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Die schwedische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Stockholm hat die wichtigsten Informationen zur schwedischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die schwedische Wirtschaft hat sich auch 2019 dank günstiger Rahmenbedingungen mit einem Plus von 1,3% noch gut entwickelt. Allerdings wurde der ursprünglich prognostizierte Zuwachs von 1,6% nicht mehr erreicht.

Die von Schwedens Ökonomen angekündigte Abkühlungsphase verfestigte sich im Lauf des Jahres. Wesentliche Ursachen waren das Nachlassen der privaten Konsum- bzw. Investitionslust, die u.a. von der Furcht vor steigenden Zinsen geprägt war und auch merkbar auf die Bauindustrie durchschlug. Dies wurde einmal mehr zum guten Teil vom hohen Aktivitätsniveau der schwedischen Exporteure kompensiert.

Besondere Entwicklungen

Die Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über das weitere Vorgehen nach dem „Brexit“ hatten zuletzt die volle Aufmerksamkeit der schwedischen Öffentlichkeit. Das Vereinigte Königreich war bislang immerhin Schwedens siebtgrößter Exportmarkt für Waren und Dienstleistungen sowie gleichzeitig das fünftwichtigste Lieferland. Die liberale Einstellung zur Weltwirtschaft und zum Freihandel sowie die Skepsis bzw. Ablehnung gegenüber dem Euro sind Aspekte, die Schweden stets als wichtige Gemeinsamkeiten betrachtete. Die erwartete Beeinträchtigung einer wichtigen Handelsbeziehung und der Verlust eines starken Verbündeten innerhalb der EU bleibt somit Anlass zur Sorge. 

Einen weiteren Problemfall stellen für die international orientierten Schweden die restriktiven Maßnahmen der USA dar. Abgesehen von massiven Investitionen schwedischer Unternehmen in den USA ist Schweden als exportorientier-tes Land naturgemäß an der freien Bewegung von Waren und Dienstleistungen interessiert, zumal der vergleichsweise winzige Inlandsmarkt die globale Präsenz schwedischer Konzerne nicht ersetzen kann.

Schweden ist ein riesiges Land – fünf Mal so groß wie Österreich, gleichzeitig liegt die Bevölkerungszahl bei nur knapp über zehn Millionen, somit haben Schweden viel Platz und die Entfernungen sind groß. Dies hat im Wechselspiel mit lokalen Technologieunternehmen – wie bspw. Ericsson - schon frühzeitig zum Ausbau einer hervorragenden Infrastruktur zur Fernkommunikation geführt. Aktuell ist man bemüht bei der 5G Technologie eine rasche Implementierung zu erreichen. Dies beschleunigt u.a. die Verlagerung des Einzelhandels auf Online-Plattformen. Ein weiterer Effekt ist die rasante Zunahme von digitalen Lösungen bei Dienstleistern, dazu gehört vorrangig der Finanzsektor oder auch die primärärztliche Versorgung. Die bargeldlose Gesellschaft ist in Schweden kein Schlagwort, sondern bereits Alltag. Die schwedische Nationalbank entwickelt eine eigene digitale Währungsalternative, e-kronan, mit der dieser Entwicklung eine adäquate und vor allem sichere Basis gegeben werden soll. Ein Pilotprojekt, mit dem Ziel konkrete technischen Lösungen zu erarbeiten, wurde Anfang 2020 gestartet.

Die Verbreitung des Coronavirus auch in Schweden hat, trotz relativ geringer Beeinträchtigungen durch staatliche Auflagen, jedoch der globalen Entwicklung folgend, eine Reihe von negativen Effekten ausgelöst, die vermutlich noch langfristig alle Bereich des Königsreichs beeinflussen werden. Schweden ist immerhin in der vorteilhaften Lage über einen höchst soliden Staatshaushalt zu verfügen, so dass die Regierung kurzfristig umfangreiche Finanzmittel und andere Stützungsmaßnahmen zur Verfügung stellen konnte.

Die Berechnungen zur weiteren Entwicklung der schwedischen Wirtschaft klaffen angesichts höchst unsicherer Lagebeurteilung relativ weit auseinander. Immerhin gehen alle Berechnungen von einem deutlichen Aufschwung 2021 aus, allerdings liegen diese Werte zum Teil dramatisch unter dem Niveau des vorangegangenen Abschwungs im Jahr 2020.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen Österreich und Schweden spiegelt gesunde Wirtschaftsbeziehungen zwischen zwei hochentwickelten Industriestaaten wider. Die Produktpalette ist breit gefächert, so dass Rückgänge in einzelnen Sektoren durch neue Wachstumsbereiche abgefangen werden können. Erfeulich ist, dass zunehmend Montageleistungen von österreichischen Spezialisten in Schweden ausgeführt werden, wodurch auch der Dienstleistungssektor gestärkt wird.  

