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Die französische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter Paris hat die wichtigsten Informationen zur französischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Auch im Herbst 2021 wird die „COVID-Delta-Variante sowohl das mikro- als auch das makroökonomische Geschehen in Europa im Allgemeinen und in Frankreich im Besonderen beeinflussen. Auch wenn Frankreich zu den Topländern in Bezug auf die Durchimpfungsrate (75% Stand September 2021) gehört und die französischen Arbeitskräfte zu den effizientesten Europas zählen, sind es vor allem die weiterhin unterbrochenen internationalen und fehlenden regionalen Wertschöpfungsketten im Bereich Elektronik/Automotive, Holz und Stahl- bzw. Aluminiumprodukte die dem Reboot schwer zu schaffen machen. Tagesaktuelle Informationen zur COVID-Situation finden Sie hier.

Frankreich hat zwar in Hinsicht auf wirtschaftliche Unterstützungsmaßnahmen sehr schnell und massiv reagiert, die Rezession von 8% im Jahre 2020 war allerdings weit höher als jene anderer Eurozone-Länder. Frankreich schafft jedoch eine fulminante Aufholjagd und wird im kommenden Jahr wiederum der Wirtschafts-TGV Europas sein. Nunmehr schaltet man einen Gang höher und wechselt vom „Feuerwehreinsatz“-Modus auf „strategische Wirtschaftsarchitektur“: Die „Was es auch kostet“-Rettungsschirme werden nunmehr geschlossen und der französische Wirtschafts-/Finanzminister Bruno Le Maire fokussierte sein Augenmerk auf Aufbau-/Resilienzpläne in den wichtigsten nationalen Industrien.

Besondere Entwicklungen

Frankreich übernimmt mit Jänner 2022 den Vorsitz der nunmehr schon 13. Europäischen Ratspräsidentschaft der „Grand Nation“. Nicht nur für Staatspräsident Macron, der mitten im Wahlkampf stehen wird, sondern auch für die Europäische Union ist dies ein sehr bedeutender und strategischer Moment. Der Wunsch Frankreichs nach einem geeinteren und vor allem wirtschaftspolitisch souveräneren Europa steht dabei an vorderster Stelle. Der französische Staatssekretär für europäische Angelegenheiten Clément Beaune zielt vor allem auf ein Europa, das sich als Raum gemeinsamer Kulturen behauptet. Ein Europa, dessen Identität auf gemeinsamen Prinzipien und Werten basiert. Ein Europa, das alle Möglichkeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, des ökologischen und digitalen Wandels ausschöpft.

Es werden anlässlich der französischen EU-Präsidentschaft drei strategische Säulen seitens Frankreichs vorgestellt: 1. Neustart, 2. Souveränität, 3. Zugehörigkeit. Wichtige strategische Weichenstellungen sollen vorgenommen werden. Dazu gehören die Regulierung von digitalen Diensten, die Bereitstellung neuer Mittel für den Europa-Haushalt, die CO2-Grenzsteuer und der Schutz der Grenzen. Selbstverständlich wird auch das Thema Gesundheit, damit verbunden die finanzielle Dotierung der medizinischen Forschung in der EU, im Mittelpunkt stehen. Auch ist eine auf Jugendliche zugeschnittene Konferenz zur Zukunft Europas mit einem direkten Diskours der 450 Millionen EU-Bürgerinnen und -Bürger geplant. Ein ambitioniertes Programm, welches angesichts der Kräfteverschiebungen zwischen Deutschland und Frankreich sicherlich beachtenswert sein wird.

Zukünftige Schwerpunkte der Wirtschaftsförderung in Frankreich liegen auf: a. Umweltschutz (20,2 Mrd. Euro für eine Reduktion von 40% der CO2-Emissionen bis 2030); b. Gebäudesanierungen (5,8 Mrd. Euro); c. Biodiversität (2,1 Mrd. Euro); d. Grüne Infrastruktur und Mobilität (7,0 Mrd. Euro); e. Grüne Energie und Technologien (5,3 Mrd. Euro); f. Ausbau der französischen Wettbewerbsfähigkeit (5,6 Mrd. Euro); g. Unterstützung der Unternehmensfinanzierung und Eigenkapitalbasis (0,3 Mrd. Euro); h. technologische Unabhängigkeit/Souveränität und Resilienz (3,2 Mrd. Euro); i. Digitalisierung im öffentlichen und privaten Sektor; j. Kultur (2,1 Mrd. Euro); k. soziale und territoriale Kohäsion (15,2 Mrd. Euro); l. Jugend, Personen mit Behinderungen, Lehre (7,5 Mrd. Euro); m. Forschung, Gesundheitssektor (u.a. Verminderungen von Abhängigkeiten vom Ausland) (7,7 Mrd. Euro). Ein durchwegs breites und ambitioniertes Programm für die kommenden Jahre.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreich ist mit über 460 Niederlassungen und weiteren Filialen in Frankreich stark vertreten. Die rot-weiß-roten Unternehmen beschäftigen rund 18.900 Angestellte im Hexagon, Tendenz steigend. Wir erwarten aufgrund der weiterhin positiven Veränderungen der Rahmenbedingungen, insbesondere im Arbeitsrecht und dem hohen Potenzial des 67,1-Mio.-Einwohner-Marktes, der das Eingangstor in die Frankophonie ist, ein zunehmendes Interesse bei Firmengründungen und Entsendungen. Die Wiederaufnahme der direkten Nachtzugverbindung mit Mitte Dezember 2021 zwischen Wien und Paris macht Frankreich noch attraktiver und zieht vermehrt österreichische Unternehmen und Start-ups an. 
Frankreich bleibt y-o-y trotz COVID-bedingter Exporteinbußen der fünftwichtigste Exportmarkt Österreichs weltweit und der drittwichtigste in der EU, hinter Deutschland und Italien. Die unterjährige Betrachtung zeigt ein Aufholen des polnischen Marktes für österreichische Exporte. Das österreichische Aktivum in der Handelsbilanz mit Frankreich ist mit fast 2,5 Mrd. Euro (2020) eines der höchsten weltweit. Die österreichischen Exporte nach Frankreich basieren zwar auch auf sogenannten Sondereffekten bei der antizyklischen Lieferung von Hormonen, allerdings ist der positive Trend über fast alle Warengruppen weiterhin stimmig. Für das Geschäftsjahr 2021 wird allerdings mit einem Gesamtminus bei den rot-weiß-roten Exporten von 6% zu rechnen sein.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Frankreich (inkl. Exkurs Monaco)

