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Die japanische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Tokio hat die wichtigsten Informationen zur japanischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Nach nun über sechs Jahren Regierung Abe und Wirtschaftsprogramm „Abenomics“ lässt sich eine durchwachsene Bilanz ziehen. Innerparteilich konnte sich Premier Abe in einer Führungswahl seiner Partei im Herbst 2018 klar gegenüber Herausforderern durchsetzen; seine Mischung aus hohen Budgetausgaben und entsprechenden Budgetdefiziten, regulatorischen Reformen in manchen Schlüsselindustrien und Absenkung der Körperschaftssteuern bei gleichzeitiger Anhebung der Verbrauchssteuern bleibt damit bis auf Weiteres bestimmend für die japanische Wirtschaft.

Das relativ schwache BIP-Wachstum von knapp 1% kommt aufgrund globaler Nachfrageschwächen und Rückgang der eigenen Bevölkerung wenig überraschend. Nicht oder wenig betroffen sind die japanischen (Groß-)Unternehmen, die weiterhin hohe Profite einfahren, im Ausland zukaufen aber Investitionen in Japan hintanstellen. Ausnahmen in diesem Bereich sind japanische Konsumgüterkonzerne, die aufgrund starker Nachfrage – teilweise angekurbelt vom Einkaufstourismus asiatischer Besucher – wieder vermehrt auf „made in Japan“ und damit Produktionsanlagen in Japan setzen.

Bestimmende Wirtschaftsthemen im Jahr 2019 in Japan werden u.a. sein: Anhebung der Verbrauchssteuer im Herbst 2019 auf 10%, Endphase der Vorbereitungen für die olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio, Vergabe der Lizenzen für vermutlich drei große Integrated Resortprojekte (Megaprojekte mit Casinos plus Hotel- und Freizeitanlagen), Beginn eines neu eingeführten Gastarbeiterregimes für ungelernte Hilfskräfte und Freihandelsabkommen (dazu unten mehr).

Besondere Entwicklungen

Als wichtigstes Ereignis gilt zweifellos die Umsetzung des mit 1.2. 2019 in Kraft getretenen Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan. In vielen Bereichen zeigt sich schon nach einigen Wochen erheblicher Informations- und Gesprächsbedarf, was die alltägliche Praxis der Umsetzung des hunderte Seiten umfassenden Vertrags betrifft. Besonders im mühsam erkämpften Bereich der Wegfall oder stufenweisen Verringerung von Zollgebühren für landwirtschaftliche Produkte ist die Eingewöhnungsphase noch sehr holprig.

Heißes Gesprächsthema bei japanischen Großunternehmen ist auch der bevorstehende Brexit – ein überwiegender Teil der japanischen Großkonzerne hat die eigene Europazentrale im Vereinigten Königreich sitzen. Nachdem sich der Finanzbereich schon länger vorbereitet hat, ziehen nun auch die letzten Optimisten unter den japanischen Industrieunternehmen nach und evaluieren eine zumindest teilweise Verlagerung der eigenen Geschäftstätigkeiten in andere europäische Hauptstädte.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Mit einem jährlichen Handelsvolumen von knapp unter 4 Mrd. Euro bleibt Japan nach China mit Abstand der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Österreichs in Asien. In der Hitparade der österreichischen Exportmärkte in Übersee liegen nur die USA und China vor Japan.

Das Exportwachstum nach Japan setzt damit einen langjährigen Trend fort. In 2018 wurden Produkte im Wert von ca. 1,66 Mrd. Euro nach Japan geliefert. Wichtigste Exportgüter bleiben PKW, Holz- und Holzwaren, Beschläge für die Möbelindustrie, Pharmazeutika, Fruchtsäfte, Schweinefleisch etc. Eine Palette von über 1.360 Exporten mit über 80% KMU.

Bei den Importen aus Japan gab es ein Wachstum von ca. 5%, zumindest was die ersten neun Monate 2018 betrifft. Stark gefragt waren PKW, Bagger und Planierraupen, Akkus, Elektrotechnik etc.

