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Die griechische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Athen hat die wichtigsten Informationen zur griechischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die griechische Wirtschaft befand sich seit 2017 auf einem Wachstumspfad. Der stete Aufwärtstrend wurde jedoch von der COVID-19-Pandemie unterbrochen. Nach einem realen BIP-Wachstum von 1,9% im Jahr 2019 und einer lebhaften Aktivität in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020, belasteten die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie das Wachstum. Es kam im ersten Halbjahr 2020 bei einem Minus von -7,9% zu liegen. Für das Gesamtjahr 2020 sehen die meisten Prognosen eine Rezession im höheren einstelligen Bereich voraus. Für 2021 wird bislang übereinstimmend eine rasche Erholung erwartet. Sämtliche Prognosen enthalten jedoch das Basisszenario, wonach es zu keinen weiteren Covid induzierten Einschränkungen kommt. Dies dürfte aus heutiger Sicht nur beschränkt der Fall sein. Die  EU Kommission geht jedenfalls in ihrer Herbst Wirtschaftsvorschau heuer von einem -9%igen Einbruch aus. Für 2021 und 2022 rechnet sie mit einem Wachstum von +5% bzw. +3,5%.  

Die relativ junge Regierung unter Premierminister Mitsotakis verordnete Griechenland im Frühjahr rechtzeitig einen völligen Lockdown. Die krisenerprobten Bürgerinnen und Bürger zogen mit. Das ehemals problemgeschüttelte Land wurde in der Pandemie zum Musterschüler. Vergleichsweise geringe Infektions- und Todesfälle ermöglichten frühe Lockerungen, die schrittweise ab dem 4. Mai einsetzten. Am 1. Juli öffnete sich das Land für den ausländischen Tourismus. Ein Anstieg der gemeldeten Fälle seit Anfang August zwang die Regierung jedoch, wieder strengere Maßnahmen im Hinblick auf soziale Abstandsregeln zu setzen und lokale Abriegelung vorzunehmen.

Infolge von Grenzschließungen, Quarantänebestimmungen und anderen einschneidenden Reisebeschränkungen blieb der Tourismus weit hinter den Erwartungen zurück. 2019 besuchten Griechenland noch 34 Millionen Touristinnen und Touristen. Als Griechenland am 1.7.2020 ankündigte, wieder für den Tourismus zu öffnen, hatte man für das Gesamtjahr 8 Millionen erwartet. Die Sommermonate machen in etwa 80% des Gesamtvolumens aus. Nach Angaben des griechischen Bürgerschutzministeriums wurden im Zeitraum Juli-Oktober 2020 allerdings nur 5,2 Millionen Einreisende registriert. Die Einnahmen beliefen sich 2019 noch auf 18,2 Milliarden Euro. Für dieses Jahr rechnen Branchenexperten mit lediglich 3 Milliarden Euro. Laut einem Bericht des Instituts für Tourismusforschung und Prognosen (ITEP), sperrten nur 60% aller Betriebe für die Tourismussaison 2020 auf.

Die Stilllegung der Wirtschaft kam mit enormen Kosten für Wirtschaft und Bevölkerung. Die Regierung begann daher mehrere Pakete zu schnüren. Zudem konnte sich das Land vom Frühjahr bis Herbst 2020 von den internationalen Märkten rund 10 Milliarden Euro zu verhältnismäßig günstigen Konditionen ausleihen. Griechenland verfügt zudem über ein Finanzpolster von immerhin 32 Milliarden Euro und ist bis 2023 durchfinanziert.

Der Wiederaufbau der Wirtschaft ist dank EU-Mitteln gesichert. Insgesamt hat Griechenland in den nächsten sieben Jahren Anspruch auf mehr als 70 Milliarden Euro an EU-Geldern. Etwa die Hälfte davon stehen im Zusammenhang mit dem EU-Konjunkturprogramm NGEU. Der Rest sind Strukturfonds aus dem EU-Haushalt 2021-2027.

