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Die iranische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Teheran hat die wichtigsten Informationen zur iranischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die iranische Wirtschaft steht vor einigen Herausforderungen. Es wird nach dem negativen BIP-Wachstum 2018 2019 ein weiterer Rückgang erwartet, zudem befürchtetman einen witeren der Währungsverfall des Rial, und die Inflation steigt konstant.

Besondere Entwicklungen

Mit 4. November hat die USA alle Sanktionen gegen den Iran wiedereingesetzt – auch teilweise die Sekundärsanktionen. Es gibt Ausnahmen für u. a. humanitäre Güter und die europäische Lösung INSTEX für eine teilweise Darstellung des Zahlungsverkehrs soll in absehbarer Zeit operativ sein.

Wirtschaftsbeziehung zu Österreich

Die Exporte in den Iran gingen 2018 um 11,1 % zurück. Die Importe vom Iran nahmen im gleichen Zeitraum um 278 % zu, allerdings ist dies auf die letzten Öllieferungen vor der Einsetzung der US-Sanktionen zurückzuführen.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus dem Iran

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Teheran für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Iran der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Durch den Ausstieg der USA aus dem Atomankommen JCPOA und die einseitige Wiedereinführung der Sanktionen gegen den Iran, die vielfach mit der Drohung einer exterritorialen Anwendung amerikanischer Strafbestimmungen verbunden sind, ist die iranische Wirtschaft in vielen Bereichen schweren Behinderungen ausgesetzt. Besonders gilt dies für die ausdrücklich sanktionierten Bereiche der Ölförderung, Petrochemie und der Automobilindustrie, aber auch alle anderen Bereiche der produzierenden Industrie leiden unter den Erschwernissen bei der Beschaffung von Vormaterialien, Maschinen und Anlagen, und des Exportes der erzeugten Produkte.

Für die Dauer der Sanktionen hat das AußenwirtschaftsCenter Teheran daher seinen Arbeitsschwerpunkt auf Sektoren gelegt, in denen die Behinderungen durch die US-Sanktionen verhältnismäßig gering ausfallen.

Tourismus Know How & Infrastruktur

Der Iran hat eine sehr reiche Geschichte und Kultur, die über die Jahrtausende hinweg auch zahlreiche besichtigbare Reste hinterlassen hat. Die Verwaltung und Nutzung aller dieser Kunst- und Kulturdenkmäler, Museen, etc. ist aber vielfach sehr rudimentär, manchmal gibt es ein Wächterhäuschen, manchmal eine. Nicht einmal die bekanntesten Museen und Sehenswürdigkeiten haben ein kommerzielles Umfeld, kein Museumsshop, keine nennenswerten Publikationen, Postkarten, Andenken. Auch existiert kein Angebot an Kinder- und Jugendprogrammen oder ähnliche „special interest“ Angebote, keine Vereine der Freunde und Förderer usw.

Auch von seiner abwechslungsreichen Geographie bietet der Iran beste Voraussetzungen für ein reichhaltiges touristisches Angebot. Strände, Wüsten, Berge (der höchste Gipfel ist auf über 5600m) und vielfältige Natur- und Kulturlandschaften sind touristisch oft noch ungenutzt, oder ihre Nutzung ist schlecht organisiert, was unter anderem zu Beschädigungen und Zerstörungen führt, die eine nachhaltige Nutzung zum Problem werden lassen.

Der Inlandstourismus im Iran ist verhältnismäßig stark entwickelt. Viele Iraner sind daran interessiert, ihr Land besser kennenzulernen. Auch der Pilgertourismus spielt eine große Rolle, die Stadt Mashad empfängt jedes Jahr rund 20 Millionen Pilger, gut 90 % davon aus dem Inland. 

Zum Gesundheits- und Medizintourismus s.u.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der Iran ist sehr um die Förderung des Tourismus bemüht, einerseits um diesen als Einnahmequelle zu erschließen, andrerseits auch als Möglichkeit, die internationale Isolation und schlechte Presse zu verringern. Für österreichische Unternehmen biete sich hier eine ausgezeichnete Möglichkeit, ihr Know How und ihre Produkte anzubieten, der gute Ruf Österreichs als Tourismusdestination, der auch im Iran besteht, bildet hier einen Startvorteil gegenüber der internationalen Konkurrenz.

