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Die saudi-arabische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Riyadh hat die wichtigsten Informationen zur Wirtschaft in Saudi Arabien für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die noch in den ersten Monaten bestehenden Hoffnungen auf ein Wiederansteigen des saudischen BIP im laufenden Jahr erfüllen sich nicht. Der auch Saudi-Arabien erfassende Corona-Lockdown und nach monatslangem Preiskampf mit Russland seit März drastisch gefallene Erdölpreise lassen - trotz kurzfristig - massiv gesteigerter Ölproduktion eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung von derzeit 3% erwarten.

Infolge der Weigerung Russlands, im Rahmen der OPEC+ angesichts der beginnenden Corona-Krise und sinkendem Verbrauch (international und seitens des Hauptkunden China) weiteren und stärkeren Förderkürzungen zuzustimmen, setzte Saudi-Arabien seine eigene Ölproduktion massiv und auf Maximalförderung nach oben, um Russland zu Einlenken zu bewegen. Das prompt resultierende Überangebot gepaart mit weltweit knapp werdenden Lagerkapazitäten führte zu einem Absacken der Erdölpreise auf - kurzfristig - sogar unter USD 20, -- pro Fass (Type Brent).

Nach einem verhaltenen Wachstum 2021 wird erst ab 2022 im Zug wieder steigender Ölpreise ein nachhaltigeres BIP-Wachstum erwartet.

Zur Vermeidung der Ausbreitung des Corona-COVID-19 Virus setzte die saudische Führung seit Mitte März bis auf weiteres geltende, schrittweise Maßnahmen zur Aussetzung der Reisetätigkeit, Sperrung aller Landgrenzen für den Personenverkehr, Aussetzung des nationalen und internationalen Flugverkehrs, Anordnung von Home-Office für den staatlichen und privaten Sektor, Stilllegung nicht essentieller Betriebe und schiesslich eine 24-h-Ausgangssperren (mit einem Zeitfenster zur Versorgung in unmittelbarer Nachbarschaft) für die großen Städte in Kraft. 

Im Zug der Corona-Maßnahmen wurde seit Mitte März aber nicht nur der Betrieb vieler Produktionen und des Bausektors, sondern auch von Shopping Malls, Restaurants, Hotels, erst in Vorjahr zugelassener Kinos und Unterhaltungseinrichtungen und vieler anderer Wirtschaftsbetriebe untersagt.

Zur Aufrechterhaltung der Versorgung der Bevölkerung und Weiterbestehen des wirtschaftlichen Lebens wurden – trotz gleichzeitig erfolgter Sperre von etwa 50 ausländischen Häfen als Ursprungsdestination in Relation Saudi-Arabien - unter anderen der Betrieb von Gütertransporten, der Lebensmittelhandel und die Versorgung mit Medikamenten weiter zugelassen.

Obgleich die Regierung weiter am Programm zur Reduzierung der Abhängigkeit von Erdöl, Saudisierung des Arbeitsmarktes, weiterer Stärkung von Nicht-Öl-Exporten und zunehmender Rolle des Privatsektors festhält, gilt das derzeitige Hauptaugenmerk auf Konsolidierung der Wirtschaft im Angesicht der Corona-Krise. Nach einem Ende der Situation ist mittelfristig von einer Forcierung der Diversifizierung der Wirtschaft auszugehen.   

Die COVID-19 Maßnahmen führten praktisch zu einer vorläufigen Aussetzung der Wirtschaftsreformen in einzelnen Bereichen und der private Nicht-Öl-Bereich erscheint von der Corona-Krise am meisten betroffen. Unter diesen leidet trotz bestehender Unterstützungsmaßnahmen vor allem der internationale Reiseverkehr und Tourismus.

Auch die im Rahmen der Reformen geplante Entwicklung lokaler Kapazitäten in anderen Bereichen dürfte sich verzögern.  Ausnahmen: Pharmazeutika, Agrarwirtschaft, Verteidigung und einzelne andere.

