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Die slowenische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Laibach hat die wichtigsten Informationen zur slowenischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Slowenien erholte sich 2021 vom pandemiebedingten Rückgang der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 (-4,2%). Laut Meldungen der Bank of Slovenia wuchs die Wirtschaft 2021 um +8,1%, was speziell der starken Konsumnachfrage, den Anlageinvestitionen der Unternehmen und dem Außenhandel zu verdanken ist. Sloweniens Wachstum liegt damit deutlich über dem Durchschnitt der Eurozone von +5,2%. Auch in Slowenien nehmen die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft nun wieder ab und mit mehr als 1 Mio. Beschäftigten verzeichnet Slowenien zu Jahresbeginn 2022 auch praktisch Vollbeschäftigung.

Zwar sind Sloweniens direkte Verflechtungen mit der Ukraine und Russland gering, doch treffen die indirekten Effekte wie die hohen Energie- und Rohstoffpreise, der zu erwartende Rückgang der Auslandsnachfrage, der Druck auf die Finanzmärkte und die gebremsten Zukunftserwartungen die slowenische Wirtschaft hart. Problematisch ist auch, dass zwei für Slowenien sehr wichtige Sektoren – Automotive und Tourismus – mit großen Problemen kämpfen. Zu den genannten Herausforderungen könnten noch zusätzliche Verwerfungen bei den Lieferketten kommen. Andererseits wird es 2022 Wachstumsimpulse vom Wiederaufbaufonds der EU geben, aus dem Slowenien zwischen 2021 und 2026 insgesamt 2,5 Mrd. Euro abrufen wird. Premierminister Janez Janša präsentierte einen Monat vor den Parlamentswahlen (24.4.) ein Investitionspaket von 8 Mrd. Euro, welches Investitionen in praktisch alle Bereiche der öffentlichen Infrastruktur vorsieht. Die Wirtschaftsforscher rechnen daher für 2022 mit einem BIP-Wachstum von 4,2% und für 2023 von 3,3%.

Besondere Entwicklungen

Slowenien steht 2022 ein Superwahljahr ins Haus. Das Parlament wird am 24.4. neu gewählt, im November gibt es Kommunalwahlen und zum Jahresende die Wahl des Staatspräsidenten. Der Partei SDS von Ministerpräsident Janez Janša ist mit der außerparlamentarischen Grünpartei Z.Dej (Freedom Movement) von Robert Golop ein Konkurrent um die stimmenstärkste Partei erwachsen. Ansonsten ist das Parteienspektrum extrem stark fragmentiert, was die Bildung einer stabilen Koalition zur Herausforderung machen wird.

Slowenien trägt die EU-Sanktionen gegen Russland voll mit und unterstützt die Ukraine auch politisch offen. Der Ukraine-Krieg hat unmittelbare Auswirkungen auf Slowenien, wenngleich der direkte Außenhandel zwischen Slowenien und Russland bzw. der Ukraine minimal ist. Ein Großteil der slowenischen Exporte in beide Länder sind Pharmazeutika, die von den Sanktionen aber vorerst nicht betroffen sind.

Slowenien erhielt Ende Juli 2021 grünes Licht aus Brüssel für seinen nationalen Plan für Erholung und Nachhaltigkeit über 2,5 Mrd Euro (1,8 Mrd. Euro an Förderungen und 0,7 Mrd. Euro an Krediten). Bis 2026 sollen Mittel in den grünen Wandel, die Digitalisierung der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung, nachhaltiges Wachstum sowie Gesundheit und soziale Sicherheit fließen. Am 17.9. erhielt Slowenien aus Brüssel bereits die erste Rate über 231 Mio. Euro. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Handel mit Slowenien

Nach den zweistelligen Rückgängen bei den Güterexporten und Importen im Jahr 2020 aufgrund der Coronakrise erfolgte 2021 nicht nur eine kräftige Erholung, sondern es wurde auch das Rekordniveau von 2019 klar übertroffen: die österreichischen Exporte nach Slowenien stiegen um +23,1% auf 3,5 Mrd. Euro und die Importe um +21,9% auf 2,4 Mrd. Euro. Damit wuchs das Handelsbilanzaktivum aus österreichischer Sicht um 19% auf 1 Mrd. Euro.

