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Die rumänische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Bukarest hat die wichtigsten Informationen zur rumänischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Hauptgründe für die verbesserte Konjunktur der letzten Jahre waren Steuersenkungen, gute landwirtschaftliche Ernten, ein allgemein guter wirtschaftlicher Trend (vor allem von IT & Kommunikation, Wissenschaft & Technik, Einzelhandel und Kfz-Bereich) sowie anhaltend hohe Direktinvestitionen ausländischer Firmen. Einen gewissen, nicht klar abschätzbaren Beitrag bringt seit Jahren auch die immer stärkere Abbildung der wirtschaftlichen Grauzonen aufgrund der geringen Steuerbelastung.

Das das erste Halbjahr 2019 lief mit einem Zuwachs von 4,8 % noch sehr erfreulich. Damit wies Rumänien zwar nicht mehr – wie noch 2017 mit +7,0 % - das höchste Wirtschaftswachstum der EU aus, liegt jedoch deutlich über dem EU-Durchschnitt von 2 %. Im 3. Quartal 2019 kam es jedoch - bedingt in erster Linie durch niedrigere Konsumausgaben – zur bereits erwarteten Abkkühlung, im 4. Quartal war die Entwicklung jedoch mit + 4,3 % wieder sehr dynamisch, womit das BIP Rumäniens im Gesamtjahr 2019 um + 4,1 % stieg.

Erste Prognosen unter Einbeziehung der Auswirkungen der Corona-Krise für das Wirtschaftswachstum von 2020 per Anfang April gehen von nunmehr von einer Kontraktion des BIP um rund 2,5 % aus. Vor Ausbruch der Krise war noch ein relativ robustes Wachstum von 3,1 % vorhergesagt worden. 

Besondere Entwicklungen  

In politischer Hinsicht war das Jahr 2019 durch verschiedene Wahlen sowie die Ablösung der Regierung im Oktober geprägt, auch die ersten Monate 2020 entwickelten sich sehr dynamisch. 

Bei der Ende Mai 2019 abgehaltenen EU-Wahl erreichte die wichtigste Unterstützer-Partei des am Ticket des „Demokratischen Forum“ angetretenen Präsidenten Klaus Johannis, die PNL, 27 % (Vergleich EU-Wahl 2014: 15 %), gefolgt von der in der Regierungskoalition befindlichen PSD (22,5 %; 2014: 38 %). Nur knapp dahinter auf dem dritten Platz landete USR mit 22,36 % der Stimmen. 

Nicht zuletzt aufgrund dieses Wahlausgangs mussten zahlreiche umstrittene und für die Planbarkeit der Wirtschaftstreibenden in Widerspruch stehende Vorhaben wie die Eilverordnung 114 vom Dezember 2018 zur Erhöhung von Unternehmenssteuern (wie Umsatzsteuer auf Energieunternehmen, „Bank Greed Tax“, gegen EU-Recht verstoßende Gaspreisbeschränkungen, Änderung von Ausschreibungsbedingungen und vieles mehr), bzw. eine noch im Februar 2019 erlassene Eilverordnung, die im Wesentlichen auf eine Lockerung der Anti-Korruptionsbemühungen abzielte und aller Voraussicht nach gegen das EU-Rechtssystem verstoßen hätte, wieder zurückgenommen werden. Die Rechtssicherheit dürfte damit wieder besser werden. 

Im Oktober 2019 wurde diese Regierung letztendlich durch ein Misstrauensvotum abgewählt. Präsident Klaus Iohannis beauftragte schließlich den Chef der liberalen Partei Ludovic Orban mit der Regierungsbildung. Diese Regierung unter Premierminister Ludovic Orban wurde Anfang November durch das Par-lament bestätigt. Ende Jänner 2020 wurde Ludovic Orban durch einen Misstrauensantrag wieder abgewählt, er war danach für ca. ein Monat lang „Acting Prime Minister“, bis sich die Parteien im März 2020 angesichts der Covid-19 Krise auf ein reguläres Einsetzen der Regierung Orban einigten. Die Wahl und Angelobung der Regierung wurde am Samstag, 14.03.2020 binnen 24 Stunden ermöglicht, sodass Rumänien wieder über eine voll funktionsfähige Regierung verfügt. 