Zur Entlastung saudischer Unternehmen wies die saudische Zentralbank lokale Geschäftsbanken an, Bankkunden in bestimmten Fällen (Verlust des Arbeitsplatzes im Zug der Corona-Situation etc.)  Kredite gebührenfrei zu stunden und Zinsenzahlungen zu erleichtern.

Trotz vorläufiger Aufschiebung von Steuern, Kredit- und anderen Zahlungen und erheblicher Unterstützungsmaßnahmen seitens der Regierung kommen viele lokale Unternehmen unter Druck und nehmen die nunmehr bestehenden, rechtlichen Möglichkeiten zur Entschuldung mittels Konkurs oder Freisetzung vor allem ausländischer - aber auch lokaler - Arbeitskräfte in Anspruch.

Zum Schutz der Eigenversorgung setzte die Regierung den Export von Medikamenten, pharmazeutischen und medizinischen Erzeugnissen vorläufig aus.

Zur Verbesserung der Eigenversorgung mit medizinischen Produkten forderte die Saudi Food & Drug Authority (SFDA) lokale Produzenten auf, den Grad der lokalen Versorgung anzuheben. Aus Sicht des Außenwirtschafts-Center Riyadh bieten sich auch dadurch Geschäftschancen für österreichische Unternehmen und Möglichkeiten zur Kooperation. 

Im Rahmen der Sparmaßnahmen werden auch einzelne Projekte im Rahmen der VISION 2030 faktisch aufgeschoben. Aktuelle und essentielle Projekte werden dem Vernehmen nach weiter fortgesetzt, darunter auch NEOM und QIDDIYA. Umgesetzt werden auch notwendige und begonnene Infrastruktur-, Wasser- und vor allem Transportprojekte.

Der Beginn und die Umsetzung anderer, kapitalintensiver Projekte und zur Finanzierung von Projekten im Rahmen der VISION 2030 wird aus derzeitiger Sicht erst für die Zeit nach der der Budget-Konsolidierung erwartet.

Zur teilweisen Kompensierung der Einnahmenausfälle entschied die Regierung, die bisher 5% betragende Mehrwertsteuer ab 01.07.2020 von 5% auf 15% anzuheben.  

» Aktuelle Situation der Corona-Massnahmen in Saudi-Arabien

Besondere Entwicklungen

Die Regierung führte im September ein neues e-Visa-Regime und „Visa on Arrival“ - LINK Saudi E-Visa Portal - zur Beantragung und Ausstellung saudischer Touristenvisa online oder bei Ankunft an internationalen Flughäfen ein. Obgleich es sich um Touristenvisa handelte, wurden diese in der ersten Praxis gerne auch für kurze Geschäftsreisen genützt.

Dieses für Staatsbürger der Schengener Länder, dem Vereinigten Königreich und den U.S.A. (und Staatsbürger dritter Staaten, die über ein solches Visum verfügen und mit einem saudischen Flugzeug einreisen) geltende System wurde im Zug der COVID-19 Maßnahmen vorerst auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Im Zug der Maßnahmen wurden nicht nur Hotels geschlossen, sondern auch die Anreise von Gästen bis auf weiteres ausgesetzt.

Gemäß königlichem Dekret wurde die Passbehörde (Jawazat) beauftragt, zwischen dem 18. März 2020 und 30. Juni 2020 auslaufende Aufenthaltsberechtigungen (Iqamas) für drei Monate kostenlos zu verlängern. Die Entscheidung betrifft alle Expatriates innerhalb und außerhalb des Königreichs, die im privaten Sektor in gewerblichen und industriellen Berufen arbeiten.

Die Verlängerung ist über die E-Service-Plattform „Absher“ des Innenministeriums oder den E-Port „Muqeem“ möglich.  

Nach kurzer Beobachtungsphase und anfänglichem Zögern agierte die saudische Führung zügig und setzte effektive Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Corona-Virus bei gleichzeitiger Umsetzung weitgehender Schritte zur Stimulierung und zum Schutz der saudischen Wirtschaft.  

Aus Sicht Saudi-Arabiens sind vor allem Länder im Einfluss des Iran mit schwächeren Wirtschafts- und Gesundheitssystemen von der Krise schwer betroffen. Dies betrifft sowohl die Wirtschaftslage und Gesundheitssystem aber auch den Verteidigungsbereich dieser Länder.  