Die bilaterale Dienstleistungsbilanz weist traditionell ein Aktivum zugunsten Sloweniens auf: 2021 erbrachte Österreich Dienstleistungen um 633 Mio. Euro (+7,8%) und Slowenien um 1,2 Mrd. (+10,8%). Speziell der Tourismus hat sich noch nicht von der Corona-Krise erholt, wie der Dienstleistungsaustausch generell das Niveau von 2019 noch nicht erreicht hat.

Österreich ist wichtigster Investor

Ein wesentlicher Grund für den hohen Anteil österreichischer Waren an den slowenischen Gesamtimporten (rund 8,5%) liegt darin, dass Österreich der mit Abstand wichtigste Investor in Slowenien ist. Gemäß den aktuellsten Angaben der Slowenischen Nationalbank beliefen sich die Direktinvestitionen der österreichischen Unternehmen 2020 auf 4,25 Mrd. Euro (akkumuliert seit 1991). Dies bedeutet einen Anteil von 25,6% aller FDI in Slowenien. Auf Österreich folgen Luxemburg (13%), die Schweiz (10,7%), Deutschland (8%) und Italien (7,3%).  

Slowenien als Hub für Südosteuropa

Slowenien ist und bleibt ein interessanter Einstiegsmarkt für österreichische Firmen. Als Nachbarland und Hub für die ex-jugoslawischen Länder verfolgen immer mehr Unternehmen die Strategie, Slowenien als Standort in Betracht zu ziehen. Slowenien hat neben der Nähe zu Österreich viele weitere Standortvorteile, wie z.B. die gute Hafen- und allgemeine Infrastruktur, und bietet sich somit hervorragend als kompetitiver Produktionsstandort mit qualitativ hochwertigen Produkten, hoher Verfügbarkeit slowenischer Zulieferer, politischer Stabilität und einem starken ökologischen Bewusstsein an.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Slowenien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Laibach für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Slowenien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive

Die slowenische Automobilindustrie trägt ca. 10 % zum BIP und mehr als 20 % zu den Exporten des Landes bei. Die Branche macht rund 7,5 Mrd. Euro Umsatz im Jahr und beschäftigt mehr als 25.000 Mitarbeiter. In der slowenischen Automotive Industrie gibt es mehr als 100 Zulieferbetriebe im Bereich Tier-1 oder Tier-2 und mehr als 600 Sublieferanten von niedrigeren Tiers in der Lieferkette.

Die Fahrzeug- und Zulieferindustrie ist schon bedingt durch die geringe Größe Sloweniens vorwiegend exportorientiert und ist auch immer stärker im Bereich der E-Mobilität tätig. Die Unternehmen passen sich dem neuen Trend in der Automobilindustrie an und entwickeln bzw. produzieren  auch Produkte für Elektroautos und Hybridfahrzeuge.

Die slowenische Automotivindustrie ist weltweit führend im Bereich Titan-Auspuffanlagen für Motorräder, Dieselkaltstartsysteme für Verbrennungsmotoren und Gasfedern für die Automobilindustrie. Kraftfahrzeuge, elektrische Akkumulatoren sowie Teile und Zubehör für Traktoren und Kraftfahrzeuge sind die am häufigsten exportierten Produkte.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Chancen für österreichische Unternehmen sind vor allem in der Kooperation mit slowenischen Firmen in der Automobilzulieferbranche zu sehen. Slowenien verfügt über eine sehr konkurrenzfähige Zulieferindustrie, vor allem im Bereich Metallbearbeitung und Werkzeugbau, aber auch im Bereich Kfz-Innenausstattung und Elektrotechnik.