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Paris für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Frankreich der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Aerospace/Sicherheit

Die französische Luft- und Raumfahrtindustrie deckt den gesamten zivilen und militärischen Bereich ab, Flugzeugbau, Motorenherstellung, Kabinenausstattung und Navigationsgeräte und Flughafeninfrastrukturen. die wichtigsten Hersteller sind Airbus, Airbus Helicopters und Dassault Aviation sowie Safran, Zodiac, Thales. Frankreich hat auch mehrere internationale Carrier. Insgesamt beschäftigt die Branche 350.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten in der Luft- und Raumfahrtindustrie bereits gut etabliert. Im Luftfahrtbereich bestehen Chancen insbesondere in der innovativen Ausstattung der Flugzeugkabine, bei Lightweight-Sitzplätzen, im On board Entertainment und On board-Konnektivität sowie bei der Digitalisierung und im Bereich Cyber-Security. Des weiteren wird der Bereich vorausschauende Instandhaltung und Reparatur sowie generell leichtere Materialien, Simulation aber auch User experience im Flughafen immer interessanter.

Automotive

Die französischen Automobilkonzerne PSA (Peugeot, Citroën und DS), Renault und Renault Trucks befinden sich weiter in einem Aufwärtstrend (+17 % auf 7,8 Mio. weltweit produzierte Fahrzeuge), und liegen europaweit in der Produktion auf dem zweiten resp. dritten Platz.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten in der Automobilindustrie bereits gut etabliert. Der Automobilsektor bietet Marktchancen bei Elektro- und Hybridfahrzeugen, sowohl in der Produktion als auch in der dazu erforderlichen Infrastruktur. So soll etwa der Bestand an Ladestationen bis 2022 von 20.000 auf 100.000 verfünffacht werden. Zunehmende Bedeutung gewinnt der Carsharing-Sektor.

Im Bereich Autonomes Fahren hat die Regierung den Automilkonzernen grünes Licht für Testfahrten in breitem Ausmass erteilt, wobei großes Augenmerk auf die gesicherte Konnektivität der Fahrzeuge gelegt wird. Big Data, künstliche Intelligenz, Infotainment, Augmented Editorial Experience sind nur einige der zukunftsträchtigen Bereiche.

Schienenverkehr

Mit 30.000 Schienenkilometern ist das französische Schienennetz das zweitgrößte in Europa und figuriert in internationalen Rankings als sechstbestes Schienennetz weltweit. Mit 3,8 Mio. Kunden pro Tag liegt der Sektor der Personenbeförderung in der Bedeutung weit über dem der Güterbeförderung. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF, Nummer 2 im Personenverkehr in Europa, wird in den nächsten Jahren mit der Marktöffnung konfrontiert sein. Auch der international tätige Pariser U-Bahn-Konzern RATP liegt in internationalen Rankings im Spitzenfeld.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten in der Eisenbahnbranche bereits gut etabliert. Der Lokomotivfahrer wird vom fahrerlosen Zug verdrängt, gleichzeitig wird die Marktöffnung auch eine Interoperabilität in der Streckenbenützung und im Datenaustausch zur Streckensicherheit, aber auch in der immer stärker werdenden vorausschauenden Wartung, erfordern.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Frankreich auch problemlos weiterläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Frankreich.

Das AußenwirtschaftsCenter Paris berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Frankreich haben. E paris@wko.at 

Tagesaktuelle News zu Frankreich und Monaco erhalten Sie auch online unter:

und auf unserer Webseite: wko.at/aussenwirtschaft/fr 

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