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Die serbische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Belgrad hat die wichtigsten Informationen zur serbischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die erfreulich gute Entwicklung der serbischen Wirtschaft in den letzten Jahren wurde durch die Pandemie abrupt beendet. Mit einem Rückgang von 1,1 % am Ende des Jahres kam Serbien jedoch besser durch die Krise als viele vergleichbare Länder. Der Grund dafür liegt darin, dass der Tourismus gesamtwirtschaftlich keine so große Rolle spielt, während die Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion durch die Pandemie nicht so betroffen waren. 

Auch die sehr umfassenden und raschen finanziellen Hilfspakete der Regierung und die kurzen Lockdowns haben dazu beigetragen, dass die große Rezession ausblieb. Die Regierung haltet an einem optimistischen Ausblick für 2021 fest: man rechnet mit einem Wachstum von 5-6 %, was allerdings von internationalen Institutionen angesichts der unsicheren Entwicklung global als zu hoch gesehen wird. 

Besondere Entwicklungen

Insgesamt beliefen sich die Corona-Hilfen auf EUR 5,8 Mrd. ( 12,5 % des BIP ) und waren damit die weitaus höchsten in der Region sind. 

Serbien konnte auch auf Hilfe von außen zählen: die EU stellte sofort mit Ausbruch der Pandemie ein Finanzpaket in Höhe von EUR 93 Mio. für den Ankauf von Schutzausrüstung etc. zur Verfügung. Auch wenn es in der öffentlichen Wahrnehmung oft anders erscheint, ist die EU der wichtigste Handels- und Investitionspartner Serbiens.

Neben der EU spielt China wirtschaftlich eine wichtige Rolle in Serbien. In fast allen großen Infrastrukturprojekten sind chinesische Baufirmen involviert. Daneben tritt China nun auch als Investor in verschiedenen Industriezweigen, wie Stahl und Bergbau auf. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

2020 entwickelte sich der Außenhandel zwischen Österreich und Serbien krisenbedingt negativ.  Die österr. Exporte sind auf EUR 686,6 Mio (-11,5 %) und die Importe aus Serbien auf EUR 563,7 Mio (-17,2 %) zurückgegangen.  

Auch bei den Dienstleistungsexporten war zwischen Jänner und September 2020 ein Rückgang von 23 % zu verzeichnen, der großteils auf den Einbruch beim Tourismus zurückzuführen ist. 

Österreich ist mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von EUR 2,48 Mrd. (OeNB) zweitgrößter ausländischer Investor in Serbien. Knapp 400 heimische Unternehmen sind vor Ort vertreten und beschäftigen ca. 22.000 Personen. Der Schwerpunkt liegt im Dienstleistungssektor.  

Unabhängig von der nicht absehbaren Entwicklung der Pandemie, besteht grundsätzlich vor dem Hintergrund der Annäherung an die EU großer Nachhol- und Modernisierungsbedarf in der Industrie und der Infrastruktur.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Serbien

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Belgrad für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Serbien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Verkehrsinfrastruktur & Tiefbau 

Serbien hat einen großen Nachholbedarf, was den Ausbau und die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur betrifft. Es handelt sich dabei überwiegend um die Fertigstellung der Paneuropäischen Verkehrskorridore , das heisst den Abschluss des Korridor X, den weiteren Ausbau des Korridor XI und die großen Eisenbahnprojekte, die mit Hilfe von chinesischen und russischen Krediten finanziert werden. Hier ist natürlich der Ausbau der Bahnstrecke Belgrad-Budapest zu einer Hochgeschwindigkeitstrasse besonders hervorzuheben. Die kürzliche Übernahme des Nikola Tesla Flughafens in Belgrad, des größten Flughafens am Westbalkan, durch ein französisches Konsortium wird es beginnend mit diesem Jahr bedeutende Investitionen in die Erweiterung und Modernisierung geben. Auch die Stadt Belgrad hat große Pläne: der Bau einer U-Bahn wird nun ernstlich in Erwägung gezogen, ebenso der einer aufsehenserregenden Seilbahn, die die Burgfestung mit dem gegenüberliegenden Sava-Ufer verbinden soll.

Mit einem Anteil von fast 23% am BIP ist die Baubranche in Serbien nicht nur einer der wichtigsten Wirtschaftszweige, sondern auch der mit den höchsten Wachstumsraten. 2018 war der Wert der ausgeführten Arbeiten um knapp 37% höher als im Jahr davor.

