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Mehlwürmer zur Vorspeise



In exotischen Ländern stehen Insekten schon lange auf dem Speiseplan. Wird die umweltschonende Alternative zu Fleisch und Fisch auch bei uns Akzeptanz finden?
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Insekten am Teller
© Aussenwirtschaft Austria Insekten am Teller

Mehlwürmer zur Vorspeise

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Wien, 30.08.2019

In einigen Ländern Asiens, Afrikas, Süd- und Zentralamerikas stehen Insekten schon lange auf dem Speiseplan. Ob Larven, Heuschrecken, Würmer, Spinnen oder Termiten – für rund zwei Milliarden Menschen sind sie wichtig, ja gar schmackhaft. Bei uns haben sich Insekten noch nicht als Lebensmittel durchgesetzt, allerdings ist das nur eine Frage der Zeit. Der Hauptgrund – man findet sie ekelig – was durch TV-Shows verstärkt wird. Dabei gibt es Insekten, die man auch hierzulande durchaus essen kann und die auch ganz gut schmecken. Grillen, Wanderheuschrecken oder Mehlwürmer werden immer öfter auf dem Speiseplan zu finden sein.

Warum? Erstens fordert das das Bevölkerungswachstum. Es leben derzeit etwa 7.6 Milliarden Menschen auf der Welt, im Jahr 2050 soll die Weltbevölkerung auf etwa 10 Milliarden Menschen angewachsen sein – da wird es neue Ernährungskonzepte brauchen. Zweitens sind Insekten gesund, sie enthalten bis zu 25 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm, das sind ähnliche Werte wie bei Fisch oder Fleisch. Drittens dankt es die Umwelt - Insekten sind eine umweltschonende Alternative zu Fleisch oder Fisch.

Futtermittel für die Fischzucht

Wichtig ist Insektennahrung für uns aus vielen Gründen – einer, Insekten werden in Zukunft verstärkt als Futtermittel eingesetzt.
Enorm Biofactory  ist Dänemarks erste Insektenfarm mit industrieller Produktion. Hier wird Protein-Futter für die Landwirtschaft und Fischfarmen hergestellt und später auch für die Lebensmittelindustrie. Basis der Zucht sind die Larven der  Schwarzen Soldatenfliege. Die Fliegen werden mit Abfallprodukten aus der Lebensmittelindustrie gefüttert. Der Däne Dorte Svenstrup hat seine Heimdalentofarm  von der Schweinezucht auf die Produktion von Mehlwürmern umgebaut, die zu Proteinmehl verarbeitet werden und in verschiedenen Produkten Anwendung finden. Dorte Svenstrup und Enorm Biofactory reihen sich dabei in die Liste an weltweiten Firmen ein, die sich mit der Herstellung von Proteinen aus Insekten beschäftigen, das sind etwa Protix und Protifarm aus den Niederlanden, Entomo Farm und Ynsect aus Frankreich sowie Agriprotein aus Südafrika. Es gibt derzeit jedoch noch rechtliche Hürden zu klären, wie Insekten oder Proteinpulver aus Insekten in Lebensmitteln Verwendung finden und welche Tiere und in welchem Umfang mit Proteinpulver aus Insekten gefüttert werden dürfen.

Insekten-Knabbereien

Ob und wann sich Insektennahrung durchsetzt, hängt davon ab, wie man sie zubereitet und was aus ihnen wird. Es gibt in manchem Supermarkt bereits Insektenpasta, Müsliriegel, geröstete Heuschrecken, es werden Insektenkochkurse angeboten und es gibt bereits Startups, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Das französische Unternehmen Jiminis  bereitet Insekten für die menschliche Nahrung auf und erzeugt verschiedene Produkte aus Insektenmehl, vom Proteinriegel bis zum Aperitif-Knabber-Produkt. Mittlerweile gibt es unzählige Unternehmen, die Lebensmittel aus Insekten produzieren, Aketta  oder Chapul  in den USA, Swarmprotein in Deutschland, SixBug  in Österreich. Das israelische Startup Hargol FoodTech will die Lebensmittelindustrie durch die Einführung einer kommerziellen Heuschreckenzucht revolutionieren. 2017 gegründet stellt das Unternehmen Proteinpulver aus Heuschrecken her, die in einer Farm in Eliphelet, einer ländlichen Gemeinde nördlich des See von Galiläa, aufgezogen werden. Heuschrecken enthalten 70 Prozent Protein und haben einen neutralen Geschmack, was sie zu einem idealen Proteinzusatz für eine Vielzahl von Lebensmitteln und zu einem umweltfreundlichen Ersatz für traditionelle Proteinquellen wie Rindfleisch, Huhn und Fisch macht. 

Ressourcenschonende Mahlzeit

Insekten sind eine nachhaltigere Proteinquelle als Fleisch, da ihre Aufzucht in großen Mengen weniger Ressourcen wie Land und Wasser verbraucht als für die Aufzucht von Rindern oder Schweinen benötigt wird. Für ein Kilo essbare Heuschrecken braucht es 1,7 Kilogramm Futter. Für dieselbe Menge essbares Rindfleisch werden zehn Kilogramm Futter benötigt. Auch der Wasserverbrauch soll laut UN um ein Vielfaches niedriger sein als bei der Produktion von herkömmlichem Fleisch. Und es kommt bei der Insektenzucht auch zu weniger Treibhausgasen – angeblich um 100 Mal weniger. Das US-Agrarministerium hat Fördergelder in Höhe von 1, 45 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt. Experten erwarten einen Marktanteil von einer Milliarde Dollar bis zum Jahr 2023. 

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