Besondere Entwicklungen

Trotz Pandemie konnten zwei ausländische Mega-Investitionen an Land gezogen werden. Im Oktober verkündete Microsoft die Errichtung von drei neuen Datazentren. Unter allen bisherigen Standorten in Europa der globalen Cloud-Computing-Plattform Azure ist Griechenland der erste in Südosteuropa. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf eine Millarde US Dollar.

Das Unternehmen Mohegan Gaming & Entertainment erhielt den Zuschlag für die Errichtung inkl. 30-jähriger Betriebslizenz eines integrierten Resort-Kasinos, das auf dem ehemaligen Gelände des Hellinikon International Airport entstehen soll. Die gesamte Investition des Konsortiums mit dem lokalen Bauriesen GEK-Terna beträgt 1,1 Millarden Euro.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die österreichischen Warenausfuhren nach Griechenland erreichten gemäß endgültiger Gesamtjahresdaten der Statistik Austria 2019 mit 534,3 Millionen Euro (+24,1% gegenüber 2018) ein Zehnjahreshoch und damit wieder das Vorkrisen-Niveau.

Im Zeitraum Jänner-Juni 2020 gingen sie gemäß vorläufiger Daten der Statistik Austria um -9,8% zurück und erzielten damit ein Wertvolumen von 229,9 Millionen Euro.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Griechenland.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Athen für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Griechenland der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Agrarwirtschaft und Fischzucht

Die griechische Agrarwirtschaft und Fischzucht ist einer der am wenigsten von der Krise betroffenen Sektoren. Zuletzt trug er, mit einer Bruttowertschöpfung von insgesamt 6,7 Milliarden Euro, 3,7 % zum griechischen BIP bei. Aufgrund der großen Verflechtung mit der wichtigsten Industrie des Landes – der Nahrungsmittelindustrie – zählt er zu den Wachstumsmotoren der griechischen Wirtschaft.

Griechenland importiert Agrarprodukte aus der ganzen Welt (2017 ca. 4,4 Milliarden Euro), hauptsächlich jedoch von seinen EU-Partnern. Marktführer sind die Niederlande gefolgt von Deutschland, Bulgarien und Frankreich. Österreich hat einen Anteil von rund 1,1 %. Die nationale Marktkonzentration nimmt zu. Auf die zehn umsatzstärksten Unternehmen entfällt fast 60 % des Gesamtumsatzes, der bei rund 1,3 Milliarden Euro liegt.

Ein wesentlicher gesellschaftlicher Trend ist die Tatsache, dass es die junge Bevölkerung Griechenlands zurück in ihre Dörfer zieht. Somit entsteht eine neue Generation gut ausgebildeter Landwirtinnen und Landwirte mit ausgeprägtem Geschäftssinn.

Chancen für österreichische Unternehmen

Griechenland weist nicht zuletzt aufgrund seiner geografischen Lage und den idealen klimatischen Bedingungen ein großes Produktions-Potential auf. Infolge der aktuellen sozioökonomischen Verhältnisse entstehen zudem für österreichische Unternehmen objektive Marktchancen im griechischen Agrarsektor. Die derzeitige Marktstruktur – viele kleine Betriebe mit geringer Produktivität, primitiver Produktstandardisierung und kaum existierendem Branding – ist international begrenzt wettbewerbsfähig. Investitionen in die Aufstockung der Produktionskapazität zur Erzielung von Skaleneffekten sind nun dringend gefragt.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Agrarwirtschaft? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Athen.

