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Die luxemburgische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Brüssel hat die wichtigsten Informationen zur luxemburgischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Covid-Pandemie führte zu einer Rezession, die das Luxemburger BIP 2020 laut EU-Kommission um -3,1 % senkte, weniger stark als der Eurozonen-Durchschnitt von -6,8 %. Insgesamt zeigte sich die luxemburgische Wirtschaft widerstandsfähiger als erwartet. Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum wurden auch durch zwei von der Regierung im Jahr 2020 aufgelegte Konjunkturprogramme abgemildert. Die EU-Kommission erwartet, dass sich das BIP im Jahr 2021 erholt und mit einer Rate von 3,2 % wächst. Da die Eindämmungsmaßnahmen auch in der ersten Jahreshälfte 2021 andauern, wird der Aufschwung hauptsächlich in der zweiten Jahreshälfte stattfinden. Im Jahr 2022 wird dann eine kräftige Erholung mit einem BIP-Wachstum von 4,3 % erwartet, das vor allem von der Inlandsnachfrage getragen, aber auch durch Nettoexporte unterstützt wird.

Besondere Entwicklungen 

Luxemburg zeigt eine überraschende Widerstandsfähigkeit sowohl in Bezug auf die wirtschaftliche Aktivität, die Beschäftigung als auch im Bereich der öffentlichen Finanzen. Der unmittelbare politische Fokus der Regierung – eine Koalition aus Liberalen, Sozialisten und Grünen unter dem Liberalen Xavier Bettel als Premierminister – liegt auf der Unterstützung und Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Erholung nach der Covid-Krise.
Luxemburg hat in der Pandemie vom entschlossenen Handeln der Regierung profitiert: Die Luxemburger Regierung schnürte ein umfangreiches Hilfspaket, um die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus abzufedern, mit 11 Mrd. Euro immerhin 18 % des BIP. Dieses wurde durch den Stabilisierungsplan im März 2020 eingeleitet und im Mai 2020 durch das Paket „Neistart Lëtzebuerg“ sowie durch weitere spezifischere Maßnahmen ergänzt, wovon viele vorläufig bis Ende Juni 2021 laufen. Von der Kurzarbeit wurde rege Gebrauch gemacht: Im ersten Lockdown waren ca. 30 % aller Beschäftigten des Landes in Kurzarbeit. 

Die Folgen der Pandemie treffen besonders das Hotel- und Gaststättengewerbe und den Event-Sektor, sie haben hingegen nur geringe Auswirkungen auf den luxemburgischen Finanzdienstleistungssektor, dessen Arbeitsstruktur sich schnell an die Bedingungen des Homeoffice anpassen konnte.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Die österreichischen Exporte nach Luxemburg stiegen 2020 um 1,1 % und dies trotz der Covid-Krise. Insgesamt wurden Waren im Wert von 186,5 Mio. Euro ins Großherzogtum geliefert. Die Importe aus Luxemburg nahmen hingegen stark ab, um -15,4 % auf 282,3 Mio. Euro. Das Handelsbilanzdefizit sank dadurch von 149,3 Mio. Euro auf 95,9 Mio. Euro.

Elektrische Maschinen und Geräte katapultierten sich 2020 dank einem starken Zuwachs von +39,3 % auf 44 Mio. Euro an die erste Stelle der österreichischen Exporte, mit einem Anteil von 23,6 % an den Gesamtexporten. Mobiltelefone (+70,9 %) sowie Geräte zum Empfangen, Konvertieren und Senden oder Regenerieren von Tönen oder Bildern (+878,6 %) erfreuten sich dabei enormer Nachfrage in Luxemburg.

Auf den zweiten Platz fielen die Maschinen, Apparate und mechanischen Geräte (-7,4 % auf 31,9 Mio. Euro, 17,1 % der Gesamtexporte) zurück, wobei die Ausfuhr von Spritz- oder Druckgussformen mit -93,8 % einbrach.

Die Straßenfahrzeuge konnten trotz eines Minus von 13,2 % auf 13,4 Mio. Euro ihren dritten Rang (Anteil von 7,2 %) verteidigen. Insbesondere die Exporte von Anhängern gingen mit -54,2% zurück.

Es folgen Waren aus Eisen oder Stahl, die um -14,7 % auf 12,2 Mio. Euro sanken. Die Top-5 schließt die Gruppe der Möbel, Bettwaren, Beleuchtungskörper und vorgefertigten Gebäude, die um +13 % auf 11 Mio. Euro wuchs. Besonders stark war mit +26,6 % die Nachfrage nach Beleuchtungskörpern.

Bei den Importwaren blieb die Warengruppe Zink und Waren daraus mit 11,8 % aller Importe aus Luxemburg und einem Volumen von 33,4 Mio. Euro trotz einer stark negativen Entwicklung (-29,6 %) an der Spitze.

Lieferungen von Eisen und Stahl folgten auf dem zweiten Rang (-23,9 % auf 32,6 Mio. Euro) und stellten einen Anteil von 11,6 % aller Importe.

