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Die türkische Wirtschaft

Unsere AußenwirtschaftsCenter in Istanbul und Ankara haben die wichtigsten Informationen zur türkischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Die Türkei hatte das Pandemie-Jahr 2020 wirtschaftlich relativ glimpflich überstanden und konnte für das Gesamtjahr sogar ein Wirtschaftswachstum von +1,8 % vorweisen. Damit gehörte die Türkei neben Taiwan, Vietnam und China weltweit zu den wenigen Ländern, die 2020 mit einem positiven Wirtschaftswachstum aufwarten konnten. Im ersten Halbjahr 2021 entwickelte sich das Wirtschaftswachstum ebenfalls positiv. Das erste Quartal wies nach Angaben des türkischen Statistikinstitut TUIK ein Wachstum von +7,2 % im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr auf, in zweiten Quartal wuchs die Wirtschaft sogar um +21,7 %. Das Wachstum vom ersten zum zweiten Quartal lag allerdings nur bei +0,9 %. 

Besondere Entwicklungen 

Auch 2021 verbleibt die Türkei im Bann von Covid-19. Nach Angaben des türkischen Finanzministeriums wurden bis August 2021 zur Bekämpfung der Auswirkungen der Covid Krise insgesamt TRY 705,5 Mrd. (ca. EUR 70,55 Mrd.) an fiskalen Maßnahmen in Form von öffentlichen Unterstützungen und Steuererleichterungen aufgewendet, welche 10,6 % des BIP ausmachen. Während in der ersten Jahreshälfte noch weitgehend Beschränkungen in Form von Ausgangsverboten vorherrschten, begann die Türkei ab Juli einen langsamen Normalisierungsprozess und eine Öffnung der Geschäfte, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen. Auch die Ein- und Ausreisebeschränkungen in die Türkei wurden weitgehend aufgelöst. Mit einer Covid-Impfquote von 52,8 % (Stand Sept. 2021) aller Türkinnen und Türken ist bereits die Hälfte der Bevölkerung geimpft, das Tragen von MNS Masken in geschlossenen Räumen und auch im Freien ist nach wie vor verpflichtend. Mit Ende des Sommers ist bei den Zahlen der Infizierten eine erneute Zunahme zu beobachten, womit für den Winter in der Türkei eine neue Welle bevorzustehen scheint. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Im ersten Halbjahr 2021 konnten die beachtlichen Steigerungen des Jahre 2020 nochmals übertroffen werden. Die Exporte aus Österreich in die Türkei nahmen in den ersten sechs Monaten um +32,1 % zu, die Importe weisen ebenfalls eine Steigerung von +23,2 % auf. Im Pandemiejahr 2020 hatten die österreichischen Exporte in die Türkei um erstaunliche +8,3 % auf EUR 1,25 Mrd. zugelegt. Bei weitem der höchste Wert mit einem Top 20 Handelspartner! Im ersten Halbjahr 2021 sind die Exporte von EUR 579,2 Mio. auf EUR 764,8 Mio. (+32,1 %) angestiegen. Trotz der sehr erfreulichen Zunahme der österreichischen Exporte 2020 auf EUR 1,25 Mrd. haben sie noch nicht den Wert von 2018 (EUR 1,32 Mrd.) erreicht. Im Jahr 2020 sind die Importe um -0,15 % auf EUR 1,75 Mrd. leicht zurückgegangen. Durch eine erneute Steigerung der Importe im ersten Halbjahr 2021 von EUR 808,4 Mio. auf EUR 996,2 Mio. (+23,2 %) könnte aber auch diese Marke heuer noch übertroffen werden. Die Türkei liegt damit 2020 beim Ranking der wichtigsten Exportnationen Österreichs auf Rang 20 (2019: 25), und bei den Importländern unverändert auf Rang 18 (2019: 18). 

Sie haben weiterführende Fragen zur Türkei? Sie wollen beraten werden, ob sich eine Geschäftsanbahnung in der Türkei auszahlt? Kontaktieren Sie gerne jederzeit unser AußenwirtschaftsCenter Istanbul und unser AußenwirtschaftsBüro Ankara!

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus der Türkei.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Istanbul für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Türkei der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Die Türkei ist aufgrund ihrer Größe und strategischen Lage zwischen Europa und Asien ein höchst interessanter Markt. Das Land hat im letzten Jahrzehnt vor allem auf dem industriellen Sektor (Haushaltsartikel und Automobilindustrie) große Fortschritte erzielt. 

Welches aber sind derzeit die Branchen, die die größten Chancen für österreichische Unternehmen bieten? Wir stellen Ihnen kurz die Top Branchen der Türkei vor, in denen wir verstärkte Aktivitäten österreichischer Firmen für empfehlenswert halten, da diese derzeit besonders aufstrebend sind. Für weitere Informationen senden wir Ihnen gerne auf Anfrage (istanbul@wko.at) unsere Brancheninformation zu den „13 spannendsten Branchen der Türkei“ zu. 

