EmpCoRL - Vorräte von Produkten und Verpackungsmaterialien
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Fragen der Kommission:
- Geografischer und sektoraler Umfang des Problems
- In welchen Ländern und/oder Sektoren sind Sie mit Herausforderungen im Zusammenhang mit Altbeständen konfrontiert, die bis zum 27. September 2026 möglicherweise nicht mehr konform sind?
- Gibt es Länder oder Sektoren, in denen die Herausforderungen größer sind als anderswo?
WKÖ-Antwortvorschlag: Besonders betroffen sind die Sektoren
- Drogerie- und Parfümeriewaren
[Anmerkung: Tatsächlich sind wohl viele Sektoren betroffen. Daher Begründung: Große Bandbreite an langlebige Produkte, die auf Lager gehalten werden]
- Vorbereitungsstand der Händler für Markenprodukte und Eigenmarkenprodukte
- Haben die Mitglieder bereits mit den Vorbereitungen für den Übergang zum neuen System begonnen, unter anderem durch:
- Überprüfung und Aktualisierung von Umwelt- oder Nachhaltigkeitsangaben und -kennzeichnungen;
- Anpassung der Verpackungs- und Marketingzyklen, um alte Lagerbestände vor dem Anwendungsdatum aufzubrauchen;
- Anwendung angemessener Korrekturmaßnahmen (z. B. Neukennzeichnung, QR-Codes, Entfernung oder Klarstellung von Angaben)?
- Wenn ja, könnten Sie Beispiele für die getroffenen Maßnahmen und für identifizierte bewährte Verfahren nennen?
- Gibt es (vertragliche) Vereinbarungen mit dem (Eigenmarken-)Hersteller hinsichtlich der Konformität der Angaben auf Produkten mit der neuen Gesetzgebung/der Richtlinie zur Stärkung der Verbraucherrechte?
WKÖ-Antwortvorschlag: Die verfügbaren Ressourcen für solche Vorbereitungshandlungen hängen grundsätzlich von der Größe und der Struktur der betroffenen Unternehmen ab, und nehmen tendenziell mit der Unternehmensgröße zu. Allerdings sind in größeren Handelsunternehmen auch oft tausende Produkte zu überprüfen und oft ist schon die Überprüfung aufgrund der oft nicht so eindeutigen Normen schwierig.
Abgesehen davon erlässt die EU eine Vielzahl an stets neuen Vorschriften (wie zB aufgrund des Green Deals), weshalb eine Fokussierung im Sinn einer langfristigen gezielten Vorbereitung auf eine bestimmte Norm, wie zB die gegenständliche, nicht möglich ist. Im Übrigen eröffnen diese Normentexte, insbesondere Richtlinien oft Spielräume, deshalb warten Unternehmen auf die Umsetzungsgesetze, weil sie sich dadurch Klarstellungen erhoffen. In der Folge werden Maßnahmen erst ergriffen, wenn das nationale Umsetzungsgesetz veröffentlicht wurde. Es bräuchte daher generell eine längere Periode der Legisvakanz zwischen Umsetzung und der Anwendung von Richtlinien.
3. Kosten
- Können Sie Angaben zu den Kosten machen, die Sie für die Sicherstellung der Konformität (Beispiele sind in den obigen Fragen aufgeführt) von Altbeständen erwarten?
Antwortvorschlag Lebensmittelhandel: Alleine schon bei Eigenmarken liegt der voraussichtliche Aufwand eines Unternehmens zwischen 1,5 bis 2 Mio Euro.
4. Am stärksten betroffene Produktkategorien (für Markenprodukte und Eigenmarkenprodukte)
- Welche Produktkategorien sind am ehesten von der Umstellung betroffen (z. B. aufgrund langer Haltbarkeit, langsamer Umschlagshäufigkeit oder komplexer Kennzeichnung)?
WKÖ-Antwortvorschlag:
Nahrungs- und Genussmittel
länger haltbare Waren sind:
- Kaffee (ganze Bohnen oder gemahlen in aromageschützten Verpackungen),
- Tee (lose oder in Beuteln),
- abgefülltes (Mineral)Wasser,
- Honig,
- Konfitüren
- Obst- und Gemüseprodukte in Konserven oder Glasgebinden,
- Verpackungen bzw. Etikettierungen des Trockensortiments wie Teigwaren, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte (u. a. Haferflocken, Grieß, Mehl), Zucker, Salz, Gewürze (Pfeffer, getrocknete Kräuter u. dgl..), Würzmittel und Suppenwürfel, Milchprodukte in Pulverform oder hocherhitzt (H-Milch), Backmittel, Puddingpulver, Trockenfrüchte,
- Konservenwaren,
- Tiefkühlprodukte,
- flüssiges Warensortiment wie Essig, Speiseöle, alkoholische und alkoholfreie Getränke, sämtliche Lebensmittel in Konservendosen, Schokolade und Süßwaren, inkl. Kaugummi, Tiefkühlprodukte sowie Convenience-Produkte. Wein- oder weinhaltigen Produkte, die kein Mindesthaltbarkeitsdatum ausweisen müssen, aber auch hoch alkoholhaltiges Bier (z. B. extra Bock mit mehrjähriger Haltbarkeit).