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Flexible Arbeitszeiten

Vorurteile und Fakten

Über die flexiblen Arbeitszeiten haben Sie schon viel gehört?

Verschaffen Sie sich einen Überblick über sieben hartnäckige Vorurteile und erfahren Sie, was wirklich Fakt ist.

Alle Fakten auch zum Download.

Das fragt sich Österreich

  • Was habe ich von einer Arbeitszeit­flexibilisierung?
    • Flexibleres Arbeiten bringt Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Vorteile,
      • weil sie ihre Arbeitszeit selbst flexibler einteilen können,
      • weil sie nach längeren Arbeitstagen Zeitausgleich erhalten und damit ihr Wochenende oder ihren Urlaub verlängern können,
      • weil sie Überstundenzuschläge erhalten,
      • weil ihr Arbeitsplatz dadurch abgesichert wird.
    • (Es ist besser, Auftragsschwankungen durch flexible Arbeitszeiten als durch kurzfristigen Personalauf- und -abbau – wie es in den USA gemacht wird – abzufangen. So wurden in der Krise 2008/09 in Österreich über 40.000 Jobs durch Überstundenabbau und flexible Arbeitszeiten gesichert.)
  • Kommt die 60-Stunden-Woche?
    • 12 Stunden pro Tag bleiben die Ausnahme. Im Schnitt darf weiterhin maximal 48 Stunden pro Woche gearbeitet werden. Wichtig: Die 11. und 12. Stunde sind grundsätzlich Überstunden mit Zuschlag. Flexible Arbeitszeiten bringen also nicht mehr Arbeit, sondern mehr Geld oder längere Freizeitblöcke.
  • Werde ich in Zukunft um dasselbe Geld länger arbeiten müssen?
    • Nein, denn die 11. und 12. Stunde sind grundsätzlich mit Überstundenzuschlag zu bezahlen. Überstunden werden also auch in Zukunft mit einem 50-%-Zuschlag abgegolten.
  • Es heißt, All-in-Verträge wären ein Freibrief für unbezahlte Überstunden. Verschärft sich das künftig?
    • All-in-Verträge bringen sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber Vorteile, wenn sie richtig angewendet werden. Arbeitnehmer bekommen besser und gleichmäßiger bezahlt, auch dann, wenn keine Überstunden anfallen. Für Arbeitgeber bedeuten All-in- Verträge weniger Verwaltungsaufwand. Die zulässige Grenze für Höchstarbeitszeit gilt auch bei All-in-Verträgen.
  • Kann ich in Zukunft gezwungen werden, länger zu arbeiten?
    • Arbeitszeiten werden zwischen Mitarbeiter und Unternehmen bzw. Betriebsrat und Unternehmen vereinbart. Diese einvernehmliche Vereinbarung auf Betriebsebene im gegenseitigen Interesse soll in Zukunft noch weiter verstärkt werden.
  • Es gibt Statistiken, die besagen, dass länger arbeiten krankmacht.
    • 12 Stunden am Tag zu arbeiten, bleibt die Ausnahme. Es gibt zahlreiche Berufsgruppen, die schon jetzt länger arbeiten (z.B. Gesundheitsberufe, leitende Angestellte, Kfz-Lenker, Arbeitnehmer im öffentlichen Verkehr, alle Beamten oder die Mitarbeiter von Universitäten) und weder gesundheitlich noch in ihrer Arbeitszufriedenheit beeinträchtigt sind. In anderen Ländern (z.B. Finnland und Schweden) gibt es überhaupt keine Vorschriften für Höchstarbeitszeiten und auch dort sind Menschen zufrieden und glücklich mit ihrer Arbeit.
  • Sind die bestehenden Arbeitszeit­regelungen für Unternehmen nicht ohnehin flexibel genug?
    • Österreich gehört mit einer derzeitigen Maximalarbeitszeit von 10 Stunden pro Tag zu den EU-Ländern mit den restriktivsten Arbeitszeiten. In den meisten EU-Ländern darf bis zu 12 und 13 Stunden pro Tag gearbeitet werden. Wir stehen im internationalen Wettbewerb – und flexible Arbeitszeiten sind wichtig für den Wirtschaftsstandort Österreich und die Sicherung von Arbeitsplätzen.
  • Die Arbeiterkammer fordert eine gesetzliche Arbeitszeitverkürzung und eine Strafsteuer für Überstunden. Wie stehen Sie dazu?
    • Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass solche Maßnahmen keinen Erfolg haben, sondern sogar zu einer Verschlechterung der Situation für Arbeitnehmer führen. In Frankreich stieg die Arbeitslosenrate nach Verkürzung der Wochenarbeitszeit im Jahr 2000 auf 35 Stunden von 8,6 % auf 10,4 %. Die durchschnittliche Arbeitszeit nimmt ohnehin ab – die Österreicher leisten heute im Schnitt fast eine Überstunde pro Woche weniger als 2007 und der Anteil der Teilzeitbeschäftigten nimmt zu.
  • Wäre eine bessere Verteilung von Arbeit nicht eine gerechtere und zielführendere Maßnahme?
    • Ohnehin steigen die Beschäftigtenzahlen kräftig und der Trend geht hin zu weniger Überstunden und mehr Teilzeit, weil das oft den Bedürfnissen der Mitarbeiter und Betriebe entspricht. Eine zwangsweise Arbeitszeitverkürzung ist hingegen kontraproduktiv. In Frankreich, wo man das gemacht hat, ist die Arbeitslosigkeit höher und die Arbeitszufriedenheit geringer als in Österreich.
  • Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Flexiblere Arbeitszeiten stellen ja eine noch größere Hürde dar.
    • Ganz im Gegenteil, flexible Arbeitszeiten bringen Vorteile für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Vater oder Mutter können zum Beispiel abends im Home-Office arbeiten, wenn die Kinder schlafen.

      Haben zudem auch Kinderbetreuungseinrichtungen längere Öffnungszeiten, so können bei flexibleren Arbeitszeiten Familie und Beruf optimal vereinbart werden.

      Auch Wegzeiten entfallen, wenn Arbeit auf drei oder vier Tage geblockt wird und so größere Freizeitblöcke für die Familie zur Verfügung stehen.
  • Die Arbeiterkammer steht auf dem Standpunkt, die Maßnahme würde nicht nur den Druck erhöhen, sondern auch den Arbeitsmarkt unsicherer machen. Stimmt das?
    • Flexible Arbeitszeiten sichern Arbeitsplätze. Denn es ist besser, Auftragsschwankungen durch flexible Arbeitszeiten aufzufangen als durch kurzfristigen Personalab- und aufbau. Das hat sich vor allem in der Krise 2008/09 gezeigt. Der internationale Vergleich macht deutlich, dass ein Standort umso fortschrittlicher ist, je flexibler die Arbeitszeiten sind. Österreich steht im globalen Wettbewerb und muss mit anderen Ländern mithalten können. Denn nur eine funktionierende Wirtschaft garantiert letztendlich Arbeitsplätze.
  • Kein Auftrag wurde bis dato wegen zu restriktiven Arbeitszeiten abgelehnt. Warum sind längere Arbeitszeiten dann notwendig?
    • Wenn heute dringende Aufträge außerhalb der restriktiven Arbeitszeitbestimmungen erledigt werden, ist das auf ein Übereinkommen zwischen Betrieb und Mitarbeitern zurückzuführen. Beide Seiten wollen dann den Auftrag zum Abschluss bringen. Bisher wurde hier im Graubereich agiert. Wir wollen aber keinen Graubereich, sondern Rechtssicherheit.


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Warum Handlungsbedarf besteht.