Die nächsten regulären Parlamentswahlen sollen gemäß dem Vier-Jahres-Rhythmus wieder im Herbst 2020 abgehalten werden.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Im Jahr 2019 konnten die hohen Export-Zuwachsraten der letzten Jahre (2017 um + 9,5 % bzw. 2018 um 12,4 % auf den Rekordwert von EUR 2,56 Mrd.) vor-erst nicht erreicht werden: Es kam zu einem moderaten Rückgang um 0,7 % gegenüber 2018 auf EUR 2,54 Mrd., während die Einfuhren um 1,7 % auf 1,52 Mrd. EUR stiegen. 

Die österreichische Wirtschaft ist in Rumänien seit vielen Jahren ein bedeutender Investor. Österreich belegt mit 9,0 Mrd. Euro hinter den Niederlanden und Deutschland den dritten Rang. Anders würde sich das Bild darstellen, wenn die Investitionen dem echten Ursprungsland zugerechnet würden (die Niederlande würde weit abfallen) und auch Reinvestitionen von ausländischen Investoren auch gezählt würden, diese sind im Falle Österreichs mehr als doppelt so hoch, wie die ursprünglichen Investitionen. 

Derzeit ist Österreich Rumäniens 11.-größter Exportmarkt und 7.-größter Importpartner. Umgekehrt ist Rumänien die 15.-wichtigste Destination österreichischer Exporte und 20.-wichtigster Importpartner.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Rumänien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Bukarest für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Rumänien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive 

Der Automotive-Sektor ist einer der wichtigsten Bereiche der rumänischen Industrie, sowohl im Rahmen der KFZ-Produktion, als auch im Bereich der Zulieferindustrie. Der Umsatz hat sich im letzten Jahrzehnt verdreifacht und repräsentierte im Jahr 2019 laut Regierungsangaben 14 % des BIP bzw. 27 % der Gesamtexporte. Neben den Automobilproduzenten Dacia und Ford gibt es landesweit über 600 Zuliefer-Produktionswerke. Insgesamt beschäft der Sektor über 200.000 gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Produziert wird eine breite Reihe an Komponenten und Systemen: Reifen, Kabel, Drähte, Getriebe, elektronische Komponenten, Kfz-Leuchten, Batterien, Kunststoffteile und vieles mehr. Der Produktionswert von Automobilen und Komponenten betrug im Jahr 2019 insgesamt rund 30 Mrd. Euro. Die Produktion von Automobilen lag bei 490.412 Einheiten, was einem Anstieg von 2,9 % gegenüber 2018 entspricht.

Mit einer Motorisierungsrate von 332 KFZ pro 1.000 Einwohner bildet Rumänien zwar noch das Schlusslicht innerhalb der EU, der Markt entwickelt sich jedoch dynamisch.

Mehr über die lokale Produktion, aktuelle Entwicklungen, Trends, die Auswirkungen der Covid-19 Krise auf den Sektor und mehr erfahren Sie in unserem „fact sheet – Automotive Industry“, das Sie gleich unter bukarest@wko.at bei uns anfordern können!

IT, Software & Telekommunikation

Rumänien gilt schon seit mehreren Jahren als fest etablierter Standort für die Entwicklung von Forschungs- und BPO (Business Process Outsourcing) Zentren und Diensten der IKT-Branche. In den letzten Jahren hat sich das Volumen verfünffacht. Investitionen können hier weiterhin auf hochqualifizierte und, im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedstaaten, relativ günstige Arbeitskräfte und Arbeitsbedingungen bauen. Auch die Mietkosten für Büroflächen sind – trotz Zunahme in den letzten 2-3 Jahren – immer noch tragbar und somit vorteilshaft. Internationale Großkonzerne haben seit längerer Zeit Rumänien als Investitionsstandort entdeckt und hier Entwicklungs- und Unterstützungszentren eröffnet, in denen Tausende von Mitarbeitern beschäftigt sind. 