Angaben von Brancheninsidern zufolge sind folgende Schwerpunkte für Kooperationen in der nahen Zukunft zu beachten: Entwicklung von Bremssystemen, intelligente Lichtanlagen, Smart Car Anwendungen, Pkw-Sitze sowie Tooling/Werkzeugbau für Produktion. Hier könnte österreichisches Know-how die Türen für gute Kooperationen öffnen.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Automotive? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Laibach

Logistik 

Slowenien bildet mit seiner Lage an der Kreuzung von drei TEN-T Transportkorridoren (Baltischer, Adriatischer und Paneuropäischer Korridor X) sowie im Rahmen dreier makroregionaler Strategien der EU (Donau-, Adria- und Alpenregion) einen Logistikhub direkt vor der Haustüre Österreichs, der mit kurzen Anbindungen als idealer Ausgangspunkt für Logistikdienstleistungen in Südosteuropa und der ganzen Welt gilt.

Mit einem Gesamtumschlag von 996.000 Containern im Jahr 2021 ist der Hafen Koper der verkehrsreichste Containerterminal an der Adria. Der Hafen gilt mittlerweile als der wichtigste Hafen für die österreichische Wirtschaft, noch vor den bekannten Nord- und Ostsee-Häfen. Rund ein Drittel der Waren, die im Hafen Koper umgeschlagenen werden, sind für den österreichischen Markt bestimmt. Holz, Stahl, aber auch Pkw werden wiederum aus Österreich über den Hafen von Koper weltweit verschifft.

Die Autobahndichte in Slowenien liegt über dem EU-Durchschnitt. Von großer Bedeutung ist auch die Schieneninfrastruktur. Firmenkunden finden in Slowenien ein ausgezeichnetes Know-how im Bereich Transportdienstleistungen, Distribution, Lagerung, Einzelhandel und Informationstechnologie.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Mit seiner einzigartigen geografischen Lage und der hohen Zuverlässigkeit der lokalen Partner bietet Slowenien zahlreiche Kooperationschancen im Bereich Logistik an. Luka Koper, der Flughafen in Ljubljana und mehrere strategisch günstig gelegene Hinterland-Zonen wachsen rasch und ermöglichen insbesondere für Logistik-Services und verwandte Dienste neue Geschäftsmöglichkeiten.

Die stark wachsende Logistikbranche führt neben vielen Neubauprojekten auch zur technischen Erneuerung bestehender Immobilien, Flotten und Infrastruktur und bietet damit Chancen vor allem in den Bereichen Immobilien- und Anlagenplanung, Automatisierung & Intralogistik, Digitalisierung, Grüne & Nachhaltige Logistik sowie Intermodalität.

Eines der größten aktuellen Infrastrukturprojekte im Bereich Logistik ist der Bau des zweiten Bahngleises zwischen Koper und Divača, was zu einer deutlichen Verbesserung der Warenströme vom Hafen Koper nach Österreich und umgekehrt führen wird. Die Fertigstellung der Strecke ist für 2026 vorgesehen.

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Bio/Organic Food

Lebensmittel bleiben auch in den nächsten Jahren ein interessantes Thema in Slowenien, wobei ein Fokus auf den Bereich von ökologischen, veganen und laktosefreien Lebensmitteln liegt.

In Slowenien kann man folgende Akteure auf dem Markt der Bio-Lebensmittel identifizieren: ökologische Erzeuger und Verarbeiter, spezialisierte Bio-Läden, Bio-Märkte und konventionelle Lebensmittelhändler.

Es gibt keine genauen Angaben über den Marktwert von Bio-Lebensmitteln in Slowenien, aber seit dem Jahr 2010 steigt der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln in Slowenien kontinuierlich und Prognosen sehen für das Marktvolumen noch weiteres Wachstum voraus.

