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Die belgische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsBüro in Brüssel hat die wichtigsten Informationen zur belgischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Die belgische Wirtschaft wurde durch den Ausbruch der Covid-Pandemie 2020 stark getroffen und das BIP fiel laut EU-Kommission um -6,3 %. 2021 soll die belgische Wirtschaft laut EU-Kommission um +5,4 % wieder kräftig anziehen: Die Konjunktur stieg im ersten Quartal 2021 um 1 %, nachdem die im Herbst 2020 eingeführten Gesundheitsbeschränkungen teilweise gelockert wurden. Ende März führte die belgische Regierung für einige Wochen wieder Restriktionen ein, um eine dritte Welle zu bekämpfen. Ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft dürften jedoch begrenzt gewesen sein. Im Lauf des zweiten Quartals ermöglichten die Beschleunigung der Impfkampagne und eine Verbesserung der Gesundheitssituation eine allmähliche Lockerung der Beschränkungen für die körpernahen Dienstleister; die Konjunktur zog um 1,7 % an.
Die Wirtschaft soll 2022 um 3,7 % wachsen und wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Besondere Entwicklungen 

Die belgische Wirtschaft ist sehr offen und exportorientiert und deshalb für internationale Krisen wie die Coronavirus-Pandemie besonders anfällig. Daher leiteten sowohl die föderale Regierung als auch die regionalen Regierungen Belgiens zahlreiche Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft in die Wege. Viele der noch bestehenden Unterstützungsmaßnahmen werden Ende September auslaufen und die restlichen Schritt für Schritt zum Jahresende abgeschlossen sein. Die Föderal- und Regionalregierungen haben insgesamt mehr als 30 Mrd. Euro zur Bewältigung der Krise zur Verfügung gestellt.

Ein Teil des aufgesetzten Konjunkturprogramms wird auch von der EU finanziert. Belgien wird 5,95 Mrd. Euro an EU-Mitteln aus dem Aufbauplan erhalten, die langfristig zur Verbesserung des Geschäftsumfelds beitragen werden. Nahezu 60 % des belgischen Pakets sind Infrastrukturprojekte, was positiv ist, denn Belgien weist generell ein strukturelles Defizit bei den öffentlichen Investitionen auf.

Für österreichische Unternehmen mit Expertise im Bereich sanfte Mobilität, energetische Sanierung, sowie nachhaltiges Bauen und Infrastruktur bestehen gute Geschäftschancen, denn der im belgischen Plan vorgesehene Beitrag zum ökologischen Wandel beläuft sich auf 50 % der Gesamtmittel. Die erste Tranche in Höhe von 770 Mio. Euro wurde bereits an Belgien ausbezahlt.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Nach einem beeindruckenden Exportplus von 33 % im Jahr 2019 verpasste die Covid-Krise den österreichischen Exporten im Jahr 2020 mit -8,8 % einen kräftigen Dämpfer. Aber wie gesagt war 2019 ein außergewöhnlich starkes Exportjahr, was diesen Rückgang 2020 etwas relativiert. Die österreichische Exportwirtschaft lieferte 2020 Waren im Wert von insgesamt 2.573 Mio. Euro nach Belgien und damit um 248 Mio. Euro weniger als 2019, aber immer noch um 451 Mio. Euro mehr als 2018.

Die Warenimporte aus Belgien hingegen fielen mit -3,1 % nur leicht auf 2.043 Mio. Euro zurück.

Im Ranking der wichtigsten Exportdestinationen aus österreichischer Sicht konnte Belgien seinen Rang verteidigen und befindet sich nach Slowenien und vor Rumänien auf Platz 14. Als Lieferland konnte Belgien einen Platz wettmachen und nimmt nach Japan und vor Slowenien den 16. Rang ein.

Nach dem Covid-bedingten Einbruch im Vorjahr hat der Außenhandel 2021 wieder an Fahrt gewonnen: Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres sind die österreichischen Exporte nach Belgien auf 1.462 Mio. Euro angewachsen, was einem Zuwachs von 19 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Im selben Zeitraum sind die Einfuhren aus Belgien um 31,5 % auf 1.338 Mio. Euro gestiegen. 

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Belgien

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsBüro Brüssel für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Belgien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsBüros & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Life Science & Pharma 

Belgien ist ein wichtiger Global Player im Pharma-Bereich, nimmt das Land doch eine zentrale Funktion als bedeutende Import- und Exportdrehscheibe in der Pharmaindustrie wahr. Belgien ist nach Deutschland der zweitgrößte Pharma-Exporteur der EU. Zahlreiche der weltweiten Top-Pharmaunternehmen haben eine Niederlassung in Belgien. Belgien zählt weltweit zu den Marktführern in der pharmazeutischen Industrie, die mit 34.700 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber ist. Belgien ist eine der offensten Marktwirtschaften der Welt und das gilt auch für den Biotechnologie-Sektor.

