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Arnreiter Mühle setzt auf Energieeffizienz

Die Arnreiter Mühle GmbH in Wallern an der Trattnach zeigt vor, wie traditionelle Lebensmittelproduk­tion und moderne Energieeffizienzmaßnahmen erfolgreich zusammenspielen können.

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 14.01.2026

Im Rahmen einer KMU-Energieberatung, gefördert durch das Programm ÖKO-PLUS der WKOÖ, wurde der Energieeinsatz des Betriebs detailliert analysiert – mit beeindruckenden Ergebnissen und klaren Perspektiven für weitere Effizienzsteigerungen.

Analyse und klare Zielsetzung

Ziel der Beratung war, den gesamten energetischen Ist-Zustand der Produktionsstandorte zu erfassen – von Strom- und Gasverbrauch über Hauptverbraucher bis hin zu Prozessen, Lüftung und Beleuchtung. Bereits bei der Auftaktbesprechung im September 2025 zeigte sich, wie wichtig eine systematische Datenerhebung für zukünftige Investitionen ist. Die Erhebung verdeutlicht: Der Großteil des Energieverbrauchs entfällt auf die hochautomatisierten Produktionsprozesse der Mühle (93 Prozent). Besonders relevant:

  • Veredelung als größter Stromverbraucher 
  • Röstanlagen als Hauptgasverbraucher
  • Dampfversorgung für Flockung und Trocknung
  • Druckluftsysteme mit hohem Effizienzpotenzial

Durch die Lastganganalysen wurden zudem spezifische Spitzenlasten sichtbar, die künftig optimiert werden können.

Ansatzpunkte für mehr Effizienz

Im Zuge der Analyse wurden mehrere Maßnahmen identifiziert, die sowohl Energie als auch Kosten sparen können.

Leckagesuche im Druckluftnetz: Regelmäßige Prüfungen, idealerweise in betriebsfreier Zeit, ermöglichen deutliche Einsparungen, da Druckluft einer der teuersten Energieträger im Betrieb ist.

Nutzung von Abwärme: Die Abwärme aus Röst- und Produktionsprozessen könnte künftig zur Zuluft-Vorwärmung oder Warmwasserbereitung genutzt werden. Das Potenzial soll durch Temperatur- und Mengenmessungen genauer erhoben werden. Ca. 60 Prozent der Abwärme der Rösteranlagen werden bereits zum Vorheizen erneut verwendet. Das offene Potenzial bezieht sich auf die Überlegung, künftig einen Teil der restlichen Abwärme zur Heizung des Produktionsbereiches heranzuziehen.

Elektrische Mehlsiloentladung: Die Umrüstung auf einen stationären elektrischen Kompressor reduziert nicht nur den Dieselverbrauch der Silo-Lkw,
sondern auch Lärm und CO₂-Emissionen. Diese Lösung wurde bereits bei anderen Betrieben erfolgreich umgesetzt.

Eine zentrale Erkenntnis der Beratung: Für noch zielgerichtetere Effizienzmaßnahmen braucht es eine verbesserte Datenlage. Empfohlen werden u.a.:

  • Integration aller relevanten Verbraucher in das bestehende Monitoring 
  • zusätzliche Strom- und Gaszähler 
  • strukturierte Motoren- und Lüftungsanlagenlisten 
  • Einzelstrangmessungen bei wesentlichen Produktionsanlagen

Diese Maßnahmen schaffen die Basis, um Energieflüsse transparent darzustellen und Maßnahmen exakt zu bewerten. Weiters erfolgt die Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage und die Errichtung von 2E-Autoladestationen.

Richtung Energiezukunft

Die KMU-Energieberatung liefert der Arnreiter Mühle ein solides Fundament, um energieeffizienter zu produzieren und künftige Investitionen strategisch zu planen. Durch konsequente Datenerfassung und gezielte Effizienzmaßnahmen kann das Unternehmen nicht nur Kosten senken, sondern auch seine Nachhaltigkeitsleistung weiter steigern.

Das Beispiel Arnreiter Mühle zeigt eindrucksvoll, wie ÖKO-PLUS-Unterstützungen Unternehmen helfen, Energieeffizienzpotenziale aufzudecken und aktiv zu nutzen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer klimafitten Wirtschaft in OÖ. Das Förderprogramm ÖKO-PLUS der WKOÖ ist wieder ab 1. März 2026 beantragbar.

ÖKO-PLUS