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Die kenianische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Nairobi hat die wichtigsten Informationen zur kenianischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Kenia zählt nach Nigeria, Südafrika und Angola mit einem BIP von knapp 90 Mrd. USD (2018) zu den größten Volkswirtschaften in Sub-Sahara-Afrika. Es leben allerdings noch ca. 11 Mio. Kenianer, d.s. ca. 23 % der Bevölkerung unterhalb der absoluten Armutsgrenze (USD 1,90/Tag).

Zum BIP trägt die Land- und Forstwirtschaft ca. 34 %, die Industrie ca. 8 % und zum Dienstleistungssektor gehörige Bereiche, wie Handel, Transport, Finanzen, Immobilien, etwa 30 % bei. Aufgrund der erneuerungsbedürftigen Infrastruktur werden der Ausbau der Verkehrswege und die Energiegewinnung als Prioritäten gesehen. Wachstumsbranchen sind auch IT & Telekommunikationssektor.

Besondere Entwicklungen

Das in Kenia ansässige französische Solarunternehmen Alten Africa hat die französische Firma Voltalia für die gemeinsame Errichtung einer 40-Megawatt (MW) -Solaranlage in Uasin Gishu bei Eldoret ausgewählt.

Die bereits in Bau befindliche 40-MW-Photovoltaikanlage wird auf einer Fläche von 100 Hektar errichtet und soll 2 % zur nationalen Stromkapazitaet beitragen und den jährlichen Energieverbrauch von über 824.000 Personen zu decken. Die kommerzielle Inbetriebnahme ist für März 2020 geplant.

Bereits im Mai 2018 hatte Alten Afrika einen Kaufvertrag mit Kenya Power für ein 50-MW-Solarprojekt in Kopere/Nandi County unterzeichnet.

Die beiden Solarprojekte konkurrieren mit einem Projekt der Rural Electrification Authority (REA), dem größten Solarkraftwerk Ostafrikas, das im Norden Kenias entwickelt wird.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreichs Exporte nach Kenia beliefen sich 2018 auf 23,4 Mio. Euro (+37 %). Die Importe Österreichs aus Kenia stiegen im selben Zeitraum auf 11,5 Mio. Euro (+16,1 %). Damit verzeichnete die Handelsbilanz mit Kenia wie seit vielen Jahren einen Überschuss von 11,9 Mio. Euro.

Der Marktanteil Österreichs in Relation zur EU 28 beträgt 1,2 % (Quelle: KNBS), was Rang 14 unter den EU-Lieferländern bedeutet. Global gesehen beläuft sich Österreichs Marktanteil in Kenia auf ca. 0,15 %.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Kenia.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Nairobi für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Kenia der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Bau & Infrastruktur

Derzeit gibt es einen Bauboom in Kenia. Die Regierung investiert stark in den Bausektor, um die Infrastruktur, z.B. Eisenbahn, Straßennetz, Hafenausbau, zu verbessern und gleichzeitig neue Wohnanlagen für die Bevölkerung zu schaffen. Trotz großer Fortschritte in der Infrastrukturentwicklung in den letzten Jahren ist Kenias Verkehrsinfrastruktur jedoch weiterhin unzureichend, um den Bedürfnissen des Landes entsprechen zu können.

In Nairobi soll mit Unterstützung der Weltbank ein 330 Mio. USD teures modernes Transportsystem realisiert werden. Der Plan sieht eine Erweiterung der Haupttransitstrasse Uhuru Highway sowie die Einführung eines Schnellbus- und städtischen Schienenverkehrssystems vor.

Chancen für österreichische Unternehmen

Das Bevölkerungswachstum und die damit verbundene Urbanisierung stellt eine große Chance für die Immobilienbranche dar. Durch die Landflucht hat sich die Einwohnerzahl Nairobis in den letzten 15 Jahren verdoppelt, die zur Verfügung stehenden Wohnungen in der Hauptstadt sind jedoch nicht ausreichend.

Die Nachfrage nach modernem Büroraum steigt aufgrund der zunehmend präsenten westlichen Investoren. Es ist auch davon auszugehen, dass in Zukunft mehr Einkaufszentren in Städten wie Mombasa, Kisumu oder in Nakuru gebaut werden. Auch eine steigende Nachfrage nach Gewerbeparks ist zu beobachten.

Investitionsmöglichkeiten für österreichische Unternehmen gibt es im Bereich der Modernisierung von Slums und informellen Siedlungen, der Stadterneuerung, dem Bau von mittleren und niedrigen Wohnhäusern sowie bei Hotel- und Einzelhandelsbauvorhaben. Es besteht ein Bedarf an Baumaschinen und verschiedenen Baumaterialien. Dazu zählen schwere Baugeräte und Spezialmaschinen für den Tief- und Wasserbau, Rohrsysteme und Elektroanlagen, Bauchemikalien, Fertigbauteile sowie Wassertechnologie und Abwasseraufbereitungssysteme.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau und Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Nairobi!