Der Telekommunikationssektor trägt mit rund 3,4 Mrd. Euro Gesamtumsatz mit 2 % zum rumänischen BIP bei. Der Ausbau des 5G-Netzes stockt jedoch derzeit aus verschiedenen Gründen. 

Wollen Sie mehr wissen? Fordern Sie gleich bei uns unser kostenloses „fact sheet“ zum Thema Software, IT & Telekommunikation in Rumänien unter bukarest@wko.at an. Vom 19. bis 22.10.2020 planen wir auch einen Austria Showcase zum Thema Nearshoring von IT-Dienstleistungen in Rumänien, Näheres dazu finden Sie hier.

Energie, Erdöl & Erdgas 

Auf Tradition stützend und trotz schwankender Marktbedingungen entwickelt Rumänien die Sektoren Erdöl, Erdgas und Petrochemie als stabile Eckpfeiler der Wirtschaft des Landes weiter und zielt darauf ab, diese Bereiche auch in nächster Zukunft strategisch intensiv zu fördern. Mit einer über 150-jährigen Tradition in der Gewinnung von Rohöl und Erdgas ist Rumänien der einzige bedeutende Produzent von Kohlenwasserstoffen in Südosteuropa. Die traditionellen Festland-Reserven Rumäniens sind jedoch in den letzten Jahren stetig geschrumpft, was zu einer Verminderung der durchschnittlichen Jahresproduktion führte. Das durch OMV und ExxonMobil entdeckte rund 42 - 84 Milliarden Kubikmeter große Gasfeld im Schwarzen Meer stellt die größte Chance und Herausforderung für Investoren sowie für die Regierung Rumäniens dar. Sollte der gesetzliche Rahmen ein für Investoren sicheres und gewinnbringendes Klima gewährleisten, ist auch in Zukunft in diesem Sektor mit einem hohen Entwicklungspotential zu rechnen. 

Wollen Sie mehr über den Sektor und Ihre Chancen als Zulieferer wissen? Dann fordern Sie gleich unser „fact sheet – Erdöl & Ergas“ unter bukarest@wko.at bei uns an!

Forst-und Holzwirtschaft 

Rumänien hat die achtgrößte Waldfläche in der EU. Derzeit hat Rumänien etwa 6,4 Mio. ha Waldfläche (davon 51 % in Privatbesitz oder öffentlich-privat) und etwa 14 Mio. ha landwirtschaftliche Flächen. Das Verhältnis der Landkategorien ist 1 : 2,1. Es gibt ungefähr 830.000 Waldbesitzer und ungefähr 4 Millionen Besitzer von landwirtschaftlichen Flächen. Der Verhältnis ist hierbei bereits 1 : 5 und zeigt die kleinflächige Aufteilung der lnadwirtschaftlichen Flächen. Der Anteil des Forstwirtschaftsektors (Forstwirtschaft und Holzverarbeitung) am BIP beträgt 3,5 %. Holz ist die einzige Ressource in vielen Berggebieten und eine wichtige Ressource für die ländliche Entwicklung. In der gemeinsamen Politik auf EU-Ebene sollte die Unterstützung für den Bereich Wälder durch das Nationale Forstprogramm für Ländliche Entwicklung (NRDP) kommen. In Rumänien wird das NRDP vom Landwirtschaftsministerium verwaltet und Waldgebiete stehen demgegenüber unter der Aufsicht des Umweltministeriums, weshalb Waldgebiete leider praktisch aus der Finanzierung ausgeschlossen sind.

