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Die philippinische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Manila hat die wichtigsten Informationen zur philippinischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Aufgrund der weltweit eskalierenden COVID-19-Krise hatte Präsident Duterte am 9. März 2020 mit Proclamation No. 922 im gesamten Land einen gesundheitlichen Notstand erklärt, der für mind. sechs Monate gelten sollte, allerdings bereits bis 2021 verlängert wurde.

Der harte Lockdown und die strikten Quarantänemaßnahmen zeigten jedoch erst nach Monaten erste Auswirkungen, als die Fallzahlen im August 2020 langsam zu sinken begannen und sich dann bei durchschnittlich 2.000 neuen Fällen pro Tag einpendelten. Mit Ende des ersten Pandemie-Jahres hatten die Philippinen mit etwas unter 600.000 Fällen die zweithöchste Infektionszahl in der ASEAN-Region (nach Indonesien) mit dem Hotspot im Großraum Manila auf der Nordinsel Luzon.

Die Auswirkungen der monatelangen Quarantäne- und Lockdown-Maßnahmen waren für die Wirtschaft des Landes verheerend. Mit einem Minus von 9,5 % brach die Wirtschaftsleistung 2020 so stark ein, wie noch nie seit dem zweiten Weltkrieg. Für den Großteil der (jungen) Bevölkerung des Landes ist dies die erste massive Rezession des Lebens!

Massive Einbrüche gab es im letzten Jahr im Industrie- und Dienstleistungssektor. Der Industriesektor trägt ca. ein Drittel (30,1 %) zur Wirtschaftsleistung des Landes bei und beschäftigt 19,8 % der philippinischen Arbeitnehmer. Lange und strikte Lockdowns in den wirtschaftlichen Zentren des Landes, die vor allem mit einem Stopp der Bautätigkeiten einhergingen, bescherten dem Industriesektor einen Rückgang von über 13 % im letzten Jahr. Die nur langsamen Lockerungen der Quarantänemaßnahmen im zweiten Halbjahr 2020 verhinderten eine umfassende Wiederaufnahme der Tätigkeiten.  

Der traditionell wichtigste Sektor der philippinischen Wirtschaft ist der Dienstleistungssektor, der bis zu zwei Drittel des BIP ausmacht und nahezu 60 % der Filipinos vor allem in den Bereichen BPO (Business Process Outsourcing), Telekommunikation und Tourismus beschäftigt. Auch hier waren die Auswirkungen der Pandemie massiv und brachten dem Sektor ein Minus von 9,1 %.

Besondere Entwicklungen

Mit dem „Heal as One“ (Bayanihan I) Gesetz, das Ende März 2020 verabschiedet wurde, wurden dem philippinischen Präsidenten zusätzliche Budgetbefugnisse zugesprochen. Die Unterstützungsmaßnahmen für die Wirtschaft sahen für KMUs u.a. die Zahlung von Lohnzuschüssen für betroffene MitarbeiterInnen und die Möglichkeit der Kreditfinanzierung vor. Auf Bayanihan I folgte im September 2020 das „Recover as One“ (Bayanihan II) Gesetz. Das Maßnahmenpaket i.H.v. PHP 165,5 Mrd. (ca. EUR 2,9 Mrd.) sah neben weiteren Krediten für KMUs auch wieder Unterstützungszahlungen für den Agrarsektor vor.  

Seit Beginn der Pandemie sieht sich die Regierung mit der Kritik konfrontiert, zu konservativ bei der Verabschiedung und Umsetzung von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft zu sein. Hinzu kommt auch, dass die Auszahlungen aus den oben angeführten Paketen oftmals nur zögerlich erfolgten.

Das Philippine National Vaccination Program startete im März 2021 mit 600.000 gespendeten Impfdosen (SinoVac) aus China und kurz danach mit rund 500.000 AstraZeneca Dosen aus dem COVAX-Programm. Weitere Lieferungen von SinoVac und AstraZeneca brachten die Anzahl von vorhandenen Impfdosen mit Ende März 2021 auf 3,504.800. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Die österreichischen Exporte auf die Philippinen brachen im Gesamtjahr 2020 um 12,5 % ein, was noch leicht unter dem durchschnittlichen Rückgang der Export nach Süd- und Südostasien (13,5 %) lag. Der Gesamtwert der Lieferungen belief sich somit auf EUR 134,03 Mio. (im Vergleich zu 2019 mit EUR 153,13 Mio.). Aber: nicht jeder Sektor ist gleich betroffen und in einigen Bereichen gab es auch beachtliches Wachstum zu verzeichnen.