In Belgien sind 265 Life Science Unternehmen, die biotechnologischen Aktivitäten nachgehen, ansässig und beschäftigen über 15.000 Personen. Die meisten Biotech-Unternehmen sind im Gesundheitsbereich tätig, nämlich 80%.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Belgien ist dabei der europäische Führer im biopharmazeutischen Sektor zu werden. Hauptgrund dafür sind die zahlreichen Steueranreize und die starke Zusammenarbeit zwischen Regierung und Industrie, die in einer großen Zahl von pharmazeutischen Investitionen resultiert.

Belgien hat besonders als Drehscheibe im Pharma-Handel eine herausragende Bedeutung. Für österreichische Pharma-Unternehmen ist Belgien ein interessanter Ziel- und Durchgangsmarkt, wenn auch komplex. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Life Science und Pharma? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsBüro Brüssel

Nahrungsmittel & Softdrinks

Trotz der eher geringen Größe und Einwohnerzahl ist Belgien eine der wichtigsten Handelsnationen der Welt. Auch in der Nahrungsmittelindustrie zeichnet sich die belgische Wirtschaft durch ihre Offenheit aus.

Die Benelux-Länder sollten nicht als ein einheitlicher Markt betrachtet werden, weil zwischen den Ländern und auch schon in den Ländern selbst teils oft große Unterschiede bestehen. Die belgischen Konsumenten weisen z.B. eine höhere Risikoscheu auf als die niederländischen Konsumenten, weshalb e-commerce in Belgien langsamer Fuß fasst als in den Niederlanden, sie sind weniger preissensibel und kaufen öfter bei lokalen Händlern, die für ihr gutes Service bekannt sind, verwenden sehr gerne Rabattkupons und zahlen bevorzugt mit Kreditkarte.

In Belgien selbst bringt es die sprachliche und kulturelle Vielfalt mit sich, dass „der“ belgische Konsument per se nicht existiert. Das Konsumverhalten der Flamen ist anders als das der Wallonen oder der Einwohner der multikulturellen Hauptstadt Brüssel.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Belgische Konsumenten sind neugierig und schätzen hochwertige, schmackhafte Lebensmittel. Der Markt für gehobene Nahrungsmittel ist offen für Neues und Traditionelles, denn Belgier sind Feinschmecker, die gern auch mehr für gutes Essen und Delikatessen auszugeben bereit sind. Die Nachfrage nach Bio-Produkten nimmt stetig zu. Die Kaufkraft ist im EU-Vergleich hoch. Weiters ist Belgien eine Drehscheibe für den Handel mit Nahrungsmitteln für ganz Europa.

Der belgische Lebensmittelmarkt bietet besonders in diesen Bereichen Chancen für österreichische Firmen:

  • Bio-Produkte
  • Spezialnahrungsmittel (z.B. lactosefreie, vegane, koschere bzw. Halal-Produkte)
  • Snacks

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Energieeffizienz & Green Building

Eine der stärksten Entwicklungen in der belgischen Bauwirtschaft ist der Trend zur Verwendung nachhaltiger und innovativer Baumaterialien sowie das energieeffiziente Bauen. Die Investitionen in energieeffizientes Bauen sowie in die energetische Sanierung kurbeln die Bauwirtschaft an und werden in Belgien über die nächsten Jahre hinweg voraussichtlich auf hohem Niveau bleiben.

In den letzten Jahren wurde in Belgien eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen, um die Energieeffizienz von Häusern, Wohnungen und gewerblichen wie öffentlichen Gebäuden zu verbessern. Laut Studien sind belgische Wohnhäuser im Durchschnitt kaum besser isoliert als Wohnhäuser in den Mittelmeerstaaten Italien und Spanien, wodurch ein außergewöhnlich hoher Nachholbedarf besteht.

Chancen für österreichische Firmen 

In den nächsten Jahren wird die Verwendung von nachhaltigen und umweltfreundlichen Materialien in der Bau- und Infrastrukturbranche zunehmen. Besonders der Holzbau wird im Rahmen der Kreislaufwirtschaft und der Passivbauweise als Antwort auf die ökologischen und demografischen Herausforderungen gefördert.

Für Passivhaus- und Holzbau sowie für Energiespartechniken bestehen sehr gute Absatzchancen für österreichische Unternehmen. Obwohl der Belgier mit einem Backstein im Bauch geboren wurde, wie die Belgier gerne – nicht ohne Stolz – von sich selbst behaupten, gewinnt Holz immer mehr an Bedeutung.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energieeffizienz & Green Building? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsBüro Brüssel.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Belgien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsBüro Brüssel anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Belgien

Das AußenwirtschaftsBüro Brüssel berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Belgien haben. 

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