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Bildungszentrum Lenzing GmbH / Lenzing AG

BGF-Unternehmen stellen sich vor

Name des Unternehmens:

Bildungszentrum Lenzing GmbH /
Lenzing AG

Branche:

Aus- und Fortbildung / chemische Industrie

Anzahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen:

17 / 6.350 davon ca. 160 Lehrlinge

Lenzing GmbH


Bildungszentrum Lenzing GmbH / Lenzing AG



Interview:


1. Warum haben Sie Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Ihrem Unternehmen eingeführt?

Ziel sollte es sein, ein auf die Ausbildungsjahrgänge und Berufsphasen abgestimmtes Gesamtkonzept zu entwickeln, welches entsprechende Angebote und Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung vom Einstieg in das Unternehmen als Lehrling, über die einzelnen Lehrjahre bis hin zur Übernahme in die Stammbelegschaft definiert.
Die Teilnahme am Projekt war für uns die Chance, die Bedürfnisse und Wünsche der Lehrlinge besser kennenzulernen und gemeinsam die richtigen Maßnahmen zu entwickeln.

2. Was war die Maßnahme?

Es wurden verschiedene Gesundheitsmaßnamen eingeführt:

Vitalscheck:
Jeder Lehrling hat 100,00 EUR in Form dieses Vital-Schecks zur Verfügung und kann damit verschiedene Investitionen in den Themenbereichen: Ernährung, Bewegung, Entspannung/Stressreduktion, Genussmittel/Suchtmittel, Risikoverhalten/ Gefahren-bewältigung tätigen. Er/Sie bekommt 80% der entstandenen Kosten rückerstattet, bis
maximal € 100,- pro Lehrjahr. Dieses Geld soll eine Gesundheitsförderung bewirken und keine allgemeine Prämie sein.

Lehrlingsfitnesstag:
Dieser Fitnesstag findet einmal im Jahr für alle Lehrlinge verpflichtend in der Arbeitszeit statt und wurde durch mehr Unterstützung bei der Durchführung optimiert. Dieser wird vom Jugendvertrauensrat und vom Betriebsrat organisiert. Jedes Jahr werden verschiedene Stationen zum Thema Gesundheit angeboten, an dem auch das Gesundheitszentrum Lenzing intensiv mitarbeitet und beteiligt ist. Beispielsweise werden Gesundheitsuntersuchungen, Ernährungsberatungen, diverse Workshops, Informationen über die richtigen Sportausrüstungen, ein Kleinfeldfußballturnier (mit den Ausbildern und Vorgesetzten), usw. angeboten. Dieser Tag ist seit 2007 ein fixer Bestandteil der Lehrlingsausbildung bzw. der Pflichtmodule und ist mittlerweile auch mit dem Vitalscheck verankert.

Suchprävention:
Zu diesem Zusatzmodul werden Experten vom Institut für Suchtprävention in Linz für ein Tagesseminar eingeladen. Lehrlinge aus dem 1. Lehrjahr nehmen an diesem Seminar teil und erhalten Informationen über alle Arten der Sucht (z. B. Alkohol, Zigaretten, Drogen, Ego-Shooter, usw.) bzw. Aufklärung, Hilfe zur Vorbeugung und Umgang mit diesen Themen im Alltag. Es werden Diskussionsgruppen gebildet, Themen ausgearbeitet und anschließend auch vor der Gruppe präsentiert.

Schichtarbeitmodul:
Im Rahmen eines speziellen Schulungsprojekts (U21) für Lehrlinge der Lenzing AG wurde eine Trainingsveranstaltung zum Thema "Schichtarbeit und Gesundheit“ abgehalten.
Die Lehrlinge werden über wesentliche Belastungen der Schichtarbeit, insbesondere über Nachtarbeit und damit zusammenhängende Probleme von Biorhythmus, Schlafen, Sozialleben, Ernährung und Bewegung informiert. Eine bewusste persönliche Entscheidung zur Schichtarbeit sowie Strategien für einen gesunden Umgang mit den Belastungen sollte dadurch gewährleistet sein. Mittlerweile wurde dieses Modul ein jährlicher fixer Bestandteil.

3. Wie groß war der Aufwand? Wie war der Verlauf von der Einführung bis zur Umsetzung?

  • Vorgespräche mit Personalabteilung und OÖ GKK.
  • Konzepterstellung
  • Startworkshops mit den Lehrlingen von Dezember 2007 bis Februar 2008
  • Gesundheitsbefragung durch die OÖGKK von Jänner 2008 bis Februar 2008
  • Verschiedene Auswertungen durch die OÖGKK
  • Auswertung der Gesundheitsbefragung durch die OÖGKK
  • Planungstermin von konkreten Umsetzungsmaßnahmen im März 2008
  • Pressekonferenz im U-Hof (OÖ Presseclub Linz) Anfang Mai 2008
  • Offizielle Vorstellung der Umsetzungsmaßnahmen "Vitalscheck für Lehrlinge“, das aus dem Projekt U21 entstanden ist.
  • Evaluierung des Projektes
  • Präsentation der Ergebnisse durch die OÖGKK, Bildungszentrum Lenzing, Lenzing AG für die beteiligten Lehrlinge

4. Haben Sie konkrete Tipps oder Empfehlungen, die Sie anderen Unternehmen Ihrer Branche geben möchten?

Gesundheitsförderungsprogramme für Lehrlinge bringen für den gesamten Betrieb positive Impulse. Man macht das Thema "Gesundheit“ damit im ganzen Betrieb zum Thema. Die jungen Leute machen gerne mit (zumindest bei den meisten Themen). Es zahlt sich für alle aus, wenn man dieses Thema aufgreift. Die Zusammenarbeit mit der OÖGKK läuft sehr unbürokratisch und äußerst positiv. Alle Beteiligten lernen viele neue Sichtweisen kennen, die das Zusammenleben bereichern und erleichtern.

5. Hat sich die Einführung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung für Ihr Unternehmen gelohnt?

Ja es hat sich auf alle Fälle gelohnt. Geldmäßige Einsparungen durch Reduzierung der Krankenstände sind möglich, ist aber nur ein kleiner Teil des Gesamtnutzens. Viel mehr Wert ist, dass das Thema "Gesundheit“ plötzlich wieder im Mittelpunkt steht. Junge Leute wachsen bewusster ins "älter werden“ hinein und denken dadurch auch an so manche Präventivmaßnahmen. Diese Auswirkungen kommen erst viel später zum Tragen. Es ist ein wichtiger Reifungsprozess.

Lenzing AG, Betriebliche Gesundheitsförderung

 

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