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Die südafrikanische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Johannesburg hat die wichtigsten Informationen zur südafrikanischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Das Jahr 2019 endete aus wirtschaftlicher Sicht schwach. Dem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,6 % im dritten Quartal folgte eine weitere Reduktion um 1,4 % zu Jahresende. So konnte für das Gesamtjahr 2019 nur noch ein mageres Wachstum von 0,2 % erreicht werden. Eine wichtige Ursache für dieses schwache Ergebnis ist die unzureichende Stromversorgung im Land. Load-Shedding („geplante“ Stromabschaltungen) des staatlichen Stromversorgers ESKOM stellten ein großes Problem für praktisch alle Wirtschaftszweige dar.

Im ersten Quartal 2020 ging das südafrikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 2,0% zurück. Hauptverursacher waren die Bergbau- und Steinbruchindustrie, die ein Minus von 21,5% verzeichnete und somit 1,7 Prozentpunkte zum BIP-Rückgang beitrug.

Hauptsächlich betroffen waren Eisenerz, Manganerz, Chrom und andere metallischen Mineralien. Positiv entwickeln konnten sich hingegen die Bereiche Finanzen, Immobilien und Unternehmensdienstleistungen, die im ersten Quartal um 3,7 % zunahmen. Aufgrund rückläufiger Steuereinnahmen, steigender Arbeitslosigkeit und steigender Kosten im Gesundheitssystem präsentiere Finanzminister Tito Mboweni am 24. Juni sein Nachtragsbudget. Ein Maßnahmenpaket in Höhe von rund 500 Milliarden Rand (rund 25. Mrd. EUR.) kombiniert mit Steueranpassungen (ab 2021) sollen maßgeblich zur Krisenbewältigung beitragen. 

Besondere Entwicklungen

Südafrika hat auf die Corona-Krise rasch mit strikten Ausgangsbeschränkungen reagiert. Seit 27.3. gilt der Ausnahmezustand, der praktische die gesamte Wirtschaft mit Ausnahme der Nahrungsmittel- und Gesundheitsversorgung stilllegte. Die drastischen Maßnahmen haben aber geholfen die offiziellen Infektionszahlen niedrig zu halten. Der Höhepunkt der Viruskrise wird erst in einigen Monaten erwartet. Eine erste Lockerung der Maßnahmen ab 1. Mai erfolgt in Form eines 5-Stufenplans zum „phased re opening of the economy“. Damit reagierte die Regierung auf die Erfahrungen der ersten Wochen Lock-down (Hungersnot bei den Ärmsten, vereinzelte Plünderungen von Lebensmittelgeschäften und Schulen) und die faktische Unmöglichkeit der Umsetzung von Maßnahmen wie in westlichen Industrienationen in den dicht besiedelten Townships.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

2019 war ein absolutes Rekordjahr für den bilateralen Außenhandel zwischen Österreich und Südafrika. Sowohl bei den Exporten von Österreich nach Südafrika als auch bei den Importen wurden historische Höchstwerte erreicht. Exporten von insgesamt EUR 608 Mio. (+3,4 % zum Vorjahr) standen Importe im Wert von EUR 572 Mio. (+64,5 %) gegenüber. Knapp ein Drittel aller österreichischen Exporte nach Afrika gehen in das Land am Kap. Südafrika ist somit mit Abstand Österreichs wichtigster Handelspartner am afrikanischen Kontinent. Knapp ein Fünftel aller Afrika-Importe kommen aus Südafrika.

Im ersten Quartal 2020 sieht das Bild jedoch anders aus. Österreichs Exporte gingen um 8,9 % zurück und beliefen sich auf insgesamt auf knapp EUR 135 Mio. Die stärksten Einbußen trafen die Zollpositionen Straßenfahrzeuge (-35,9 % auf EUR 9,9 Mio.), Kraftfahrzeug-Motoren (-5,8 % auf EUR 45 Mio.) sowie Fruchtsäfte und Gemüsesäfte (-93,8 % auf EUR 75 Tsd.)

Österreichs Importe aus Südafrika hingegen stiegen im ersten Quartal um 25,3 % auf insgesamt EUR 139 Mio. an. Importe der Zolltarifposition Personenkraftwagen (+134,1 % auf knapp EUR 29 Mio.), Kupfer (+162,2 % auf EUR 8 Mio.) sowie Eisenerze und Konzentrate (+22,1 % auf EUR 60 Mio.) waren für diese Entwicklung hauptverantwortlich.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Südafrika.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Südafrika der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Erneuerbare Energie

Südafrika setzt seit einigen Jahren neben Kohle und Atomkraft auch verstärkt auf erneuerbare Energie. Das Renewable Energy Independent Power Producer Programm hat vor allem im Wind- und Solarenergiesektor auch ausländische Investoren ins Land gebracht. Aktuell setzt sich der Mix aus erneuerbaren Energien in Südafrika aus 53 % Windkraft, 35 % Photovoltaik, 9,1 % Solarenergie, 1,5 % Kleinwasserkraftwerken und 1,4 % Biomasse zusammen. Investiert wird vor allem in Windenergie (38 % aller Investitionen) und Solarenergie (32 % aller Investitionen). Trotz des großen Potentials entfallen auf erneuerbare Energien derzeit nur ca. 7 % aller primären Energieressourcen. Vor allem angesichts der in Südafrika immer wieder auftretenden Versorgungsengpässe, ist in den kommenden Jahren mit einem hohen Entwicklungspotential in diesem Bereich zu rechnen.