Besondere Chancen in Schweden bestehen für österreichische Maschinen- und Anlagenbauer, im Bio-Lebensmittelsektor sowie in der Bauwirtschaft. Vor allem die zahlreichen Infrastrukturprojekte eröffnen konkrete Chancen für österreichische Tiefbauspezialisten. Die rasch fortschreitende Digitalisierung sowie die sich – Corona bedingt - abzeichnende Umstrukturierung des (Online-) Handels bietet Chancen für innovative Lösungen, ebenso wie die Bereiche FinTech und EdTech.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Schweden.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Stockholm für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Schweden der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Engineering

Schweden investiert massiv in den Ausbau sowie die Modernisierung seiner Infrastruktur. Schlüsselprojekte wie die Errichtung von Hochgeschwindigkeitsbahnen zwischen den Ballungszentren Stockholm, Göteborg und Malmö sollen bis 2030 ein Investitionsvolumen von bis zu 35 Mrd. Euro auslösen. Aufgrund der Größe des Landes – Schweden hat die fünffache Fläche Österreichs und eine Nord-Süd-Erstreckung von fast 1.600 km, können bislang nur per Flugzeug rasche Verbindungen angeboten werden. Dies steht den ambitionierten schwedischen Umweltzielen entgegen, weshalb vor allem die umweltfreundliche Bahn beschleunigt werden soll. Das macht u.a. auch die Neuprojektierung zahlreicher veralteter Streckenabschnitte notwendig.

Als eine der am schnellsten wachsenden Städte Europas investiert Stockholm in den nächsten Jahren massiv in den Ausbau des öffentlichen Verkehrsnetzes. Von den insgesamt rund 3 Mrd. Euro, die allein bis 2025 investiert werden sollen, entfallen auf den Ausbau des U-Bahn-Netzes der Stadt rund 1,6 Mrd. Euro.

Die Universitätsstadt Uppsala hat im Sommer 2019 das größte Stadtentwicklungsprojekt Schwedens vorgestellt. Ein komplett neues Straßenbahnsystem kombiniert mit der Kapazitätserweiterung bestehender Bahninfrastruktur soll die Entwicklung neuer Stadtgebiete mit rd. 33.000 Wohneinheiten für 75.000 neue Einwohner ermöglichen. Das Projekt soll bis 2050 umgesetzt werden.

Da Schwedens Nachbarländer, Norwegen, Finnland und Dänemark ähnlich ambitionierte Projekte verfolgen, sind die lokalen Akteure nicht in der Lage die nachgefragten Leistungen innerhalb der ambitionierten Zeitrahmen zu einem angemessenen Preis anzubieten.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Österreich verfügt über zahlreiche Ingenieurunternehmen im Bereich Tief- bzw. Bahnbau sowie Stadtplanung, die mit ihrem Können und ihrer Expertise auf dem Weltmarkt fortlaufend erfolgreich sind, womit sie zum ausgezeichneten Ruf österreichischer Dienstleister auch im Norden beigetragen haben. Die größte Herausforderung des nordeuropäischen Marktes ist die massive Konkurrenz seitens der außergewöhnlich großen regionalen Ziviltechnikerbetriebe, die es i.d.R. schwer macht, die für eine erfolgreiche Marktbearbeitung erforderlichen Partnerschaften mit ortansässigen Engineeringbetrieben zu bilden. Dem können innerösterreichischen Kooperationen bzw. das langfristige Einbinden kleiner örtlicher Akteure entgegengesetzt werden. Der generell gute Ruf, den österreichische Unternehmen insbesondere auch im Tief- bzw. Spezialtiefbausektor haben, stellt einen weiteren Bonus dar, der zu nutzen ist. Dank der enormen Nachfrage der öffentlichen Hand waren die Chancen nie besser als jetzt, langfristig einen potenten Mark mit verlässlichen Auftraggebern zu erschließen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Engineering? Kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschaftsCenter Stockholm.

