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Gebt mir mehr: An welchen Schrauben kann ich drehen, damit mein Unternehmen weiter wächst?

Harry Gatterer vom Zukunftsinstitut für innovateaustria.org



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Harry Gatterer Zukunftsinstitut zu Unternehmerwachstum. Quantitativ vs. qualitativ
© Aussenwirtschaft Austria Harry Gatterer Zukunftsinstitut zu Unternehmerwachstum. Quantitativ vs. qualitativ

Harry Gatterer, Essay - Unternehmenswachstum Harry Gatterer Zukunftsinstitut zu Unternehmerwachstum. Quantitativ vs. qualitativ

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Intro-Video zum Essay von Harry Gatterer

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https://www.youtube.com/embed/baIR2Of3uog
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Ein Essay von Harry Gatterer, Zukunftsinstitut für innovateaustria.org

Wachstum, das Paradigma unserer Wirtschaft. Seit 100 Jahren sind wir es gewohnt. Völlig logisch, dass auch Sie mit Ihrem Unternehmen danach streben. Doch haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie wachsen wollen, wie Sie wachsen wollen oder ob Wachstum – wie wir es bislang kennen – alternativlos ist? Spoiler-Alarm: Auch unser heiß geliebtes Wachstum unterliegt einem Wandel.

Stetiges Wachstum im Status eines Naturgesetzes ist keineswegs in Stein gemeißelt, im Gegenteil. Die klassische Wirtschaftswunder-Wachstumslogik ist – zumindest in Europa – Geschichte. Einbrüche prägen das Bild. Brexit-Chaos, unsichere Wahlergebnisse in wichtigen Volkswirtschaften, Handelskriege und Co. machen unsere ohnehin komplexe Welt noch unberechenbarer. Zudem führt das traditionelle Wachstumsdenken nicht nur in eine ökologische Sackgasse, wie uns die Natur immer eindrücklicher und schmerzlicher zu erkennen gibt. Die auf Effizienz getrimmte Wachstumsfixierung hemmt auch das Entstehen neuer Ideen und Innovation. 

Was also anfangen mit dem Wachstum, in einer Zeit, in der sich Digitalisierung und Plattformökonomie als zweischneidige Schwerter erweisen? Einerseits versprechen sie enorme Skaleneffekte und vollkommene Wachstumsaussichten, andererseits fördern sie die Etablierung von Konzepten, die der ökonomischen Wachstumslogik entgegenwirken, beispielsweise Sharing- und Tauschplattformen oder Do-it-yourself-Communities. In einer Zeit, in der das Bewusstsein dafür, dass wir mehr verbrauchen, als unser Planet hergibt, täglich mehr geschärft wird. In einer Zeit, in der Wachstum um neue Dimensionen erweitert wird.

Größtmögliches Wachstum vs. Wachstumsschmerzen

Wachstum gilt gemeinhin als Fortschritt. Unternehmen die wachsen, machen es gut. Höher, schneller, weiter lautet die Devise. Organisationsforscher David Whetten gab allerdings schon vor über 35 Jahren zu bedenken: Ab einer bestimmten Größe gefährden Unternehmen ihre eigene Lebensfähigkeit, Prozesse werden bürokratisiert, finanzielle Abhängigkeiten entstehen, unternehmerisches Denken geht verloren. Wachstum wird dann zur Falle und erzeugt Zwänge, die die unternehmerische Freiheit einengen. Unternehmertum braucht aber Freiheit, um sich auf neue Kontexte einstellen zu können und diese – idealerweise – mitzugestalten.

In dieselbe Kerbe schlägt Uwe Lübbermann. Sein Unternehmen habe gelernt, dass mehr als zehn Prozent Wachstum im Jahr massive „Wachstumsschmerzen“ zur Folge hätten. „Wir bräuchten dann externe Geldgeber, müssten neue Leute schneller einarbeiten und unter Stress setzen, und wir müssen die Strukturen so ausbauen, dass wir keine Zeit mehr hätten, beteiligte Partner richtig kennenzulernen“, erklärt der Gründer des Getränkeherstellers Premium-Kollektiv. „Aber unsere Kernaufgabe ist ja nicht der Getränkeverkauf, sondern das Kümmern um Menschen: Wenn wir das gut machen, dann kommen dabei sozusagen Getränke heraus. Und das geht nur mit einer begrenzten Zahl an Menschen, die man kennen und betreuen kann“, so Lübbermann. „Wenn wir merken, das wird zu viel, es setzen Wachstumsschmerzen ein, dann muss man das stoppen. Deshalb haben wir für uns festgelegt: Nicht mehr als zehn Prozent Flaschenzahlwachstum pro Jahr.“

