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Die kenianische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Nairobi hat die wichtigsten Informationen zur kenianischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Kenia zählt nach Nigeria und Südafrika mit einem BIP von USD 96,5 Mrd. zu den größten drei Volkswirtschaften in Sub-Sahara-Afrika. Über das vergangene Jahrzehnt betrachtet steigt der Wohlstand beständig, auch die Entwicklung im Human Development Index ist beachtlich (2005: 0,49, 2017: 0,59). Es leben allerdings noch ca. 11 Mio. Kenianer, d.s. ca. 23 % der Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze (USD 1,90/Tag). Der Unterschied Stadt-Land ist besonders groß, dennoch liegt die Urbanisierungsrate erst bei unter 30 %. Hier ist über die nächsten Jahre mit einem Ausbau zu rechnen, damit einhergehend zahlreiche Infrastruktur- sowie Wohnbauprojekte. 

Zum BIP trägt der Agrarsektor ca. 35 %, die Industrie ca. 17 % und der Dienstleistungssektor, besonders durch Tourismus und Finanzwirtschaft, etwa 44 % bei.  

Besondere Entwicklungen 

In seiner zweiten Amtszeit (2017-22) hat sich Präsident Uhuru Kenyatta der Umsetzung der Agenda der „Big 4“ verschrieben, diese sind: Lebensmittelsicherheit, Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Ausbau der verarbeitenden Industrie. Diese vier großen Pfeiler werden in Teilprojekte heruntergebrochen und stellen die Leitlinien für alle größeren staatlich beauftragten Projekte dar. Viele davon sind Bau- und Infrastrukturprojekte, bspw. der Bau des Flussdamms Thiba, der die gesamtjährliche Bewässerung und somit Erhöhung der Lebensmittelsicherheit gewährleisten soll. 

Der Launch von M-Pesa 2007 hat in Kenia eine echte Disruption der Fintech Branche ausgelöst, seither hat sich Nairobi zu einem bedeutenden Start-up and New Technology Zentrum für die gesamte Region Ostafrika herausgebildet. Es gibt zahlreiche Start-up Hubs und Co-Working Spaces in Nairobi, von welchen aus weitere Innovationen entwickelt werden. Besonders bekannte Beispiele sind Cellulant (Mobile Wallet für Landwirte), Tala (Micro-Sofortkredite über das Smartphone) und Bitsoko (Blockchain Lösung für Mobile Money). 

Auch Kenia ist nicht von der Corona-Krise verschont geblieben. Der Präsident versucht, die Bevölkerung durch einen Aufruf zu social distancing sowie nächtlichen Ausgangssperre vor einer großflächigen Krankheits-Ausbreitung zu bewahren. Ein kompletter Lockdown hätte massive wirtschaftliche und soziale Auswirkungen. 60 % der Bevölkerung lebt von dem Geld, das sie am selben Tag verdienen – Reserven gibt es nicht. Schnittblumen und Tourismus sind die größten Devisenbringer, allerdings kauft seit der Corona-Krise ganz Europa praktisch keine Blumen mehr – 350.000 Tagelöhner wurden von den Farmen nachhause geschickt, 1,5 Mio. Kenianer arbeiten im Tourismus – bis auf weiteres wissen diese Menschen nicht, wie sie sich und ihre Familien ernähren sollen.

Am 25.03.2020 hat der Präsident umfangreiche Maßnahmen erlassen, um die Wirtschaft zu unterstützen. Sowohl die Nachfrage nach Exporten als auch die Innennachfrage sind eingebrochen, weshalb mit Importerleichterungen sowie steuerlichen Maßnahmen versucht wird, die Nachfrage zu stützen. So wurde bspw. die Mehrwertsteuer von 16 % auf 14 % gesenkt und die untersten Einkommen zu 100 % von der Einkommenssteuer befreit. 

Um ein Zeichen zu setzen, haben sich auch der Präsident, Vizepräsident sowie Minister und hohe Beamte bedeutende Einkommenseinbußen auferlegt, so verzichten bspw. Präsident und Vizepräsident auf 80 % ihres Gehalts, Minister müssen 30 % Gehaltskürzungen hinnehmen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

2019 sind die österreichischen Exporte nach Kenia von EUR 23,4 Mio. auf EUR 36,5 Mio. gestiegen. Dies entspricht einem Zuwachs von knapp 56,2 %. Grund dafür sind Lieferungen aus den verschiedensten Warengruppen, es handelt sich also nicht nur um den Anstieg aufgrund eines einzelnen Großprojekts. 

Beachtliche Zuwächse verzeichneten insb. Maschinenlieferungen mit einem Wert von fast 10 Mio. EUR (+260 %), Kunststoffbearbeitungsmaschinen machten allein davon ca. ein Drittel aus. Auch die Ausfuhren von Papier und Pappe konnten auf fast 2,5 Mio. EUR verdoppelt werden. Optische, photographische Geräte, Meß- und Prüfinstrumente (medizinisch-therapeutische Geräte aller Art) trugen 4 Mio. EUR zum Exportvolumen bei, zusätzlich wurden Sport- und Jagdgewehre im Wert von 2,6 Mio. EUR sowie Kleinflugzeuge im Wert von EUR 2 Mio. verkauft. 

