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Die schweizerische Wirtschaft

Unsere AußenwirtschaftsCenter in der Schweiz haben die wichtigsten Informationen zur schweizerische Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Nach dem Krisenjahr 2020 zeichnet sich für das laufende Jahr 2021 Post-Covid eine starke Konjunkturerholung ab, mit einem erwartetem BIP-Wachstum von +3,2%. Dennoch stand 2020 auch die Schweizer Wirtschaft im Zeichen der Corona-Krise; doch ist die Schweiz wirtschaftlich relativ „glimpflich“ durch das vergangene Jahr gekommen, was sich in einem BIP-Einbruch von -3% widerspiegelte. Obwohl dies eine stärkere Schrumpfung als im Zuge der Finanzkrise 2009 darstellt, stehen nun für 2021 als auch 2022 (+3,4%) die Prognosen auf Erholung. Die Arbeitslosenquote betrug im Gesamtjahr 2020 3,1%. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist zwischenzeitlich eine starke Verbesserung erkennbar; für das Gesamtjahr 2021 ist eine Arbeitslosenquote von 3,0 % zu erwarten, für 2022 ein weiterer Rückgang auf 2,7%. Das Exportwachstum, vor allem in der krisenresistenten Pharma- und Chemiebranche, trug zur BIP-Erholung während des Jahres 2020 bzw. ebenfalls im 1. Halbjahr 2021 bei. Auch in den Bereichen Maschinen- und Metallindustrie zeigen sich Erholungstendenzen. Die in den Anfängen der Krise aufgeschobenen Investitionen werden zum Teil nachgeholt. Es lässt sich daher eine relativ positive Wirtschaftsentwicklung für 2021 als auch darüber hinaus erkennen.

Besondere Entwicklungen

Die Schweiz wies am Höhepunkt der Corona-Pandemie eine der höchsten COVID-19 Inzidenzen in Europa auf. Nach einem Kompetenzwirrwarr zwischen Bund und Kantone wurde daher vom Bundesrat die «außerordentliche Lage» erklärt, welche die Kantone in ihrer Eigenständigkeit limitierte. Diese ist seit Juni 2020 wieder aufgehoben. Mit Jahresende 2020 stiegen die Ansteckungszahlen wieder rasant, weswegen nach den Weihnachtsfeiertagen ein mehrwöchiger Lockdown mit Schließung der Restaurants und des Einzelhandels erlassen wurde. Mittlerweile ist der Einzelhandel wieder geöffnet und der Privatkonsum verzeichnet ein starkes Wachstum. Die Corona bedingten Restriktionen waren in der Schweiz zum Teil nicht so drakonisch wie in anderen europäischen Ländern. Die Hotellerie blieb weitgehend von Schließungen verschont und der Inland-Sommertourismus lief gut. Die befürchtete Konkurswelle blieb bislang aus, wenngleich vor allem der Dienstleistungssektor (Gastgewerbe, Veranstaltungs- und Transportbranche) besonders hart getroffen wurde. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie abzufedern, hat der Schweizer Bundesrat ein Maßnahmenpaket geschnürt, welches sich mittlerweile auf über 70 Mrd. CHF beläuft. Dabei wurde der Fokus auf Kurzarbeit und die Gewährung von Überbrückungskrediten gelegt. Als große Herausforderung erwies sich im Zuge der Krise die stark föderalistische Struktur der Schweiz mit ihren 26 Kantonen; oft kommt es weiterhin zu einem Kompetenzwirrwarr und unterschiedlichen Umsetzungsmaßnahmen. Mit Stand September 2021 steht die Schweiz bei einer der niedrigsten Durchimpfungsraten in Westeuropa; trotz derzeitiger steigender Zahlen ist kein Lockdown zu erwarten. 

Das AußenwirtschaftsCenter Zürich informiert österreichische Unternehmen über die Auswirkungen des Coronavirus auf ihre Geschäftstätigkeit und die Wirtschaft in der Schweiz und Liechtenstein tagesaktuell auf seiner Webseite unter Coronavirus: Situation in der Schweiz und Liechtenstein. Insbesondere finden Sie dort aktuelle Informationen zum Thema Einreise in die Schweiz.

