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Von Industrie bis Weinidylle

Bezirksporträt: Liesing ist mit rund 9.000 Unternehmen ein wirtschaftliches Schwergewicht in Wien. Mancherorts findet man aber auch noch dörfliche Strukturen.
Gastgarten
© Weingut Edelmoser Regionales Einkaufen leichtgemacht: Die Produkte des Weinguts Edlmoser sind Teil des Liesinger Genussregals und damit in unterschiedlichen Geschäften des 23. Bezirks erhältlich.

Ganz im Süden der Stadt erstreckt sich auf 32 km² Fläche der 23. Bezirk. Wo er beginnt und endet, ist wegen seiner dichten Verbauung kaum zu erkennen: Liesing geht großteils nahtlos in andere Wiener Bezirke und niederösterreichische Gemeinden über. Heute leben hier rund 112.000 Menschen - um rund 21 Prozent mehr als 2010.

Liesing gehört zu den am schnellsten wachsenden Bezirken der Stadt und ist auch wirtschaftlich gesehen eine große Nummer. Allein im 313 Hektar großen Betriebsgebiet Inzersdorf im Osten des Bezirks sind rund 960 Betriebe angesiedelt - darunter Riesen wie das Mediaprint-Druckzentrum, das größte Logistikzentrum der Post mit rund 1.400 Mitarbeitern, der Großmarkt Wien mit seinen 220 Bestandsnehmern auf 285.000 m² Fläche oder der traditionsreiche Wurstproduzent Wiesbauer.

Liesing ist nicht nur ein Industriebezirk, sondern auch ein Wohn- und Genussbezirk.
Matthias Schiffer, WK Wien-Bezirksobmann für den 23. Bezirk

Weiter westlich befindet sich das Betriebsgebiet Standpunkt Liesing, das auf 240 Hektar die Heimat von 750 Betrieben ist. Hier findet sich beispielsweise ein MAN-Werk, aber auch die Gebäudereinigungsakademie der WK Wien. Kleinere Gewerbegebiete gibt es in Neuerlaa, bei der Gutheil-Schoder-Gasse und der Oberlaaer Straße.

Betreut werden die Betriebsgebiete vom Vienna Business District Süd, dem gemeinsamen Quartiersmanagement von Wirtschaftskammer Wien, Stadt Wien und Wirtschaftsagentur Wien. „Wir unterstützen Betriebe bei all ihren Standortfragen und vernetzen sie mit den richtigen Stellen”, berichtet District-Süd-Manager Nikolaus Tiller. Vor allem die Zukunft der Energieversorgung beschäftigt die Betriebe derzeit sehr und motiviert zum Umstieg auf alternative Energieträger, berichtet er. 

Schwaches Internet, zu wenig Öffis

Auch die Versorgung der Gebiete mit leistungsfähigen Datenverbindungen macht den Liesinger Betrieben und Wirtschaftsvertretern seit Jahren Sorgen. „Der 23. Bezirk ist hier relativ schlecht ausgestattet”, bestätigt der Liesinger WK Wien-Bezirksobmann Matthias Schiffer. Er beklagt auch die schlechten Öffi-Querverbindungen im Bezirk. Gerade durch die Einführung des Parkpickerls im März seien diese für viele Arbeitnehmer wichtig geworden. Sie können nun nicht mehr vor ihrem Betrieb parken und brauchen daher mehr Öffis im Bezirk.

Gemeinsam mit anderen arbeitet Schiffer daran, Liesing nicht nur als starken Industriebezirk zu positionieren, sondern auch als Wohn- und Genussbezirk - mit interessanten, kleinen Lebensmittelproduzenten und sympathischen, alten Grätzeln wie Mauer oder Rodaun. „Wir wollen das vor allem über die Wirtschaftsinitiative WIR23 herausarbeiten”, berichtet Schiffer.

Förderung der Regionalität

Maria Praxmarer ist die Obfrau der Initiative. „WIR23 bezieht sich nicht nur auf ein Grätzel, sondern ist ein bezirksweiter Zusammenschluss von mittlerweile 90 Unternehmen und umfasst auch Betriebe, die kein Straßenlokal haben”, berichtet sie. Die Idee ist, gemeinsam die Kräfte zu bündeln und den Unternehmen durch Standortmarketing mehr Sichtbarkeit zu geben. „Wir zeigen seit 2019, was es hier alles vor Ort gibt und wollen die Kaufkraft im Bezirk halten”, sagt Praxmarer.

Bei regelmäßigen Netzwerktreffen entstehen branchenübergreifend laufend neue Ideen und Kooperationen. „Hier entwickelt sich viel, von dem man profitieren kann”, sagt sie. Ein konkretes Projekt ist das Liesinger Genussregal, bei dem fünf regionale Wein-, Bier- und Honigproduzenten ihre Produkte auch über lokale Buchhandlungen und ähnliches vertreiben. Davon profitieren beide Seiten.

Kritik an Parkpickerl bis 22 Uhr

Seit mittlerweile 27 Jahren im Einsatz für Betriebe ist der Verein der Geschäftsleute von Mauer. Seine Obfrau Helga Schmidtschläger engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für ihre Mitglieder. In Vorbereitung ist hier gerade die nächste „GenussTour” - ein kulinarischer Rundgang durch Mauer am 30. September. An diesem Abend kann man genussvoll die Maurer Geschäfte kennenlernen.

Schmidtschläger schätzt die dörfliche Gemeinschaft in Mauer sehr, die vielen kleinen, inhabergeführten Geschäfte mit persönlicher Beratung und hochwertiger Ware - und, dass es hier keine Leerstände gibt. Was sie aber stört, ist die lange Geltungsdauer des neuen Parkpickerls: „Bis 19 Uhr würde vollkommen reichen”, sagt Schmidtschläger.

Zahlen, Daten, Fakten

  • 32,1 km2groß ist Liesing, der fünftgrößte Bezirk Wiens. Knapp ein Drittel ist Grünland.
  • 112.000 Menschen leben in Liesing mit seinen acht Bezirksteilen Liesing, Atzgersdorf,
    Erlaa, Inzersdorf, Mauer, Rodaun, Siebenhirten und Kalksburg.
  • 23,5 Prozent der 25- bis 64-Jährigen haben einen Hochschulabschluss - weniger als im
    Wien-Schnitt.
  • 41,8 Jahre beträgt das Durchschnittsalter der Liesinger. Das liegt über dem Wien-Schnitt.
  • 9.000 Unternehmen aus mehr als 615 unterschiedlichen Branchen sind hier angesiedelt.
  • 494 Pkw kommen in Liesing auf 1.000 Einwohner. Das ist fast ein Drittel mehr als der Wiener Durchschnitt. In Liesing gibt es aber auch mehr als 100 km Radwege.