Es gibt ca. 11.300 Unternehmen, die sich in Rumänien mit Holz beschäftigen und knapp 7.000 davon sind holzverarbeitende Betriebe. Im diesem Sektor sind 128.000 Direktangestellte und 186.000 Personen in verwandten Sektoren. Die holzverarbeitende Industrie befindet sich vor allem in den Kreisen Suceava (Nord-Ost Region), Alba, Braşov und Covasna (Zentral), Cluj (Nord-West Region) und Bukarest. In der rumänischen holzverarbeitenden Industrie ist Österreich vor allem durch die Unternehmen Holzindustrie Schweighofer, Egger, Kronospan und JFFournir (JF Frischeis) vertreten.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Obwohl die rumänische holzverarbeitende Industrie aus technologischer Hinsicht an die Marktnachfrage und –gegebenheiten ausreichend ausgestattet ist, erreicht die Arbeitsproduktivität in diesem Sektor nicht das Produktivitätsniveau der Europäischen Union. Es gibt eine lange Tradition der Holzverarbeitung und damit auch ausreichende Arbeitskraft mit der notwendigen Qualifikation, ausreichend Rohstoffe in guter Qualität, eine immer besser werdende Infrastruktur mit einem besonders dichten Bahnnetz und ein dichtes Netz österreichischer Firmen, die seit Jahren in Rumänien in allen nur vorstellbaren Bereichen tätig sind. 

Haben wir Ihr Interesse an der rumänischen Holz- & Forstwirtschaft geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900. 

Stahl & Metallbearbeitung 

Vor der politischen Wende im Jahr 1990 verfügte Rumänien noch über eine bedeutende Stahlproduktion zur Versorgung der damaligen staatlichen Industrien. Im Zuge der Dezentralisierung und Privatisierung der Wirtschaft wurden Überkapazitäten abgebaut, sodass die Produktion kontinuierlich gesunken ist und derzeit bei rund 3,7 Mio. Tonnen Rohstahl jährlich liegt.

Nach wie vor gibt es Bedarf bei der Modernisierung bestehender Anlagen, andererseits befinden sich unter den kleineren bis mittleren rumänische Metall verarbeitenden Firmen durchaus auch potentielle Kooperationsparter für österreichische Unternehmen.

Nähere Informationen zum Sektor und wie Sie auf dem Markt erfolgreich tätig werden, finden Sie unserem „fact sheet“ zum Thema Metallbearbeitung in Rumänien, das Sie gleich unter bukarest@wko.at anfordern können.

Mode & Textilien 

Rumänien ist längst nicht mehr nur die „Schneiderei Europas“. Natürlich existieren nach wie vor eine Vielzahl für eine Produktions-Kooperation in Frage kommende Unternehmen in den Bereichen Textilien, Bekleidung sowie Leder / Schuhe, zunehmend gewinnt Rumänien aber auch als Markt für hochwertige internationale und somit auch österreichische Artikel an Attraktivität. 

Sie suchen geeignete Lieferanten für Ihr Unternehmen oder Kunden für Ihre österreichischen Produkte?  

Dann fordern Sie als ersten Schritt gleich unser aktuelles fact sheet „fashion industry – Rumänien“ an. 

Kunststoffe 

Die rumänische Kunststoffindustrie verfügt bereits über eine lange Tradition und manche Firmen sind z. B. schon seit fast 80 Jahren tätig. Heute umfasst der Kunststoff- und Kautschuk verarbeitende Industrie rund 3.100 Unternehmen, die etwa 62.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt beschäftigten. Der Jahresumsatz der Branche liegt bei 3,3 Mrd. EUR. Auch eine Reihe österreichischer Unternehmen sind mit eigener Produktion im Land präsent. 

Nähere Informationen finden Sie unserem „fact sheet“ zum Thema Kunststoffe in Rumänien, das Sie gleich unter bukarest@wko.at anfordern können.

Nahrungsmittel/Softdrinks 

Rumänien ist trotz seiner beeindruckenden landwirtschaftlichen Kapazität stark von Lebensmittelimporten abhängig. Die größten Importeure im Lebensmittelbereich sind die Lebensmittelhandelsketten wie Lidl, Kaufland, Rewe, Selgros, Metro sowie internationale Konzerne wie Mondelez oder Nestle. Aufgrund des niedrigen Einkommensniveaus wird ca. 25 % des verfügbaren Haushaltseinkommens in Rumänien für den Einkauf von Lebensmitteln aufgewendet.

