Gewerbliche Dienstleister, Fachvertretung

Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung

Wissenschaftliche Aufarbeitung der Branche 

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Die vom Fachverband der Gewerblichen Dienstleister der WKO initiierte und geförderte Arbeit „Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung” entstand am Institut für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz unter der wissenschaftlichen Leitung von Universitätsprofessorin Dr. Katharina Hofer und analysiert insbesondere die Entstehungsgeschichte des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes 1988 sowie des Branchen-Kollektivvertrages, die bis heute die Basis für die Arbeit der mittlerweile ca 2.200 Unternehmen der Branche mit ihren ca. 90.000 Mitarbeitern sind.

Basierend auf Interviews mit zahlreichen Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die an der Entstehung des Gesetzes mitgewirkt hatten, wird ein umfassendes Bild der Motivlage und Zielsetzungen der verschiedenen Stakeholder gezeichnet. Aus diesem wird erkennbar, wie es gelang, durch die Einbindung zahlreicher mit der damaligen Praxis der Leiharbeit vertrauter Experten, mittels zahlreicher Detailbestimmungen ein ursprünglich von Gewerkschaftsseite sehr negativ beurteiltes Geschäftsmodell so zu regeln, dass daraus eine anerkannte und unverzichtbare Wachstumsbranche entstehen konnte.

Der Bundessprecher der gewerblichen Dienstleister, Erich Pichorner, betont die wichtige Rolle, die die nun vorliegende Arbeit für das Verständnis der Arbeitskräfteüberlassungsbranche in Österreich hat: „Der Fachverband der gewerblichen Dienstleister in der WKO und der private „Verband Österreichs Personaldienstleister“ haben gemeinsam ein Stipendium an der Johannes Kepler Universität Linz ausgelobt. Das Thema der Arbeit sollte die Aufarbeitung der Geschichte der Arbeitskräfteüberlassung unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes und des Kollektivvertrages für diese Branche sein. Die Resultate der Nachforschungen und die Interviews mit Zeitzeugen bieten einen guten Überblick über die damaligen Überlegungen und Bestrebungen der verschiedenen beteiligten Interessensverbände und der Politik. Hervorzuheben ist, dass bereits damals ein starkes Bewusstsein vorhanden war, dass die Branche der Arbeitskräfteüberlasser eine wichtige Rolle am Arbeitsmarkt spielen kann und es daher allen Beteiligten ein Anliegen war, entsprechende Regelungen einzuführen, um für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, das ein faires Miteinander garantieren konnte. Nach langen Verhandlungen konnten sowohl ein Gesetz als auch ein Kollektivvertrag geschaffen werden, die bis heute - mit Novellierungen - in Kraft sind. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Zeitarbeitsbranche heute seriös und fair arbeiten kann und

  • für österreichische Unternehmen unverzichtbar geworden ist, da sie in Auftragsspitzen und Zeiten konjunktureller Schwankungen Fachkräfte und Personal gezielt zur Verfügung stellt,
  • für Arbeitnehmer Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet, da sie als Türöffner in den Arbeitsmarkt und in die Stammbelegschaft gilt,
  • für den gesamten Wirtschaftsstandort von Vorteil ist, da wertvolle Arbeitsplätze in Österreich gehalten werden können.

Die Arbeit „Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung“ steht zum Download bereit. 


Stand: 21.02.2024