Auch bei den Dienstleistungsexporten gab es 2018 einen deutlichen Überschuss von 137 Mio. Euro, dominiert vom Tourismus.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Japan.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Tokio für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Japan der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Medizintechnik & Laborbedarf

Medizintechnik ist der Fachbereich, der sich mit der Anwendung technischer Geräte, Ausrüstungen und Verfahren für die Diagnostik, Behandlung und Prävention von Krankheiten befasst.

Der japanische Markt für Medizintechnik wird mit 30 Mrd. Euro beziffert. Der Import von medizintechnischen Geräten übersteigt bei weitem den Export aus Japan von knapp über 5 Mrd. Euro.

Seit Beginn der Abe II Regierung in 2012 gilt die Pharmazie und Medizintechnik als Schlüsselindustrie für die weitere wirtschaftliche Entwicklung Japans. Aufgrund der vorangeschrittenen Alterung der japanischen Gesellschaft, sieht man sich als Vorreiter in vielen Krankheitsbereichen – altersbedingte Erkrankungen, Krebserkrankungen u.Ä. stehen im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Die Regierung versucht durch ein Bündel an Maßnahmen, die Medizinindustrie voranzutreiben. Dazu zählen vermehrte Förderungen aber auch Deregulierungen und administrative Maßnahmen wie ein massives Aufstocken des Personalstandes der japanischen Zulassungsbehörde PMDA. 

Im November 2014 trat der PMDAct – Pharmaceutical and Medical Device Act in Kraft, welcher zahlreiche Erleichterungen bei der Einführung von neuen Produkten gewährleistet und endlich die lang überfällige Trennung von Pharma- und Medizintechnikprodukten auf legislativer Ebene brachte.

Weiters tritt mit 1. Februar 2019 das EU-Economic Partnership Agreement (EPA) in Kraft, mit dem fast alle EU-Produkte in Japan (und umgekehrt) zollfrei eingeführt werden; viele sofort bei Inkrafttreten, andere mit Übergangsfristen. Ein Großteil der technischen Geräte war allerdings auch schon vor dem EPA nur gering oder gar nicht mit Zollabgaben belastet.

Ähnlich wie in der EU wird in Japan bei medizinischen Geräten je nach Risikograd für Leben und Gesundheit zwischen vier Sicherheitsstufen unterschieden. Klasse 1 – Produkte (geringes Sicherheits- bzw. Versagensrisiko) benötigen keine individuelle Prokuktzulassung; eine bloße Benachrichtigung an die japanische Behörde ist ausreichend, während die Produkte der übrigen Klassen Zertifizierungen und gegebenfalls Genehmigungen verlangen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Der dramatische Wandel in der japanischen Gesellschaft mit immer mehr Senioren und Pflegebedürftigen bietet im Gesundheitsbereich auch für österreichische Unternehmen enormes wirtschaftliches Potential. Bereits jetzt ist Japan nach den USA der zweitgrößte Markt für Medizintechnik.

Eine hohe Nachfrage lässt sich u.a. bei implantierbarer Technik wie künstliche Herzen, Biochips für Diagnosezwecke, Diagnose- und Behandlungsapparaten mit molekulaerer Technik und regenerativer Medizin ablesen.

Österreich verfügt über eines der weltbesten Gesundheitssysteme, exzellente Forschungseinrichtungen und gut ausgebildetet Ingenieure.

Die japanische Regierung ist fortwährend bemüht, die rechtlichen Rahmenbedingungen mit internationalen Standards zu harmonisieren, deshalb haben ausländische Produkte in dieser Branche ausgezeichnete Chancen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Medizintechnik & Laborbedarf? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Tokio

Forst/Holzwirtschaft

Holzindustrie im Folgenden umfasst die Fachbereiche Bauholz, Forsttechnik und Biomassetechnologie – das heißt jene Bereiche, die sich mit der Ausrüstung für die Forstwirtschaft, der Holzernte- und rückung, sowie der Anwendung von Holz als erneuerbare Energiequelle befassen.