Wie in den Jahren zuvor sind Elektronikprodukte wie Schaltungen mit über EUR 30 Mio. die wichtigsten Exportgüter (auch mit einem leichten Anstieg von EUR 1 Mio. im abgelaufenen Jahr). An zweiter Stelle stehen 2020 die Lieferungen von Maschinen und mechanischen Geräten mit einem Plus von 34 % im Vergleich zum Vorjahr auf EUR 24,33 6 Mio. Traditionell hoch sind auch die Lieferungen von Produkten aus Papier und Pappe (etwas über EUR 10 Mio. jedoch mit einem Minus von über 25 %). Lieferungen von Mess- und Prüfinstrumenten legten über 50 % zu und beliefen sich am Ende des Jahres auf EUR 9,8 Mio. Im Gegensatz dazu wurde nur noch die Hälfte an Holzwaren geliefert (-55 %, EUR 6 Mio.). Ebenso halbierten sich auch die Lieferungen von Nahrungsmitteln und Getränken bzw. von Waren aus Kupfer.  

Die Importe aus den Philippinen gingen mit einem Minus von 17,1 % besonders stark zurück und erreichten EUR 153,11 Mio. Das Handelsbilanzdefizit lag im ersten Halbjahr 2020 damit bei EUR 16 Mio.

Österreichs Einfuhren aus den Philippinen bestehen nahezu in ihrer Gesamtheit aus elektrischen Maschinen, insbesondere elektronischen Schaltungen. Auch 2020 machte diese Warengruppe nahezu drei Viertel der gesamten Importe aus (+/-0 % bzw. EUR 111 Mio.). Einen Anstieg verzeichneten verarbeitete Lebensmittel aus Gemüse und Früchten (EUR 3,2 Mio. und ein Plus von 17,7 %). Der Import von Bekleidung (-23,3 % auf EUR 6,4 Mio.) ging ebenso zurück, wie die Einfuhr von Bettwaren (-5,6 % auf EUR 3,6 Mio.).

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus den Philippinen

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Manila für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Philippinen der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Erneuerbare Energien

Die philippinische Regierung hat sich die Entwicklung und den Einsatz von verschiedenen erneuerbaren Energiequellen zum Ziel gesetzt. Im Bewusstsein der immer deutlicher werdenden negativen Auswirkungen des Klimawandels, die auf den Philippinen besonders zu spüren sind, wurde die Fokussierung auf neue Energiequellen eine der Top-Prioritäten der Regierung.

Die Philippinen erzeugen derzeit ca. 54 % des Stroms aus lokalen Energieträgern, 46 % der Rohstoffe müssen importiert werden. Die lokalen Energiequellen sind fossile Energieträger (Erdöl, Erdgas und Kohle) und erneuerbare Energieressourcen (geothermische Energie, Wasser- und Windkraft, Solar und Biomasse/Biogas). Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen am Energieverbrauch beträgt ca. 25,4 % (2015). Der gesamte Energieverbrauch lag im Jahr 2015 bei 82.413 GWh mit 6,7 % Wachstum im Vergleich zu 2014 mit 77.261 GWh.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Technologien für Umwelttechnik und erneuerbare Energien haben vor allem im Bereich der Wasserkraft (zahlreiche Projekte speziell für Kleinwasserkraftwerke sind in Planung), beim Anlagenbau für Biotreibstoffe und bei der Installierung von Photovoltaiksystemen gute Chancen.

Da es noch immer sehr viele Haushalte ohne Anbindung an die nationale Stromversorgung gibt, könnten diese durch Sonnenkollektoren und Photovoltaiksysteme mit Strom versorgt werden. Die Realisierung dieser Projekte erfolgt oft über Kooperationen auf internationaler Ebene mittels Bereitstellung von Finanzierungskrediten von ausländischen Regierungen oder internationalen Finanzinstitutionen. Die Installation dieser Anlagen erfolgt durch private Unternehmen oder lokale Kooperativen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energiewirtschaft und Naturressourcen sowie Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila!