Wachstum ja – aber qualitativ

Lübbermanns Erkenntnis ist keine allgemeingültige, sondern Resultat seiner Erfahrungen und der intensiven Reflexion darüber, was eigentlich wirklich gut für sein Unternehmen ist. Damit liefert der Getränkehersteller ein Best Practice, denn strategische Entscheidungen hinsichtlich der Wachstumsbestrebungen können nur aus der Beschäftigung mit dem eigenen Unternehmen und seinem Umfeld heraus getroffen werden. 

Prüfen Sie Ihr persönliches und organisationales Wachstums-Mindset: Was bedeutet „Wachstum“ für Sie heute und was könnte es künftig bedeuten? Nehmen Sie sich die Zeit zur ehrlichen Reflexion darüber, ob mehr Umsatz und mehr Mitarbeiter Ihrem Unternehmen automatisch mehr Profit bringen würde oder das nicht auch kontraproduktiv sein könnte. Überprüfen Sie die Resilienz Ihres Unternehmens. Ein einzelnes Geschäftsmodell kann von heute auf morgen dahin sein; wenn neue Technologien oder Player aus dem Nichts auftauchen, sich Bedürfnisse, Werte und Einstellungen von Kunden rasant verschieben oder die gesamtwirtschaftliche Lage einbricht, sind Agilität und Flexibilität gefragt. Kleine Boote sind wendiger als riesige Tanker, eine Kultur des Intrapreneurships besser geeignet, um auf Wachstumsschocks zu reagieren, als zu groß gewachsene Strukturen. Vielleicht braucht Ihr Unternehmen vor allem ein kulturelles Wachstum oder ein diverses Wachstum hin zu einem vielfältigeren Angebot. Vielleicht kann Ihr Unternehmen in Sachen Kollaboration mit anderen Unternehmen oder Konsumierenden noch zulegen, etwa Kunden durch User-generierte Innovationsprozesse einbinden oder sich an Open Innovation beteiligen. Vielleicht können Sie in eine Nische hineinwachsen oder im Sinne einer Kreislaufwirtschaft Ihre bestehenden Produkte hinsichtlich Wiederinstandsetzungsmöglichkeiten, Erneuerung und Lebenszyklusverlängerung optimieren. Vielleicht bieten soziale Innovationen ein Wachstumspotenzial für Ihr Unternehmen.

Diversität: Chance und Attraktivitätsfaktor

Eine möglichst große Vielfalt an Geschlechtern, Alter, Ethnien, Fähigkeiten, Herkunft und Sozialisation innerhalb eines Unternehmens ist ein echtes Asset. Durch die verschiedenen Meinungen, Erfahrungen und Herangehensweisen können Entscheidungen und Entwicklungen auf eine breitere gesellschaftliche Basis gestellt werden. Diversität macht Unternehmen nicht nur innovativer und resilienter, sondern auch attraktiver, weshalb in Jobinseraten eine vermehrt starke Betonung auf die diversen Teams gelegt wird.

Eine Studie von Michael Page dokumentiert, welchen Stellenwert Diversität bereits in den Recruitingprozessen hat. Mehr als die Hälfte der befragten Manager gaben als wichtigsten Vorteil ihrer Diversitätsinitiativen und -programme die Suche nach attraktiven Kandidaten für das Unternehmen an. Die Mitarbeiter würden dadurch eine höhere Zufriedenheit zeigen und so das Unternehmensimage am Arbeitsmarkt verbessern. Je internationaler eine Organisation agiert, desto wichtiger ist die Förderung von Diversität, so die Erkenntnisse der Studie. Diversität hat nicht nur direkt einen positiven Einfluss auf Innovation, sondern auch indirekt, indem sie weitere Talents anzieht. 

Wachstum ist eine Wahl und die Wirtschaft von morgen zielt nicht mehr nur auf ein ständiges Mehr im monetären Sinne ab. Es geht um Qualität: ein Mehr an Lebensqualität, an Sinn, Effektivität; und nicht nur ein Mehr an Effizienz.

