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Die philippinische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Manila hat die wichtigsten Informationen zur philippinischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Vor Covid-19: Die philippinische Wirtschaft spielte 2019 noch in der oberen Liga der wirtschaftlichen Performer in Südostasien. Mit einem Gesamtjahreswachstum von 5,9 % lagen die Philippinen wieder ähnlich hoch wie China und Vietnam. Nach Ansicht vieler Analysten sollte das abgelaufene Jahr 2019 mit einem Wachstum unter 6 % auf lange Sicht eine Ausnahme bleiben.

Während Covid-19: Am 9. März 2020 wurde im gesamte Land der Gesundheitsnotstand erklärt und in der Folge ein Lockdown (Enhanced Community Quarantine) für Luzon und weitere Regionen auf den Philippinen verhängt. In den folgenden Monaten hatte die philippinische Bevölkerung mit einem der weltweit längsten und striktesten Lockdown’s umzugehen.

Die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Wirtschaft im 1. Halbjahr 2020: der größte Einbruch der Wirtschaftsleistung um 16.5 % im zweiten Quartal (nach -0,2 % in den ersten drei Monaten) und der Beginn einer Rezession, die nahezu drei Jahrzehnte kontinuierlichen Wachstums abrupt beendet. Die philippinische Zentralbank geht, ähnlich wie internationale Analysten, derzeit von einem BIP-Wachstum von -8 % für das Gesamtjahr aus. Fehlende Investitionen der staatlichen und privaten Hand und ein Einbruch der Konsumausgaben hinterlassen tiefe Spuren.

Es ist für viele Filipinos die erste große Wirtschafskrise ihres Lebens. Ein ähnlich starker Wachstumseinbruch passierte das letzte Mal 1985! 

Besondere Entwicklungen

Mit dem „Heal as One“-Gesetz, das Ende März verabschiedet wurde, wurden dem philippinischen Präsidenten zusätzliche Budgetbefugnisse zugesprochen: er kann ua Budgetmittel iHv 5 Mrd. Euro umschichten und vorübergehend den Betrieb von öffentlichen Versorgungsunternehmen und privaten Gesundheitseinrichtungen übernehmen.

Ein – wirtschaftspolitischer - Dauerbrenner in der Regierungszeit von Präsident Duterte ist es, die Philippinen als Business Location im internationalen Vergleich wieder attraktiver zu machen. Dabei wurden in den letzten Jahren auch schon wichtige Gesetzesänderungen vorgenommen: Anpassung der Negativliste und der „Ease of Doing Business Act“.

Das Jahr 2019 stand im Zeichen weiterer Verhandlungen zu Gesetzesänderungen in den folgenden Bereichen: Steuerreform zur Unternehmensbesteuerung (Senkung der Körperschaftssteuer), Anpassungen des Public Service Act’s, des Foreign Investment Act’s und des Retail Trade Act’s. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die österreichischen Exporte nach Asien gingen im ersten Halbjahr dieses Jahres um über 14 % zurück. Der Einbruch der Exporte auf die Philippinen lag ein wenig darunter bei einem Minus von 12,2 %. Der Gesamtwert der Lieferungen belief sich somit auf 67,86 Mio. Euro (im Vergleich zu 2019 mit 77,21 Mio. Euro).

Wie in den Jahren zuvor sind Elektronikprodukte wie Schaltungen mit fast 20 Mio. Euro die wichtigsten Exportgüter (auch wenn es hier zu einem Einbruch von fast 25 % kam). An zweiter Stelle stehen Produkte aus Papier und Pappe (etwas über 7 Mio. Euro und ein Minus von 16 %) gefolgt von Möbelbeschlägen (ca. 3 Mio. Euro und einem Plus von über 30 %) und Lieferungen von Wasserturbinen im ersten Halbjahr.

Die Importe aus den Philippinen gingen mit einem Minus von „nur“ 4,3 % weniger stark zurück als der Durchschnitt (-10,3 %) aus Asien und erreichten 77,73 Mio. Euro. Das Handelsbilanzdefizit lag im ersten Halbjahr 2020 damit bei etwas weniger als 10 Mio. Euro.

Österreichs Einfuhren aus den Philippinen bestehen traditionell großteils aus elektrischen Maschinen, insbesondere elektronischen Schaltungen. Auch in den ersten sechs Monaten 2020 machte diese Warengruppe rund 75 % der gesamten Importe aus. Einen großen Anstieg verzeichneten auch verarbeitete Lebensmittel aus Gemüse und Früchten (2,4 Mio. Euro und ein Plus von 80 %). Der Import von Bekleidung (-23 %) ging ebenso zurück, wie die Einfuhr von Bettwaren (-7 %).

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus den Philippinen

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Manila für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Philippinen der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Erneuerbare Energien

Die philippinische Regierung hat sich die Entwicklung und den Einsatz von verschiedenen erneuerbaren Energiequellen zum Ziel gesetzt. Im Bewusstsein der immer deutlicher werdenden negativen Auswirkungen des Klimawandels, die auf den Philippinen besonders zu spüren sind, wurde die Fokussierung auf neue Energiequellen eine der Top-Prioritäten der Regierung.

