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smart.MOM

BGF-Unternehmen stellen sich vor

Name des Unternehmens:

smart.MOM

Branche:

Softwareentwicklung und Agentur für visuelle Markenführung

Anzahl der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen:

> 10 Mitarbeiter

smart.MOM Softwareentwicklung und Agentur für visuelle Markenführung



Interview:


1. Warum haben Sie Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung in Ihrem Unternehmen eingeführt?

Kochen gehört schon immer zu meinen Leidenschaften und seit jeher habe ich gerne für meine MitarbeiterInnen gekocht.

Wir sind in der Branche der Kreativwirtschaft tätig, die sich vor allem durch Schnelllebigkeit und einen hohen Innovationsgrad auszeichnet. Dies lässt geregelte Arbeitsabläufe oft nicht zu, wodurch gesunde Ernährung oder regelmäßige Bewegung sehr stiefmütterlich behandelt werden oder gar kein Thema sind.

Um jedoch auf Dauer kreativ und produktiv sein zu können sind dies jedoch Indikatoren für den Erfolg und der Zufriedenheit meiner Mitarbeiter.
Angemessene Spannung und Entspannung sind mir persönlich sehr wichtig.
Daher versuche ich meinem Team ein gutes Vorbild zu sein und sie diesbezüglich zu motivieren.


2. Was war die Maßnahme?

Die Maßnahme läuft nach wie vor:

Zeige Verantwortung gegenüber deinen Kollegen und vor allem dir selbst.

Abwechselnd erstellt jeden Tag eineR meiner MitarbeiterInnen ein „Feel Well“ Programm für das gesamte Team. Dieses Programm besteht aus zwei Punkten: Zum Einen erstellen wir ein gesundes, nachhaltiges Mittagsmenü für alle MitarbeiterInnen, welches wir gemeinsam zubereiten, zum Anderen wird ein kleines Erholungsprogramm definiert, an welchem ebenfalls das gesamte Team teilnimmt.

Essentiell ist für mich die Zubereitung mittels biologischer, nachhaltiger und für den Körper hochwertiger Kochzutaten, die meistens direkt beim Bio-Bauern oder am naheliegenden Karmelitermarkt bezogen werden.

Meine MitarbeiterInnen sind hier angehalten, sich aktiv Gedanken darüber zu machen was gut tut, eigene Ideen und Erfahrungen einzubringen und Informationen einzuholen. So lehren und zeigen wir uns gegenseitig was uns sowohl als Team als auch dem jeweils Einzelnen gut tut.

Das Erholungsprogramm gestaltet sich häufig unterschiedlich, dies kann ein gemeinsamer Spaziergang im Augarten sein genauso wie einfache Rücken- oder Entspannungsübungen. Wichtig ist hierbei auch, auf die jeweilige Konstitution aller KollegInnen Rücksicht zu nehmen.

Weiters achten wir darauf, dass während des gemeinsamen Essens sowie der Bewegungseinheiten ein Abschalten vom Arbeitsalltag möglich ist und daher jobbedingte Gesprächsthemen vermieden werden.

Ziel ist es, die MitarbeiterInnen durch die Einbeziehung in der Gestaltung des Speise- und Bewegungsplans, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen und die dadurch erhaltenen Skills auch außerhalb der Bürozeiten anzuwenden.

Die Maßnahme läuft nach wie vor:
Die Vermittlung von gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung ist essentiell für die gesunde Lebensweise eines jeden MItarbeiters. Sie würden ja auch keinen Diesel in einen Benziner tanken?


3. Wie groß war der Aufwand? Wie war der Verlauf von der Einführung bis zur Umsetzung?

Da das Kochen seit jeher zu unseren Agenturprozessen zählt, gab es zu Beginn keine Einführung. Sowohl meine MitarbeiterInnen und ich mussten uns zu Beginn jedoch genauer mit der Wahl der richtigen und nachhaltigen Lebensmittel beschäftigen. Vor allem wo und wie man diese beziehen kann. Für das Zubreiten und Erstellen des Programms gebe ich dem tageszuständigen Mitarbeiter bis zu 2 Stunden seiner Tagesarbeitszeit frei.

4. Haben Sie konkrete Tipps oder Empfehlungen, die Sie anderen Unternehmen Ihrer Branche geben möchten?

Wichtig ist es, Ziele und Aktivitäten mit allen MitarbeiterInnen vorher genau zu besprechen und sich regelmäßiges Feedback von den MitarbeiterInnen zu holen. Ich investiere hierzu neben einer Stunde Kochen täglich auch eine zusätzliche Stunde pro Woche um mit meinen MitarbeiterInnen zu sprechen und nachzufragen, was Spaß gemacht hat und was sie gerne ändern möchten. Damit eine Maßnahme wie oben beschrieben gelingt, ist es wesentlich einen lebendigen Prozess zu gestalten, wo Inhalte und Ziele im gemeinsamen Dialog verändert werden dürfen.

Zudem darf die Aktion für die Mitarbeiter keine zusätzliche Belastung zum Arbeitsalltag sein. Daher muss von Anfang an klar kommuniziert werden, dass der Aufwand im Zuge der Arbeitszeit vergütet wird.  

Ein wesentliches Merkmal zum Gelingen der Maßnahme ist die Präsentation des jeweiligen Tagesprogrammes. Die zuständigen MitarbeiterInnen selbst erklären das Programm und liefern den KollegInnen Hintergrundinformationen über die verwendeten Nahrungsmittel und die Zubereitung. Dies schafft einen nachhaltigen Lerneffekt und  eine besonders starke Motivation weiterzumachen. Frei nach dem Motto: Tue Gutes und Rede darüber.

5. Hat sich die Einführung von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung für Ihr Unternehmen gelohnt?

Der Altersunterschied in meinem Team ist sehr hoch (21 bis 50 Jahre). Trotzdem habe ich wenige bis keine krankheitsbedingte Ausfälle zu verzeichnen. Die Maßnahme läuft jetzt seit über einem Jahr und ich glaube diese positive Bilanz auch darauf zurückzuführen zu können.

Mit der Maßnahme geht es mir vor allem darum vorbeugend zu wirken. Eine nachhaltige Verbesserung des Lebensstils der Mitarbeiter führt nicht nur zu Zufriedenheit sondern auch zu einer verbesserten Arbeitsleistung und einer höheren Belastungsgrenze. Die täglichen zwei Stunden Arbeitszeit, welche der jeweils zuständige Mitarbeiter am Tag investiert, kommt in Form einer verbesserten Leistungsfähigkeit aller MitarbeiterInnen mehrfach zurück.

Die gut ausgestattete Küche und das immer aufgefüllte Obstkörberl motivieren meine MitarbeiterInnen immer häufiger, für den kleinen Snack zwischendurch selbstständig frische Fruchtsäfte oder Obstschalen zuzubereiten. McDonalds Verpackungen, Leberkässemmel-Papier und Cola Dosen sind nur mehr selten bis gar nicht in unseren Mülleimern zu finden.

Als positiver Nebeneffekt ist zu bemerken, dass sich durch die gemeinsam verbrachten Pausen Teambuilding und interne Kommunikation wesentlich verbessert haben.

 

Übersicht aller Best Practice Unternehmen