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Onovolab - Von der Textil- zur Innovationsfabrik



Im brasilianischen São Carlos ist ein Innovationshub entstanden, der Vorbild für das ganze Land ist.
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Großraumbüro in Sao Carlos, Brasilien mit arbeitenden Menschen
© Aussenwirtschaft Austria Großraumbüro in Sao Carlos, Brasilien mit arbeitenden Menschen

Großraumbüro in Sao Carlos, Brasilien mit arbeitenden Menschen Großraumbüro in Sao Carlos, Brasilien mit arbeitenden Menschen

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São Paulo, 27.09.2019

In einem Bundesstaat der Superlative wie São Paulo - dem wohlhabendsten Brasiliens mit einem BIP von rund 497 Milliarden Euro (2017) - ist es für eine Stadt relativ schwierig, sich von den anderen abzuheben. Aber im Falle der 240 Kilometer von der Hauptstadt entfernten Stadt São Carlos war das nie ein Problem, vor allem nicht in Bezug auf Innovation und Forschung. Die Stadt ist als brasilianische Technologiehauptstadt bekannt und hat einen PhD-Absolventen pro 180 Einwohner, den höchsten proportionalen Index des Landes. Es gibt zwei große öffentliche Universitäten (USP - University of São Paulo und Federal University of São Carlos), zwei Forschungszentren von Embrapa (Brasilianische Agrikultur-Forschungs-Kooperation) und mehr als 200 Technologieunternehmen sowie große multinationale Industrien wie Faber Castell und Volkswagen.
Es ist kein Zufall, dass São Carlos als Sitz von Onovolab gewählt wurde. Onovolab kombiniert traditionelle Unternehmen mit neuen Firmen/Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial und setzt dieses Konzept mitten in eine florierende akademische Welt. Daraus entsteht ein Raum für Co-Innovation, wo Fachleute und Unternehmer zusammenkommen, um über neue Lösungen für den Markt nachzudenken. 

Von der Textil- zur Innovationsfabrik

Erst vor 16 Monaten wurde Onovolab in einer Halle - dem früheren Standort der ersten Textilfabrik São Carlos - gegründet. Die ersten Erfolgsgeschichten ließen nicht lange auf sich warten. Der Hub beherbergt derzeit 50 Start-ups aus verschiedenen Branchen und hat wichtige Partner wie Amazon, AWS, Roche, Telekom Firma Algar und Elo Card, einer der wichtigsten Kartenherausgeber Brasiliens.
Die Idee für das Zentrum entstand in den Köpfen der drei Gründer Anderson Criativo, Leandro Palmieri und David Ruiz, die sich - bereits mit dem Innovationssystem der gesättigten Hauptstadt São Paulo vertraut - entschieden, gegen den Strom zu schwimmen und Onovolab in einer kleinen Stadt im Landesinneren zu gründen. Laut Criativo, CEO des Unternehmens, war es eine bewusste Wahl: "Wir haben unser Wissen in eine Stadt gebracht, die bereits für ihre Talente und technischen Fähigkeiten bekannt ist".

Soziokulturelle Innovation

Einer der am meisten vernachlässigten Faktoren in der brasilianischen Innovationsszene sei auch der Fokus auf die Beziehung zwischen den Menschen, so CEO Criativo. Er ist deshalb überzeugt, dass der Schlüssel zur Innovation in Brasilien nicht in der Reproduktion von Modellen aus anderen Ländern liege, sondern in der Wertschätzung der soziokulturellen Eigenschaften der Brasilianer, jedes Land müsse seine eigene Innovations-Szene aufbauen, da jedes Land besondere Eigenheiten, Eigenschaften und Vorzüge habe. Criativo: "Wir sind warmherzige Menschen, die den persönlichen Kontakt schätzen - trotz all den Technologien, die wir heute in unserem Leben haben.“ In einer Stadt im Landesinneren entstehe eine solche Zusammenarbeit besonders schnell. 

Onovolab ist wie ein Innovations-Garten

Criativo definiert sich selbst als eine Art Dirigent, der gerne persönliche Kontakte entwickelt und die Arbeit der beteiligten Personen langfristig synchronisiert. Mit der Beschreibung seines Führungsstils gibt er ein konkretes Beispiel dafür, wie neue Innovationen im Onovolab gedeihen. "Dank eines Biotechnologie-Start-ups, das wir hier haben, habe ich heute ein biologisches Mindset. Ich verstehe Onovolab als einen Garten. Wir müssen hier die besten Samen pflanzen, die richtigen Pflanzen großziehen, damit wir die Voraussetzungen dafür schaffen können, dass Bienen und Vögel kommen. Es nützt nichts, wenn ich hierher komme und einen Alligator in die Mitte werfe, der jedem in das Bein beißt“. Das Geheimnis sei das Gleichgewicht und das Ergebnis eine multidisziplinäre Umgebung, in der neue Kooperationen entstehen können.
Das brasilianische Unicorn Movile beendet derzeitig die Installation eines Zentrums für künstliche Intelligenz in dem Raum, der später 150 Mitarbeiter beherbergen wird. Thiago Christof, Innovationskoordinator bei Wavy, einer Marke für Inhalte und Messaging bei Movile, schätzt die breite Veranstaltungsagenda des Hubs sowie das Zusammenkommen von Menschen aus verschiedensten Unternehmen mit völlig unterschiedlichen Herausforderungen. "Wir müssen nicht reisen, um interessante Inhalte zu hören, die Veranstaltungen finden direkt nebenan statt. Der Kontakt mit anderen Perspektiven stimuliert ein flüchtiges Netzwerk neuer Ideen, das schließlich zu Innovationen führt", sagt Christof.

Man muss sich frei fühlen, um Ideen zu haben

Viele Menschen verstehen laut Criativo nicht, dass der digitale Wandel nicht nur technologisch, sondern auch verhaltensorientiert sei. „Tu das, was die Menschen in deiner Umgebung nicht tun”, rät er. „Versuche, auf ungewohnte Art zu leben und schaffe neue Empfindungen”. Ein weiterer Faktor, der zu einem innovationsbegünstigenden Umfeld beiträgt, ist die Schaffung eines offenen Raums, in dem sich die Menschen frei fühlen, Ideen zu haben, „egal wie lächerlich sie auch scheinen mögen”. Criativo bekräftigt auch, dass die Unabhängigkeit von Onovolab diesen freien Fluss von Ideen und organischen Kooperationen begünstige. „Sonst sind es heute oft eingeschränkte Initiativen, weil die Fundings die Themen definieren”. 
Onovolab plant nun, das Modell zu erweitern und auf andere Städte zu übertragen. Das Unternehmen beabsichtigt 25 Millionen US-Dollar zu investieren und vergleichbare Projekte in 19 weitere brasilianische Städte zu bringen. Ziel sind vor allem Gründungen in Städten, die Studentenzentren sind, wie etwa São Carlos. „Brasilien hat schon das Wichtigste, nämlich Talent und technische Fähigkeiten. Im Moment ist es aber zentral, ein Umfeld zu schaffen, das es diesen Talenten ermöglicht, zu bleiben und das Land zu verbessern”, analysiert Anderson Criativo. „Wie ist Brasilien im Fußballspiel so gut geworden? Die Spieler haben das Dribbeln eingeführt. Brasilien hat also hat den Fußball gehackt”. Brasilien muss daher auch das Spiel der Innovation auf der Grundlage seiner eigenen Talente und Besonderheiten „hacken”.

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Ihr Ansprechpartner:

AußenwirtschaftsCenter São Paulo
Klaus Hofstadler
+55 11 30 44 99 44
E saopaulo@wko.at

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