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Innovationstag
© Wiesler

Durch neue Technologien entstehen unfassbare Möglichkeiten

„Humanoide Roboter : Von der Vision zum Wettbewerbsvorteil“ lautete das Thema beim Innovationstag 2026 der Sparte Industrie in einem voll besetzten Julius-Raab-Saal der WKO Oberösterreich.

Lesedauer: 4 Minuten

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Aktualisiert am 18.02.2026

„In vergleichbaren Industrieregionen steigt die Produktivität schneller, neue Technologien werden konsequenter vorangetrieben und neue Märkte werden offensiver erschlossen. Wettbewerbsfähigkeit entscheidet sich heute weniger an bestehenden Stärken, sondern an der Fähigkeit, sich technologisch weiterzuentwickeln und Transformation aktiv zu gestalten. Die nächste Generation industrieller Automatisierung soll nicht mehr nur effizient sein, sondern adaptiv, lernfähig und menschenzentriert“, startete Stephan Kubinger, Technologiesprecher der Sparte Industrie.


Humanoide Roboter sollen unterstützen

„Humanoide Roboter sollen Mitarbeiter unterstützen, körperlich belastende oder gefährliche Tätigkeiten übernehmen und damit eine flexible, sichere und hochproduktive Fertigung ermöglichen. 
Dies könnte in Zeiten des Fachkräftemangels und globalen Wettbewerbs entscheidende Vorteile bringen, denn steigende Kosten bei Energie und Arbeit, sowie die Bürokratie verschärfen den internationalen Wettbewerbsdruck spürbar. Gerade in einem Hochlohnstandort wie Oberösterreich sind solche Technologien ein entscheidender Hebel, um industrielle Wertschöpfung im Land zu halten und Produktionsstandorte langfristig abzusichern. Diese Technologien ersetzen keine Menschen, sie ergänzen sie und sie helfen, dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel wirksam zu begegnen“, ist WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer überzeugt. 

Innovationstag
© Wiesler BRP-Rotax einen humanoiden Roboter vom Typ Unitree G1 EDU-U6 angeschafft und dem Forschungsteam der FH OÖ in Wels zur Verfügung gestellt.

In die industrielle Praxis bringen

„Experten prognostizieren weltweit einen starken Aufschwung dieser Technologie. Laut einer Analyse von Goldman Sachs könnten bis 2030 über 250.000 humanoide Roboter im Einsatz sein. Als starker Standortpartner ist es uns ein Anliegen, Schlüsseltechnologien wie KI und humanoide Robotik gemeinsam mit den Leitbetrieben Oberösterreichs in die industrielle Praxis zu bringen. So wurde im Juli 2025 im Rahmen unserer Initiative KI*Transfer ein einzigartiges Kooperationsprojekt gestartet. Sechs oberösterreichische Leitbetriebe, angeführt von BRP-Rotax, arbeiten dabei gemeinsam mit der FH OÖ Campus Wels daran, praxisnahe Einsatzszenarien für humanoide Roboter zu entwickeln. Die neue Technologie wird unmittelbar in der Praxis erprobt. Zu diesem Zweck hat BRP-Rotax einen humanoiden Roboter vom Typ Unitree G1 EDU-U6 angeschafft und dem Forschungsteam der FH OÖ in Wels zur Verfügung gestellt“, berichtete Martin Bergsmann, Obmann-Stv. der Sparte Industrie. 
„Oberösterreich war schon immer ein Innovationsbundesland. Uns geht es darum, ein starker Partner zu sein, damit wir auch Umsetzungsvorreiter sind“, sagte Stefanie Christina Huber, Generaldirektorin des Veranstaltungspartners Sparkasse OÖ.

Radikale Veränderungen

Der Zukunftsforscher Pero Mićić, Vorsitzender der FutureManagementGroup AG betrachtet humanoide Roboter als die größte technische Revolution der Menschheitsgeschichte. „Humanoide Roboter werden Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft so radikal verändern, wie es sich heute kaum jemand vorstellen kann. Sie werden Aufgaben schneller, präziser und günstiger als Menschen erledigen. Durch Massenfertigung werden die Kosten für diese Roboter drastisch sinken, möglicherweise auf das Niveau eines Kleinwagens.“ Für Firmen wird der Einsatz humanoider Roboter laut Mićić zur Überlebensfrage im globalen Wettbewerb. „Wer diese Technologie ignoriert, riskiert, abgehängt zu werden“, so Mićić. Laut Mićić ist allerdings wieder mehr Zukunftsfreude notwendig, denn durch diese neuen Technologien stehen wir vor unfassbaren Möglichkeiten: „Wir werden beispielsweise länger und gesünder leben, Roboter werden in der Altenpflege unterstützen, Energie wird nachhaltig und preiswert, KI wird uns viel produktiver und kreativer machen und die Lebensqualität wird durch neue Produkte wachsen, wir müssen allerdings Anwender der Werkzeuge werden. Unsere Zukunft wird menschlicher als bisher, weil wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. KI-Datencenter im Weltall werden die Engpässe lösen, hier beginnen bereits die Investitionen.” 

Partner für die menschliche Arbeitskraft

Arash Ajoudani, Director of the Human-Robot Interfaces and Interaction (HRI²) laboratory at IIT, sieht humanoide und kollaborative Roboter (Cobots) nicht als Ersatz, sondern als wesentliche Partner für die menschliche Arbeitskraft. Seine Vision der „Zukunft der Arbeit“ konzentriert sich auf die synergetische Zusammenarbeit, bei der Roboter physisch belastende Aufgaben übernehmen, während der Mensch die Kontrolle behält. „Die Zukunft der Arbeit wird nicht nur von Automatisierung geprägt, sondern von einer Co-Evolution von Mensch und Maschine. Ein Hauptziel ist die Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Roboter sollen so agieren, dass sie die körperliche Belastung des Menschen minimieren und die Ergonomie am Arbeitsplatz aktiv verbessern“, sagte Ajoudani. Ein wesentlicher Teil seiner Forschung befasst sich damit, wie Roboter die Arbeitsbedingungen gesünder machen können. Roboter sollen menschliche Bewegungen und Belastungen in Echtzeit überwachen und ihre eigene Position oder Kraft anpassen, um die physische Belastung des Menschen zu minimieren.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung von einer Podiumsdiskussion mit Sektionsleiterin Henriette Spyra, BRP-Rotax Geschäftsführer Mario Gebetshuber,, Michael Mayrhofer, Leiter der Abteilung für Technikrecht am LIT Law Lab der JKU und Verfassungsrichter, Roman Froschauer, Dekan des FH OÖ Campus Wels und Ümit Bas, CEO & Founder des ersten österreichischen Start Ups für Humanoide Robotik, IONO Robotics.

Innovationstag
© Wiesler Beim Innovationstag 2026 v. l.: Mićić, Hummer, Huber, Bergsmann und Ajoudani.