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Die französische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter Paris hat die wichtigsten Informationen zur französischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Der seit Mai 2017 für 5 Jahre regierende französische Staatspräsident, Emmanuel Macron, und seine zentristische Bewegung LaREM – La République en marche, hat inzwischen die Halbzeit seiner Regierungsperiode überschritten. Nach schwierigen Monaten der Gelbwesten-Proteste hat die Regierung in Hinsicht auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie sehr schnell mit wirtschaftlichen Unterstützungsmaßnahmen reagiert. Es wurde eine erweiterte Form der Kurzarbeit eingeführt – die auch sehr stark genutzt wurde. Darüber hinaus gab es Soforthilfen in Form von Direktzahlungen, staatlich garantierten Krediten, aber auch als Steueraufschub oder Steuerstundung.

Nach ersten allgemeinen Maßnahmen wurden Hilfspakete für einzelne, besonders betroffene Sektoren (z.B. Tourismus) erarbeitet. Insgesamt wurden für die ersten Hilfspakete EUR 470 Milliarden investiert. Am 4. September wurde dann ein langfristigeres und breiteres Konjunkturpaket „France Relance“ präsentiert.

Konjunkturpaket „France Relance“

Der Plan ist EUR 100 Milliarden schwer und umfasst etwa 70 Maßnahmen, die sich auf drei Hauptachsen konzentrieren: ökologischer Übergang, Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen sowie sozialer und territorialer Zusammenhalt. 160.000 Arbeitsplätze sollen damit 2021 geschaffen werden. Ziel ist, bereits 2022 auf das wirtschaftliche Niveau von Ende 2019 zurückzukehren. Auch einige der Regierungsversprechen finden sich in diesem Zusammenhang natürlich wieder, insbesondere Produktionssteuersenkungen, ökologische Umstellung, insbesondere durch thermische Sanierung, und Unterstützung der Jugendbeschäftigung. der Plan wird zu 40% aus Steuergeldern mitfinanziert.

Besondere Entwicklungen

Anfang Juni wird Jean Castex von Macron zum neuen Premierminister ernannt. Die Post-Covid Agenda bis 2022 bleibt den ursprünglichen Schwerpunkten treu und beinhaltet insbesondere folgende 7. Punkte:

  1. Beschäftigung & weiteres Senken der Arbeitslosigkeit: Ein Fokus liegt hier insbesondere auf der Senkung der Jugendarbeitslosigkeit. Es ist u.a. ein Bonus für die Einstellung von unter 25jährigen Personen geplant um jungen Menschen den Berufseinstieg zu erleichtern.
  2. Unterstützung der Wirtschaft: Hierzu wurde Anfang September der Unterstützungsplan France Relance iHv. EUR 100 Milliarden vorgestellt (s.u.). Die bisher geplanten Steuererleichterungen sollen unverändert durchgeführt werden (z.B. Senkung der Körperschaftssteuer)..
  3. Abbauen der #Covid Staatsschulden: Vom Unterstützungsprogramm France Relance wird ein schneller Return on Investment erwartet. Seine Auswirkungen auf die Staatsschulden sollen bis 2025 wieder vollkommen absorbiert sein.
  4. Aufbau einer ökologischen Marktwirtschaft: Auch Frankreich will grüner werden, genaugenommen die kohlenstoffärmste Wirtschaft in Europa. Es soll u.a. noch ein programme petite ville de demain mit entsprechenden Maßnahmen veröffentlicht werden.
  5. Reanimation des Gesundheitssektors und große Investitionen in das marode Spitalwesen: Zusätzlich zu den EUR 13 Mrd., die bereits für die Übernahme von Krankenhausschulden vorgesehen sind, sollen weitere EUR 6 Mrd. investiert werden um die Versorgungs-Qualität zu verbessern und den Schwerpunkt Richtung Prävention zu lenken.
  6. Umbau des SV- & Pensions-Systems: Die geplanten Reformen sollen trotz Gesundheitskrise umgesetzt werden. Durch Abschaffung von Sonderregelungen will man Einsparungen erzielen. Es wird jedoch explizit eine Rücksichtnahme auf derzeit Begünstigte angekündigt. Ein verstärkter Dialog mit den Sozialpartnern soll die Akzeptanz der Lösungen sichern.
  7. Weiterführung der Dezentralisation und Steigerung der territorialen Effizienz in Frankreich nach den Kriterien Dezentralisierung, Dekonzentration und Differenzierung.

Die französische Wirtschaft wird Ihre Dynamik – sobald es die Pandemie wieder erlaubt – erneut unter Beweis stellen. Der überaus starke Wirtschaftsanstieg von 18,3% im 3. Quartal 2020 lässt darauf schließen, dass Frankreichs Wirtschaft auch nach dem Herbst-Lockdown wieder schnell wachsen wird.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Mit einem bilateralen Handelsvolumen (inkl. Dienstleistungsexporte) von rund EUR 13 Mrd. war Frankreich auch 2019 und einem Zuwachs von +4,3% der fünftwichtigste Exportmarkt Österreichs weltweit und der drittwichtigste in der EU, hinter Deutschland und Italien. Das Aktivum in der Handelsbilanz mit Frankreich ist mit fast EUR 2,5 Mrd. eines der höchsten weltweit. Die österreichischen Exporte nach Frankreich basieren zwar auch auf sogenannten Sondereffekten bei der anti-zyklischen Lieferung von Hormonen, allerdings ist der positive Trend über fast alle Warengruppen weiterhin stimmig und führt zu einem bereinigten satten Exportplus von knapp 5%. 

