Stadtansicht von Mailand:  Panorama der belebten Piazza del Duomo in Mailand mit dem berühmten Mailänder Dom.  Über das Bild wurde ein weißes Austria A gelegt.
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Italien: Wirtschaftslage

Die wichtigsten Informationen zur italienischen Wirtschaft – zuverlässig und aus erster Hand

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Aktuelle Lage: Wirtschaftsbericht 

Nach dem Rekordjahr 2021 mit einem BIP-Wachstum von 6,6 % läuft die Wirtschaft im „bel paese“ trotz der vielfältigen Herausforderungen besser als erwartet: Das Jahr 2022 brachte ein ordentliches Wachstum von 3,9 %, für 2023 wurde die Prognose der Banca d‘Italia zuletzt auf 1,3 % angehoben. 

Die Staatsverschuldung Italiens ist auf 2.765 Mrd. Euro leicht zurückgegangen, das Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen haben sich verbessert. Die Energiepreise sinken und die Börsenkurse ziehen wieder an. Der Dienstleistungssektor ist stabil, Bremsspuren zeigen sich jedoch bei Industrie und Bauwirtschaft. Die noch immer hohe Inflation, gepaart mit steigenden Zinsen, drücken weiter auf die Kaufkraft und Investitionsbereitschaft der Verbraucher. Mit einer Sparquote von 8 % des nominellen BIP liegt Italien im internationalen Vergleich im Spitzenfeld.
Italiens Unternehmer:innen blicken trotz einer kritischen Bewertung der wirtschaftlichen Gesamtsituation positiv in die nächsten drei Jahre, wenn auch das Thema Verfügbarkeit von Arbeitskräften immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Besondere Entwicklungen

Italiens Wiederaufbauplan umfaßt rund 200 Mrd. Euro, die im Rahmen der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert werden, und konzentriert sich auf sechs Bereiche, darunter Digitalisierung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit, grüne Revolution und ökologischer Wandel sowie nachhaltige Mobilität. Die Umsetzung dieses Planes erstreckt sich bis 2026, zwei Tranchen à 21 Mrd. Euro wurden bereits an Italien ausgezahlt.

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Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Mit einem Rekord-Handelsvolumen von über 26 Mrd. Euro hat Italien im Jahr 2022 seinen Rang als Österreichs zweitwichtigster Wirtschaftspartner (Importe und Exporte) nach Deutschland behauptet. Bei den Warenexporten überholte Italien bereits im Jahr 2021 die USA als zweitwichtigstem Exportmarkt.

Im Gesamtjahr 2022 setzte sich die positive Dynamik von 2021 in den Handelsbeziehungen fort: Die Exporte nach Italien verzeichneten ein Plus von 18,1 % auf insgesamt 13,24 Mrd. Euro, Importe stiegen um 16,1 % auf 13,43 Mrd. Euro. Damit wurden sowohl export- als auch importseitig historische Rekordwerte erzielt.

Geschäftschancen für österreichische Unternehmen 

Branchenübergreifend zeigt sich eine Vielfalt von Geschäftschancen in Italien, wobei die Stärkefelder der österreichischen Unternehmen wie innovative Technologien rund um die „grüne Wende“, in der Digitalisierung, bei modernen Halbfertigprodukten oder auch das Know-how im Bereich Tourismus & Infrastruktur neues Potenzial erschließen können. Ein spezifischer Fokus der aktuellen italienischen Regierung liegt auch im Bereich Logistik & Mobilität, nicht zuletzt ist Italien mit seinen Häfen eine zentrale europäische Logistikdrehscheibe. Auch der Bereich Life Sciences, wo gerade in Mailand mit dem MIND – Innovation District ein brandneuer Medizin-Hotspot entsteht, bietet interessante Perspektiven.

Zwei Leitmotive in der Wirtschafts- und Förderpolitik der Regierung Meloni können für österreichische Unternehmen interessant sein: Wer „schafft“, soll möglichst wenig vom Staat gestört werden (Leistungsträgerbegünstigung & Entbürokratisierung) und ein „patriotischer Ansatz“ stellt den Investitionsstandsort Italien und die Schaffung sowie den Erhalt von Arbeitsplätzen in den Vordergrund. Wer zur italienischen Wertschöpfung in Italien durch Investitionen und/oder Anstellung von Fachkräften beiträgt, soll begünstigt werden. Konkretisiert wird dies etwa durch die „Investment Management Exemption“ bei fiskalischen Betriebsstätten, Vergünstigungen bei der Anstellung von Fachkräften aus dem Ausland oder bei der steuerlichen Vergünstigung von Veräußerungsgewinnen in Steuerparadiesen, die nach Italien zurückgeführt werden.

Starke Impulse für Italiens Wirtschaft gehen weiterhin vom rund 200 Mrd. Euro umfassenden „EU-Recovery“-Wiederaufbauplan aus. Zugpferde in diesem Zusammenhang sind auch Großereignisse, wie die Olympischen Winterspiele in Cortina und Mailand 2026 (Olympische Winterspiele 2026: Italien will mehr Nachhaltigkeit | LOOKAUT) oder das „Heiliges Jahr 2025“ in Rom 2025.

Statistik: Länderprofil

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Italien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Maßgeschneiderte Informationen

Damit Ihre Marktbearbeitung in Italien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Mailand anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Italien

Unser AußenwirtschaftsCenter in Mailand berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Italien haben.

Stand: 17.11.2023