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Die nigerianische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Lagos hat die wichtigsten Informationen zur nigerianischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die nigerianische Wirtschaft konnte 2017 die Rezession überwinden und wuchs 2018 um 1,9%. Getragen wurde das Wachstum vor allem durch die positive Entwicklung von Teilen des Nicht-Öl-Sektors (Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe). Für 2019 wird aufgrund der nunmehr besseren Performance der Ölindustrie mit einer weiteren Beschleunigung des Wachstums auf 2,3 % gerechnet.

Besondere Entwicklungen

Ende Mai wurde Präsident Muhammadu Buhari zum zweiten Mal als demokratisch gewählter Präsident Nigerias angelobt. In der zweiten Hälfte August wurden die Minister der neuen Regierung ernannt. 

Anfang Juli wurde das “African Continental Free Trade Agreement“ (“AfCFTA“), welches Ende Mai in Kraft getreten war, auch von Nigeria unterzeichnet. Im Land hatte es nicht zuletzt von Seiten der Unternehmerverbände lange Zeit starke Widerstände gegen den Beitritt zu diesem Abkommen gegeben, weshalb Nigeria dem Abkommen als eines der letzten Länder beitrat. 

Das Abkommen sieht die Abschaffung von 90 Prozent der Zölle auf Waren und erhebliche Verringerung der nichttarifären Handelshemmnisse für Waren und Dienstleistungen vor. Der Aufbau der für die Umsetzung des Abkommens erforderlichen Infrastruktur kann jedoch realistischerweise nur sehr langfristig erwartet werden. Sobald diese Voraussetzung geschaffen ist, sollte Nigeria aufgrund seiner relativ weit entwickelten Leichtindustrie, Zementindustrie, dem relativ großen Agrarbereich etc. von der Umsetzung des Abkommens besonders profitieren. 

Im Doing Business 2019 Bericht der Weltbank machte Nigeria einen großen Sprung von Rang 146 auf 131 nach vorne. Zu den Verbesserungen, welche die Grundlage für diesen Sprung darstellen, zählen die deutlich verkürzte Zeit für die Firmenregistrierung,        

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die Entwicklung der österreichischen Ausfuhren nach Nigeria weist von Jahr zu Jahr sehr starke Schwankungen auf. Nach dem starken Anstieg der österreichischen Exporte nach Nigeria im Gesamtjahr 2017 auf EUR 79 Mio. waren Österreichs Ausfuhren in das bevölkerungsreichste Land Afrikas 2018 auf breiter Front rückläufig. Der Gesamtwert der Lieferungen sank um fast 16 % auf nur noch EUR 66,4 Mio.

Im ersten Halbjahr 2019 wandelte sich die Situation zum Positiven: Die österreichischen Ausfuhren nach Nigeria wuchsen von Jänner bis Juni um 52,8% auf einen Wert von ca. EUR 45,6 Mio. Die Lieferungen von Papier, Maschinen und Fahrzeugen, Stickereien, Messgeräten, Metallprofilen und besonders von schweren Baumwollstoffen nahmen stark zu.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Nigeria

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Lagos für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Nigeria der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.  

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & 
Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Gebäudetechnik/Innenausbau

Die Bauwirtschaft in Nigeria hat ebenfalls stark unter der durch den Erdölpreisverfall ausgelösten Rezession von 2015/16 gelitten. Seitdem investieren der Staat und Private wieder vermehrt in den Ausbau der – oft desolaten – Infrastruktur wie auch in den Hochbau und es geht langsam bergauf. Das Wirtschaftswachstum der Jahre 2017, 2018 und 2019 von geschätzt jeweils ca. 2 % liegt aber weiterhin unter dem Bevölkerungswachstum von etwa 2,5 %.

Der Bedarf an funktionierender Infrastruktur wie Straßen, Bahnlinien, Flughäfen, Seehäfen, Kraftwerken und (günstigem) Wohnraum ist enorm und bietet vielfältige Geschäftschancen. In dem Sektor sind eine Reihe großer und vertikal integrierter Baufirmen mit meist ausländischen Wurzeln tätig – an erster Stelle das noch immer stark deutsch dominierte Unternehmen Julius Berger, gefolgt beispielhaft von der ITB Group (libanesisch), Cappa d`Alberto (italienisch), China Civil Engnineering Construction Corporation (CECC) und anderen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der österreichische Spezialist für Bauschalungen, Doka, ist seit einigen Jahren mit einer eigenen Niederlassung in Lagos erfolgreich. Das österreichische Ingenieurbüro ILF plant Infrastrukturprojekte und ist schon seit Jahrzehnten in Nigeria aktiv. Liebherr ist ebenfalls mit einer Niederlassung präsent und liefert hauptsächlich Bagger aus österreichischer Produktion.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Bauwirtschaft Nigerias? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Lagos.

Medizintechnik & Laborbedarf

Trotz allen wirtschaftlichen Widrigkeiten wächst in Nigeria eine Mittelschicht heran, die das Geld besitzt, medizinische Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, die die prekäre staatliche Gesundheitsversorgung nicht bieten kann. Diese Mittelklasse kann oder will es sich – im Gegensatz zur vermögenden Oberschicht - nicht leisten, für die medizinische Behandlung nach Indien, Großbritannien oder in die USA zu fliegen.