Für slowenische Hersteller von Bio-Lebensmitteln ist der Direktverkauf ab Hof der wichtigste Absatzkanal, gefolgt vom Verkauf auf Bio-Märkten und in spezialisierten Bio-Läden. Auch konventionelle Lebensmittelhändler bieten diese spezielle Lebensmittelgruppe in ihren Läden an. Die Preise biologischer Lebensmittel liegen im Durchschnitt um ca. 50 % über denen konventioneller Lebensmittel.

Trotz der großen Nachfrage nach biologische Lebensmittel bleibt das Angebot in Slowenien noch immer stark zurück; der Großteil der Nachfrage wird daher über importierte Ware abgedeckt. Die Nachfrage wird in den nächsten Jahren auch in den Bereichen vegane und gluten- bzw. lactosefreie Lebensmittel weiter ansteigen.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Aufgrund der großen Nachfrage stellt Slowenien einen attraktiven Absatzmarkt für österreichische Hersteller bzw. Händler von Bio- und veganen Lebensmittel, daneben aber auch von gluten-und lactosefreien Produkten dar. Die Möglichkeiten für weitere Entwicklungsschritte in der ökologischen Landwirtschaft bleiben groß, auch beim Anbau von ökologischen Obst und Gemüse, bei der Vermarktung von biologischen Lebensmitteln und der Einführung neuer biologischer Produkte am Markt.

Die Nachfrage nach ökologischen Produkten steigt auch in Bildungseinrichtungen, da die Auftraggeber beim Bestellen der Lebensmittel für öffentlichen Institutionen (Kindergärten, Schulen, etc.) mittlerweile ökologischen Lebensmitteln Vorrang geben.

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Bildung

In Slowenien ist das Bildungsniveau hoch. Nach einer aktuellen Statistik von Eurostat beträgt die Quote der Hochschulabsolventen in der Altersgruppe der 30-35jährigen über 40 Prozent. Innerhalb der OECD verfügt Slowenien über eine der höchsten Abschlussquoten der zweiten Sekundarstufe (allgemein bildende oder berufsbildende höhere Schulen). Die qualifizierten slowenischen Arbeitskräfte verfügen regelmäßig nicht nur über eine gute fachliche Ausbildung, sondern zusätzlich auch über ein adäquates sprachliches Wissen. Englisch wird flächendeckend gesprochen, vielerorts, vor allem im Norden, auch Deutsch.

Bestrebungen der Regierung zur (Wieder-)Einführung der Dualen Berufsausbildung werden von der heimischen Industrie als auch von ausländischen Investoren in der Hoffnung auf langfristige Deckung des Fachkräftebedarfs als sehr positiv bewertet und von der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA unterstützt.

Es gibt in Slowenien mehr als 950 öffentliche Schulen (Pflicht- und Sekundarschulen) und nur wenige private Bildungseinrichtungen. Ebenso verhält es sich im Hochschulwesen. Ein Manko, welches von der internationalen Gemeinschaft in Slowenien regelmäßig angesprochen wird, ist, dass es keine deutschsprachige Schule gibt, weder in der Hauptstadt Laibach noch andernorts in Slowenien.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die zunehmende Nachfrage nach und der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften eröffnen Chancen für den heimischen Bildungsmarkt und dessen Anbieter. Auch die steigende Zahl slowenischer Arbeitskräfte in Österreich und deren Bedarf an qualitativen Ausbildungen bieten eine gute Möglichkeit für österreichische Anbieter, ihre Angebote entsprechend zu bewerben. Den slowenischen Arbeitskräften würden sich durch eine Zusatzausbildung bei einem österreichischen Bildungsanbieter bessere Chancen sowohl im In- als auch Ausland bieten.

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Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Slowenien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Laibach anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Slowenien

Das AußenwirtschaftsCenter Laibach berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Slowenien haben. 

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