Der Einfluss internationaler Unternehmen, die in Rumänien lokal Lebensmittel produzieren ist in den vergangenen 20 Jahren insbesondere im Getränkebereich stark gestiegen. Lokale Abfüllbetriebe internationaler Unternehmen versorgen den Markt mit zahlreichen alkoholfreien Getränken, die rumänischen Brauereien wurden praktisch zur Gänze an internationale Konzerne verkauft.

Milch - und Molkereiprodukte

Der rumänische Markt für Milch und Milchprodukte stieg fast kontinuierlich und erreichte 2018 ein Jahresvolumen von 1,1 Mrd. Euro.

In Rumänien werden nur wenige Arten von Käse produziert, meist Weichkäse mit nur geringfügigen Unterschieden zwischen den Produkten. Sehr häufig im Regal zu sehen ist hingegen geräucherter Kuhmilchkäse („cascaval afumat“). Insgesamt werden ca. 85 % der Käseproduktion aus Kuhmilch hergestellt. Käsespezialitäten mit diversen Geschmacksrichtungen werden großteils importiert, das Angebot und der Umsatz sind in den vergangenen Jahren merklich gestiegen. 

Weitere beliebte Produkte sind Butter, Sauerrahm und Kefir. Pflanzliche Margarine wird wegen ihres geringeren Fettanteils und des niedrigeren Preises der Butter bevorzugt. 2018 wurde ein Konsum von 1,57 kg/Monat/Person verzeichnet.

Fleisch- und Fleischwaren

Rumänen essen traditionell viel und gerne Fleisch. 2018 lag der monatliche Pro-Kopf-Konsum von Fleisch bei ca. 3,7 kg. Fast die Hälfte des Fleischkonsums entfällt auf Schweinefleisch und etwa ein Viertel auf Geflügelfleisch, Lamm- und Rindfleisch und deren Produkte bilden den Restverbrauch.

Da die Inlandsproduktion den heimischen Bedarf nicht abdecken kann, ist das Land auch auf Importe angewiesen. Fleisch und Fleischprodukte machen einen Großteil der Nahrungsmittelimporte aus.

Die großen Produzenten haben ihre eigene Distributions- und Vertriebsstruktur sowie ihre eigenen Ladenketten, vermarken ihre Produkte aber auch in den modernen Handelsketten.

Alkoholfreie Getränke & Mineralwasser

2018 lag der allgemeine Konsum von Mineralwasser & nichtalkoholischen Getränken bei 6 Liter/Monat/Person und bei alkoholischen Getränken bei ca. 2,8 Liter/Monat/Person. 

Ein wichtiges Segment des rumänischen Getränkemarkts ist Mineralwasser. In Rumänien befindet sich mehr als ein Drittel des gesamten europäischen Mineralwasseraufkommens. Der Markt wuchs in den letzten Jahren jährlich konstant um 3 - 4 %: 2016 boomten die Absätze der größten Abfüller aufgrund vieler Investitionen in die Modernisierung der Technologien. Mit einem Konsum von ca. 12 Mio. Hektoliter in 2018 liegt der Markt trotzdem unter dem durchschnittlichen europäischen Konsum, hat dementsprechend aber großes Wachstumspotenzial. Der Markt wird großteils von rein rumänischen Unternehmen beherrscht.

Alkoholische Getränke

…davon Bier: 2018 lag der Konsum von Bier bei rund 16,11 Mio. Hektolitern, bzw. bei ca. 85 Litern pro Kopf. Dies entspricht einem Verkaufsumsatz von rund 1,5 Mrd. Euro.

…davon Wien: Rumänien hat eine 4.000 Jahre alte Weintradition und ist heute der zwölftgrößte Weinproduzent weltweit mit einer Anbaufläche von 245.000 ha. Die Handelsbilanz mit Wein bleibt für Rumänien trotzdem negativ: Rumänien führte 2014 Wein im Wert von etwa 25 Mio. Euro aus, importiert wurde Wein für fast 45 Mio. Euro. Der Pro-Kopf-Weinkonsum lag 2018 bei ca. 27 Liter. 