Nahrungsmittel/Softdrinks

Die griechische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie entwickelt sich in den letzten Jahren insgesamt wieder positiv. Der Gesamtwert belief sich 2016 auf 9,1 Milliarden Euro (+0,9 % im Vgl. zu 2015). Mehr als 87 % der verkauften Produktionsmenge entfällt auf Nahrungsmittel (7,9 Milliarden Euro, +1,4 %). Die Getränkeherstellung kam bei 1,2 Milliarden Euro (-2,8 %) zu liegen. Die wertmäßig wichtigsten Erzeugnisse der griechischen Nahrungsmittelindustrie sind: Käse – vor allem Feta, Milch und Rahm, Weizenmehl, Joghurt, und Oliven. Die dominierenden Getränkeerzeugnisse sind: Bier, Erfrischungsgetränke – hauptsächlich Typ Cola, Mineralwasser, Wein und Liköre/andere Spirituosen– mit Ouzo als wichtigste Unterposition. Das gesamte vorhandene Absatzpotential des griechischen Nahrungsmittel- und Getränkesektors wird auf jährlich 15,1 Milliarden Euro geschätzt.

Der Sektor umfasst 678 Unternehmen mit veröffentlichten Geschäftszahlen für das Jahr 2016. Der konsolidierte Gesamtumsatz beträgt 9,6 Milliarden Euro. Auf die 20 umsatzstärksten Unternehmen entfällt ein Anteil von 39,1 % des Gesamtumsatzes. Die Marktkonzentration nahm im Vergleich zu 2015 (35,6 %) deutlich zu. Marktführer sind Coca-Cola (Jahresumsatz: 412 Millionen Euro) und Nestle (378 Millionen Euro). Es folgen der griechische Geflügelhersteller Nitsiakos (302 Millionen Euro), Soya Hellas (252 Millionen Euro), der Molkereiproduktehersteller Delta Foods (239 Millionen Euro) und die Athenian Brewery (230 Millionen Euro) auf den weiteren Top-Positionen. 

Nahezu alle internationalen Food-Trends finden Eingang in die griechische Gesellschaft. Biologische Nahrungsmittel werden jedoch eher als „gesund“ und weniger als „öko“ empfunden. Besonders große Hoffnungen werden auf den globalen Gesundheitstrend der „Mediterranen Ernährung“ gesetzt, wo griechische Lebensmittel eine führende Rolle spielen. Eine zunehmende Marktkonzentration, angetrieben von Fusionen und Übernahmen, wird im Nahrungsmittel-und Getränkesektor erwartet. Durch Zusammenschlüsse einzelner Firmen unter gemeinsamen Markennamen könnten Skaleneffekte in der Produktion, Kostenreduzierungen und gezieltere Marketingstrategien gewährleistet werden. In den nächsten fünf Jahren ist demnach mit moderaten Wachstumsraten zu rechnen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Die griechische Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist traditionell ein guter Zielmarkt für Lieferungen österreichischer Maschinen, Geräte und Know-how-Transfers. Aufgrund der aktuellen Wirtschaftslage entstehen für österreichische Unternehmen objektive Chancen, direkt in die griechische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie zu investieren. Aufstockungen der Produktionskapazität zur Erzielung von Skaleneffekten sind nun dringend gefragt. Es bieten sich daher der Ankauf und Ausbau bzw. Modernisierung bestehender Standardisierungsanlagen an, wo österreichische Unternehmen über ein enormes Know-How verfügen. Ein weiterer ausbaufähiger Aspekt ist die Verpackung. Hier entstehen Chancen für die österreichische Verpackungs- und Designindustrie.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel/Softdrinks? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Athen.

Software & ΙΤ/Telekommunikation (IKT)

Trotz aller Schwierigkeiten in der jüngsten Vergangenheit konnte die griechische IT/Software- bzw. Startup-Szene einige internationale Erfolgsgeschichten aufweisen (z.B. Taxibeat, Workable, e-food). Diese haben nicht zuletzt das Interesse großer internationaler IT-Konzerne hervorgerufen. Tesla beispielsweise hat ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Griechenland eröffnet. Der griechische IKT-Sektor hat sich insgesamt als ziemlich krisenresistent erwiesen und trägt konstant mehr als 3 % zum griechischen BIP bei (2016 ca. 5,4 Mrd. Euro). Aufgrund der engen Verflechtung mit nahezu allen Facetten des gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens, sowie angesichts des objektiven Nachholbedarfs, der im Vergleich zum EU-Durchschnitt zweifelsohne besteht, wird der IKT-Sektor als ein naheliegender, realistischer "Wachstumspool" für die griechische Wirtschaft angesehen. Demzufolge wird er auch als wichtiger Treiber für die notwendige Reformierung des Landes behandelt.