Die Philippinen erzeugen derzeit ca. 54 % des Stroms aus lokalen Energieträgern, 46 % der Rohstoffe müssen importiert werden. Die lokalen Energiequellen sind fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas und Kohle) und erneuerbare Energieressourcen (geothermische Energie, Wasser- und Windkraft, Solar und Biomasse/Biogas). Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Energieverbrauch beträgt ca. 25,4 % (2015). Der gesamte Energieverbrauch lag im Jahr 2015 bei 82.413 GWh mit 6,7 % Wachstum im Vergleich zu 2014 mit 77.261 GWh.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Technologien für Umwelttechnik und erneuerbare Energien haben vor allem im Bereich der Wasserkraft (zahlreiche Projekte speziell für Kleinwasserkraftwerke sind in Planung), beim Anlagenbau für Biotreibstoffe und bei der Installierung von Photovoltaiksystemen gute Chancen.

Da es noch immer sehr viele Haushalte ohne Anbindung an die nationale Stromversorgung gibt, könnten diese durch Sonnenkollektoren und Photovoltaiksysteme mit Strom versorgt werden. Die Realisierung dieser Projekte erfolgt oft über Kooperationen auf internationaler Ebene mittels Bereitstellung von Finanzierungskrediten von ausländischen Regierungen oder internationalen Finanzinstitutionen. Die Installation dieser Anlagen erfolgt durch private Unternehmen oder lokale Kooperativen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energiewirtschaft und Naturressourcen sowie Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila!

Engineering

Das kontinuierlich hohe Wachstum der philippinischen Wirtschaft beruht zu einem großen Teil auch auf dem sehr aktiven Bau- und Infrastruktursektor. Dieser Sektor und die damit in Zusammenhang stehenden Engineering-Leistungen erwiesen sich in den vergangenen Jahren als eines der Zugpferde für das hohe Wirtschaftswachstum (2017: +6,7 %, 2018: +6,2%).

Der Infrastruktursektor steht spätestens seit dem Amtsantritt von Präsident Duterte im Rampenlicht des Regierungsprogramms. Unter dem Motto „Build! Build! Build!“ sollen die Staatsausgaben für Infrastruktur in den nächsten Jahren auf über 7 % des Bruttoinlandsprodukts angehoben werden.

Im öffentlichen Sektor sind Behörden wie das Department of Public Works and Highways (DPWH), das Department of Transportation (DOTr) und Department of Interior and Local Government (DILG) für die Umsetzung von Infrastrukturprojekten verantwortlich. Weitere Regierungsunternehmen und Behörden wie die Metropolitan Manila Development Authority (MMDA) sind für Bau- und Infrastrukturvorhaben für die jeweilige Region verantwortlich.

Die wichtigsten Marktteilnehmer im Infrastruktursektor auf Seiten der privaten Unternehmen sind die großen philippinischen Unternehmen DMCI, MPIC und San Miguel Corporation. Im Immobiliensektor konnten sich neben DMCI vor allem die Ayala Corporation und die SM Investment Corporation etablieren.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Unternehmen punkten mit qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten und Service-Leistungen!

Konkrete Geschäftsmöglichkeiten bieten sich dabei insbesondere in Sektoren, in denen viel Know-how gefragt wird. Nischenanbieter von Maschinen, technischen Geräten, spezialisierten Baumaterialien und Baudienstleistungen haben Chancen, am philippinischen Markt Fuß zu fassen. Ebenso steigt die Nachfrage nach Experten im Bereich Green Building.

Der Bauboom bei Wohnimmoblien lässt auch den Bedarf an hochwertigen Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen steigen, womit sich auch hier Chancen für heimische Betriebe ergeben.

Sie suchen ausführlichere Informationen zum Engineeringsektor? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila!

Nahrungsmittel und Softdrinks

Eine rasch wachsende Bevölkerung, die auch einen Großteil des Einkommens für Nahrungsmittel und Getränke ausgibt, macht die Lebensmittelindustrie auf den Philippinen zu einer attraktiven Branchen. Die Bruttowertschöpfung des Nahrungsmittel- und Getränkesektors wuchs im Zeitraum von 2010 bis 2016 um über 50 %.

Filipinos haben verglichen mit anderen asiatischen Ländern einen sehr westlich (amerikanisch) orientierten Geschmack, was sowohl die Nahrungsmittel als auch die Verpackung anbelangt. Zudem sind sie allen ausländischen Produkten gebenüber besonders aufgeschlossen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Durch eine expandierende philippinische Wirtschaft erhöht sich auch die Kaufkraft der Konsumenten auch bei Nahrungsmitteln und Getränken und die wachsende junge Bevölkerung, die überwiegend in Städten lebt, unterstützt die Nachfrage nach ausländischen Qualitätsprodukten. Auch der wachsende Markt für gesunde Lebensmittel und Bioprodukte, bietet österreichischen Firmen gute Geschäftsmöglichkeiten. Auch Snacks, Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate werden vermehrt nachgefragt.

Weitere Möglichkeiten eröffnen sich im Bereich von Verarbeitungs- und Verpackungstechnologien. Im Rahmen des anstehenden Modernisierungsprozesses der philippinischen Nahrungsmittelindustrie können österreichische Firmen entsprechende Lösungsansätze bieten und daraus resultierende Geschäftsmöglichkeiten wahrnehmen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel und Getränke? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung auf den Philippinen problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Manila anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Philippinen

Das AußenwirtschaftsCenter Manila berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu den Philippinen haben.

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