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Fachkräfte, Vertriebssysteme, E-Mobilität

Tag der Kfz-Wirtschaft: Trotz Herausforderungen blicken Fahrzeugtechnik und Fahrzeughandel verhalten positiv in die nahe Zukunft

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Aktualisiert am 12.02.2026

Beim 44. Tag der Kfz-Wirtschaft Oberösterreich, einer Veranstaltung der Landesinnung der Fahrzeugtechnik und des Landesgremiums des Fahrzeughandels, standen gestern Nachmittag vor über 320 Teilnehmern im „Haus der Wirtschaft“ in Linz die aktuellen Herausforderungen im Zentrum. Vor allem Vertriebssysteme, E-Mobilität, Digitalisierung, künstliche Intelligenz (KI) und Fachkräftesicherung werden die Branchen kurz-, mittel- und langfristig beschäftigen.

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© cityfoto Markus Redl (l.), Spartenobmann Gewerbe und Handwerk, Martin Sonntag (2. v. l.), Spartenobmann Handel und WKOÖ-Vizepräsident Michael Pecherstorfer (r.) im Talk mit Moderator Martin Burgholzer.

Wie WKOÖ-Vizepräsident Michael Pecherstorfer eingangs betonte, dreht sich die Wirtschaftslage aktuell in Richtung leichter Aufschwung. Herausfordernd bleiben allerdings drei Themen, so Pecherstorfer. Er nennt zuvorderst die Kosten (Löhne, Material und Energie), die man in den Griff bringen müsse. Beim Thema zwei, der Bürokratie, geht es um die Frage, ob man alles und jedes bis ins kleinste Detail regeln muss. Dritter Punkt ist der Mangel an Arbeits- und Fachkräften. Hier wünscht sich Pecherstorfer u.a. mehr Anreize für Vollzeitarbeit oder flexiblere Modelle fürs Arbeiten im Alter. Man habe einiges erreicht, aber manches, wie etwa ein zweites Entbürokratisierungspaket, müsse noch folgen, so der WKOÖ-Vizepräsident. Beim Erreichten führte er die Abschaffung der NoVA für N1-Fahrzeuge (Kasten- und Pritschenwagen) oder den höheren Investitionsfreibetrag an. 
 
Im Handel sieht Spartenobmann Martin Sonntag eine Trendwende seit dem Weihnachtsgeschäft 2025 gekommen. Auch Markus Redl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk, sieht echte erfreuliche Anzeichen für eine Rückkehr zum Wachstum. Genauso wie Pecherstorfer und Sonntag sieht er die in den letzten Jahren aus dem Ruder gelaufenen Lohnkosten als Hemmschuh Nummer eins. Redl: „Da müssen wir gemeinsam etwas bewegen, da müssen wir dranbleiben.“

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© cityfoto Daniel Holzinger, neuer Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik, bei seinem 1. Kfz-Tag.

Dranbleiben ist das Stichwort für Daniel Holzinger, dem neuen Landesinnungsmeister der Fahrzeugtechnik. Dranbleiben gilt es bei der Modernisierung der Ausbildung für Kfz-Techniker und Karosserietechniker. Im Herbst startet hier die neue Ausbildungsordnung. Dranbleiben heißt es auch bei der in Diskussion stehenden Intervalländerung beim Autopickerl. Und dranbleiben will Holzinger auch beim Thema Gütesiegel für Meisterbetriebe. Auch Adolf Seifried, Obmann des Landesgremiums des Fahrzeughandels, verweist auf einen Erfolg, der ohne Dranbleiben der Interessenvertretung nicht möglich gewesen wäre. Es handelt sich um die NoVA-Rückvergütung beim Export von Fahrzeugen, die entgegen den ursprünglichen Plänen der gänzlichen Abschaffung ab 1. Juli 2026 auf Fahrzeuge mit einer Zulassung von max. 4 Jahren eingeschränkt wird. Seifried will bei einigen Themen dranbleiben, etwa was die rechtlich unsichere Lage bei den Vertriebssystemen betrifft oder den digitalen Autohandel.

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© cityfoto Adolf Seifried, Landesgremialobmann Fahrzeughandel.

Unter dem Titel „Revolution im Autohandel“ widmete sich Andreas Kühnen von der auf Autohaus-Marketing spezialisierten Agentur Kühnen dem Thema digitalen Vertrieb. „Viele Autohäuser haben ihren digitalen Vertrieb auf einem Fundament aufgebaut, das ihnen nicht gehört, den großen Fahrzeugbörsen“, sagt er und verweist auf die Folgen in Form von hohen Abhängigkeiten, steigenden Vertriebskosten und sinkender Kontrolle. Kühnen zeigte auf, welche neuen Möglichkeiten 2026 entstehen, um diese Abhängigkeit zu reduzieren, und wie man gleichzeitig die digitale Sichtbarkeit weiter erhöhen kann — von SEO zu GEO, von Google AI-Modus über Google Vehicle Ads bis zu wissenschaftlich fundierten Methoden aus der Verkaufspsychologie.

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© cityfoto Andreas Kühnen, Agentur Kühnen, ging auf die Revolution im Autohandel ein.

Walter Enser und Helmut Stuphann, Robert Bosch AG, blickten in die „Werkstatt und Mobilität der Zukunft“. Sie zeigten praxisnah auf, welche konkreten Auswirkungen die wandelnde und komplexe Mobilitätslandschaft — Stichworte: Automatisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, autonomes Fahren — auf Ausrüstung, Personal, Know-how, Aus- und Weiterbildung sowie Arbeitsschutz in den Kfz-Werkstätten haben wird.

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© cityfoto Walter Enser (Bild) und Helmut Stuphann, Bosch AG, referierten über „Werkstatt und Mobilität der Zukunft“.