Der Wohlstand von morgen beruht auf neuen Werten

Kommen wir noch einmal zurück auf Uwe Lübbermann. Der Getränkehersteller bewegt sich in verschiedenen Wachstumsfeldern und überlegt genau, welche Arten des Wachstums er mit seinem Unternehmen eigentlich haben will. „Würden wir zum Beispiel die gleiche Flaschenzahl mit mehr Leuten bewegen, könnten wir zwar weniger Gehalt zahlen, aber die Mitarbeiter hätten weniger Stress, das wäre also ein Wachstum an Lebensqualität – solange der Lohn zum vernünftigen Leben ausreicht“, denkt Lübbermann. „Man könnte auch die gleichen Flaschenzahlen mit den gleichen Leuten bewegen, aber dafür mehr Händler beschäftigen, dann hätte man mehr Arbeit, aber mehr Stabilität in der Struktur, mehr Krisensicherheit. Das wäre ebenfalls ein Wachstum auf der Qualitätsebene. Oder man investiert mehr Zeit in die Verbreitung der Idee, in Gespräche und Vorträge, das ist ein Wachstum auf der Kommunikationsebene.“ 

Nachhaltiges Wachstum, das Ihnen und Ihrem Unternehmen wirklich etwas bringt, entsteht dann, wenn Sie sich davon lösen können, sich rein auf monetäres Wachstum um jeden Preis zu versteifen. Es geht darum, die individuellen Wachstumspotenziale Ihres Unternehmens breiter zu betrachten, zu erkennen und sich in diesem Kontext mit der Zukunft auseinanderzusetzen. Wie und wo kann Ihre Organisation jenseits materieller Gewinnmaximierung wachsen? Welche Aspekte eines neuen, qualitativen Wachstums machen für Ihr Unternehmen Sinn?

In der Gesellschaft ist der Wertewandel hin zum Qualitativen, Nachhaltigen bereits zu erkennen, ein entsprechend ausgerichtetes Wachstum ist nicht zuletzt daher zukunftsfähig. Unternehmen haben nicht nur eine gesellschaftliche Verantwortung, ihre Kernkompetenz ist es, Probleme in Business Cases zu verwandeln und in Form von marktfähigen Produkten und Dienstleistungen zu lösen. Probleme gibt es genug, viele davon maßgeblich befeuert von unserem alten Wachstumsverständnis. Prekäre Produktionsbedingungen, exzessiver Ressourcenverbrauch, umweltschädliches Verhalten, Klimawandel, etc. führen zu neuen Regelungen der globalen und nationalen Ordnungspolitik, ebenso wie zu veränderten gesellschaftlichen Nachfragen. Unternehmerisches Wachsen ist dann sinnvoll, wenn die Welt dadurch ein bisschen besser wird. Das ist der große Paradigmenwechsel, den wir erleben werden. Dabei geht es keineswegs um Wohltätigkeit, sondern um ein zukunftsfähiges Business, denn aus neuen Problemlösungsangeboten entstehen auch neue Wertschöpfungspotenziale.

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Welche internationalen Beispiele für andere Formen von Unternehmenswachstum gibt es?

Für Sie über den Tellerrand geschaut:

Wenn Nachhaltigkeit zum Unternehmensziel wird. Von einem kambodschanischen Start-up, das leistbare Häuser baut bis hin zu  einem belgischen Tomatenzüchter, der mit Innovationen zu hundert Prozent nachhaltig ist.


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Chinas Online-Handel will grüner werden

Best Practice – China

Onlinehändler JD.com will künftig auf wiederverwertbare Verpackung setzen.
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Chinesischer online Händler setzt künftig auf wiederverwertbare Verpackung.
© AUSSENWIRTSCHAFTAUSTRIA/jd.com Chinesischer online Händler setzt künftig auf wiederverwertbare Verpackung.

Chinesischer online Händler setzt künftig auf wiederverwertbare Verpackung. Chinesischer online Händler setzt künftig auf wiederverwertbare Verpackung.

Rückbesinnung auf altes Handwerk

Best Practice – Italien

Traditionelles Handwerk soll Italiens Modebranche zu alter Stärke verhelfen.
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Traditionelle italienische Schneiderwerkstatt
© AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA Traditionelle italienische Schneiderwerkstatt

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