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Entwicklung der Brigittenauer Einkaufsstraßen

Ein Nachbericht zu WKOimBezirk ON AIR - Brigittenau

WKOimBezirk ON AIR
© WKW
Bereits seit Jahren geistert in den Medien der Abgesang auf die angeblich nur ehemals florierenden Geschäftsstraßen in der Brigittenau. Und nicht zuletzt scheint durch die erzwungenen Schließtage während der Corona-Pandemie der Online-Handel unaufhörlich das Sterben der lokalen Ökonomie zu beschleunigen. Vereinzelte (teils seit geraumer Zeit) lehrstehende Geschäftslokale verstärken den Eindruck des Niedergangs.

Aber ist das wirklich so? Wie empfinden die hier ansässigen Betriebe diese Entwicklung und wie könnte die Zukunft der Brigittenauer Einkaufsstraßen aussehen?

Diskussionsrunde LIVE aus dem Haus der Wiener Wirtschaft

Um die Möglichkeiten auszuloten, die zu einer zukunftssicheren Entwicklung der Brigittenauer Einkaufsstraßen beitragen könnten, lud WK Wien-Bezirksobmann Christian Enöckl, Andreas Hofer (Technische Universität Wien, Forschungsbereich Städteplanung) zu einer Diskussionsrunde im Online-Format „WKOimBezirk ON AIR“ ein:

Christian Enöckl empfindet die Lage der Brigittenauer Einkaufsstraßen, aus seiner Sicht als Bezirksobmann, besser als angenommen und sieht sich durch die Interviews mit UnternehmerInnen aus dem Bezirk bestätigt.

Auch als Unternehmer ist für ihn vor allem die Wallensteinstraße mit ihrer hohen Passantenfrequenz sehr interessant für eine Geschäftseröffnung.

Zugegebenermaßen wäre aus Sicht der Kunden ein breiterer, bunterer Branchenmix durchaus wünschenswert. Derzeit sei die Gastronomie sicherlich etwas überrepräsentiert und die Straße könnte durchaus mehr Einzelhandel und Handwerk vertragen. Auch Hausbesitzer könnten und sollten einen Teil zum Branchenmix (durch zielgerichtete Vermietungen) und zum Flair (etwa mittels Vertikalbegrünung) der Brigittenauer Geschäftsstraßen beitragen.

Wenn es um etwaige Umgestaltungsmaßnahmen der Wallensteinstraße geht – wie sie derzeit vielerorts diskutiert und gefordert wird – sollten sowohl die Geschäfte der Erdgeschoßzone als auch die Anrainer in den Umgestaltungsprozess miteinbezogen werden. Vor allem aber gilt es, Fehler früherer Begegnungszonen in anderen Bezirken (Bsp. Mariahilfer Straße) nicht zu wiederholen (Stichwort ‚Einbahnzirkus‘).

Egal ob eine Begegnungszone oder ‚nur‘ ein Fahrradstreifen entstehen soll, die Zufahrt zu den Betrieben muss für Kunden und Lieferanten gewährleistet bleiben.

Ein gewisser Wechsel im Branchenmix gehört zu einer lebendigen Geschäftsstraße einfach dazu. Wichtig dabei ist, die Leerstände so kurz wie möglich zu halten und vor allem neuen Unternehmerinnen und Unternehmer möglichst günstige Rahmenbedingungen zu verschaffen, damit diese Ihre Ideen auch umsetzen können. Ich glaube an die Innovationskraft der Brigittenauer Unternehmen!
Christian Enöckl

Andreas Hofer beschreibt seine Forschungstätigkeit anhand des Projekts ‚Retrofitting Brigittenau‘ sowie dessen Zusammenhang mit den Einkaufsstraßen: Dabei wird untersucht, wie in die Jahre gekommene städtebauliche Strukturen der Nachkriegsmoderne (vor allem Gemeindebauten aus den 1950er und 60er Jahren) durch Adaptierungen und Nachrüstungen zukunftsfit werden. Oft reichen kleine Interventionen im unmittelbaren Wohnumfeld wie etwa die Gestaltung der Freiräume sowie zusätzliche Funktionen auch unter den Aspekten der Klimaanpassung, der Ressourcenschonung und der lokalen Ökonomie.

Hofer ortet den ‚Wohlfühlfaktor‘ einer Einkaufsstraße in der Nutzungsvielfalt und -qualität der Erdgeschoßzone: „Leerstände sollten daher nicht nur durch kommerzielle, sondern auch durch soziale und kulturelle Nutzungen nachgerüstet werden; ggf. bedarf es dazu eines Eingriffs in die Marktmechanismen wie den Mietregelungen.
Für kommende Projekte (wie z.B. die Entwicklung am Nordwestbahnhof) gilt es, Konzepte zu entwickeln, wie aktuelle und künftige Nutzungen einander ergänzen und von dem Potential neuer Stadtteile profitieren können.“
Das Wohlfühlen entstehe durch Atmosphären und unterschiedliche Möglichkeiten der Raumwahrnehmung.  Einkaufen wird zum Erlebnis und gleichzeitig erhöhen konsumfreie Zonen die Aufenthaltsqualität. Es gilt den öffentlicher Raum allen Nutzergruppen zugänglich zu machen.

Begegnungszonen könnten dabei helfen. Das Weniger am Ge- & Verboten stärkt das Gemeinwesen und fördert die Rücksichtnahme. Generell ginge der motorisierte Individualverkehr zwar weiter zurück, allerdings muss die Erreichbarkeit gewährleistet werden und Fußgeher bleiben dennoch immer das schwächste Glied.

Partizipation sei in der Stadtentwicklung sehr wichtig, je mehr Akteure dabei eingebunden werden (z.B. Handel, Wohnbevölkerung und temporäre Nutzer*innen) desto größer das Commitment für die gesetzten Maßnahmen.
Städtebau darf allerdings nicht als mathematische Wissenschaft mit einer universellen Wahrheit angesehen werden, sondern startet am besten mit Pilotprojekten bzw.  kleineren Interventionen zum Ausprobieren.

Interviews aus dem Bezirk

Im Vorfeld der Sendung wollte Christian Enöckl ein Stimmungsbild von Unternehmer*innen aus dem zwanzigsten Bezirk einfangen und führte dazu vier kurze Interviews.
Mehr dazu im Beitrag „Entwicklung der Brigittenauer Einkaufsstraßen – Ein Stimmungsbild aus dem Bezirk“ 

Haben Sie Fragen zum Thema Brigittenauer Einkaufsstraßen? Wie würden Ihre persönliche Geschäftsstraße aussehen? Haben Sie eine lustige/interessante Anekdote von Ihrem Einkauf in der Brigittenau, die Sie teilen wollen? Wollen Sie sich mit anderen UnternehmerInnen aus der Brigittenau vernetzen? Schreiben Sie uns an wkoimbezirk-20@wkw.at.