Energiewirtschaft

Der Energiesektor in Kenia wird weitgehend von Erdöl und Elektrizität dominiert. Holzbrennstoff liefert den grundlegenden Energiebedarf für die ländliche Bevölkerung, das Städteproletariat sowie für den informellen Sektor, d.s. alle, die keine Steuern zahlen. Holzbrennstoff und andere Biomasse zeichnen für die 68 % des gesamten Energieverbrauchs (Erdöl 22 %, Elektrizität 9 %, andere 1 %). Der Zugang zu Elektrizität ist in Kenia sehr gering. Ziel der Regierung ist die Stromanbindung von derzeit 15 % bis 2022 auf mindestens 65% zu erhöhen,.

Kenia hat eine installierte Stromerzeugungskapazität von 2,3 GW, davon 45 % aus Geowärme, 30 % aus Wasserkraft, 10 % von thermischen Kraftwerken sowie nach Inbetriebnahme der 300MW Windkraftanlage beim Turkana-See 14 % von Windenergie. Größere Solaranlagen sind derzeit in Bau.

Der Fokus richtet sich zunehmend auf die Optimierung der Energieversorgung innerhalb des Stromnetzes. Folgerichtig gewinnt Energieeffizienz in allen Teilen des Energiebezugsmarkts an Bedeutung.

Energieeffizienz im Gebäudebereich ist ein Thema, das zunehmend Aufmerksamkeit erhält. Neben reinen Kostenerwägungen werden energieeffiziente Gebäude auch als Beispiel nachhaltigen Unternehmertums (z.B. im Gastgewerbe) präsentiert. Insbesondere auf private Haushalte zielen Vorschriften zur Installation von Solarthermie Anlagen für den Warmwasserbereich.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der Großteil des Marktes wird mit standardisierter Technik bedient, bei dem fernöstliche Anbieter bisher ihren Kostenvorteil ausspielen konnten. Chancen für österreichische Anbieter können sich auf Basis des Qualitätsarguments für österreichische Produkte ergeben. Im Bereich komplexerer Anwendungen für größere Einheiten könnte österreichische Expertise in Zukunft stärker gefragt werden. Für verschiedene Solarprodukte gilt in Kenia sowohl Zoll- wie auch Umsatzsteuerbefreiung.

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Gesundheitssystem & Einrichtungen

Die staatlichen Ausgaben für das Gesundheitswesen belaufen sich auf etwa 6 % des BIP, was im Vergleich zu anderen Ländern der Region niedrig ist. Nur etwa 25 % der Kenianer sind von einer öffentlichen, privaten oder gemeinschaftsbasierten Krankenversicherung abgedeckt. Die Ausgaben von Out of Pocket (OOP) bleiben hoch.

Sowohl der öffentliche als auch der private Sektor investieren in die Erneuerung, Erweiterung oder Entwicklung neuer Krankenhäuser, Kliniken und Reichweite in ländlichen Gebieten.

Fehlende wesentliche medizinische Geräte, medizinische und nicht-medizinische Versorgung in Gesundheitseinrichtungen sowie eine unsichere Arbeitsumgebung tragen zu einer niedrigen Moral und Produktivität des Personals im Gesundheitssektor bei. Weitere Herausforderungen, die sich auf Leistung und Motivation auswirken, sind ungleiche Vergütung und Disparitäten in den Dienstleistungsbedingungen beim Personal des öffentlichen Sektors.

Da Kenia Vorreiter innovativer und sicherer ICT-Lösungen ist, wird auch das hier landesweit bekannte mobile Geldzahlungsmittel, welches einen Umsatz von mehreren Milliarden USD aufweist, immer fortschreitender in die eHealth-Strategie eingebunden. Des Weiteren gewinnen Telemedizin, Gesundheitsmanagement, Informationssysteme, Krankenhausinformationssysteme und eLearning zunehmend an Bedeutung.

Chancen für österreichische Unternehmen

Zu den wichtigsten Anbietern von medizinischen Produkten in Kenia zählen Indien, China, USA, Deutschland, Belgien, Schweiz, Südafrika, Italien und Japan.

In den öffentlichen, privaten und FBO-Sektoren (kirchliche Organisationen) gibt es eine Nachfrage nach qualitativ wertvollen und leistbaren medizinischen Geräten. Vor allem im privaten Sektor gibt es eine steigende Nachfrage nach westlichen standard-therapeutischen und diagnostischen Geräten. Es gibt auch eine Nachfrage nach Lieferungsketten-Lösungen mit Wissen und Technologie zur effektiven Verteilung von Arzneimitteln und medizinischen Versorgung.

Der Mangel an Gesundheitspersonal stellt große Chancen für Lösungen dar, die zu einem effektiven Kapazitätsaufbau beitragen. Curriculum-Entwicklung, Trainingsinhalt, problemorientiertes Lernen und eLearning sind Beispiele für dringend benötigte Kompetenzen zur Stärkung der Humanressourcen für die Gesundheit. Als nächstes werden Krankenhausverwaltungskompetenzen zunehmend als eine separate Disziplin betrachtet, in die investiert werden kann.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Gesundheit und Medizin? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Nairobi!

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Kenia problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Nairobi anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kenia

Das AußenwirtschaftsCenter Nairobi berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kenia haben.