Fintech und Start-ups 

In der Türkei hat sich der Fintech-Markt in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Gefördert wird dieser durch die Online-Affinität von Kunden des türkischen Banken- und Finanzsektors, aber auch durch die zunehmende Digitalisierung des türkischen Bankensektors. Auf dem türkischen Markt sind momentan 51 Banken aktiv, 7 davon teilen sich ca. 75 % des Gesamtmarktes. Die Investition in die Digitalisierung ist eine feste Budget-Sparte von vielen Banken. Viele privaten aber auch staatlichen Banken haben in den staatlich subventionierten Teknoparks ihre eigenen Forschungs- und Entwicklungscenter gegründet und erzeugen ihre digitalen Lösungen für Ihre Kunden selber. Einige Banken haben sich für das Outsourcen dieser Lösungen entschieden. Rund 50 Millionen Kunden nutzen bereits digitale Bankenservices. Im Zeitraum Juni-September 2019 ist die Anzahl von digitalen Bankenkunden um 2.4 Mio. angestiegen. Der Online-Payment Markt hat eine Größe von USD 30 Mio. er-reicht. Im Jahr 2019 wurden USD 8,4 Mio. in 17 türkische Fintech-Startups investiert. 

Chancen für österreichische Firmen 

Obwohl der Status quo bereits auf hohem Niveau ist, besteht die Möglichkeit zu Kooperationen mit türkischen Banken und Fintech Firmen. Egal ob im B2B- oder B2C-Bereich bergen die Bereiche payment, mobile Banking, Vermögensverwaltung, Kapitalmarkt und digitale Geldwährungen in der Türkei großes Potential. 

Informations- und Kommunikationstechnologien 

Der türkische IKT-Markt ist mit USD 27,4 Mrd. Umsatz-Größe zu einem sehr wichtigen Teil der Wirtschaft geworden. Vor allem im sozialen Leben und in der Geschäftswelt findet die Branche ihre User. Der Markt spaltet sich wie folgt in drei große Teilbereiche auf: 41 % des Marktes werden von den Hardwareprodukten eingenommen, 33 % von Softwareprodukten und 21 % von IKT-Dienstleistungen. Knapp 139.000 Personen und 2.000 Firmen sind gegenwärtig in der Branche tätig. Das Wachstum des türkischen Telekommunikationsmarktes hat sich mit TRY 87 Mrd. in den vergangenen 5 Jahren fast verdoppelt. Die Branche zählt mittlerweile 59 Mio. Mobilfunk- und 12 Mio. Festnetzabonnenten. Insgesamt sind 460 aktive Akteure am Markt tätig. Glasfasernetz ist 371.304 km lang, es werden 2,8 Mio. Glasfaser-Internetanschlüsse werden. Auch im Bereich IT mit Fokus auf Smart City ist die Türkei ein interessanter Markt.  

Chancen für österreichische Firmen 

Es werden weiterhin laufend Investitionen in den türkischen Mobilfunkmarkt getätigt. Eine junge und IT-affine Bevölkerung ist sehr interessiert und aufnahmebereit für technologische Innovationen. Es ist geplant, alle Großstädte der Türkei mit Technologien für smartes Leben in den Städten auszustatten. 

Agrarwirtschaft 

Die Türkei spielt aufgrund ihrer günstigen geografischen Lage eine große Rolle in der internationalen Agrarwirtschaft. Das Land bietet gute klimatische Bedingungen sowie Zugang zu den Märkten in Nordafrika, Russland, den kaukasischen und den arabischen Ländern, was die Türkei zu einem wertvollen Handelspartner macht. Die Ackerfläche in der Türkei beträgt rund 20.000.000 Hektar. Diese Ackerfläche entspricht einem prozentualen Anteil an der Landfläche der Türkei von 26 %.  Darüber hinaus sind die Lohnkosten in der Türkei sehr niedrig. Die Effizienz der Landwirtschaft hängt größtenteils vom Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen ab. Zurzeit gibt es in der Türkei ungefähr 1.000 Hersteller, die 130 Typen von landwirtschaftlichen Maschinen produzieren. Trotzdem besteht weiterhin ein Bedarf an Spezialgeräten aus dem Ausland. Die Türkei besitzt auch ein großes Potential für biologischen Anbau, dessen Stellenwert stetig wächst. Momentan wird die biologische Landwirtschaft durch staatliche Subventionen weitgehend gestützt, sodass sie zunehmend attraktiver wird.  

