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Wenn der Bauernhof in die Stadt übersiedelt



Urban Farming ist längst kein Hirngespinst mehr. Schon heute wachsen Gemüse & Co mitten in internationalen Metropolen.
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Urban Farming
© Aussenwirtschaft Austria Urban Farming

Bauernhof übersiedelt in die Stadt

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Wien, 30.08.2019

Um lange Transportwege zu vermeiden und keine wertvollen Grünflächen auf dem Land zu beanspruchen sollen landwirtschaftliche Betriebe in Zukunft auch im urbanen Raum angesiedelt werden.

Wenn man Menschen bittet, sich einen landwirtschaftlichen Betrieb vorzustellen, haben sie meist einen klassischen Bauernhof auf dem Land vor ihrem geistigen Auge. Diese idyllische Vorstellung entspricht heute aber längst nicht mehr der Realität. Einerseits sind auch landwirtschaftliche Betriebe immer stärker von technologischen Entwicklungen geprägt, andererseits kommt die Nachfrage mittlerweile in den meisten Ländern hauptsächlich aus den Städten. Diese beiden Trends führen dazu, dass der Anbau von Gemüse und die Zucht von Tieren, die zu Lebensmitteln verarbeitet werden, mittlerweile auch in den Städten vorangetrieben wird. Das sogenannte “Urban Farming”, also die Landwirtschaft in der Stadt, ist mittlerweile längst kein Hirngespinst mehr. Schon heute werden Lebensmittel mitten in unseren Städten produziert. 

Der Gemüsegarten im Restaurant

Das deutsche Unternehmen InFarm  etwa produziert bereits seit geraumer Zeit Pflanzenaufzucht-Anlagen, die direkt in Restaurants oder Geschäften aufgestellt werden können. Die Kunden können Salate und Gemüse dann direkt aus der Anlage ernten und frisch genießen. Dadurch müssen die Nahrungsmittel keine langen Transportwege zurücklegen. Das ist vor allem für große Ballungsräume ohne entsprechende Versorgung aus dem Umland wichtig. In Hongkong, einem der am dichtesten besiedelten Orte der Welt, wird versucht, mit innovativen Ansätzen noch weitere Vorteile des Urban Farming zur Geltung zu bringen. Das Unternehmen Farm66  etwa konzipiert Systeme, die es erlauben, Pflanzen ohne Erde in mehreren Lagen übereinander anzubauen, was die Effizienz der Pflanzenzucht deutlich verbessert. Die Pflanzen werden digital überwacht und bekommen genau die Beleuchtung und Nährstoffe, die sie gerade brauchen. Zusätzlich lassen sich auch Fischzuchtanlagen in das System integrieren. Dann dient der Kot der Fische als Dünger für die Pflanzen. Dadurch soll sich der Einsatz von industriellem Dünger, Herbiziden und Pestiziden stark reduzieren lassen. Umweltgifte gibt es in den geschlossenen Systemen ebenfalls nicht.  

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Gemüse aus dem Container

Das ist gerade für die chinesische Mittelschicht interessant, die sich gesunde Lebensmittel leisten kann, aber nicht immer Zugang zu entsprechenden Produkten hat. Das hat die Firma Alesca Life  erkannt: Das Unternehmen stellt Container her, in denen ohne Erde und mit automatisierter LED-Beleuchtung Salate wachsen. Pro Woche sind lediglich zwei Mannstunden für die Wartung des Systems eingeplant. Kunden können per App bestellen und sich die Salate dann selbst im Container abholen. Der Hersteller verspricht, dass keine Pestizide oder andere Gifte zum Einsatz kommen. Gedacht ist das System für große Städte, in denen ein Netz aus Containern die Versorgung sicherstellen soll. Derzeit kommen die Container aber nur in einigen Restaurants und Geschäften zum Einsatz.

Gemüse aus der Tiefe

Dass man mit Urban Farming auch in die Tiefe gehen kann, zeigt man in London. Die „Growing Underground“ in Clapham ist der erste Untergrund-Anbau der Welt. Growing Undergrounds baut Keimpflanzen und Salate in aufgelassenen Tunneln 33 Meter unter den verkehrsreichen Straßen des Londoner Stadtteils Clapham an. Moderne Hydrokultur und LED-Technologie garantieren das ganze Jahr hindurch perfekte Anbaukonditionen ohne Pestizide. Innerhalb von vier Stunden des Aberntens erreichen die Produkte Großhändler, Restaurateurs und Direktkunden. Zu den Kunden gehören auch führende Supermarktketten wie Ocado, Waitrose und Marks & Spencer. Mit möglichst nachhaltigen Anbaumethoden hofft Growing Underground, in Kürze als klimaneutral zertifiziert zu werden.

Die weltweit größte Urban Farm liegt in New Jersey in einem alten Stahlwerk . Auf etwa 7000 Quadratmetern werden jährlich mehr als 900 Tonnen Salat produziert. Der Anbau erfolgt auf bis zu 18 übereinander gestapelten Etagen, die Bewässerung erfolgt über eine von der NASA „Aeroponik“-Technik. Hierbei werden die Pflanzen so arrangiert, dass ihre Wurzeln in der Luft hängen und nur mit Wasser und Nährstoffen bedampft werden. Apropos Bewässerung: Das kalifornische Startup Iron Ox  hat ein vollautomatisches Hydroponik-System entwickelt – zwei Roboter übernehmen das Pflanzen, Pflegen und Ernten.

Fische und Hühner in der Stadt

Diese und ähnliche Projekte zeigen, dass Urban Farming durchaus Potenzial hätte. Theoretisch lassen sich mit weniger Platz unter Einsatz von weniger Ressourcen und ohne Sonnenlicht Lebensmittel anbauen. Bei korrekter Planung kann sogar noch eine Fischzucht in die städtischen Gemüsebeete integriert werden. Das haben auch Investoren bemerkt. Die britische Supermarktkette Ocado  hat kürzlich 17 Millionen Pfund in das deutsche Unternehmen InFarm investiert. Zudem experimentieren viele Städte mit Testanlagen, um zu sehen, wie gut sich die Systeme in der Praxis schlagen. In London gibt es eine Anlage mit integrierter Fischzucht und Hühnerhaltung auf dem Dach seit 2010. Das Thema wird also auch in Zukunft weiter an Relevanz gewinnen.  

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