Mit Ende Mai 2021 beendete die Schweiz die Verhandlungen zum institutionellen Rahmenabkommen mit der EU. Nach dem Abbruch der Verhandlungen wird derzeit über die weitere Vorgehensweise zu den bilateralen Beziehungen der Schweiz mit der EU verhandelt. Aufgrund des fehlenden Institutionellen Abkommens hat die Europäische Union u.a. das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertung (Mutual Recognition Agreement, MRA) mit der Schweiz nicht aktualisiert. Dies hat derzeit vor allem Neuerung bei der

Medizinprodukteverordnung zur Folge; insbesondere geht es hier um Zertifikatsgültigkeiten und mögliche Übergangsfristen. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Nachdem im Gesamtjahr 2019 Österreichs Warenexporte in die Schweiz schon um +2,96% auf einen Wert von EUR 7,177 Mrd. (exkl. Edelmetalle) gestiegen sind, wuchsen die Ausfuhren in das Nachbarland trotz der Corona-Krise auch 2020 wieder um 3 %. Noch dynamischer entwickelten sich 2020 mit einem Plus von 25,5% die Warenimporte, womit seit langem ein leichtes Handelsaktivum für die Schweiz zu verbucht werden konnte. Im 1. Halbjahr 2021 ergab sich Post-Covid ebenfalls ein Exportplus von 3,3%; Warenimporte stiegen um 25,3%. Der bilaterale Handel bleibt somit weiterhin auf einem hohen Niveau und die Schweiz ist der viertwichtigste Warenexportpartner Österreichs. Beim Dienstleistungsexport mit einem hohen Exportüberhang Österreichs ist die Schweiz trotz des corona-bedingten Einbruchs im Gesamtjahr 2020 in der Höhe von -12,1% weiterhin der 2. wichtigste Markt Österreichs überhaupt.

Im 1. Halbjahr 2021 ergab sich bei den Dienstleistungsexporten ein leicht geringerer Rückgang in Höhe von -7,8%; bei den Dienstleistungsimporten konnte ein Plus von 12,2% verzeichnet werden. 

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus der Schweiz.

Darüber hinaus stehen Ihnen die AußenwirtschaftsCenter Bern und Zürich für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung. Melden Sie sich bei uns!

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Schweiz der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Software & IT

Der Schweizer IT-Sektor ist der sechstgrößte Wirtschaftssektor in der Schweiz, noch vor der chemischen Industrie und der Mineralölverarbeitung. Insgesamt geben Schweizer Firmen pro Jahr rund 5 Mrd. CHF (ca. 4,2 Mrd. Euro) für Business-Software aus. Software wird in der Schweiz sowohl exportiert als auch importiert. Im Schweizer IT Sektor werden mehr als 200.000 Personen beschäftigt. Trotz dieser hohen Anzahl Beschäftigter rechnet das Staatssekretariat mit einem zunehmenden Fachkräftemangel in der Branche. Auch IT-Security gewinnt immer mehr an Bedeutung, es ist damit zu rechnen, dass Security-Compliance-Programme in den nächsten Jahren die IT-Abteilungen der meisten Unternehmen beschäftigen werden.

Die Schweizer Software Industrie besteht aus zwei großen Anbietern, wenig mittelgroßen Unternehmen und aus zahlreichen kleinen Anbietern. Die meisten Unternehmen in der Softwarebranche sind im Business-Sektor tätig. CRM- sowie Business Intelligence- und Data-Warehouse-Lösungen liegen an der Spitze, gefolgt von ERP Systemen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich hat sich in den letzten Jahren als zuverlässiger Wirtschaftspartner für Schweizer Unternehmen entwickelt, der mit innovativen Qualitätsprodukten und –services beim anspruchsvollen Schweizer Kunden punkten kann. Der Schweizer Partner ist bereit für Top-Qualität und Service einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Aufgrund des prognostizierten Fachkräftemangels im IT-Sektor wird die Schweiz auf das Ausland angewiesen sein. Besonders maßgeschneiderte Software-Lösungen sind gefragt, nicht zuletzt auf Grund des großen und für die Schweizer Volkswirtschaft bedeutenden Finanz- und Dienstleistungssektors.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Software & IT? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zürich.

Erneuerbare Energien

Weltweit gilt die Schweiz als Innovationsweltmeister, diese Vorreiterrolle kann sie jedoch im Bereich der erneuerbaren Energien nur bedingt halten. Beispielsweise rangiert die Schweiz bei der Produktion von Wind- und Sonnenenergie pro Jahr und Einwohner auf der europäischen Scala aktuell auf Platz 25 von 29. Für in- und ausländischen Marktteilnehmer bieten sich entsprechend langfristige Chancen, das zweifellos vorhandene Marktpotenzial zu erschließen.

Gemäß der Anfang 2013 vorgestellten Erhebung des BFE zur „volkswirtschaftlichen Bedeutung der erneuerbaren Energien in der Schweiz“ erzielten Schweizer Unternehmen mit ihren 22.800 Vollzeitstellen eine Bruttowertschöpfung von 4,8 Milliarden Franken – auch dank Exporten. Dies entspricht 0,9 % des Bruttoinlandprodukts (BIP).