Mehl, Brot- und Backwaren

Der rumänische Markt der Mehl- und Backwarenprodukte wird beherrscht von rund einem Dutzend großer Produzenten und am anderen Ende von tausenden Kleinstbetrieben (etwa 1.000 Mühlen und 5.000 Bäckereien) mit meist nur einer Produktionsstätte bedient. Diese Kleinsbetriebe versorgen den lokalen Markt mit elementaren Produkten. Einen Mittelbau von kleineren Produzenten mit mehreren Verkaufsniederlassungen gibt es praktisch nicht.

Laut Schätzungen liegt der Markt von Mehl, Brot- und Backwaren bei ca. EUR 10 Mrd. und machte ca. ¼ des Gesamtmarktes der Nahrungsmittel aus.

Monatlich wurden 2016 folgende Konsumniveaus verzeichnet: Maismehl = 0,8 kg, Mehl = 0,7 kg, Reis = 0,42 kg und Brot = ca. 8 kg.

Öl- und Fettmarkt

Rumänien ist eines der europäischen Länder mit dem höchsten Speiseölverbrauch. Sonnenblumenöl deckt ca. 75 % des Bedarfes, gefolgt von Olivenöl mit 15 % und sonstigen Ölen. Bei Olivenöl wird Premiumqualität bevorzugt, die allerdings fast ausschließlich bei Konsumenten mit höherer Kaufkraft Absatz findet. Der Markt von Speiseölen lag 2018 bei ca. 255 Mio. Euro. 2018 lag der Binnenkonsum an Speiseöl bei ca. 0,88 Liter/Monat/Person.

Bioprodukte (Lebensmittel) verzeichneten Ende 2018 Umsätze von ca. 20 Mio. Euro, der Markt ist sehr stark importorientiert. Im Allgemeinen machen die Verkäufe von Bioprodukten in Rumänien ca. 2 % des Verkaufsvolumens aller Lebensmittel aus.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich hat mit Qualitätsprodukten der höheren Verarbeitungsstufe in Rumänien gute Chancen. In den Regalen der Lebensmittelgeschäfte finden sich viele Produkte österreichischer Unternehmen wie Red Bull, Rauch, Pfanner, Agrana, Kotanyi, Julius Meinl, Wine & Commerce, Ottakringer, Zotter, Heindl, Ölz, Auer, Sorger, Schlumberger, Maresi und vielen mehr. Österreichische Produkte werden als Qualitätsprodukte bzw. als Delikatessen wahrgenommen und sind für die Konsumenten sehr attraktiv. Mit Ausnahme einiger Zucker-, Brot- und Mehlprodukte, die in Rumänien produziert werden, werden fast alle diese Produkte importiert. 

Die Mehrzahl der österreichischen Produkte wird in internationalen Lebensmittelketten oder in Delikatessengeschäften vermarktet, welche grundlegend nur in Ballungszentren und größeren Städten vertreten sind, wo die Kaufkraft der Bevölkerung höher, als der Landesdurchschnitt, ist. Gegenwärtig liegt der Pro-Kopf-Konsum in fast allen Branchen unter dem EU-Durchschnitt. Mit der erwarteten wachsenden Kaufkraft wird auch in Rumänien die Nachfrage nach Qualitätsprodukten steigen, wobei Eigenmarken und Bioprodukte die stärksten Zuwächse verzeichnen. 

Haben wir Ihr Interesse am rumänischen Nahrungsmittel- und Getränkemarkt geweckt? Das Team vom AußenwirtschaftsCenter Bukarest kann Ihnen dazu noch viel mehr erzählen. Schreiben Sie uns unter E bukarest@wko.at oder rufen Sie uns an T +40 372 068 900.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Rumänien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Bukarest anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Rumänien

Das AußenwirtschaftsCenter Bukarest berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Rumänien haben.