Engineering

Wie in vielen anderen Ländern Südostasiens, wird auch auf den Philippinen ein nachhaltiger Ausbau der Infrastruktur als ein Weg aus der CoVID-19-Krise gesehen. Schon in den Jahren vor der Krise beruhte das kontinuierlich hohe Wachstum der philippinischen Wirtschaft zu einem großen Teil auch auf dem sehr aktiven Bau- und Infrastruktursektor. 

Die derzeitige Regierung unter Präsident Duterte, die noch bis Mai 2022 im Amt sein wird, kann auf die höchsten staatlichen Infrastrukturausgaben seit Jahrzehnten blicken. Ebenso ist der Privatsektor bei der Umsetzung von großen Bauprojekten wie Flughäfen und Autobahnen, eine treibende Kraft.

Im öffentlichen Sektor sind Behörden wie das Department of Public Works and Highways (DPWH), das Department of Transportation (DOTr) und Department of Interior and Local Government (DILG) für die Umsetzung von Infrastrukturprojekten verantwortlich. Weitere Regierungsunternehmen und Behörden wie die Metropolitan Manila Development Authority (MMDA) sind für Bau- und Infrastrukturvorhaben für die jeweilige Region verantwortlich.

Die wichtigsten Marktteilnehmer im Infrastruktursektor auf Seiten der privaten Unternehmen sind die großen philippinischen Unternehmen DMCI, MPIC und San Miguel Corporation. Im Immobiliensektor konnten sich neben DMCI vor allem die Ayala Corporation und die SM Investment Corporation etablieren.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Unternehmen punkten mit qualitativ hochwertigen und innovativen Produkten und Service-Leistungen!

Konkrete Geschäftsmöglichkeiten bieten sich dabei insbesondere in Sektoren, in denen viel Know-how gefragt wird. Nischenanbieter von Maschinen, technischen Geräten, spezialisierten Baumaterialien und Baudienstleistungen haben Chancen, am philippinischen Markt Fuß zu fassen. Ebenso steigt die Nachfrage nach Experten im Bereich Green Building.

Der Bauboom bei Wohnimmoblien lässt auch den Bedarf an hochwertigen Einrichtungs- und Dekorationsgegenständen steigen, womit sich auch hier Chancen für heimische Betriebe ergeben.

Sie suchen ausführlichere Informationen zum Engineeringsektor? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila!

Nahrungsmittel und Softdrinks

Eine rasch wachsende Bevölkerung, die auch einen Großteil des Einkommens für Nahrungsmittel und Getränke ausgibt, macht die Lebensmittelindustrie auf den Philippinen zu einer attraktiven Branchen. Die Bruttowertschöpfung des Nahrungsmittel- und Getränkesektors wuchs im Zeitraum von 2010 bis 2016 um über 50 %.

Filipinos haben verglichen mit anderen asiatischen Ländern einen sehr westlich (amerikanisch) orientierten Geschmack, was sowohl die Nahrungsmittel als auch die Verpackung anbelangt. Zudem sind sie allen ausländischen Produkten gebenüber besonders aufgeschlossen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Durch eine expandierende philippinische Wirtschaft erhöht sich auch die Kaufkraft der Konsumenten auch bei Nahrungsmitteln und Getränken und die wachsende junge Bevölkerung, die überwiegend in Städten lebt, unterstützt die Nachfrage nach ausländischen Qualitätsprodukten. Auch der wachsende Markt für gesunde Lebensmittel und Bioprodukte, bietet österreichischen Firmen gute Geschäftsmöglichkeiten. Auch Snacks, Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate werden vermehrt nachgefragt.

Weitere Möglichkeiten eröffnen sich im Bereich von Verarbeitungs- und Verpackungstechnologien. Im Rahmen des anstehenden Modernisierungsprozesses der philippinischen Nahrungsmittelindustrie können österreichische Firmen entsprechende Lösungsansätze bieten und daraus resultierende Geschäftsmöglichkeiten wahrnehmen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel und Getränke? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Manila.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung auf den Philippinen problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Manila anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Philippinen

Das AußenwirtschaftsCenter Manila berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu den Philippinen haben.

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