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Oberösterreichs Exporte unter Druck

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: „Exporte gehen um 3,8 Prozent zurück - Chancen liegen in neuen Märkten“

Lesedauer: 1 Minute

Aktualisiert am 29.12.2025

Die oberösterreichischen Exporte haben im ersten Halbjahr 2025 einen Rückgang um 3,8 Prozent auf knapp 24 Milliarden Euro verzeichnet, wie aktuelle Daten der Statistik Austria zeigen. „Diese Entwicklung spiegelt die anhaltende Verunsicherung der Unternehmen wider – getrieben durch die instabile Zollpolitik der USA, die wirtschaftliche Schwäche im wichtigsten Absatzmarkt Deutschland sowie die hohen Arbeits- und Energiekosten in Österreich, die die Wettbewerbsfähigkeit belasten“, analysiert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Zwar bleibt Oberösterreich mit Abstand das exportstärkste Bundesland Österreichs – doch die Rahmenbedingungen haben sich grundlegend verändert. Zölle sind zum bestimmenden Element der Handelspolitik geworden, geopolitische Krisen erschweren die Planbarkeit, und die Eurozone schwächelt, während rund 80 Prozent unserer Exporte in Europa abgesetzt werden.“

„Die Welt insgesamt weist weiterhin eine vielversprechende Wachstumsprognose auf – vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Hier gilt es, unsere Stärken gezielt einzusetzen.“

Ein weiterer Faktor für den Rückgang ist die zunehmende internationale Vernetzung oberösterreichischer Großunternehmen. Viele produzieren gezielt in Ländern mit günstigeren Standortbedingungen, was zwar die globale Wettbewerbsfähigkeit sichert, aber gleichzeitig zu einer Abwanderung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen aus dem heimischen Standort führen kann. 

Chancen mit GreenTech

Trotz dieser Belastungen sieht Hummer klare Chancen für die oberösterreichische Wirtschaft. „Die Welt insgesamt weist weiterhin eine vielversprechende Wachstumsprognose auf – vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern in Asien, Afrika und Lateinamerika. Hier gilt es, unsere Stärken gezielt einzusetzen.“

Als zentrale Zukunftschance identifiziert die WKOÖ-Präsidentin den Bereich GreenTech. Mit einem durchschnittlichen Anteil von 14 Prozent an den Gesamtexporten in den vergangenen Jahren und einem jährlichen Wachstum von sechs Prozent ist Oberösterreich bereits heute ein führender Standort für Umwelttechnologien. „Nahezu jedes Produkt, das wir exportieren, erhält durch Nachhaltigkeit eine neue Chance auf den Weltmärkten. Wir können mit unseren Innovationen die Welt grüner machen – und gleichzeitig unseren Wohlstand sichern.“ 

Potenzial in neuen Märkten

Großes Potenzial sieht Doris Hummer auch im geplanten Freihandelsabkommen Mercosur mit Südamerika. „Mit mehr als 700 Millionen Konsumenten entstünde die größte Freihandelszone der Welt. Rund 90 Prozent der Zölle würden entfallen – das ist eine historische Chance für unsere Betriebe, neue Märkte zu erschließen.“

Zusätzliche Impulse erwartet die WKOÖ-Präsidentin von den Investitionen Deutschlands in Höhe von 500 Milliarden Euro in Infrastruktur, Klimaneutralität und Digitalisierung sowie von der europäischen Initiative „Readiness 2030“ mit bis zu 800 Milliarden Euro für Verteidigung und Sicherheit. „Besonders KMU können hier in Bereichen wie Robotik, Sensorik, digitalen Lösungen und nachhaltigen Materialien Fuß fassen“, sagt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer.