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Die luxemburgische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Brüssel hat die wichtigsten Informationen zur luxemburgischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Covid-Pandemie führte zu einer Rezession, die das Luxemburger BIP 2020 laut EU-Kommission um -1,3% senkte und damit weit weniger stark als im Eurozonen-Durchschnitt von -6,5%. Insgesamt zeigte sich die luxemburgische Wirtschaft widerstandsfähiger als erwartet - dank der starken Exporte von Informations- und Kommunikationsdienstleistungen sowie des Finanzdienstleistungssektors. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft wurden auch durch die von der Regierung aufgelegten Konjunkturprogramme abgefedert. Infolgedessen hatte das BIP bereits im vierten Quartal 2020 das Vorkrisenniveau erreicht. Die Beschleunigung der Impfkampagne und die Verbesserung der Gesundheitssituation führten zu einer allmählichen Lockerung der Beschränkungen für kontaktnahe Dienstleistungen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen und die Wirtschaft auf breiter Front in Gang kommen: die EU-Kommission erwartet 2021 ein Wirtschaftswachstum von 4,8%. Im Jahr 2022 soll das BIP um 3,3% steigen, das vor allem von der Inlandsnachfrage getragen, aber auch durch Nettoexporte unterstützt wird. 

Besondere Entwicklungen 

Luxemburg zeigt eine überraschende Widerstandsfähigkeit sowohl in Bezug auf die wirtschaftliche Aktivität und die Beschäftigung, als auch im Bereich der öffentlichen Finanzen. Der unmittelbare politische Fokus der Regierung liegt auf der Unterstützung und Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Erholung nach der Covid-Krise. Luxemburg hat in der Pandemie vom entschlossenen Handeln der Regierung profitiert: Die Luxemburger Regierung schnürte ein umfangreiches Hilfspaket, um die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus abzufedern. Von der Kurzarbeit, die dem Staat bis Ende September rund 769 Mio. Euro kostete, wurde rege Gebrauch gemacht: Im ersten Lockdown waren ca. 30% aller Beschäftigten des Landes in Kurzarbeit. 805 Mio. Euro an weiteren Unterstützungsmaßnahmen, die nun Schritt für Schritt bis Jahresende auslaufen, wurden vom Wirtschaftsministerium bis Ende September gewährt.

Der Anteil der vollständig geimpften Bevölkerung ab 12 Jahren betrug Ende September 2021 73,6%. 

Ein Teil des aufgesetzten Konjunkturprogramms wird auch von der EU finanziert. Luxemburg wird insgesamt 93,4 Mio. Euro aus dem Aufbau- und Resilienzplan erhalten und damit die geringsten Mittel unter allen EU-Mitgliedsstaaten. Anfang August wurde bereits die erste Tranche der Subventionen (12 Mio. Euro) ausbezahlt. Für österreichische Unternehmen mit Expertise im Bereich erneuerbare Energien sowie nachhaltiges Bauen bestehen gute Geschäftschancen, denn der im luxemburgischen Plan vorgesehene Beitrag zum ökologischen Wandel beläuft sich auf 61% der Gesamtmittel. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Die österreichischen Exporte nach Luxemburg waren 2020 mit einem leichten Plus von 0,9% stabil und dies trotz der Covid-Krise. Insgesamt wurden Waren im Wert von 186,2 Mio. Euro ins Großherzogtum geliefert. Die Importe aus Luxemburg nahmen hingegen stark ab, um -15,4% auf 282,4 Mio. Euro. Das Handelsbilanzdefizit sank dadurch von 149,3 Mio. Euro auf 96,2 Mio. Euro. 

Nach dem Covid-bedingten Einbruch im Vorjahr hat der Außenhandel 2021 wieder an Fahrt gewonnen: Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres sind die österreichischen Exporte nach Luxemburg auf 104,7 Mio. Euro angewachsen, was einem Zuwachs von 15,9% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.

Bei den Exporten nach Luxemburg konnten sich im ersten Halbjahr 2021 die Maschinen, Apparate und mechanischen Geräte mit einem Plus von 9,7% auf 19,2 Mio. Euro an die Spitze kämpfen. Elektrische Maschinen und Geräte fielen mit einem Minus von 28,6% (14,5 Mio. Euro) auf den zweiten Platz zurück. Waren aus Eisen oder Stahl folgen mit einem Plus von 11,6% und einem Wert von 8,4 Mio. Euro auf Rang 3. 

Im selben Zeitraum sind die Einfuhren aus Luxemburg um 17,4% auf 160,4 Mio. Euro gestiegen.

Wichtigste Importkategorie sind Eisen und Stahl mit einem beachtlichen Plus von 14,7% auf 20,1 Mio. Euro. Dahinter folgen Zink und Waren daraus mit einem Zuwachs von 24,4% auf 19,2 Mio. Euro. Die Importe von verschiedenen chemischen Erzeugnissen sind mit beachtlichen +3169,9% auf 13 Mio. Euro gewachsen und schließen das Top3-Ranking.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Luxemburg

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Brüssel für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Luxemburg der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Verkehrs-Infrastruktur/Tiefbau 

Angesichts der stets steigenden Einwohnerzahl müssen die Infrastrukturen in Luxemburg angepasst werden. Eines der Hauptanliegen der Regierung ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mobilität ist für Luxemburg von entscheidender Bedeutung, angesichts der hohen Zahl an Pendlern, die täglich mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit kommen. Ebenfalls müssen mehrere Krankenhäuser modernisiert und ausgebaut oder neugebaut werden. In Luxemburg besteht nach wie vor große Nachfrage an Wohnraum. Die Regierung hat inzwischen den Wohnungsbau zur Priorität erklärt und mit dem 600 Mio. Euro schweren Wohnbauprogramm die Errichtung von mehr als 10.000 staatlich finanzierten Wohnungen bis 2025 angekündigt. 

Chancen für österreichische Firmen 

Luxemburg bleibt als Zielmarkt für Projekte im Bau und Infrastruktur weiterhin extrem interessant. Die Affinität zu Österreich, das mit Qualität und Verlässlichkeit assoziiert wird, bietet dabei eine gute Ausgangsbasis. Deutsch ist als Geschäftssprache anerkannt und erleichtert die Kontaktaufnahme mit Kunden und Partnern.

Die Absatzchancen für hochqualifizierte Serviceleistungen österreichischer Betriebe sind sehr gut. Vor allem Firmen, die innovative und kostensparende Produkte und Materialien anbieten, haben in den nächsten Jahren vermehrt Absatzchancen. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau & Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel

Erneuerbare Energien 

Mit einem sehr geringen Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch gehört Luxemburg zu den Schlusslichtern in Europa. Der Aktionsplan für erneuerbare Energie will hier ansetzen und den Einsatz von Biomasse, Photovoltaik und Windenergie verstärken.  

Die luxemburgische Regierung will in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Demnach soll Luxemburg seine komplette Energieversorgung bis 2050 auf erneuerbare Energien umstellen. Im Bereich der Photovoltaik würde das den Bau von 437.000 neuen PV-Anlagen bedeuten. 

Chancen für österreichische Firmen 

Da Luxemburg einen hohen Nachholbedarf bei erneuerbaren Energien aufweist, ist mit starken Investitionssteigerungen zu rechnen. Aufgrund der im Land bestehenden hohen Ansprüche und der derzeitigen Entwicklungen ist der Markt für qualitativ hochwertige Produkte aus Österreich mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis durchaus positiv zu betrachten. Das Land ist vor allem interessant für österreichische Firmen mit Expertise im Bereich Windenergie, Photovoltaik und Biomasse.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel

Nahrungsmittel & Softdrinks

Fokus auf Bio 

In der Lebensmittelbranche ist Luxemburg stark auf Importe angewiesen.

Was die Kaufkraft angeht, befinden sich die luxemburgischen Konsumenten im internationalen Spitzenfeld: Der Einzelhandel profitiert von Haushaltsausgaben, die im Vergleich zu den Nachbarstaaten Belgien und Niederlande um etwa 60 % höher sind.

Eine besondere Herausforderung für den Lebensmitteleinzelhandel stellt jedoch die Zusammensetzung der luxemburgischen Bevölkerung dar: Einerseits beherbergt Luxemburg seit Jahrzehnten eine starke italienische und portugiesische Gemeinschaft, andererseits sind durch die in Luxemburg ansässigen europäischen Institutionen Staatsbürger vieler Nationalitäten hier ansässig geworden, deren jeweilige Einkaufswünsche zu befriedigen für den Einzelhandel eine besondere Herausforderung darstellt.

Bio-Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Im Moment kann die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nicht gedeckt werden, weshalb Luxemburg auf den Import dieser Waren angewiesen ist. 

Chancen für österreichische Firmen 

Österreichische Waren und Erzeugnisse haben generell ein sehr gutes Image in Luxemburg. Der typische Luxemburger ist markenbewusst und auch gerne bereit, für qualitativ hochwertige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Daneben haben auch Aufmachung und Design einen wichtigen Stellenwert. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel & Getränke? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Luxemburg problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Brüssel anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Luxemburg

Das AußenwirtschaftsCenter Brüssel berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Luxemburg haben.

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