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Die belgische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Brüssel hat die wichtigsten Informationen zur belgischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Im abgelaufenen Jahr 2018 hat Belgien ein leicht verlangsamtes BIP-Wachstum in der Höhe von 1,4% (nach 1,7% 2017) verzeichnet. Der Abschwung in den Ländern der Eurozone und die sich abschwächende Konjunktur in Deutschland, Belgiens wichtigstem Handelspartner, spielen hier eine Rolle. Für den Zeitraum 2019 bis 2021 sagt die belgische Nationalbank einen Anstieg des BIPs von jährlich jeweils 1,2% voraus.

Die Inlandsnachfrage zeichnet sich hauptverantwortlich für das Wachstum. Der Privatkonsum als wichtigste Komponente des BIP mit einem Anteil von mehr als 50% wird durch höhere real verfügbare Einkommen der Belgierinnen und Belgier dank des Tax Shift und der rückläufigen Arbeitslosenquote erkennbar anziehen. Die Bruttoanlageninvestitionen werden trotz anhaltend niedrigerer Zinsen etwas abflachen.

Der Außenhandel bleibt für die belgische Wirtschaft ein wichtiger Impulsgeber. Der Beitrag für das belgische BIP-Wachstum wird allerdings aufgrund des langsameren Wachstums der Weltwirtschaft geringer ausfallen. Belgien erwirtschaftet traditionell hohe Ausfuhrüberschüsse.

Besondere Entwicklungen

Am 26. Mai 2019 war in Belgien ein Superwahltag, an dem die Bürgerinnen und Bürger gleichzeitig die neuen Mitglieder des Föderalparlaments, der Regionalparlamente und des Europaparlaments wählten. Alle Parlamente haben sich konstituiert, aber nur zwei Regierungen wurden bisher gebildet: die in Ostbelgien für die Deutschsprachige Gemeinschaft und die der Region Brüssel-Hauptstadt. In Flandern und der Wallonie bahnen sich Regierungsbildungen an.

Die Bildung der föderalen Zentralregierung befindet sich hingegen in einer Sackgasse. Die Bildung einer Zentralregierung ist deshalb so schwierig, da die Föderalregierung aus Parteien aus Flandern und der Wallonie bestehen muss. Die einzige Regierungskonstellation, die sowohl auf frankophoner als auch auf flämischer Seite eine Mehrheit hat, ist die, an der sich die rechte flämische N-VA und die linke frankophone PS gleichzeitig beteiligen, was beide Parteien allerdings nicht anstreben. Bis wann die Quadratur des Kreises bei der Regierungsbildung auf föderaler Ebene gelingt ist unklar, doch daran ist Belgien gewöhnt. Das Land hatte 2011 den Weltrekord gebrochen, nachdem die Regierungsbildung 541 Tage gedauert hatte.

Die seit dem Bruch der Mitte-Rechts Koalition im Dezember 2018 aktive geschäftsführende Regierung verfügt allerdings – im Unterschied zu 2011 - über keine Mehrheit im Parlament. Entsprechend schwierig ist das Fassen von Beschlüssen. Dem Land droht daher eine lange Phase des politischen Stillstands.

Belgien ist als kleine, offene Volkswirtschaft mit engen Wirtschaftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich vom Brexit stärker betroffen als andere EU-Länder. 2018 gingen 8% aller belgischen Warenexporte (31,5 Mrd. Euro) in das Vereinigte Königreich, das für Belgien die viertwichtigste Exportdestination ist. Das UK ist aber auch ein wichtiger Lieferant für Belgien mit einem Importvolumen von 17,8 Mrd. Euro. Bei einem „hard Brexit“ gehen Studien von einem Verlust von 42.000 Arbeitsplätzen und einem Minus beim BIP in der Höhe von -0,6% bis -1,2% für Belgien aus.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die 2016 eingesetzte erfreuliche Entwicklung mit rasant steigenden österreichischen Exporten nach Belgien hält auch 2018 an. Die österreichische Exportwirtschaft lieferte Waren im Wert von 2,1 Mrd. Euro nach Belgien. Das entspricht einem massiven Exportplus von 20% im Vergleich zum Vorjahr. Hauptverantwortlich dafür waren höhere Lieferungen von Impfstoffen, Fahrzeugen und Maschinen nach Belgien. Die Warenimporte aus Belgien hingegen sind mit +2,7% nur leicht auf 2 Mrd. Euro angestiegen.

Mit diesem Ergebnis erwirtschaftete Österreich 2018 zum zweiten Mal (erstmals 2005) in der Geschichte der Warenstromaufzeichnungen mit Belgien eine positive Handelsbilanz. Hatte Österreich 2017 im Handel mit Belgien noch ein Defizit von 221 Mio. Euro, wurde dieser Trend umgekehrt und 2018 ein Überschuss von 79 Mio. Euro eingefahren.