Die Importe von Straßenfahrzeugen fielen ebenfalls – um -18,6 % auf 21,9 Mio. Euro – und belegten den dritten Platz mit einem Anteil von 7,8 %.

Kunststoffe und Waren daraus konnten ihren vierten Rang verteidigen (-26,9 % auf 19,1 Mio. Euro).

Die Top 5 wird durch Kautschuk und Waren daraus mit einem Plus von 4,6 % auf 17,4 Mio. Euro vervollständigt.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Luxemburg

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Brüssel für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Luxemburg der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Verkehrs-Infrastruktur/Tiefbau 

Angesichts der stets steigenden Einwohnerzahl müssen die Infrastrukturen in Luxemburg angepasst werden. Eines der Hauptanliegen der Regierung ist der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Mobilität ist für Luxemburg von entscheidender Bedeutung, angesichts der hohen Zahl an Pendlern, die täglich mit dem eigenen Fahrzeug zur Arbeit kommen. Ebenfalls müssen mehrere Krankenhäuser modernisiert und ausgebaut oder neugebaut werden. In Luxemburg besteht nach wie vor große Nachfrage an Wohnraum. Die Regierung hat inzwischen den Wohnungsbau zur Priorität erklärt und mit dem 600 Mio. Euro schweren Wohnbauprogramm die Errichtung von mehr als 10.000 staatlich finanzierten Wohnungen bis 2025 angekündigt. 

Chancen für österreichische Firmen 

Luxemburg bleibt als Zielmarkt für Projekte im Bau und Infrastruktur weiterhin extrem interessant. Die Affinität zu Österreich, das mit Qualität und Verlässlichkeit assoziiert wird, bietet dabei eine gute Ausgangsbasis. Deutsch ist als Geschäftssprache anerkannt und erleichtert die Kontaktaufnahme mit Kunden und Partnern.

Die Absatzchancen für hochqualifizierte Serviceleistungen österreichischer Betriebe sind sehr gut. Vor allem Firmen, die innovative und kostensparende Produkte und Materialien anbieten, haben in den nächsten Jahren vermehrt Absatzchancen. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Bau & Infrastruktur? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel

Erneuerbare Energien 

Mit einem sehr geringen Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch gehört Luxemburg zu den Schlusslichtern in Europa. Der Aktionsplan für erneuerbare Energie will hier ansetzen und den Einsatz von Biomasse, Photovoltaik und Windenergie verstärken.  

Die luxemburgische Regierung will in Zukunft verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Demnach soll Luxemburg seine komplette Energieversorgung bis 2050 auf erneuerbare Energien umstellen. Im Bereich der Photovoltaik würde das den Bau von 437.000 neuen PV-Anlagen bedeuten. 

Chancen für österreichische Firmen 

Da Luxemburg einen hohen Nachholbedarf bei erneuerbaren Energien aufweist, ist mit starken Investitionssteigerungen zu rechnen. Aufgrund der im Land bestehenden hohen Ansprüche und der derzeitigen Entwicklungen ist der Markt für qualitativ hochwertige Produkte aus Österreich mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis durchaus positiv zu betrachten. Das Land ist vor allem interessant für österreichische Firmen mit Expertise im Bereich Windenergie, Photovoltaik und Biomasse.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel

Nahrungsmittel & Softdrinks

Fokus auf Bio 

In der Lebensmittelbranche ist Luxemburg stark auf Importe angewiesen.

Was die Kaufkraft angeht, befinden sich die luxemburgischen Konsumenten im internationalen Spitzenfeld: Der Einzelhandel profitiert von Haushaltsausgaben, die im Vergleich zu den Nachbarstaaten Belgien und Niederlande um etwa 60 % höher sind.

Eine besondere Herausforderung für den Lebensmitteleinzelhandel stellt jedoch die Zusammensetzung der luxemburgischen Bevölkerung dar: Einerseits beherbergt Luxemburg seit Jahrzehnten eine starke italienische und portugiesische Gemeinschaft, andererseits sind durch die in Luxemburg ansässigen europäischen Institutionen Staatsbürger vieler Nationalitäten hier ansässig geworden, deren jeweilige Einkaufswünsche zu befriedigen für den Einzelhandel eine besondere Herausforderung darstellt.

Bio-Lebensmittel erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Im Moment kann die Nachfrage nach Bio-Lebensmitteln nicht gedeckt werden, weshalb Luxemburg auf den Import dieser Waren angewiesen ist. 

Chancen für österreichische Firmen 

Österreichische Waren und Erzeugnisse haben generell ein sehr gutes Image in Luxemburg. Der typische Luxemburger ist markenbewusst und auch gerne bereit, für qualitativ hochwertige Produkte tiefer in die Tasche zu greifen. Daneben haben auch Aufmachung und Design einen wichtigen Stellenwert. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel & Getränke? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Brüssel.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Luxemburg problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Brüssel anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Luxemburg

Das AußenwirtschaftsCenter Brüssel berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Luxemburg haben.

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