Energieprodukte), als er seinen jetzigen Mitgründer Adam Grunewald in Kenia besuchte und durch Nairobi spazierte. „Ständig wurde ich von den Einheimischen angesprochen, ob ich nicht Arbeit für sie hätte bzw. ob sie mir ein Bett oder ein anderes Möbelstück bauen könnten oder ob ich einen Elektriker, Schlosser oder Tischler brauche“, erzählt Johannes Degn. Das war der Auslöser, sich über den Arbeitsmarkt in Kenia Gedanken zu machen. Denn Fakt ist, dass in Kenia etwa 80 Prozent der Wirtschaftsleistung informell stattfindet. Das bedeutet, dass Arbeiter keine geregelten Arbeitsverträge haben und damit keine Krankenversicherung. Hinzu kommt, dass es keine geregelten Qualitätsstandards gibt und das Arbeitsniveau sowie die Produktivität im ganzen Land als sehr niedrig gelten. Degn: „Manche, die eine Lampe anschließen können, bezeichnen sich bereits als Elektriker, obwohl sie keine einschlägige Berufsausbildung haben.“ Neben mangelnder Ausbildung gibt es aber kaum Werkzeuge und Materialien. Und will jemand sein eigenes Business aufmachen, so scheitert es meistens am Geld, zu dem kaum jemand Zugang hat. 

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29.000 Jobs wurden vermittelt

Degn wollte dieses Problem lösen und gründete mit seinem Partner Adam Grunewald 2015 Lynk - eine Plattform, auf der Arbeiter und Handwerker aus dem informellen Sektor Kenias nicht nur ihre Dienste anbieten können, sondern auf der sie sich auch aus- bzw. fortbilden können. Gegenwärtig sind mehr als 1100 Mitglieder auf Lynk registriert, 29.000 Jobs konnten bereits vermittelt und mehr als 2,4 Millionen Dollar an die Handwerker überwiesen werden. Bereits im kommenden Jahr soll der Umsatz auf 14 Millionen Dollar und die der vermittelten Jobs auf 100.000 zulegen.

Die Einheimischen können sich aber nicht einfach registrieren, sondern werden von einem Mitarbeiter – das Lynk-Team umfasst derzeit 39 Mitarbeiter - interviewt. „Wir wollen ja wissen, welche Fähigkeiten jemand wirklich hat“, so Degn. Dazu trackt die Plattform mehr als 500 Fertigkeiten und Parameter. Etwa, mit welchen Materialien ein Handwerker umgehen kann. Der Pool an Daten erlaubt es, so etwas wie künstliche Intelligenz in das System zu integrieren. „Mit den Informationen wird das Matching zwischen Arbeitern und Kunden laufend optimiert.“

Expansion nach Nigeria und Äthiopien

Wichtig ist dieser Qualitätscheck auch aus einem anderen Grund: Lynk´s Arbeitshypothese ist, dass Qualität nur dadurch erreicht werden kann, wenn die teils komplexen Probleme des informellen Sektors Schritt für Schritt aus dem Weg geschafft werden können. So könne auch das Produktivitätsniveau der kenianischen Wirtschaft erhöht werden. Lynk nennt dieses Prinzip „Entrepreneurship Infrastructure“. Die Grundidee ist, dass ein Tischler in der Lage sein sollte, sich darauf zu konzentrieren ein Tischler zu sein. Im Moment ist das Gegenteil der Fall. Die Arbeitslosigkeit bzw. Unterbeschäftigung sorgen dafür, dass Arbeiter jede sich bietende Gelegenheit nutzen müssen, um Geld zu verdienen, damit sie ihre Familien ernähren können. Das nächste Ziel ist die Expansion, „denn das Modell von Lynk lässt sich auf den ganzen Kontinent replizieren“, sagt Degn, „also werden wir demnächst in Nigeria und dann in Äthiopien starten.“ 

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Ihr Ansprechpartner

AußenwirtschaftsCenter Nairobi
Kurt Müllauer
+254 776018167
nairobi@wko.at

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