Im europäischen Vergleich liegt die Schweiz hinsichtlich der durch erneuerbare Energien induzierten Beschäftigung in der Spitzengruppe, zusammen mit den skandinavischen Ländern sowie Deutschland und Österreich.

Chancen für österreichische Unternehmen

Große Chancen ergeben sich in allen Bereichen des erneuerbaren Energie und vor allen in den Bereichen Smartgrids (2/3 des Schweizer Stromnetzes sind veraltet), Photovoltaik (der jährliche Zubau von Photovoltaikanlagen muss mindestens verdoppelt werden), energetische Gebäudesanierung und E-Mobilität.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Energiewirtschaft und Naturressourcen sowie Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zürich.

Life Science & Pharma

Unter dem Begriff Life Sciences werden jene Wissenschaftsbereiche, welche sich mit Prozessen oder Strukturen von Lebewesen beschäftigen oder an denen Lebewesen beteiligt sind, verstanden. Nirgendwo auf der Welt ist die Life Science Industrie so wichtig für die Volkswirtschaft wie in der Schweiz. Insgesamt haben 346 Biotechnologie-, 46 Pharma- und 258 Medizintechnologie-Unternehmen ihren Sitz in der Schweiz und zählten mit Zulieferern und Technologieunternehmen, Beratern sowie öffentlichen und privaten Unternehmen aus den Life Sciences insgesamt 1798 Unternehmen.

Der Schweizer Markt wird nicht nur von großen multinationalen Unternehmen, sondern auch von vielen Klein- und Mittelbetrieben beherrscht, die eine erfolgreiche Nischenstrategie verfolgen. In den letzten Jahren hat sich eine klare Ausrichtung der Branche auf hochspezialisierte Produkte herauskristallisiert.

Chancen für österreichische Unternehmen

Besonders im Bereich der maßgeschneiderten Impfstoff-Entwicklung, der Krebsforschung sowie der weißen und roten Biotechnologie werden eine Reihe von jungen Biotech-Firmen im europäischen Vergleich als Unternehmen mit starkem Entwicklungspotenzial eingestuft.

Österreich ist zudem führend beim Aufbau der sogenannten „Biobanken“, Datenbanken von biologischen Patienten-Material. Ein weiterer Teil der Wertschöpfungskette, bei dem Österreich eine zentrale Rolle spielt, ist die Design-Entwicklung von innovativen Diagnosechips.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Life Science und Pharma? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zürich.

Tourismus Infrastruktur & Know-how

Die Schweizer Tourismusbranche leistet einen beachtlichen Beitrag zur Schweizer Wirtschaft. Gemäß des Bundesamt für Statistik beliefen sich die Gesamteinnahmen des Schweizer Tourismus im Jahr 2017 auf 44,7 Mrd. Franken. Das machen rund 4,4 % der Exporteinnahmen aus. Von den 44,4 Mrd. Franken wurden im Jahr 2017 25,3 Mrd. oder knapp 56,5 % durch die Logerienächte, der Verpflegung und den Transport von Touristen erwirtschaftet. Somit ist der Tourismus einer der bedeutendsten und wichtigsten Exportbranchen in der Schweiz. Durch die einmalige Lage der Alpen gehören die Schweizer Skigebiete zu den wichtigsten Wintersportregionen weltweit. Die Bedeutung für die Schweizer Tourismusbranche ist demnach groß. Auch die Beliebtheit des Wanderns hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Im Durchschnitt wandern in einem Jahr 2,7 Mio. Schweizer und zusätzlich 300.000 Touristen aus dem Ausland. Dadurch werden jährlich erhebliche Summen in die touristische Infrastruktur investiert. Allein der Passagierverkehr konnte im Jahr 2017 einen Zuwachs von 5,8 % verzeichnen. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Durch innovative Qualitätsprodukte hat sich die österreichische Tourismusbranche in den letzten Jahren zu einem zuverlässigen Wirtschaftspartner entwickelt. Der Schweizer Markt bietet ein hohes Potenzial, erlangtes Know-how an den Kunden zu bringen sowie durch Top-Qualität und Service zu überzeugen. Insbesondere im Bereich der Alpinen-Infrastruktur greift die Schweiz gerne auf Lösungen und Dienstleistungen aus Österreich zurück. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Tourismus? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Zürich.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in der Schweiz problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Zürich anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Schweiz

Das AußenwirtschaftsCenter Zürich berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zur Schweiz haben.

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