Österreich ist mit 457 Niederlassungen und weiteren Filialen in Frankreich stark vertreten. Die rot-weiß-roten Unternehmen beschäftigen rund 18.900 Angestellte im Hexagon. Tendenz steigend. Wir erwarten aufgrund der geänderten Rahmenbedingungen, insbesondere im Arbeitsrecht, und dem hohen Potential des 66,9 Mio. Einwohner-Marktes, der das Eingangstor in die Frankophonie ist, ein zunehmendes Interesse bei Firmengründungen und Entsendungen. Frankreich wird auch aufgrund der knapp 150 Flugverbindungen pro Monat und der Steigerung der Flüge von AUSTRIAN seit Mai 2019 von 26 auf 39 Flügen in der Woche immer attraktiver und zieht vermehrt österreichische Unternehmen und Startups an. Die Flugverbindungen wurden mit 15. Juni 2020 wiederaufgenommen. Es gibt aktuell bereits wieder mehrere Direktverbindungen zwischen Österreich und Frankreich täglich.                                                                   

Mit seiner #AUTFRA LandingZone für österreichische Startups im AußenwirtschaftsCenter Paris, setzt das Büro im Geschäftsjahr 2020/2021 klar auf Innovation. Es werden österreichischen Jungunternehmen einerseits eine eigne LandingZone in Form eines Büros mit technischer Infrastruktur und vier Work-desks zur Verfügung gestellt; Weiters kann unmittelbar auf das Know-how und das Know-who der Fachmitarbeiter in den unterschiedlichsten „verticals“ direkt zuge-griffen werden. Als Clou bietet das AC Paris auch noch ein fein gewobenes, dicht-maschiges Netz an Kontakten und Verstärkern wie bspw. die Innovations-Abteilungen von handverlesenen CAC40 börsennotierten Unternehmen an, die ihre Hackatons und andere Events anbieten.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des  AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Frankreich (inkl. Exkurs Monaco)

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Paris für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Frankreich der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Aerospace/Sicherheit

Die französische Luft- und Raumfahrtindustrie deckt den gesamten zivilen und militärischen Bereich ab, Flugzeugbau, Motorenherstellung, Kabinenausstattung und Navigationsgeräte und Flughafeninfrastrukturen. die wichtigsten Hersteller sind Airbus, Airbus Helicopters und Dassault Aviation sowie Safran, Zodiac, Thales. Frankreich hat auch mehrere internationale Carrier. Insgesamt beschäftigt die Branche 350.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten in der Luft- und Raumfahrtindustrie bereits gut etabliert. Im Luftfahrtbereich bestehen Chancen insbesondere in der innovativen Ausstattung der Flugzeugkabine, bei Lightweight-Sitzplätzen, im On board Entertainment und On board-Konnektivität sowie bei der Digitalisierung und im Bereich Cyber-Security. Des weiteren wird der Bereich vorausschauende Instandhaltung und Reparatur sowie generell leichtere Materialien, Simulation aber auch User experience im Flughafen immer interessanter.

Automotive

Die französischen Automobilkonzerne PSA (Peugeot, Citroën und DS), Renault und Renault Trucks befinden sich weiter in einem Aufwärtstrend (+17% auf 7,8 Mio. weltweit produzierte Fahrzeuge), und liegen europaweit in der Produktion auf dem zweiten resp. dritten Platz.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten  in der Automobilindustrie bereits gut etabliert. Der Automobilsektor bietet Marktchancen bei Elektro- und Hybridfahrzeugen, sowohl in der Produktion als auch in der dazu erforderlichen Infrastruktur. So soll etwa der Bestand an Ladestationen bis 2022 von 20.000 auf 100.000 verfünffacht werden. Zunehmende Bedeutung gewinnt der Carsharing-Sektor.

Im Bereich Autonomes Fahren hat die Regierung den Automilkonzernen grünes Licht für Testfahrten in breitem Ausmass erteilt, wobei großes Augenmerk auf die gesicherte Konnektivität der Fahrzeuge gelegt wird. Big Data, künstliche Intelligenz, Infotainment, Augmented Editorial Experience sind nur einige der zukunftsträchtigen Bereiche.

Schienenverkehr

Mit 30.000 Schienenkilometern ist das französische Schienennetz das zweitgrößte in Europa und figuriert in internationalen Rankings als sechstbestes Schienennetz weltweit. Mit 3,8 Mio. Kunden pro Tag liegt der Sektor der Personenbeförderung in der Bedeutung weit über dem der Güterbeförderung. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF, Nummer 2 im Personenverkehr in Europa, wird in den nächsten Jahren mit der Marktöffnung konfrontiert sein. Auch der international tätige Pariser U-Bahn-Konzern RATP liegt in internationalen Rankings im Spitzenfeld.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Firmen sind als Zulieferanten in der Eisenbahnbranche bereits gut etabliert. Der Lokomotivfahrer wird vom fahrerlosen Zug verdrängt, gleichzeitig wird die Marktöffnung auch eine Interoperabilität in der Streckenbenützung und im Datenaustausch zur Streckensicherheit, aber auch in der immer stärker werdenden vorausschauenden Wartung, erfordern.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Frankreich auch problemlos weiterläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Frankreich.

Das AußenwirtschaftsCenter Paris berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Frankreich haben. E paris@wko.at 

Tagesaktuelle News zu Frankreich und Monaco erhalten Sie auch online unter:

und auf unserer Webseite: wko.at/aussenwirtschaft/fr 

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