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Die Hafnerfahne

Wissenswertes einer alten Tradition

Neben den teilweise gut erhaltenen Kachelöfen aus der Geschichte gibt es noch ein weiteres Kleinod, auf das die Hafner heute immer noch stolz sind: die alte Zunftfahne.

So oft galt sie schon als vergessen, verbrannt und verloren – immer wieder kehrte sie in die Zunft zurück und stand für die Mitglieder als Wahrzeichen für einen engen Zusammenschluss im Kampf um gemeinsame Interessen. "Die Fahne mahnt uns, alle selbstsüchtigen Ziele fallen zu lassen, denn Selbstsucht führt zur Zersplitterung und Zersplitterung schwächt uns in der Wahrung aller gemeinsamen Interessen“, liest man in der Hafner-Zeitung vom Februar 1948.

Die ersten Überlieferungen zur alten Zunftfahne gehen auf die Zeit der Türkenbelagerungen zurück, als auch die Hafner – so wie alle Zünfte – zur Verteidigung von Wien aufgerufen wurden. Im Kampf wurde der Schaft der Fahne zersplittert, die Fahne riss in Fetzen. 1751 wurde eine neue Zunftfahne angeschafft, welche – gemeinsam mit einer weiteren im Jahr 1908 geschaffenen neuen Fahne sowie zahlreichen anderen wertvollen Sammlungen aus dem städtischen Museum – im 2. Weltkrieg nach Stix bei Neunkirchen verfrachtet wurde, um vor den Bombenangriffen geschützt zu sein.

Bereits 1890 hatte die Genossenschaft die Utensilien der Zunft, wie die Meisterlade, die Gesellenlade, Urkunden und Bücher dem Historischen Museum der Stadt Wien zur Aufbewahrung überlassen.

In den Kriegswirren wurden jedoch die Fahnen verbrannt! Die Trauer innerhalb der Zunft war groß, bis kurz darauf die Meldung einlangte, dass einige Fahnen bei Bauern in Salzburg sowie im Innviertel gefunden wurden. Unter ihnen auch die Zunftfahne der Hafner und Fliesenleger. Sie hat überlebt und wurde gerettet! Für die Mitglieder ein weiterer Beweis dafür, dass die Innung weiter bestehen wird – ob als Zunft oder Genossenschaft: auf jeden Fall immer als Gemeinschaft! Und immer wenn die Fahne der Hafner und Fliesenleger von 1908 weht sollte man an diese Gemeinschaft denken!