Entsprechend planen die lokalen Niederlassungen von ausländischen Versicherungsunternehmen und internationale Dienstleister die Errichtung von Privatkrankenhäusern und –kliniken in den nigerianischen Großstädten, allen voran Lagos und die Hauptstadt Abuja. Diese privaten Unternehmen sind auch gewillt, sich von den staatlichen Institutionen zu differenzieren und für Qualitätsprodukte einen höheren Preis zu zahlen.

In Nigeria gibt es zwar immer wieder Initiativen einzelner Bundesstaaten, Referenzkrankenhäuser zu betreiben. Diese gehen aber oft überhaupt nicht in Betrieb oder müssen nach kurzer Zeit mangels Finanzierung ihren Betrieb einstellen, da nicht an die hohen Betriebskosten gedacht wurde. Ähnlich besteht oft auch ein mangelndes Bewusstsein für die laufenden Wartungsansprüche von medizinischen Geräten.

Aufgrund dieser Defizite in der medizinischen Versorgung und auf der anderen Seite der rasanten Verbreitung von Smartphones wird der Telemedizin in Nigeria ein großes Potenzial vorhergesagt.

Der Bedarf an medizinischen Geräten muss praktisch vollständig importiert werden, da es keine lokale Produktion gibt. Fabriken zur Herstellung von Spritzen haben ihren Betrieb nie aufgenommen, oder wieder eingestellt. Einzig Latexhandschuhe werden in Nigeria produziert.

Im Gegensatz dazu gibt es aber lokale Unternehmen, die pharmazeutische Produkte herstellen. Der Markt wird aber von Produkten aus dem Ausland dominiert. Hinzu kommen umfangreiche unregistrierte Importe und gefälschte Produkte. Es gibt nur wenige kleine Apothekenketten in Nigeria. Der Vertrieb von Arzneien erfolgt überwiegend informell auf traditionellen Märkten.

Chancen für österreichische Unternehmen

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Medizintechnik? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Lagos.

Chemie/Kunststoffe

Als bedeutender Exporteur von Erdöl verfügt Nigeria grundsätzlich über die besten Voraussetzungen für eine petrochemische Industrie. Im Moment produziert jedoch nur Indorama Eleme Petrochemicals Limited Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP). Damit deckt dieses Unternehmen ca. 30 % des lokalen Bedarfs. Vermutlich wird im Jahr 2019 das nigerianische Unternehmen Quantum Petrochemical Company Limited ebenfalls mit der Herstellung von PE und PP beginnen und damit das lokale Angebot verdoppeln. Am Rand von Lagos lässt derzeit Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, eine der weltgrößten Raffinerien errichten. Diese soll in Zukunft ebenfalls PP erzeugen. PET und andere Rohmaterialien müssen dagegen importiert werden.

Rund 54 % der Kunststoffe werden für Verpackungszwecke verwendet, gefolgt von Kunststoffen für die Bauwirtschaft mit 16 % und für den Fahrzeugsektor mit 6 %. Bei den Verarbeitungsmethoden dominiert die Kunststoffextrusion mit 50 %. Knapp ein Viertel entfallen auf den Spritzguss sowie Blasformen und PET-Blasformen mit jeweils rund 8 %.

Zahlenmaterial ist in Nigeria mit Vorsicht zu behandeln. Insgesamt wird aber weiterhin ein markantes Wachstum der lokalen kunststoffverarbeitenden Industrie erwartet. Diese soll 2020 über 500.000 t Kunststoffe verarbeiten. Als mit rund 200 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichstes Land Afrikas, ist Nigeria auch der bei weitem größte Hersteller und Verbraucher von Kunststoffprodukten in der Region. Bei einer mit rund 2,5 % weiterhin stark steigenden Bevölkerung ist daher mit einem kontinuierlich wachsenden Bedarf an Haushaltsartikeln aus Kunststoff, aber auch der Verpackung von Lebensmitteln und Getränken zu rechnen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Es setzt sich zumindest bei größeren Firmen in Nigeria die Erkenntnis durch, dass billige Maschinen langfristig oft teurer zu stehen kommen. Daher haben österreichische Hersteller auch in dem westafrikanischen Land gute Chancen. Starlinger hat beispielsweise schon tausende Rundwebmaschinen geliefert, in deren Säcke der gesamte Zement abgefüllt wird, aber ebenfalls der sehr populäre Reis, Mehl, Zucker usw.

Die Nachfrage nach Kunststoffverpackungen für Lebensmittel und Waschmittel, oder auch PET-Flaschen für Wasser und andere Getränke bietet ebenfalls vielfältige Möglichkeiten, nicht zu schweigen von der Wiederaufarbeitung der wachsenden Berge an Plastikmüll.

Sie suchen ausführlichere Informationen zum Kunststoff- und Verpackungssektor? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Lagos.

Ausführliche Informationen

Damit Ihre Marktbearbeitung in Nigeria problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Lagos anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Nigeria

Das AußenwirtschaftsCenter Lagos berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Nigeria haben.

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