Im Ranking der wichtigsten Exportdestinationen aus österreichischer Sicht konnte Belgien mit diesem Rekordergebnis einen Platz nach vorrücken und befindet sich nach Rumänien und vor Russland auf Platz 16. Als Lieferland nimmt Belgien nach Slowenien und vor der Türkei den 17. Rang ein.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Belgien

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Brüssel für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Belgien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Life Science & Pharma 

Belgien ist ein wichtiger Global Player im Pharma-Bereich, nimmt das Land doch eine zentrale Funktion als bedeutende Import- und Exportdrehscheibe in der Pharmaindustrie wahr. Belgien ist nach Deutschland der zweitgrößte Pharma-Exporteur der EU. Zahlreiche der weltweiten Top-Pharmaunternehmen haben eine Niederlassung in Belgien. Belgien zählt weltweit zu den Marktführern in der pharmazeutischen Industrie, die mit 34.700 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber ist. Belgien ist eine der offensten Marktwirtschaften der Welt und das gilt auch für den Biotechnologie-Sektor.

In Belgien sind 265 Life Science Unternehmen, die biotechnologischen Aktivitäten nachgehen, ansässig und beschäftigen über 15.000 Personen. Die meisten Biotech-Unternehmen sind im Gesundheitsbereich tätig, nämlich 80%.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Belgien ist dabei der europäische Führer im biopharmazeutischen Sektor zu werden. Hauptgrund dafür sind die zahlreichen Steueranreize und die starke Zusammenarbeit zwischen Regierung und Industrie, die in einer großen Zahl von pharmazeutischen Investitionen resultiert.

Belgien hat besonders als Drehscheibe im Pharma-Handel eine herausragende Bedeutung. Für österreichische Pharma-Unternehmen ist Belgien ein interessanter Ziel- und Durchgangsmarkt, wenn auch komplex. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Life Science und Pharma? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel

Nahrungsmittel & Softdrinks

Trotz der eher geringen Größe und Einwohnerzahl ist Belgien eine der wichtigsten Handelsnationen der Welt. Auch in der Nahrungsmittelindustrie zeichnet sich die belgische Wirtschaft durch ihre Offenheit aus.

Die Benelux-Länder sollten nicht als ein einheitlicher Markt betrachtet werden, weil zwischen den Ländern und auch schon in den Ländern selbst teils oft große Unterschiede bestehen. Die belgischen Konsumenten weisen z.B. eine höhere Risikoscheu auf als die niederländischen Konsumenten, weshalb e-commerce in Belgien langsamer Fuß fasst als in den Niederlanden, sie sind weniger preissensibel und kaufen öfter bei lokalen Händlern, die für ihr gutes Service bekannt sind, verwenden sehr gerne Rabattkupons und zahlen bevorzugt mit Kreditkarte.

In Belgien selbst bringt es die sprachliche und kulturelle Vielfalt mit sich, dass „der“ belgische Konsument per se nicht existiert. Das Konsumverhalten der Flamen ist anders als das der Wallonen oder der Einwohner der multikulturellen Hauptstadt Brüssel.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Belgische Konsumenten sind neugierig und schätzen hochwertige, schmackhafte Lebensmittel. Der Markt für gehobene Nahrungsmittel ist offen für Neues und Traditionelles, denn Belgier sind Feinschmecker, die gern auch mehr für gutes Essen und Delikatessen auszugeben bereit sind. Die Nachfrage nach Bio-Produkten nimmt stetig zu. Die Kaufkraft ist im EU-Vergleich hoch. Weiters ist Belgien eine Drehscheibe für den Handel mit Nahrungsmitteln für ganz Europa.

Der belgische Lebensmittelmarkt bietet besonders in diesen Bereichen Chancen für österreichische Firmen:

  • Bio-Produkte
  • Spezialnahrungsmittel (z.B. lactosefreie, vegane, koschere bzw. Halal-Produkte)
  • Snacks

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Energieeffizienz & Green Building

Eine der stärksten Entwicklungen in der belgischen Bauwirtschaft ist der Trend zur Verwendung nachhaltiger und innovativer Baumaterialien sowie das energieeffiziente Bauen. Die Investitionen in energieeffizientes Bauen sowie in die energetische Sanierung kurbeln die Bauwirtschaft an und werden in Belgien über die nächsten Jahre hinweg voraussichtlich auf hohem Niveau bleiben.

In den letzten Jahren wurde in Belgien eine Vielzahl an Maßnahmen getroffen, um die Energieeffizienz von Häusern, Wohnungen und gewerblichen wie öffentlichen Gebäuden zu verbessern. Laut Studien sind belgische Wohnhäuser im Durchschnitt kaum besser isoliert als Wohnhäuser in den Mittelmeerstaaten Italien und Spanien, wodurch ein außergewöhnlich hoher Nachholbedarf besteht.

Chancen für österreichische Firmen 

In den nächsten Jahren wird die Verwendung von nachhaltigen und umweltfreundlichen Materialien in der Bau- und Infrastrukturbranche zunehmen. Besonders der Holzbau wird im Rahmen der Kreislaufwirtschaft und der Passivbauweise als Antwort auf die ökologischen und demografischen Herausforderungen gefördert.

Für Passivhaus- und Holzbau sowie für Energiespartechniken bestehen sehr gute Absatzchancen für österreichische Unternehmen. Obwohl der Belgier mit einem Backstein im Bauch geboren wurde, wie die Belgier gerne – nicht ohne Stolz – von sich selbst behaupten, gewinnt Holz immer mehr an Bedeutung.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energieeffizienz & Green Building? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Belgien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Brüssel anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Belgien

Das AußenwirtschaftsCenter Brüssel berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Belgien haben.