Präsident Wolfgang Ecker und Direktor Johannes Schedlbauer im Interview
Zwischen Herausforderungen und Chancen: Gemeinsam für Niederösterreichs Wirtschaft
Ein herausforderndes Jahr liegt hinter der (NÖ) Wirtschaft. WKNÖ-Präsident Wolfgang Ecker und Direktor Johannes Schedlbauer ziehen Bilanz, ordnen die wirtschaftlichen Entwicklungen ein und beleuchten die Rolle der Wirtschaftskammer in einem zunehmend dynamischen globalen Umfeld sowie die Perspektiven für die Zukunft.
Herr Präsident Ecker, wie beurteilen Sie das vergangene Jahr für die niederösterreichische Wirtschaft?
Das Jahr war von Unsicherheiten geprägt – geopolitische Spannungen, hohe Energiepreise und eine gedämpfte Konjunktur haben viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt. Die Kombination aus steigenden Kosten, fehlenden Fachkräften und bürokratischen Hürden hat die Unternehmen insgesamt stark belastet. Besonders kleinere Betriebe mussten enorme Anstrengungen unternehmen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Unsere Aufgabe war es, hier gezielt zu unterstützen und uns für bessere Rahmenbedingungen stark zu machen.
Herr Direktor Schedlbauer, welche Rolle spielte die Wirtschaftskammer in dieser Situation?
Wir sind starke Interessenvertretung und verlässlicher Servicepartner. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es besonders wichtig, rasch zu informieren, die politischen Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten und konkret zu unterstützen. Deshalb haben wir unsere Beratungsangebote weiter ausgebaut, insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Förderungen und rechtliche Fragen. Gleichzeitig wurde der direkte Austausch mit unseren Mitgliedern weiter intensiviert.
Herr Präsident, welche Entwicklungen stimmen Sie trotz aller Herausforderungen positiv?
Positiv stimmt mich vor allem die deutlich gestiegene Bereitschaft zur Weiterentwicklung. Themen wie Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit und neue Geschäftsmodelle werden von den Unternehmen aktiv aufgegriffen. Das zeigt, dass unsere Wirtschaft nicht nur auf Veränderungen reagiert, sondern sie auch selbst mitgestaltet.
Herr Direktor, wie hat sich die Zusammenarbeit innerhalb der Wirtschaftskammer entwickelt?
Sehr positiv. Die enge Abstimmung zwischen Fachorganisationen, Regionen und dem Haus insgesamt hat sich bewährt. Dadurch können wir schneller und zielgerichteter agieren. Diese interne Stärke ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor, um nah an den Bedürfnissen unserer Mitgliedsbetriebe zu sein.
Herr Präsident, wie wichtig ist der globale Blick für die regionale Wirtschaft?
Er ist unverzichtbar. Niederösterreich ist stark exportorientiert, daher wirken sich internationale Entwicklungen unmittelbar und direkt auf die regionale Wirtschaft aus. Gleichzeitig bieten globale Märkte große Chancen. Unsere Aufgabe ist es, die Betriebe dabei zu unterstützen, diese Potenziale bestmöglich zu nutzen.
Herr Direktor, welche Schwerpunkte setzt die Wirtschaftskammer für die Zukunft?
Wir fokussieren uns klar auf Entlastung, Standortstärkung und Zukunftsthemen. Dazu zählen insbesondere Fachkräfte, Digitalisierung und nachhaltiges Wirtschaften. Gleichzeitig arbeiten wir daran, Prozesse weiter zu vereinfachen und den Nutzen für unsere Mitglieder zu erhöhen. Wir werden noch stärker als Plattform und Impulsgeber agieren. Neben der klassischen Interessenvertretung gewinnt die Vernetzung und Wissensvermittlung zunehmend an Bedeutung. Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder bestmöglich auf die Zukunft vorzubereiten.
Herr Präsident, was erwarten Sie von der Politik im kommenden Jahr?
Vor allem verlässliche Rahmenbedingungen sowie echte Entlastung die schnell und unbürokratisch bei den Unternehmerinnen und Unternehmern ankommen. Die Betriebe brauchen Planungssicherheit und weniger Bürokratie. Nur so können sie investieren, wachsen und Arbeitsplätze sichern.
Herr Direktor, Ihr abschließender Ausblick?
Wir stehen vor großen Veränderungen, aber auch vor großen Chancen. Wenn wir weiterhin gemeinsam arbeiten, bin ich überzeugt, dass Niederösterreich als Wirtschaftsstandort gestärkt daraus hervorgehen wird.
Herr Präsident, Ihr persönliches Fazit?
Trotz aller Herausforderungen war es ein Jahr, das auch Mut gemacht hat. Die Stärke unserer Wirtschaft liegt in den Menschen, die sie tragen. Darum bin ich optimistisch für die kommenden Jahre.