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Die kolumbianische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bogota hat die wichtigsten Informationen zur kolumbianischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Wirtschaft Kolumbiens hatte sich 2019 trotz eines schwierigen internationalen Umfeldes sehr gut entwickelt und sich in der Region hervorgehoben. Vor Ausbruch der COVID-19 Krise wurde für 2020 ein Wachstum von über 3 % des BIP prognostiziert – nunmehr geht man von einem Wirtschaftseinbruch in Höhe von 7,7 % aus. Nachfrageseitig sind im ersten Halbjahr der Haushaltskonsum um 6,0 % und die Investitionen um 18,3 % gesunken. Die öffentlichen Ausgaben hingegen wurden im Zuge eines COVID 19 Hilfsprogrammes um 2,9 % gesteigert.

Besondere Entwicklungen

COVID-19 Krise: Die Regierung unter Präsident Duque hat relativ früh und energisch auf diese Gesundheitskrise reagiert. Am 17.3. wurde der Notstand ausgerufen und in Folge sehr strenge Quarantänemaßnahmen mit Ausgeh- und Verkehrssperren, ein Lock-Down der Wirtschaft sowie ein totaler Einreisestopp (Landeverbot für internationale Flüge) verhängt. Unter Einbindung der John-Hopkins-Universität wurden in Folge laufend diverse Parameter analysiert und Maßnahmen wie Lockerungen für die Wirtschaft laufend adaptiert. Bis Ende September waren 26.000 COVID-Tote zu beklagen.

Ende August wurde die landesweite Quarantäne aufgehoben und am 1. September begann „die neue Realität“. Diese brachte eine Reaktivierung sämtlicher Wirtschaftsbereiche (Ausnahme Nachtgastronomie), aber mit entsprechenden Biosicherheitsmaßnahmen, Schutzmaskenpflicht außerhalb der eigenen Wohnräumlichkeiten und Verpflichtung zum Home-Office-Betrieb. Der sanitäre Notstand wurde bis 30.11.2020 verlängert. Der nationale und internationale Flugverkehr wird ab Anfang Sept. schrittweise reaktiviert.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreichs Exporte nach Kolumbien sind stark diversifiziert und haben sich in den letzten Jahren gut entwickelt, was auf das Freihandelsabkommen EU-Kolumbien sowie auf die gestiegene Marktbearbeitung durch ö. Unternehmen zurückzuführen ist. Allerdings ist es COVID 19 bedingt im ersten Halbjahr 2020 zu einem Exporteinbruch in Höhe von 24,0 % auf EUR 42,7 Mio. gekommen.

Obwohl es derzeit COVID 19 bedingt zu Exporteinbrüchen gekommen ist, bestehen mittel- und langfristig Marktchancen für österreichisches Know-how, Dienstleistungen sowie Maschinen und Anlagen in erster Linie in den Bereichen Energiewirtschaft, Bergbau und Medizin. Umfassende Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur sowie im Bereich Urban Technologies versprechen ebenfalls gute Geschäftschancen in Kolumbien; aber auch bei Beratung und Engineering, Umwelttechnologie und Erneuerbare Energien gibt es Nachholbedarf und ist zukünftig ebenfalls mit einer stärkeren Nachfrage zu rechnen. Im Zuge des Friedensprozesses wird es aber mittelfristig vor allem bei Tourismus-Know & Infrastruktur sowie in der Agrarwirtschaft enorme Marktchancen geben - österreichische Unternehmen sollten sich daher schon jetzt entsprechend positionieren.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Kolumbien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bogota für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Kolumbien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Verkehrsinfrastruktur / Tiefbau 

Umfassende Investitionen in die nach wie vor mangelnde Verkehrsinfrastruktur versprechen im technischen Consulting- sowie Zulieferbereich sehr gute Geschäftschancen in Kolumbien für die kommenden Jahre. Oft fehlt es nämlich nicht nur am nötigen Kapital, sondern auch am Know-how.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Im Bereich Infrastruktur ist der große Straßenausbauplan (vierte Generation), der den Bau von 40 Autobahnen vorsieht, ein wichtiger Punkt. Da Kolumbiens Landschaft sehr bergig und hügelig ist, werden für diese Projekte zahlreiche Tunnel und Brücken nötig sein. Österreichische Firmen, die im Tunnelbau tätig sind, haben deshalb viele Möglichkeiten, sich in diese Projekte einzubringen. In Bogotá soll nach jahrzehntelanger Planung die Metro in Bogotá nun endlich in die Tat umgesetzt werden. Der PMO-Vertrag (Projekt Management Office) wurde schon im Dezember 2018 an ein französisch-chilenisch-kolumbianisches Konsortium mittels öffentlicher Ausschreibung vergeben. Neben der Metro zählen auch die RegioTram und Transmilenio Cra. 7 (Schnell-Bus-Linie) zu den Hauptprojekten in Bogotá. Kolumbien bietet ebenfalls Riesenchancen im Bereich Smartmobility.

Urban Technologies / Umwelttechnologie 

Für Technologien im Umweltschutzbereich ist in Zukunft sicherlich ebenfalls mit weiterem Nachholbedarf zu rechnen. Österreichische Unternehmen sollten sich daher schon jetzt entsprechend positionieren. Immer mehr Projekte werden ausgeschrieben und das Interesse von lokalen Firmen, Verbänden und Institutionen an erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik ist steigend. Es gibt ausgezeichnete Marktchancen für österreichische Firmen in vielen verschiedenen Bereichen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Konkrete Geschäftschancen für österreichische Unternehmen Urban Technologies / Umwelt:

  • Wasseraufbereitung und Kläranlagen
  • Kanalisation und Abwassermanagement
  • Abfallmanagement
  • Müllverbrennungstechnologie
  • Recyclingtechnik und -anlagen
  • Consulting 

Energiewirtschaft / Erneuerbare Energien

Im Bereich Energiewirtschaft und Erneuerbare Energien führt Kolumbien ab Ende Februar 2019 die erste langfristige Stromauktion mit einer Gültigkeit von 12 Jahren durch, mit welcher 1.183.000 Megawattstunden pro Jahr vergeben werden sollen. Die Verpflichtungen der zugewiesenen Erzeugungsprojekte beginnen am 1. Dezember 2021. Die Bewertungskriterien, die bei der Auktion berücksichtigt werden, sind Resilienz, Komplementarität der Ressourcen, regionale Energiesicherheit und Reduktion der CO2-Emissionen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Das Energiedefizit von 2400 MW, dass die Hidroituango-Krise (Staudamm-Kraftwerk) mit sich bringt, bietet eine ganze Reihe von Chancen im Energiesektor Kolumbiens. Kleinwasserkraftwerke, Windparks, Solar- und thermische Anlagen sollen das Defizit von 2,4 GW ausgleichen. Die Projekte müssen beschleunigt werden, um den kolumbianischen Energiebedarf zu decken.

Ausführliche Informationen 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Kolumbien

Das AußenwirtschaftsCenter Bogota berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Kolumbien haben. 

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