Im japanischen Markt werden jedes Jahr etwa 75 Mio. Kubikmeter Bauholz genutzt. Der überwiegende Teil davon, ca. 65%, wird, die Sebstversorgungsquote liegt entsprechend bei lediglich 35%. Aufgeteilt auf einzelne Holzarten dominieren Laubhölzer mit ca. 40% und bei Nadelhölzern die japanische Sicheltanne („Sugi“) mit 21% und die Scheinzypresse („Hinoki“) mit 12%. Kiefer und Lärche sind ebenfalls gefragt (ca. 4% bzw. 8%). Die restlichen 8% sind sonstige Nadelhölzer (2%) bzw. andere Holzarten. Die starke Nachfrage stammt zum Großteil aus der Bauindustrie – über die Hälfte aller Wohnungsbauten nutzen den Werkstoff Holz stark. In Zahlen waren dies in 2017 etwa 535.366 Baueinheiten, die Holz als wesentlichen Baustoff nutzen.

Das japanische Fachblatt „Japan Lumber Journal“ bezifferte z.B. Marktpreise für importiertes „kudabashira“ (Whitewood 105 mm sq., 5-ply) mit 15,20 Euro pro Stück. Der Preis ist im letzten Quartal 2018 stabil geblieben. Marktpreise für europäisches Lamellenholz liegen 320 Euro pro Kubikmeter.

Österreichische Anbieter konnten sich einen beachtlichen Marktanteil erobern und lieferten Holzprodukte im Wert von etwa 195 Mio. Euro nach Japan. Weiterführende Informationen dazu finden Sie in unserem Webinar Holzmarkt Japan: Erfolgreich in Österreichs wichtigstem Übersee-Holzmarkt.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Eine wesentliche Rahmenbedingung für den Markteintritt im Bereich Bauholz ist die sogenannte F☆☆☆☆ (Formaldehyd 0,4mg/L) Zertifizierung. Die Sparte „engineered wood“, sprich Kreuzlamellenholz (CLT) und hybride Baustoffe sowie sonstige innovative „smarte“ modulare Bauelemente (z.B. mit eingebauten Sensoren) boomt derzeit in Japan. Gemäß einem Fachexperten und Vertrauensmann des AußenwirtschaftsCenters Tokio, Prof. Naoto Ando der Tokio Universität, wird dieses Jahrhundert in Japan eine „Ära des Holzes“ sein. Ein Paradebeispiel dafür, wie weit hinaus Japan mit dem Baustoff Holz will ist das geplante 70-Stockwerke „W350“ Hochhaus. In dem 350 Meter hohen Gebäude sollen Hotels, Büros und Wohnungen entstehen, verbaute Holzmenge: ca. 185.000 m³

Neben seinem Nutzen als Baustoff, sind noch die beiden Bereiche Forsttechnik und Biomassetechnologie interessant.

Japan hat einen Waldanteil von fast 70%. Dieser riesige Bestand wird aber völlig ineffizient genutzt. Entweder die Nutzung erfolgt mittels veralteter Technologien und Wissen oder die Wälder werden überhaupt ungenutzt gelassen. Mehrere Faktoren haben in den letzten Jahren ein Umdenken in diesem Bereich bewirkt – dazu zählen die Energiekrise und Rückbesinnung auf erneuerbare Energien im Folge der Atomkatastophe von Fukushima, die Möglichkeit durch Biomasse und Co. lokale Arbeitsplätze zu schaffen, um der Urbanisierung entgegenzuwirken, und steigende Nutzung von Hitech und IOT, welche die Arbeit im Wald auch für junge Japaner wieder attraktiver macht.

Dementsprechend ergeben sich teilweise unterstützt durch regionale oder staatliche Förderprogramme sehr gute Möglichkeiten für österreichische Technologie- und Dienstleistungsexporte (Schulung von Förstern etc.).

Österreich hat all diesen Bereichen einen exzellenten Ruf und eine starke Marktposition. Gefragt sind außerdem nicht nur Produkte, Maschinen und Anlagen sonder auch das notwendige Knowhow und Bildung. Für Anbieter von Engineering Dienstleistungen sowie Weiterbildungskurse ergeben sich ebenso gute Marktchancen.

Am besten kontaktieren Sie uns direkt, um die Exportmöglichkeiten für Ihre Produkte zu besprechen!

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Japan problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Tokio anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Japan.

Das AußenwirtschaftsCenter Tokio berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Japan haben.