Obgleich der Iran weiter Saudi-Arabiens fortgesetzter Kontrahent in der Region ist, geben sich beide Seiten bemüht, den Konflikt nicht weiter zu verstärken. 

Im Zug der Corona-Krise erklärte Saudi-Arabien Mitte April eine einseitige vorläufige Waffenruhe im Jemen und gab der Hoffnung Ausdruck, dass nunmehr weitere Verhandlungen aller Beteiligten – und damit auch den Houtis - zu einer endgültigen Regelung führen. Ein baldiges Ende des Konfliktes erscheint aber wegen der tiefgreifenden Unterschiede der Beteiligten und der Komplexität der Situation vorerst nicht in Sicht. 

Trotz einzelner Anzeichen einer Lockerung des seit 2017 bestehenden Embargos gegenüber Katar bleibt dieses trotz der Corona-Krise weiter aufrecht und ein baldiges Ende der Blockade erscheint weiter nicht in Sicht.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Nach mehreren Jahren saudischer Umstrukturierungsmaßnahmen folgender Rückgänge österreichischer Exporte stiegen die österreichischen Lieferungen 2019 um über 17% auf EUR 402,6 Mio. an. Der österreichische Überschuss in der bilateralen Handelsbilanz stieg um 32%. Aufgrund weiter rückgehender Bezüge von saudischem Erdöl gingen die österreichischen Bezüge um 51% weiter zurück und erreichten EUR 29 Mio.

Nachdem das laufende Jahr mit einem Lieferanstieg von 29% auf EUR 65 Mio. bis Ende Februar vielversprechend begonnen hatte, traf die Corona-Krise die - Saudi-Arabien bearbeitenden - österreichischen Exporteure unerwartet und umso intensiver. Obgleich der bilaterale Warenverkehr zumindest eingeschränkt weiterläuft, fällt aufgrund der Aussetzung internationaler Flüge, Home-Office in der Heimat und hier und vorerst aufrechter Quarantäne-Maßnahmen die Saudi-Arabien notwendige persönliche Akquise und Betreuung laufender Projekte und Kunden weg.

Das österreichische Außenwirtschafts-Center Riyadh (AC Riyadh) berät und unterstützt derzeit österreichische Niederlassungen vor Ort auch im Zusammenhang mit Ausnahmegenehmigungen zur Betriebsfortführung und bei arbeitsrechtlichen Themen.

Auch und insbesondere fungiert das AC Riyadh gerade jetzt im Zusammenhang der Reiseunmöglichkeit als verlängerter Arm der österreichischen Unternehmen zu deren Unterstützung in geschäftlichen Belangen aber auch zum Halten bestehender und der Herstellung neuer Kontakte während der Krisensituation.

Marktchancen bestehen derzeit auch in den folgenden Bereichen:

  • Pharma-Industrie (Lieferung und Knowhow Vergabe)
  • Agrarwirtschaft
  • Lebensmittel: Haltbarwaren, Milchprodukte, Mineralwasser (Saudi-Arabien ist Lebensmittel Nettoimporteur),
  • Online Handel
  • Zivilschutz, Straßen- und Gebäudereinigung und Sterilisatoren.

Die von der Außenwirtschaft Austria und dem AC Riyadh bis vor der Corona-Krise geplanten Veranstaltungen und Aktionen konnten teilweise durchgeführt werden, weiter geplant beziehungsweise vorgesehen sind:

  • 05. bis 08.10.2019: Gruppenstand des AC Riyadh an der Saudi Build 2020
  • 10/11.2020: Wirtschaftsmission Saudi-Arabien
Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Saudi Arabien

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Riyadh für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Saudi Arabien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.  

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Chemie/Kunststoff

Der Erdölbereich nimmt im Königreich Saudi-Arabien eine überragende Rolle ein. Die Regerung ist intensiv bemüht, die Weiterverarbeitungskapazitäten vor Ort weiter zu stärken und zu vertiefen. Diese Bemühungen zeichnen sich auch durch die kürzlich erfolgte Übernahme des saudischen Chemikonzerns SABIC durch Saudi ARAMCO aus. 