Beratung

Der Iran verfügt über ein vergleichsweise gutes Schul- und Ausbildungssystem und eine relativ breit aufgestellte wirtschaftliche Basis. Durch die politische Situation der letzten Jahre und Jahrzehnte waren sowohl Lehreinrichtungen wie auch Unternehmen vielfach gezwungen, in relativer Isolation zu arbeiten. Die verschiedenen Sanktionen führten dazu, dass im Iran Neuerungen im Ausland zwar rezipiert werden konnten, aber oft keine Möglichkeit zu ihrer praktischen Umsetzung gegeben waren und auch noch nicht sind. Die technische Ausstattung ist in vielen Bereichen veraltet, und die Möglichkeiten, die sich durch Automatisation, Digitalisierung, Industrie 4.0 etc. ergeben, konnten nicht erprobt und umgesetzt werden.

In vielen Bereichen hat die Isolation dazu geführt, dass iranische Erzeugnisse nicht auf dem Weltmarkt vertrieben werden konnten, dadurch fehlt vielfach die Erfahrung über den Umgang mit den Erfordernissen des internationalen Geschäfts. Dies betrifft einerseits die Ansprüche an Anmutung und Qualität der internationalen Märkte, andrerseits auch die administrativen Voraussetzungen für internationale Aktivitäten, wie Ursprungszeugnisse, RohS, etc., usw. Außerdem fehlt es vielfach an Wissen über potentielle Absatzmärkte. Hiervon sind vor allem KMUs, die Fertigprodukte erzeugen, betroffen, weniger die großen staatlichen Exporteure von Roh- und Vormaterialien aus dem Energie- und Petrochemiebereich.

Chancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Konsulenten im Bereich Industriemodernisierung und Export gibt es im Iran ein großes Betätigungsfeld. Die so ausgearbeiteten Konzepte würden es bei ihrer Umsetzung iranischen Unternehmen ermöglichen, im In- und Ausland konkurrenzfähiger aufzutreten, und die erwirtschafteten zusätzlichen Einnahmen würden Investitionen ermöglichen, von denen ein Teil auch österreichischen Lieferanten zugutekäme.

Life Science & Pharma / Medizintechnik & Laborbedarf

Der Bereich Gesundheit ist, was die Lieferung von Medikamenten und medizinischen Geräten anlangt, ausdrücklich von den amerikanischen Sanktionen ausgenommen, sodass Unternehmen, die in diesem Bereich mit dem Iran Geschäfte tätigen, keine Angst vor amerikanischen Strafen, insbesonders einem Ausschluss vom amerikanischen Markt haben müssen, sofern sie nicht mit individuell sanktionierten Personen und Institutionen zusammenarbeiten.

Das iranische Gesundheitssystem ist nicht zuletzt durch die in den letzten Jahren eingeführte, fast die gesamte Bevölkerung umfassende Sozialversicherung breit aufgestellt, die Ausbildung der Ärzte, Pharmazeuten und des medizinischen Personals gilt als gut. Im Bereich der medizinischen Versorgung der Bevölkerung gibt es zahlreiche Projekte für die Neuerrichtung oder Renovierung von Versorgungseinrichtungen, sowohl von staatlicher wie von privater Seite. Die Palette reicht dabei von der Verbesserung der medizinischen Basisversorgung der Landbevölkerung bis zu Zentren der Nuklearmedizin.

 Hoffnungen setzt man von iranischer Seite auch in den Medizin- und Gesundheitstourismus, wobei der im Iran weitverbreiteten kosmetischen Chirurgie eine besondere Rolle zukommt. Ausgezeichnete Voraussetzungen bestehen auch für die Nutzung der lokalen Thermal- und Heilquellen

Chancen für österreichische Unternehmen

Die Lieferung von medizinischen Geräten und Medikamenten ist einer der wenigen Bereiche, die von der Drohung der Anwendung amerikanischer Strafmaßnahmen weitgehend verschont geblieben sind. Von iranischer Seite wird der medizinischen Versorgung der Bevölkerung Priorität eingeräumt, was unter anderem zu einer bevorzugten Zuteilung von Devisen führt. Österreichische Unternehmen haben in diesem Bereich einen ausgezeichneten Ruf, sowohl was die Qualität ihrer Produkte, als auch was ihre Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit als Geschäftspartner betrifft. Gerade bei staatlichen Stellen wirkt auch die österreichische Unterstützung für die Opfer der Chemiewaffenangriffe im Krieg mit dem Irak, von denen viele in Österreich behandelt wurden, noch stark nach und sorgt für einen Sympathiebonus für Österreich.

Die Umsetzung der Projekte für medizinische Großeinrichtungen ist von der Wiedereinführung der amerikanischen Sanktionen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Es ist allerdings zu erwarten, dass bei einer Verbesserung der Situation diese vordringlich wiederaufgenommen werden.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung im Iran problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Teheran anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Iran.

Das AußenwirtschaftsCenter Teheran berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zum Iran haben.