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Von den, im internationalen Vergleich, hohen Löhnen kommt aufgrund der hohen Abgaben in Österreich zu wenig bei den Mitarbeitern an.
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Industriestrategie ist wichtiges Bekenntnis

WKOÖ-Präsidentin Hummer: „Der Weg stimmt, jetzt ist Tempo nötig.“

Lesedauer: 3 Minuten

Aktualisiert am 16.01.2026

Positiv und als klares Bekenntnis zum Industriestandort OÖ bewertet WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer die heute präsentierte Industriestrategie des Bundes. „Viele Anliegen der oö. Wirtschaftsvertretung, wie aktuell jene des Industriestrompreises, wurden von der Bundesregierung aufgegriffen. Den Nöten und Anliegen unserer Betriebe, insbesondere im internationalen Wettbewerb, wird damit umfassend Rechnung getragen.“

Viele Anliegen der oö. Wirtschaftsvertretung, wie aktuell jene des Industriestrompreises, wurden von der Bundesregierung aufgegriffen.

Einführung eines Industriestrompreises ab 1.1.2027 nach deutschem Vorbild: Die Subventionierung des Industriestrompreises verschafft der energieintensiven Industrie, wie z.B. im Grundstoffbereich, wieder ein großes Stück mehr an Wettbewerbsfähigkeit. Ebenso die Industriestromabsicherung durch Verlängerung des Standortabsicherungsgesetzes für energieintensive Betriebe bis 2029.

Beschleunigung von Genehmigungsverfahren durch eine Novelle des UVP-Gesetzes und Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz: Diese Maßnahme wird entscheidend dazu beitragen, die anstehenden Großvorhaben in der Energiewende oder im Mobilitätsbereich voranzubringen. Zusammen mit einer noch stärkeren Nutzung heimischer Energieressourcen muss es gelingen, die zusätzlich notwendigen Erzeugungskapazitäten aus Wasserkraft und von Pumpspeicherkraftwerken zu generieren.

Aufhebung des CCS-Verbots: Ergänzend zur CO₂-Nutzung wird Carbon Capture and Storage (CCS) ermöglicht: ein entscheidender Schritt für emissionsarme Industrieprozesse und technologische Offenheit, die vor allem der Grundstoffindustrie hilft  – zusammen mit dem Industriestrompreis – am Standort OÖ wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mit der Definition von neun Schlüsseltechnologien und Beanreizung dieser u.a. durch 

  • 2,6 Mrd. Euro aus dem FTI-Pakt (2026–2029) für gezielte Investitionen in diesen Bereichen
  • Beschleunigte Genehmigungen durch ein Schlüsseltechnologie-Beschleunigungsgesetz
  • Garantien und Haftungen im Rahmen eines Standort- und Transformationsfonds zur Unterstützung von Investitionen
  • Schaffung eines Investitionsboosters für F&E-Personal

werden gezielte Anreize geschaffen, um Zukunftsindustrien im Land zu halten, zu fördern und neu aufzubauen. Damit fokussiert sich die Wirtschaftsförderung des Bundes weg von der Gießkanne hin zu erfolgversprechenden Technologiefeldern.

Weiterentwicklung der Forschungsprämie als internationaler Standortvorteil bei gleichzeitiger Entbürokratisierung: Diese langjährige Forderung der oö. Wirtschaftsvertretung soll vor allem mehr KMU in den Kreis der Begünstigten bringen!

Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Karte: Mit der gezielten Ausweitung der RWR-Karte auf Lehrlinge aus Drittstaaten wird eine besonders intensive Forderung der WKO Oberösterreich umgesetzt. Damit können etwa Nachwuchskräfte an internationalen Standorten österreichischer Unternehmen gezielt für den heimischen Arbeitsmarkt gewonnen werden.

Spin-off- und Scale-up-Offensive inklusive operativem Scale-up-Fonds ab 2027: Die Mobilisierung von Privatkapital, etwa in Form von Fonds, ist gerade in der Scale-up-Phase entscheidend, um neuen Geschäftsmodellen auch international zum Durchbruch zu verhelfen. Am Beispiel Dänemarks zeigt sich sehr anschaulich, dass derartige Modelle auch in Verbindung mit der betrieblichen und privaten Altersvorsorge nur Vorteile bringen.

Reform der Export- und Investitionskontrollen: In geopolitisch unsicheren Zeiten nehmen die Investitionen in den Bereichen Rüstung und Sicherheit dramatisch zu. Will Österreich daran partizipieren, braucht es raschere Prüf- und Bewilligungsprozesse sowie eine Reform des Investitionskontrollgesetzes, um kritische Infrastruktur zu schützen. Diesbezüglich kann die heimische Administration ganz entscheidend dazu beitragen, etwa im Bereich Dual Use.