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Die kolumbianische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bogota hat die wichtigsten Informationen zur kolumbianischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Vor Ausbruch der COVID-19 Krise wurde für 2020 ein Wachstum von über 3 % des BIP prognostiziert – letztendlich musste ein Wirtschaftseinbruch von 6,8 % hingenommen werden. Für das laufende Wirtschaftsjahr 2021 wird aufgrund der kräftigen Erholung ab dem 2. Quartal (+17,6 %) wieder ein starkes Wachstum zwischen 7,7 und 9 % prognostiziert. Beschäftigung und Außenhandel legen seit Mai kräfig zu. 

Besondere Entwicklungen 

COVID-19 Krise: Die Regierung unter Präsident Duque hat relativ früh und energisch auf diese Gesundheitskrise reagiert. Am 17.3.2020 wurde der Notstand ausgerufen und in Folge wurden sehr strenge Quarantänemaßnahmen mit Ausgeh- und Verkehrssperren, ein Lock-Down der Wirtschaft sowie ein totaler Einreisestopp (Landeverbot für internationale Flüge) verhängt. Bis Ende September 2021 waren 126.178 COVID-Tote zu beklagen. Ein Drittel der Bevölkerung über 12 Jahre ist inzwischen vollimmunisiert, 42% haben die erste Teilimpfung erhalten. 

Der sanitäre Notstand wurde etappenweise bis 30.11.2021 verlängert. Der Flugverkehr wurde ab Anfang Sept. 2020 schrittweise reaktiviert. Kolumbien verlangt bei der Einreise derzeit nur eine online-Registrierung, allerdings keinen PCR-Test. 

Die Amtszeit Präsident Duques war vor der COVID-19 Krise von Demonstrationen diverser Gesellschaftsgruppen infolge geplanter Einsparungen/Reformen geprägt. Die Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit und geplanter Steuerreform haben von April bis August 2021 zu landesweiten Protesten mit gewaltsamen Ausschreitungen und einer Lähmung der Wirtschaft geführt. Auch die Vorausscheidung für die Präsidentschaftswahlen Ende Mai 2022 ist schon in vollem Gange. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Österreichs Exporte nach Kolumbien sind stark diversifiziert und haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt, was auf das Freihandelsabkommen EU-Kolumbien sowie auf die gestiegene Marktbearbeitung durch ö. Unternehmen zurückzuführen ist. Allerdings ist es, COVID-19 bedingt, 2020 zu einem Exporteinbruch in Höhe von 30,5 % auf EUR 89,9 Mio. gekommen. Die wirtschaftliche Erholung und schrittweise Normalisierung im ersten Halbjahr 2021 haben jedoch ein Plus von 20,1% gegenüber dem Vorjahr gebracht. 

Obwohl es derzeit COVID-19 bedingt zu Exporteinbrüchen gekommen ist, bestehen mittel- und langfristig Marktchancen für österreichisches Know-how, Dienstleistungen sowie Maschinen und Anlagen in erster Linie in den Bereichen Energiewirtschaft, Bergbau und Medizin. Umfassende Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sowie im Bereich Urban Technologies versprechen ebenfalls gute Geschäftschancen in Kolumbien; aber auch bei Beratung und Engineering, Umwelttechnologie und Erneuerbare Energien gibt es Nachholbedarf und ist zukünftig ebenfalls mit einer stärkeren Nachfrage zu rechnen. Im Zuge des Friedensprozesses wird es aber mittelfristig vor allem bei Tourismus-Know & Infrastruktur sowie in der Agrarwirtschaft enorme Marktchancen geben - österreichische Unternehmen sollten sich daher schon jetzt entsprechend positionieren.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Kolumbien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bogota für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Kolumbien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Verkehrsinfrastruktur / Tiefbau 

Umfassende Investitionen in die nach wie vor mangelnde Verkehrsinfrastruktur versprechen im technischen Consulting- sowie Zulieferbereich sehr gute Geschäftschancen in Kolumbien für die kommenden Jahre. Oft fehlt es nämlich nicht nur am nötigen Kapital, sondern auch am Know-how.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Im Bereich Infrastruktur ist der große Straßenausbauplan (vierte Generation), der den Bau von 40 Autobahnen vorsieht, ein wichtiger Punkt. Da Kolumbiens Landschaft sehr bergig und hügelig ist, werden für diese Projekte zahlreiche Tunnel und Brücken nötig sein. Österreichische Firmen, die im Tunnelbau tätig sind, haben deshalb viele Möglichkeiten, sich in diese Projekte einzubringen. In Bogotá soll nach jahrzehntelanger Planung die Metro in Bogotá nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Der PMO-Vertrag (Projekt Management Office) wurde schon im Dezember 2018 an ein französisch-chilenisch-kolumbianisches Konsortium mittels öffentlicher Ausschreibung vergeben. Neben der Metro zählen auch die RegioTram und Transmilenio Cra. 7 (Schnell-Bus-Linie) zu den Hauptprojekten in Bogotá. Kolumbien bietet ebenfalls Riesenchancen im Bereich Smartmobility.

Urban Technologies / Umwelttechnologie 

Für Technologien im Umweltschutzbereich ist in Zukunft sicherlich ebenfalls mit weiterem Nachholbedarf zu rechnen. Österreichische Unternehmen sollten sich daher schon jetzt entsprechend positionieren. Immer mehr Projekte werden ausgeschrieben und das Interesse von lokalen Firmen, Verbänden und Institutionen an erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik ist steigend. Es gibt ausgezeichnete Marktchancen für österreichische Firmen in vielen verschiedenen Bereichen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Konkrete Geschäftschancen für österreichische Unternehmen Urban Technologies / Umwelt:

  • Wasseraufbereitung und Kläranlagen
  • Kanalisation und Abwassermanagement
  • Abfallmanagement
  • Müllverbrennungstechnologie
  • Recyclingtechnik und -anlagen
  • Consulting 

Energiewirtschaft / Erneuerbare Energien

Im Bereich Energiewirtschaft und Erneuerbare Energien führt Kolumbien ab Ende Februar 2019 die erste langfristige Stromauktion mit einer Gültigkeit von 12 Jahren durch, mit welcher 1.183.000 Megawattstunden pro Jahr vergeben werden sollen. Die Verpflichtungen der zugewiesenen Erzeugungsprojekte beginnen am 1. Dezember 2021. Die Bewertungskriterien, die bei der Auktion berücksichtigt werden, sind Resilienz, Komplementarität der Ressourcen, regionale Energiesicherheit und Reduktion der CO2-Emissionen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Das Energiedefizit von 2400 MW, dass die Hidroituango-Krise (Staudamm-Kraftwerk) mit sich bringt, bietet eine ganze Reihe von Chancen im Energiesektor Kolumbiens. Kleinwasserkraftwerke, Windparks, Solar- und thermische Anlagen sollen das Defizit von 2,4 GW ausgleichen. Die Projekte müssen beschleunigt werden, um den kolumbianischen Energiebedarf zu decken.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kolumbien

Das AußenwirtschaftsCenter Bogota berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kolumbien haben. 

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