Laut ClimateScope 2018 rangiert Südafrika bereits seit 10 Jahren in den Top 5 der attraktivsten Zielmärkte für ausländischen Investitionen in erneuerbare Energien in Schwellenländern. Dieser Trend wird sich auch in den nächsten Jahren vorsetzen. Der Integrated Resource Plan (IRP 2010) der Regierung sieht vor, dass bis 2030 zusätzliche 17.800 MW aus erneuerbare Energien gewonnen werden sollen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich ist in Südafrika als zuverlässiger, innovativer Wirtschaftspartner mit großen Know-how im Bereich erneuerbare Energien und GreenTech positioniert. Vor allem Photovoltaik und solarthermische Lösungen für Gewerbe und Industrie, aber auch für private Konsumenten konnten sich bereits am Markt gut etablieren. Aufgrund des Mangels an qualifizierten Servicekräften sind wartungsarme Systeme besonders gut geeignet. Auch im Bereich Biomasse und Biogas sowie bei Kleinwasserkraftwerken sind die Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft. 

Sie suchen ausführlichere Informationen zum Thema Erneuerbare Energie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg.

Gesundheitssystem & Einrichtungen, Medizintechnik&Laborbedarf

Der Markt für Gesundheit & Medizintechnik besteht in Südafrika aus einem großen öffentlichen Sektor und einem expandierenden privaten Sektor. Der öffentliche Sektor – auf den der Großteil der Bevölkerung angewiesen ist – bietet eine flächendeckende Grundversorgung, die jedoch in vielen Fällen an veralteter bzw. mangelnder Infrastruktur leidet. Chancen bestehen hier auch im Bereich der generischen Heilmittel, die im öffentlichen Sektor bis zu 80 % der verwendeten Medikamente ausmachen.

Der private Gesundheitssektor ist gut entwickelt und kann mit seinen hochspezialisierten Einrichtungen mit Krankenhäusern aus der ganzen Welt konkurrieren.
Die wichtigsten privaten Krankenhausanbieter Life, Mediclinic und Netcare verfügen insgesamt über rund 32.000 Betten. Aufgrund der hohen Qualität wird auch laufend in die Modernisierung von Medizintechnik investiert. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Firmen gibt es vor allem im privaten Sektor gute Möglichkeiten für einen Markteintritt. Insbesondere der Bereich der Medizingeräte, die zu 90% importiert werden, bietet Chancen. Im öffentlichen Bereich mangelt es oft an ausreichenden Budgets, dennoch bestehen Chancen bei Errichtung und Betrieb von Kliniken oder im Service und Wartungsbereich. Gute lokale Kontakte sowie eine Präsenz vor Ort sind hier absolut wichtig um Ergebnisse zu erzielen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Gesundheit & Medizintechnik? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg.

Chemie/Kunststoffe

Der südafrikanische Kunststoffmarkt ist entlang der gesamten Wertschöpfungskette gut entwickelt. Er trägt knapp 2% zum BIP Südafrikas bei und bedient sowohl die lokale Nachfrage als auch Exportmärkte. In der Kunststoffverarbeitungsbranche gibt es rund 1 800 Unternehmen, die etwa 75 000 Arbeitnehmer beschäftigen. Pro Jahr und Person verbrauchen Südafrikaner ca. 30 kg Kunststoff. Rund 40 % der in Südafrika produzierten Kunststoffprodukte werden recycelt – was einer Verdopplung der Recyclingrate seit 2010 entspricht. Dementsprechend ist der Recyclingsektor ein durchaus vielversprechendes Marktsegment.

Ebenfalls interessant ist die Produktion von Komponenten für die Automobilindustrie. Der südafrikanische Automotive Masterplan sieht eine Anhebung des lokalen Zulieferanteils auf 60 % vor. Dementsprechend siedeln sich verstärkt auch die Hersteller von Kunststoffteilen in der Nähe der südafrikanischen Produktionsstätten von BMW, Mercedes, Toyota, Volkswagen usw. an. Das Segment Verpackungsmaterialien bietet aufgrund der wachsenden Mittelschicht ebenso gute Chancen. Südafrikanische Hersteller von Kunststoffverpackungen sind jedoch am Markt relativ gut etabliert. Dieser Bereich macht insgesamt mehr als 50% der Produktionskapazität der Kunststoffbranche in Südafrika aus.

Österreichische Maschinen und Zubehör zur Kunststoffverarbeitung sind der Industrie bestens bekannt. Akuter Fachkräftemangel hemmt jedoch bedauerlicherweise das Wachstum des Kunststoffsektors. Innovative Verfahrenstechniken können hier ein Schlüssel zum Erfolg sein.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichische Anbieter von Kunststoffverarbeitungsmaschinen und Ausrüstung finden in Südafrika vor allem bei hochqualitativen Anwendungen wie z.B. der Herstellung von Kfz-Teilen oder medizinischen Komponenten einen interessanten Markt. Auch Kooperationen im Ausbildungsbereich können ein Erfolgsrezept sein.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Kunststoff? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Südafrika problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Johannesburg anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Südafrika.

Das AußenwirtschaftsCenter Johannesburg berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Südafrika haben.

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