Hochbau/Baustoffe 

Schweden, vor allem die Ballungszentren, haben einen massiven Nachholbedarf beim Wohnbau, der seit dem sogenannten Millionenprogramm der 1960-er Jahre keinen adäquaten Neubauschub erlebt hat. Dies verursacht eine zunehmend angespannte Situation mit überproportional steigenden Wohnkosten. Gleichzeitig ist die Verwendung nachhaltiger Materialien, sprich Holz, bei der Errichtung von größeren Wohnkomplexen noch immer die Ausnahme. Allein im Raum Stockholm wird der Bedarf an zusätzlichen Wohnungen auf 10.000 Einheiten pro Jahr geschätzt. Weiters gibt es viel Verbesserungspotenzial bei der vorhandenen, jedoch teilweise stark überalterten Substanz.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Österreichische Unternehmen sind führend bei der Herstellung und Verarbeitung von Holz, insbesondere KLH, als Baustoff bei großvolumigen Bauwerken. Eine Materialtechnologie die von schwedischen Architekten sehr geschätzt und noch nicht in ausreichenden Mengen im Land erzeugt wird. Die anerkannt hohe Qualität österreichischer Baustoffe und das damit einhergehende Know-How bezüglich deren handwerklich hervorragenden Verarbeitung ist für den schwedischen Markt attraktiv. Wichtig ist es, mit den großen lokalen Akteuren zu kooperieren und das in Österreichs dualem Ausbildungssystem entwickelte Können zu nützen. Das AußenwirtschaftsCenter organisert regelmäßig Studienreisen für schwedische Architekten und Planer nach Österreich. Diese bieten österreichischen Unternehmen und Experten hervorragende Möglichkeiten Materialien und Konzepte anhand konkreter Projekte einem wissbegierigen Fachpublikum zu präsentieren.

Ebenso werden Reisen zu bzw. Treffen mit führenden schwedischen Akteuren am jeweiligen Firmensitz organsiert, bei denen erste Kontakte mit den Einkaufsabteilungen geknüpft werden können.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Hochbau / Baustoffe? Kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschaftsCenter Stockholm

Neue Technologien/F&E 

Schweden hat mit den bekannten OEMs Volvo Car, Volvo Group und Scania traditionsreiche Hersteller von Weltruf, die zurzeit mit disruptiven Entwicklungen im Bereich der Mobilität konfrontiert sind. Auch Nischenplayer wie Polestar und Koenigsegg sind mit aktuellen Trends bzw. umwelttechnischen Anforderungen konfrontiert, die nach neuen Antriebskonzepten verlangen. Innovative Startups wie bspw. Unity und Einride bemühen sich traditionellen Herstellern mit neuen Konzepten zuvorzukommen. Allen gemeinsam sind die Erwartungen ihrer Kunde, die Fahrzeuge zukünftig z.T. stark veränderten Gebrauchmustern und damit den Kriterien „connected, electrified, autonomous“ anzupassen. Bezeichnend für die aktuelle Trendwende ist der Umstand, dass die schwedische Traditionsmarke Volvo Car die trendige „Consumer Electronics Show“ in Las Vegas einer Kfz-Messe vorzieht. Die kürzer werdenden Entwicklungszyklen und das Auftreten von unkonventionellen Startups auch in dieser Branche schafft erhöhtes Interesse für neuen Materialien, Technologien und Denkungsweisen, welche gesamtheitliche Mobilitätskonzepte bzw. MaaS in den Vordergrud stellen, bei denen Kfz nur mehr sekundäre Elemente weitgefasster Netzwerke sind.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Österreichs Zulieferindustrie hat traditionell eine Reihe solider Geschäftsverbindungen mit schwedischen Herstellern und damit einen ausgezeichnten Ruf als Basis für die Entwicklung zukünftiger Geschäftschancen. Die aktuellen Trends in den vorhin beschriebenen Bereichen eröffenen aber auch Chancen für neue Akteure, die aus völlig anderen Bereichen kommen und mit unorthodoxen Ansätzen punkten können. F&E wenden sich völlig neuen Aufgabenkreisen zu, welche in Anwendungsbereiche vordringen, die man bislang nicht oder nur eingeschränkt mit diesen assoziiert hat.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Neue Technologien / F&E? Kontaktieren Sie bitte das AußenwirtschaftsCenter Stockholm.

Ausführliche Informationen

Damit Ihre Marktbearbeitung in Schweden problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Stockholm anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Schweden

Das AußenwirtschaftsCenter Stockholm berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Schweden haben.

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