Griechenland importierte 2017 IKT-Equipment im Wert von 2,0 Mrd. Εuro global aus insgesamt 108 Ländern, hauptsächlich jedoch von China, seinen EU-Partnern Niederlande und Deutschland sowie Vietnam. Österreich belegte hier den 14. Platz mit einem Anteil von rund 1,8 %. Die nationale Konkurrenzsituation spitzt sich im IT-Dienstleistungssektor zu. Nach zuletzt veröffentlichten und konsolidierten Geschäftszahlen von 2016 erwirtschafteten 237 Unternehmen einen Gesamtumsatz von 727,9 Mio. Euro.

Die wichtigsten Trends sind: Mobilität (getrieben von der großen Marktpenetration von Smartphones und Tablets), Social Media (durch die große Beliebtheit von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und YouTube – besonders bei der Generation Y), Cloud Computing und die Nutzung von Open Data (für die Entwicklung neuer Geschäftsideen). Weitere globale Trends wie IoT, 3D-Printing und 5G-Telekommunikationsnetzwerke treten ebenfalls sukzessive ein. Nicht zuletzt wäre da noch E-Commerce zu nennen. Der Gesamtumsatz durch E-Commerce B2C-Verkäufe verzeichnet im vergangenen Jahr ein Plus von bis zu 20 % und erreichte die 5 Mrd. Euro. Derselbe positive Trend wird auch für das laufende Jahr erwartet. Das kurz- und mittelfristige Potential des griechischen E-Marktes wird auf über 6 Mrd. Euro geschätzt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Als Hauptargument für Griechenland gilt das exzellent ausgebildete Humankapital an IT-Spezialisten. Aufgrund des flächendeckenden Mangels an qualifiziertem IT-Fachpersonal in Österreich – bietet sich in erster Linie die Chance der Mitarbeiterakquirierung in Griechenland an. 

Im Verhältnis zu den lokalen Arbeitsbedingungen besteht im Land ein Überschuss an auszubildenden IT-Expertinnen und Experten sowie ein Pool an exzellent ausgebildetem Humankapital, mit ausgeprägtem mathematischen Grundverständnis und grundliegendem Out-of-the-box-thinking, welches außerordentlich kreativ und affin für neue Technologien ist. Die junge Generation griechischer MINT-Fachkräfte ist darauf eingestellt schnell, flexibel und effektiv sowohl selbstständig als auch in kleinen Teams zu arbeiten – auch unter intensiveren Bedingungen, wenn zur Zielerreichung benötigt. Durch die verinnerlichte EU-Kultur ist sie sehr anpassungsfähig und verfügt standardgemäß über sehr gute Englischkenntnisse. Die Bereitschaft langfristig in Österreich zu arbeiten und die deutsche Sprache, falls noch keine Kenntnisse vorliegen, zu erlernen ist sehr hoch.

In Kombination mit den nun vorliegenden – sehr attraktiven – Kostenstrukturen enstehen aber auch im griechischen Markt Chancen für österreichische Unternehmen. Aufgrund der derzeitigen finanziellen Lage ergibt sich für österreichische Unternehmen evtl. genau der richtige Zeitpunkt für eine Akquisition oder ein Joint Venture mit einem etablierten KMU oder einem der vielversprechenden griechischen Startups aus der IKT-Branche. Griechenland ist nicht nur als Produktionsstandort, sondern auch als Forschungs-/Entwicklungs-Hub und aufgrund der geostrategisch günstigen Lage für die Erschließung benachbarter Märkte in der Region zunehmend interessant geworden.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Software & IT? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Athen.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Griechenland problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Athen anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Griechenland.

Das AußenwirtschaftsCenter Athen berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Griechenland haben.

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