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Blackout-Vorsorge: Vorbereitung auf den Ernstfall

Folder und Interview mit Bettina Mayer-Toifl

Besser auf den Ernstfall vorbereiten. Wir alle verlassen uns auf die sichere Versorgung mit Strom. Doch die Gefahr eines Totalausfalles ist stark angestiegen. Bettina Mayer-Toifl, Obfrau des Energiehandels, beantwortet Fragen zu diesem Thema.

Interview Bettina Mayer-Toifl

Überall liest man nur vom Blackout. Was versteht man darunter?

Bettina Mayer-Toifl: Von einem Blackout spricht man bei einem plötzlichen, überregionalen und länger andauernden Zusammenbruch der gesamten Stromversorgung. Ein Stromausfall hingegen ist ein lokal bzw. regional und zeitlich begrenztes Ereignis.

Selbst wenn in Teilen Europas oder Österreichs der Strom ausfallen sollte, haben wir doch im Burgenland eine gute Infrastruktur.

Mayer-Toifl: Ja, das stimmt! Das Burgenland hat eine äußerst zuverlässige und sichere Energieversorgung, ein gut ausgebautes Netz und modernste Sicherheitssysteme. Trotzdem ist auch das Burgenland in die österreichischen und Österreich wiederum in die europäischen Stromnetze eingebettet. Kommt es an einem Standort zu unvorhersehbaren Ausfällen, zum Beispiel zur Abschaltung einer Hochspannungsleitung, kann ein Dominoeffekt entstehen, der bis ins Burgenland Auswirkungen haben könnte.

Was genau kann die Ursache für einen Blackout sein?

Mayer-Toifl: Die Palette der möglichen Ursachen ist sehr breit. So können zum Beispiel Umwelteinflüsse, Cyberattacken, Terroranschläge oder Naturkatastrophen zum Blackout führen. Auch der Umbau unseres gesamten Energiesystems auf alternative Energiequellen wie Wind und Sonne hat eine Auswirkung auf die Stabilität der Netze. Eine aktuell ganz neue Bedrohung seit dem Ausbruch des Ukraine-Krieges ist die Tatsache, dass viele für die Stabilität der Stromnetze notwendigen Kraftwerke auf Basis fossiler Energie, vor allem Gas, arbeiten und große Abhängigkeiten in der Versorgung bestehen. Die Verfügbarkeit der nötigen Energie zur richtigen Zeit am richtigen Ort gestaltet sich immer schwieriger.

Wie lange kann es dauern, bis der Strom wieder da ist?

Mayer-Toifl: Diese Frage ist schwierig zu beantworten und hängt von der jeweiligen Ursache ab. Die Zeitspanne kann von mehreren Stunden bis zu einigen Tagen, ja sogar Wochen reichen, auf die man sich im Ernstfall einstellen muss. Eine Empfehlung von Experten lautet, eine Vorsorge für ca. zwei Wochen zu treffen.

Warum soll man privat oder im Betrieb vorsorgen? Der Staat hat doch sicher Pläne für so einen Ernstfall.

Mayer-Toifl: Eigenvorsorge ist die beste Vorsorge, gibt Sicherheit und verringert Abhängigkeit. Man muss sich vorstellen, dass ein großflächiger Stromausfall alle Bereiche des öffentlichen Lebens gleichzeitig betreffen wird und zum Beispiel Blaulichtorganisationen oder Bundesheer allgemein und übergeordnet helfen und schützen müssen und der einzelne Bürger oder das einzelne Unternehmen daher nicht mit kurzfristiger Hilfestellung rechnen kann.

Warum vorbereiten? Wenn der Blackout da ist, hat man doch genug Zeit, um zu reagieren.

Mayer-Toifl: Jede Unternehmerin, jeder Unternehmer, jede Organisation und jeder Einzelne, der die wichtigsten Grundvorräte zur Eigenversorgung bevorratet hat und auf einen grundsätzlichen Notfallplan zurückgreifen kann, entlastet das Gesamtsystem. Das erhöht die Sicherheit für alle. Wir haben in den letzten Jahren leidvoll gelernt, dass wir uns nicht auf Vollversorgung verlassen sollten. Und Vorlaufzeit wie vor den Lockdowns in der Corona- Pandemie gibt es bei einem Blackout nicht.

Wer warnt eigentlich vor einem Blackout?

Mayer-Toifl: Die Wahrheit ist: Vor einem Blackout kann nicht gewarnt werden, da dieses Ereignis unerwartet, plötzlich und großflächig eintritt. Es dauert eine gewisse Zeit, bis überhaupt klar ist, dass der Blackout-Fall eingetreten ist. Wichtig ist, mit einem batteriebetriebenen Radio Ö3 aufzudrehen. Dieser Sender funktioniert österreichweit und hat die Aufgabe, Notfälle zu verlautbaren und die Bevölkerung zu informieren. Beobachten Sie die Umgebung: Habe nur ich keinen Strom oder auch die Nachbarschaft oder die ganze Gemeinde? Die Kommunikation sowohl mit Mobilnetz als auch Festnetz bricht sehr rasch zusammen.

Warum ist das Thema für den Energiehandel wichtig?

Mayer-Toifl: Der Energiehandel ist das Bindeglied zwischen Produzenten und Endverbrauchern. Er steht seit Jahrzehnten für zuverlässige Energieversorgung und somit auch Sicherheit. Genau diese Sicherheit ist uns, gerade in unsicheren Zeiten wie diesen, ein großes Anliegen. Daher möchten wir Unternehmen dafür sensibilisieren, sich mit der eigenen Energieversorgungssituation zu beschäftigen und für Krisen aller Art vorzusorgen. Für den Fall eines Blackouts sollte sich jeder Betrieb folgende Fragen stellen: Was ist der Ausgangspunkt für meine Vorbereitungen? Muss mein Unternehmen funktionieren, also habe ich eine wichtige Funktion für andere? Das gilt zum Beispiel für den Lebensmittelbereich. Was muss in meinem Betrieb funktionieren? Welche Personalressourcen brauche ich dafür? Wie kann mein Unternehmen helfen?

Was fängt man mit dem Folder des Energiehandels an?

Mayer-Toifl: Unser Folder, der gemeinsam mit einem burgenländischen Top-Experten für Sicherheit erarbeitet wurde, soll Denkanstöße für Unternehmen bieten, um den nicht einfachen Fall der Fälle durchzudenken und Handlungsanweisungen daraus abzuleiten. Leider gibt es keinen allgemein gültigen Plan. Die notwendigen Überlegungen sind daher in jedem Unternehmen individuell anzustellen. Zudem sind interessante Links zu Selbsthilfe und Basisleitfaden für Betriebe angeführt! Wichtig ist: Panik ist nicht angebracht. Jedoch hilft es, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Denn das steht fest: Was nicht geplant und nicht kommuniziert ist, kann im Ernstfall nicht stattfinden.


Allgemeine Fragen entnehmen Sie dem Folder – oder wenden Sie sich an die zuständigen Behörden.

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