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Sicheres Arbeiten in der Höhe

74 Hochbauer, Zimmerer, Dachdecker und Spengler haben heuer Lehrgänge über Dachabsturzsicherungen besucht — Landesinnungen und AUVA-Landesstelle Linz unterstützen diese lebenswichtigen Schulungen.

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 27.01.2026

Die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und die WKOÖ-Landesinnungen Bau, Holzbau, Dachdecker, Glaser und Spengler setzen seit vielen Jahren auf Prävention, um das Arbeiten auf Dächern noch sicherer zu gestalten und das Bewusstsein für mehr Sicherheit bei Dacharbeiten zu erhöhen. Die AUVA bietet dazu mit finanzieller Beteiligung durch die drei Landesinnungen interessierten Betrieben in Oberösterreich spezielle Lehrgänge zur „Sicherheit bei Dacharbeiten“ an. 74 Hochbauer, Zimmerer, Dachdecker und Spengler haben heuer die Schulungen für sicheres Arbeiten in der Höhe bereits absolviert. 38 davon haben einen Basiskurs besucht, 36 haben sich bei den Auffrischungskursen weitergebildet.

WKOÖ-AUVA
© AUVA/KIerner Schulungsteilnehmer mit Vertretern der WKOÖ und der AUVA-Landesstelle Linz.

„Jeder Unfall, der durch Präventionsmaßnahmen und sorgsame Arbeit vermieden werden kann, zählt. Deshalb unterstützen wir als Partner der Unternehmen mit derartigen Schulungen schon seit vielen Jahren“, erklärt die Direktorin der AUVA-Landesstelle Linz, Maria Lesterl. Die mit Arbeiten auf Dächern verbundenen Gefahren werden leider immer noch unterschätzt, zeigt die AUVA-Unfallstatistik. Im Jahr 2024 wurden in Oberösterreich 44 Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Dacharbeiten verzeichnet. Die häufigste Unfallursache dabei waren Abstürze (16). Diese Arbeitsunfälle enden oft mit schweren Verletzungen, im schlimmsten Fall sogar tödlich. Neben Schmerzen und persönlichem Leid bedeutet das für betroffene Arbeitnehmer eine mehrwöchige Ausfallzeit mit durchschnittlich 48,5 Krankenstandstagen. Überdurchschnittlich hohe Ausfallzeiten, die sich wirtschaftlich auf das Unternehmen auswirken. 
 
„Deshalb nehmen wir das Thema Arbeitsschutz ernst und unterstützen seit Jahren gemeinsam mit der AUVA-Landesstelle Linz die Bau- und Dachlehrgänge im modernen Trainingszentrum der Höhenwerkstatt in Gunskirchen“, erklären Baulandesinnungsmeister Wolfgang Holzhaider, Holzbauinnungsmeister Josef Frauscher und Dachdecker-, Glaser- und Spenglerinnungsmeister Jürgen Innocente übereinstimmend. „Die große Teilnehmerzahl zeigt, wie groß das Bewusstsein für Sicherheit am Arbeitsplatz bei den Betrieben und ihren Beschäftigten ist“, so die drei Landesinnungsmeister.
 
Praxis und Theorie am Kursprogramm
Neben einem Überblick über die gesetzlichen Grundlagen, Normen und Richtlinien stehen Sicherungspflichten, generelle Arbeitnehmerpflichten oder Fragen zur Verantwortung und Haftung am Kursprogramm. Auf die Sichtprüfung und Lagerung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz wird ebenso eingegangen wie auf Sturzphysik. Im Praxisteil folgen eindrucksvolle Beispiele und Übungen, um die Teilnehmer für die Gefahren zu sensibilisieren. Gurtsysteme und Anschlagpunkte, Anschlagmöglichkeiten, der Auf- und Abbau von Sicherungssystemen oder einfache Rettungstechniken und kollektive Schutzmaßnahmen dürfen dabei nicht fehlen. Beim Refresher-Kurs stehen neben Praxis- und Rettungsübungen die Analyse von (Beinahe-)Unfällen und mögliche Lösungsvorschläge für herausfordernde Situationen im Fokus. Für die Betriebe bieten die Kurse zudem eine gute Möglichkeit, die gesetzlich geforderten praktischen Übungen umzusetzen und neuen Mitarbeitern eine kompakte Auffrischung bereits gelernter Inhalte anzubieten. 
 
„Mit den praxisnahen Trainings werden in Oberösterreich jährlich zwischen 70 und 100 Teilnehmer für die Prävention von Dachunfällen sensibilisiert. Das ist ein erfolgreicher Beitrag für den Arbeitnehmerschutz und zeigt gleichzeitig den hohen Stellenwert, den Arbeitssicherheit in den Betrieben einnimmt“, ist Leonhard Zauner, Vorsitzender des AUVA-Landesstellenausschusses OÖ überzeugt. Die Trainings finden jährlich statt, über die Kurstermine informieren die Landesinnungen. Die AUVA-Landesstelle Linz bietet zudem kostenlose Beratungen, Schulungen und Informationsmaterialien rund um Prävention für mehr Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
 
„Höhenarbeit ist ein sehr anspruchsvolles Arbeitsfeld, das Fehler schwerlich verzeiht. Umso wichtiger ist es, dass unsere Mitarbeiter den selbstverständlichen Umgang mit ihrer Schutzausrüstung trainieren. Denn nur so können sie sich bestens gesichert ihren eigentlichen Aufgaben in der Höhe widmen. Daher werden wir die Kooperation mit den Experten der Höhenwerkstatt GmbH auch in den nächsten Jahren fortsetzen“, unterstreichen die drei Landesinnungsmeister.