Auch im Jahr davor konnten die österreichischen Exporte bereits um +37 % zulegen, die Importe stiegen um 16 %. Insgesamt befindet sich das Handelsvolumen zwischen Österreich und Kenia im Aufwärtstrend, die Handelsbilanz weist seit vielen Jahren einen Überschuss für Österreich auf.

Die Importe blieben 2019 konstant und legten nur um 1,9 % zu, importiert wurden – gleich wie im Jahr zuvor hauptsächlich Schnittblumen (beinahe 2/3 aller Importe) sowie Früchte (hauptsächlich Avocado), Gemüse (Erbsen und Bohnen) sowie Kaffee. Als einziges nicht-agraisches Produkt spielt Bekleidung (T-Shirts) eine Rolle, die in der Höhe von knapp einer halben Million EUR importiert wurden.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Besondere Chancen für österreichische Unternehmen bestehen im Infrastrukturausbau (Hoch- und Tiefbau, Bewässerung), im Gesundheitsbereich (Bau und Ausstattung von Klinken sowie Krankenhäusern), Maschinen und Ausrüstungen für kenianische Produktionsbetriebe sowie im Energie- und Umweltsektor. Letzteres umfasst vor allem den Kraftwerks(aus)bau, alternative Energiequellen (Geothermalenergie, Wind und Photovoltaik) sowie Einrichtungen für Energieeinsparungen. 

Auch im Sicherheitsbereich bestehen gute Chancen, da dieser aufgrund der ständig bestehenden Terrorgefahr besonders in Nairobi laufend ausgebaut wird. Das umfasst einerseits die bessere Ausstattung von Polizei und Streitkräften, andererseits aber auch den privaten Bereich bei Gebäudesicherheit und Zutrittskontrollen.

Im Bereich New Technologies könnten österreichische und kenianische Technologie-Anbieter in Zukunft verstärkt zusammenarbeiten und spezielle Lösungen für den ostafrikanischen Markt entwickelt (frugal innovation).  

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Kenia.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Nairobi für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Kenia der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Bau & Infrastruktur

Derzeit gibt es einen Bauboom in Kenia. Die Regierung investiert stark in den Bausektor, um die Infrastruktur, z.B. Eisenbahn, Straßennetz, Hafenausbau, zu verbessern und gleichzeitig neue Wohnanlagen für die Bevölkerung zu schaffen. Trotz großer Fortschritte in der Infrastrukturentwicklung in den letzten Jahren ist Kenias Verkehrsinfrastruktur jedoch weiterhin unzureichend, um den Bedürfnissen des Landes entsprechen zu können.

In Nairobi soll mit Unterstützung der Weltbank ein 330 Mio. USD teures modernes Transportsystem realisiert werden. Der Plan sieht eine Erweiterung der Haupttransitstrasse Uhuru Highway sowie die Einführung eines Schnellbus- und städtischen Schienenverkehrssystems vor.

Chancen für österreichische Unternehmen

Das Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Urbanisierung stellt eine große Chance für die Immobilienbranche dar. Durch die Landflucht hat sich die Einwohnerzahl Nairobis in den letzten 15 Jahren verdoppelt, die zur Verfügung stehenden Wohnungen in der Hauptstadt sind jedoch nicht ausreichend.

Die Nachfrage nach modernem Büroraum steigt aufgrund der zunehmend präsenten westlichen Investoren. Es ist auch davon auszugehen, dass in Zukunft mehr Einkaufszentren in Städten wie Mombasa, Kisumu oder in Nakuru gebaut werden. Auch eine steigende Nachfrage nach Gewerbeparks ist zu beobachten.

Investitionsmöglichkeiten für österreichische Unternehmen gibt es im Bereich der Modernisierung von Slums und informellen Siedlungen, der Stadterneuerung, dem Bau von mittleren und niedrigen Wohnhäusern sowie bei Hotel- und Einzelhandelsbauvorhaben. Es besteht ein Bedarf an Baumaschinen und verschiedenen Baumaterialien. Dazu zählen schwere Baugeräte und Spezialmaschinen für den Tief- und Wasserbau, Rohrsysteme und Elektroanlagen, Bauchemikalien, Fertigbauteile sowie Wassertechnologie und Abwasseraufbereitungssysteme.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau und Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Nairobi!