Maschinen der österreichschen Kunststoffbranche sind hier vertreten und haben seit langem einen hervorragenden Ruf.  

Chancen für österreichische Unternehmen 

Chancen für österreichische Unternehmen bestehen vor allem bei technologieintensiven Zulieferungen und Know How, Maschinen zur Kunststoffbearbeitung, Kunststoffrecyling, Ölfeldtechnologie, geologisches Know How, Verbindungen, Sicherheitsausrüstungen, Feuerbekämpfung, Kommunikationseinrichtungen, Behandlung von Altöl, Entwicklung neuer Kunststoffprodukte, Gastechnologien, Ölfeldtechnologie, Kühleinrichtungen, Lagereinrichtungen, Logistik. u.v.a.  

Verkehrs-Infrastruktur /Tiefbau
Urban Technologies

Saudi-Arabien ist weiter ein sehr stark wachsendes Land. Zur Verbesserung der Verkehrssituation investiert die Regierung weiter in die Verkehrs-Infrastruktur und Stadtentwicklung.

Österreichische Unternehmen (etwa im Bahnbereich, der Wasserversorgung) tragen bereits seit Jahren in essentiellen Bereichen zur Entwicklung der saudischen Infrastruktur bei. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Chancen für österreichische Unternehmen bestehen vor allem bei Verkehrsleitsystemen, Verkehrsüberwachung, Mautsystemen, Parksystemen, Straßenbarrieren, Verkehrsüberwachung, Rollendem Material, intelligenten Verkehrssysteme, Tunneltechnologie, Entlüftungssystemen, smart streets, Stadtplanung, Bewässerung, Verkehrsplanung, Eisenbahnausrüstungen, Recyclinganlagen, Abwasserbeseitigung, Müllentsorgung, Verbesserung der Verkehrssicherheit, neue Bautechnologien und vielen anderen Bereichen. 

Energieeffizienz 

Zur Reduzierung des enormen Eigenbedarfs an Erdöl und Einsparung von gefördertem Öl für Exportzwecke hat Saudi Arabien die traditionell sehr hohen Subventionen auf Energieträger sehr stark gekürzt und setzt im Zug des Reformprogramms VISION 2030 zunehmend auch auf alterative Energiequellen. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Chancen für österreichische Unternehmen bestehen vor allem bei neuen Bautechnolgien, Solarsystemen, Kraftwerken, Windtechnologie, Systemen zur Wassereinsparung, green technologies, Ladesystemen, LED-Technologien, der Reduzierung des Kraftstoffverbrauches, Energieplanung und Verteilung, Isolationsmaterialen, Transformatoren, energiesparenden Generatoren und v.a.   

Gesundheitssysteme & Einrichtungen

Pharmazeutische Produkte gehören zu den Hauptlieferpositionen Österreichs. Österreichische Produkte haben bereits in einzelnen medizinischen Bereichen einen hervorragenden Ruf.

Saudi-Arabien ist intensiv dabei, den Stand der Gesundheit seiner Bevölkerung zu verbessern. Zur Verbesserung der medizinischen Versorgung plant Saudi-Arabien einerseits Privatisierungen staatlicher Gesundheitsstellen fördert aber auch lokale Produktionen.  

Chancen für österreichische Unternehmen 

Chancen für österreichische Unternehmen bestehen vor allem bei der Lieferung und Herstellung von Medikamenten, Spitalseinrichtungen, Beseitigung von medizinischem Abfall, Spitals-Software, Spitalsmanagement, Lizenzvergaben im medizinschen Bereich, Herstellung von medizinschen Verbrauchsmaterialien, Generatoren, Sterlisatoren, Laboreinrichtungen, Lagereinrichtungen, Transportsystemen für Spitäler, Logistik, u.v.a. 

Das AußenwirtschaftsCenter Riyadh steht für näherie Informationen gerne zur Verfügung riyadh@wko.at

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Saudi-Arabien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Riyadh anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Saudi-Arabien

Das AußenwirtschaftsCenter Riyadh berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Saudi-Arabien haben.

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