Lehrlingsland Oberösterreich
Die Lehre bleibt die erste Bildungswahl der oö. Jugend. 39 Prozent der 15-jährigen Jugendlichen in Oberösterreich entscheiden sich für eine duale Ausbildung. Die Lehre bleibt die erste Bildungswahl der oö. Jugend. 39 Prozent der 15-jährigen Jugendlichen in Oberösterreich entscheiden sich für eine duale Ausbildung.
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Mit 21.390 Lehrlingen hat unser Bundesland sowohl bei den Lehrlingszahlen als auch bei der Anzahl an Lehrbetrieben seine Position als führendes Bundesland in der Lehrlingsausbildung behalten. 20,8 Prozent aller Lehrlinge Österreichs erhalten ihre Berufsausbildung in Oberösterreich und werden in den insgesamt 5038 Betrieben ausgebildet.
Ein Drittel der Lehrlinge sind Mädchen und zwei Drittel Burschen. Die meisten Lehrlinge gibt es in der Sparte Gewerbe und Handwerk, gefolgt von Industrie und Handel. Bei der Auswahl des Lehrberufs liegen nach wie vor Einzelhandel, Bürokauffrau und Friseurin (Stylistin) bei den Mädchen und Metalltechnik, Elektrotechnik und Kfz-Technik bei den Burschen hoch im Kurs. Die Jugendlichen können jedoch aus 216 verschiedenen Lehrberufen wählen, Tendenz steigend.
Hohe Ausbildungsqualität
Da in vielen Berufen die Anforderungen im fachlichen, aber auch im sozialen Bereich steigen, investieren die Ausbildungsbetriebe vermehrt in überbetriebliche Aus- und Weiterbildungsangebote für deren Lehrlinge und auch Ausbilder. In Summe wurden über „Lehre.fördern“, dem Förderservice der WKOÖ-Lehrlingsstelle, 7,71 Mio. Euro an die Ausbildungsbetriebe für diese Qualifizierungsmaßnahmen refundiert.
Das WKO-Fachkräfteradar zeigt einmal mehr, dass mehr als die Hälfte aller oö. Betriebe stark vom Fachkräftemangel betroffen sind. Auf Ebene der Bildungsabschlüsse sind Personen mit Lehrabschluss die mit Abstand am stärksten nachgefragte Zielgruppe bei der Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Damit hat die Lehre eine besonders hohe Relevanz bei der Linderung des Fachkräftebedarfs. Konkret gab es im Jahresschnitt in Oberösterreich 1450 (2024: 1553) offene Lehrstellen bei durchschnittlich 902 (2024: 746) Lehrstellensuchenden. Besonders dringend werden Lehrlinge in den Bereichen Handel, Metall und Elektro sowie Fremdenverkehr gesucht.
Neue Lehrberufe
Die Lehre orientiert sich aber nicht nur am Bedarf der Unternehmen, sondern reagiert auch auf gesellschaftliche und technologische Entwicklungen. Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind in allen Lehrberufen verankert. Im Lehrberufspaket 2025 werden sieben Lehrberufe neu geregelt und sechs Ausbildungsordnungen novelliert, darunter auch Brief- und Paketlogistik, Glas-Verfahrenstechnik oder Medienfachkraft.
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer:
Junge Talente sind gefragt!
Praktische Erfahrung, vielfältige Karrieremöglichkeiten und finanzielle Unabhängigkeit machen die Lehre zu einem äußerst attraktiven Ausbildungsweg. Das zeigt sich erneut in der Lehrlingsstatistik für das Jahr 2025. 39 Prozent der oberösterreichischen 15-Jährigen haben sich im Vorjahr für eine Lehre entschieden, was die Lehre unangefochten zur ersten Bildungswahl der oö. Jugend macht. Die Wege zu einem Lehrabschluss fallen dabei unterschiedlich aus. Neben der klassischen dualen Ausbildung werden auch die Lehre mit Matura und die neue Form der Dualen Akademie immer beliebter. In jedem Fall bietet die Lehre die Möglichkeit, persönliche Talente auszuleben und weiterzuentwickeln.
Der Erfolg der heimischen Betriebe hängt von gut ausgebildeten Lehrlingen ab. Da sich der demografische Wandel weiter verschärfen wird, setzen wir alles daran, die dringend benötigten Talente für die heimische Wirtschaft zu gewinnen. Die WKOÖ investiert rund 50 Mio. Euro im Jahr in die Bildung. Im Rahmen von Angeboten wie den Berufsinformationsmessen, individuellen Potenzialanalysen oder dem Talent Space der WKOÖ können Jugendliche ihre Stärken entdecken und herausfinden, welche Berufsbilder am besten dazu passen. Eine große Chance stellt die Ausweitung der Rot-Weiß-Rot-Card auf Lehrlinge aus Drittstaaten dar. In Zukunft können junge Menschen aus der ganzen Welt in unseren Betrieben ausgebildet werden.
Der Erfolg der heimischen Betriebe hängt von gut ausgebildeten Lehrlingen ab. Da sich der demografische Wandel weiter verschärfen wird, setzen wir alles daran, die dringend benötigten Talente für die heimische Wirtschaft zu gewinnen.

Doris Hummer
WKOÖ-Präsidentin