Energiewirtschaft

Der Energiesektor in Kenia wird weitgehend von Erdöl und Elektrizität dominiert. Holzbrennstoff liefert den grundlegenden Energiebedarf für die ländliche Bevölkerung, das Städteproletariat sowie für den informellen Sektor, d.s. alle, die keine Steuern zahlen. Holzbrennstoff und andere Biomasse zeichnen für die 68 % des gesamten Energieverbrauchs (Erdöl 22 %, Elektrizität 9 %, andere 1 %). Der Zugang zu Elektrizität ist in Kenia sehr gering. Ziel der Regierung ist die Stromanbindung von derzeit 15 % bis 2022 auf mindestens 65% zu erhöhen,.

Kenia hat eine installierte Stromerzeugungskapazität von 2,3 GW, davon 45 % aus Geowärme, 30 % aus Wasserkraft, 10 % von thermischen Kraftwerken sowie nach Inbetriebnahme der 300MW Windkraftanlage beim Turkana-See 14 % von Windenergie. Größere Solaranlagen sind derzeit in Bau.

Der Fokus richtet sich zunehmend auf die Optimierung der Energieversorgung innerhalb des Stromnetzes. Folgerichtig gewinnt Energieeffizienz in allen Teilen des Energiebezugsmarkts an Bedeutung.

Energieeffizienz im Gebäudebereich ist ein Thema, das zunehmend Aufmerksamkeit erhält. Neben reinen Kostenerwägungen werden energieeffiziente Gebäude auch als Beispiel nachhaltigen Unternehmertums (z.B. im Gastgewerbe) präsentiert. Insbesondere auf private Haushalte zielen Vorschriften zur Installation von Solarthermie Anlagen für den Warmwasserbereich.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der Großteil des Marktes wird mit standardisierter Technik bedient, bei dem fernöstliche Anbieter bisher ihren Kostenvorteil ausspielen konnten. Chancen für österreichische Anbieter können sich auf Basis des Qualitätsarguments für österreichische Produkte ergeben. Im Bereich komplexerer Anwendungen für größere Einheiten könnte österreichische Expertise in Zukunft stärker gefragt werden. Für verschiedene Solarprodukte gilt in Kenia sowohl Zoll- wie auch Umsatzsteuerbefreiung.

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Gesundheitssystem & Einrichtungen

Die staatlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen belaufen sich auf etwa 6 % des BIP, was im Vergleich zu anderen Ländern der Region niedrig ist. Nur etwa 25 % der Kenianer sind von einer öffentlichen, privaten oder gemeinschaftsbasierten Krankenversicherung abgedeckt. Die Ausgaben von Out of Pocket (OOP) bleiben hoch.

Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor investieren in die Erneuerung, Erweiterung oder Entwicklung neuer Krankenhäuser, Kliniken und Reichweite in ländlichen Gebieten.

Fehlende wesentliche medizinische Geräte, medizinische und nicht-medizinische Versorgung in Gesundheitseinrichtungen sowie eine unsichere Arbeitsumgebung tragen zu einer niedrigen Moral und Produktivität des Personals im Gesundheitssektor bei. Weitere Herausforderungen, die sich auf Leistung und Motivation auswirken, sind ungleiche Vergütung und Disparitäten in den Dienstleistungsbedingungen beim Personal des öffentlichen Sektors.

Da Kenia Vorreiter innovativer und sicherer ICT-Lösungen ist, wird auch das hier landesweit bekannte mobile Geldzahlungsmittel, welches einen Umsatz von mehreren Milliarden USD aufweist, immer fortschreitender in die eHealth-Strategie eingebunden. Des Weiteren gewinnen Telemedizin, Gesundheitsmanagement, Informationssysteme, Krankenhausinformationssysteme und eLearning zunehmend an Bedeutung.

Chancen für österreichische Unternehmen

Zu den wichtigsten Anbietern von medizinischen Produkten in Kenia zählen Indien, China, USA, Deutschland, Belgien, Schweiz, Südafrika, Italien und Japan.

In den öffentlichen, privaten und FBO-Sektoren (kirchliche Organisationen) gibt es eine Nachfrage nach qualitativ wertvollen und leistbaren medizinischen Geräten. Vor allem im privaten Sektor gibt es eine steigende Nachfrage nach westlichen standard-therapeutischen und diagnostischen Geräten. Es gibt auch eine Nachfrage nach Lieferungsketten-Lösungen mit Wissen und Technologie zur effektiven Verteilung von Arzneimitteln und medizinischen Versorgung.

Der Mangel an Gesundheitspersonal stellt große Chancen für Lösungen dar, die zu einem effektiven Kapazitätsaufbau beitragen. Curriculum-Entwicklung, Trainingsinhalt, problemorientiertes Lernen und eLearning sind Beispiele für dringend benötigte Kompetenzen zur Stärkung der Humanressourcen für die Gesundheit. Als nächstes werden Krankenhausverwaltungskompetenzen zunehmend als eine separate Disziplin betrachtet, in die investiert werden kann.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Gesundheit und Medizin? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Nairobi!

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Kenia problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Nairobi anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kenia

Das AußenwirtschaftsCenter Nairobi berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kenia haben. 

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