Geschäftschancen für österreichischen Unternehmen

Österreichisches Know-how im Strassen- und Eisenbahnbau hat einen ausgezeichneten Ruf in Serbien. Eine erfolgreiche Marktbearbeitung dieses Sektors setzt jedoch Langfristigkeit und gute lokale Kooperationen voraus. Auch die regelmässige Kontaktpflege mit den Internationalen Finanzierungsinstitutionen kann Ihnen wichtige Marktinformationen aus erster Hand bieten. Das AussenwirtschaftsCenter Belgrad unterstützt Sie natürlich dabei, sowie durch die Organisation von branchenspezifischen Veranstaltungen: im Oktober 2019 laden wir Sie zu unserer Wirtschaftsmission zum Thema „Intermodaler Transport“ ein. Ziel ist, die österreichischen teilnehmenden Firmen mit den wichtigsten Entscheidungsträgern im Infrastrukturbereich in Kontakt zu bringen und neue Projektchancen bekanntmachen. Auch der vom AußenwirtschaftsCenter Belgrad auf der Internationalen Baumesse organisierte Gruppenstand bietet ausgezeichnete Möglichkeiten für einen Marktüberblick und zur Geschäftspartnersuche. Mehr Infos finden Sie auf unser Veranstaltungsseite

Anlagenbau & Smart Factory 

Die serbische Industrieproduktion entwickelt sich konstant aufwärts und profitiert vor allem durch die Exportwirtschaft. Durch das anhaltene Interesse ausländischer Investoren an der Gründung von Produktionsniederlassungen wächst die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen, die den Anforderungen westeuropäischer Industriestandards entsprechen. Ein Großteil dieser Neuansiedlungen kommt aus der Automobilzulieferindustrie, für die Serbien auf Grund der niedrigen Lohnkosten ein interessanter Produktionsstandort ist. Von der in einheimischer Hand befindlichen Industrie ist vor allem die Nahrungsmittelerzeugung und ihr Bedarf an Ausbau der Kapazitäten zu erwähnen. Auch die Energiewirtschaft steht vor großen Herausforderungen zur Modernisierung ,wobei der staatliche Energieversorger EPS, der auch Kohlebergwerke betreibt und daher auch für Bergbaumaschinen als Abnehmer in Frage kommt, der Hauptauftraggeber ist.

Chance für österreichische Unternehmen

Da es kaum international wettbewerbsfähige serbische Anbieter im Anlagenbau gibt, bestehen gute Absatzchancen für ausländische Lieferanten, was die steigenden Importzahlen bestätigen. Abhängig von der Auftragslage in der EU investieren viele Unternehmen gegenwärtig in den Ausbau ihrer Kapazitäten und ihrer Anlagen. Da jedoch bei den ausländischen Produktionsniederlassungen die Entscheidung dafür überwiegend in den Konzernzentralen gefällt wird, sollten österreichische Firmen dort ansetzen, um Liefermöglichkeiten nach Serbien auszuloten. Die Bearbeitung von einheimischen Firmen ist einerseits durch Vertretungen oder eigener Präsenz vor Ort möglich. Besonders geeignet zur Kundengewinnung ist die Teilnahme an dem jährlichen vom AussenwirtschaftsCenter Belgrad organisierten Gruppenstand auf der Internationalen Technikmesse in Belgrad. Mehr Info finden Sie auf unserer Veranstaltungsseite.

Nahrungsmittel & Softdrinks 

Bedingt durch die große Bedeutung , die die Landwirtschaft in Serbien einnimmt, hat sich eine vergleichsweise sehr starke einheimische Lebensmittelverarbeitungsindustrie entwickelt. Die Nahrungsmittel- und Softdrinkbranche ist mit einem Anteil von ca. 30% in Serbien die mit Abstand bedeutendste Sparte der Verarbeitungsindustrie. Der Lebensmitteleinzelhandel befindet sich noch in einer Entwicklungsphase. Kleine und mittelgroße Läden mit einem überschaubaren Sortiment dominieren nach wie vor den Nahrungsmittelhandel. Serbien weist im FMCG Segment viele Gemeinsamkeiten mit anderen Ländern der Region auf.

Noch ist die Kaufkraft der Bevölkerung realtiv schwach, sodass der Markt sehr preissensitiv ist. Ein Drittel der Bevölkerung kauft lieber billigere Handelsmarkenprodukte als namhafte Markenartikel.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Produkte sind in Serbien sehr beliebt und man schätzt deren Qualität. Dem entgegen stehen natürlich die vergleichsweise hohen Preise, die den Markteinstieg zu einer Herausforderung machen. Vor allem in Belgrad und den nächstgrößeren Städten gibt es jedoch eine Schicht , die auf Grund der steigenden Einkommen sich mehr und mehr hochqualitative Lebensmitteln leisten kann. Diese gilt es zu gewinnen, weshalb die Zusammenarbeit mit etablierten Distributionsfirmen, die bei den großen Ketten gelistet sind, unerlässlich ist. Dieser erwartet in der Regel auch eine gewisse Flexibilität bei der Preisgestaltung, um den Markteinstieg zu ermöglichen.

Im B2B-Bereich besteht ein Aufholungsbedarf bei modernen Technologien und Maschinen. Auch der Ausbau von Lager-, Kühl-, und Gewächshäusern und Investitionen in Bewässerungsanlagen bieten Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Unternehmen. 

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Serbien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Belgrad anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Serbien

Das AußenwirtschaftsCenter Belgrad berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Serbien haben. 

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