Chancen für österreichische Firmen 

Die EU hat mit dem Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums (IPARD) einen neuen Rahmen für die Unterstützung der Bewerberländer geschaffen. Schwerpunkte sind sowohl die finanzielle als auch die technische Unterstützung ländlicher Gebiete, um diese nachhaltiger zu gestalten und um den Agrar- und Ernährungssektoren dieser Länder der gemeinsamen Agrarpolitik der EU anzupassen. Es werden unter anderem Maßnahmen in folgenden Bereichen ergriffen: Investitionen in Sachanlagen landwirtschaftlicher Betriebe, Investitionen in materielle Vermögenswerte im Zusammenhang mit der Verarbeitung und Vermarktung von Agrar- und Fischereierzeugnissen, Agrarumwelt, Klima und ökologischer Landbau, Diversifizierung der landwirtschaftlichen Betriebe und Unternehmensentwicklung.  Die Sektoren, welche dabei hauptsächlich unterstützt werden, sind die Fleisch- und Milchproduktion sowie Maschinenparks. Durch dieses Programm können Landwirtinnen und Landwirte Fördermittel beantragen und dadurch auch notwendige Waren und Dienstleistungen aus dem Ausland einfacher beziehen. 

Automobilindustrie 

Die türkische Automobilindustrie ist die führende Exportbranche und das Zugpferd der türkischen Wirtschaft. Der Sektor erreicht fast immer einen Außenhandelsüberschuss (2019: USD 16,8 Mrd.), die Exportquote der Branche liegt bei 74,9 % (2000-2019). In dieser Branche wurden in den vergangenen sechs Jahren insgesamt USD 4,5 Mrd. investiert. Im Jahr 2019 wurden laut der Automotive Distributors Association ODD 1.440.478 KFZ produziert, rund 66 % davon stammen aus der PKW-Produktion. Es wurden rund 450.000 PKW, leichte Nutzfahrzeuge und schwere Nutzfahrzeuge verkauft. Die Automobilexporte beliefen sich auf USD 31,3 Mrd. Rund 1,26 Mio. Fahrzeuge wurden exportiert. Die Anzahl an importierten KFZ lag bei 258.139 und hatte den Wert von USD 14,4 Mrd. – ein starkes Außenhandelsplus von USD 16,8 Mrd. Aufgrund der Corona-Krise war das Jahr 2020 für die gesamte Wirtschaft eine Herausforderung. Sowohl die Gesamtproduktion (1.258.092 Einheiten; -12,7 %) als auch die Exporte (954.934 Einheiten, -24,2 %) gingen zurück. Der Exportwert erreichte USD 25,6 Mrd. und ging damit um 18 % zurück. Der Absatzmarkt stieg um 57 % und erreichte 710.987 Einheiten. Man prognostiziert für 2020 einen Rückgang der weltweiten Automobilproduktion um 25 %. 

Chancen für österreichische Firmen 

In der Türkei existiert eine gut entwickelte Zulieferindustrie mit hoher Produktionsqualität, die für Kooperationen offen ist. Es besteht Nachfrage an Technologietransfer. Gute Investitionsanreize und das Vorhandensein von jungen engagierten und gut ausgebildeten Arbeitskräften machen den Markt auch für Investitionen interessant. 

Bausektor 

Die Baubranche spielt für die türkische Wirtschaft eine entscheidende Rolle, da in ihr ca. 2 Mio. Menschen Beschäftigung finden. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Großprojekte wie der Bau von neuen See- und Flughäfen, Brücken, Straßen, Bahnhöfen und Hochgeschwindigkeitsstrecken, Schnellstraßen, Logistikzentren oder Krankenhäusern durchgeführt.  Green und Smart Building finden in türkischen Großstädten, aber auch auf dem Land immer mehr Interessenten. Traditionelle Baustile werden, wenn auch nicht in Massen, immer beliebter.  Eine ständig wachsende und reicher werdende türkische Bevölkerung, die vermehrt Interesse an traditionell bewährten Bauformen zeigt, und steigende Wohnpreise eröffnen darüber hinaus Chancen für österreichisches Know-how und Qualitätsholz mit höheren Preisen. Zu den Stärken der türkischen Firmen gehört ihre gute Kosteneffizienz und ihre langjährige internationale Erfahrung auf den Märkten des Nahen Ostens, Zentralasiens und Russlands, auf denen sie teilweise seit mehr als 40 Jahren tätig sind. 

Chancen für österreichische Firmen 

Viele türkische Baufirmen bevorzugen ausländisches Know-how. Neben PPP-Modellen in Form von Build-Operate-Transfer, die in der Türkei im Infrastrukturbereich eine schon über zwanzigjährige Tradition haben, sind auch Joint-Ventures mit türkischen Partnern eine beliebte Form des Engagements für die in der Türkei tätigen ausländischen Baufirmen. Ein zu Jahresbeginn 2021 zwischen der OeKB und der Türk Eximbank abgeschlossenes Abkommen erleichtert Gemeinschaftsprojekte und schafft die Möglichkeit, attraktive Finanzierungsangebote in die Drittstaatenkooperations-Projekte einzubringen. 

Transport und Logistik 

Die Türkei – ein Land mit rund 8.000 km Küstenlänge, gelegen zwischen dem Schwarzen Meer und dem Mittelmeer. Aus diesem Grund spielt der Seeverkehr für die türkische Wirtschaft eine sehr wichtige Rolle. Laut dem türkischen Ministerium für Handel hat die Türkei bis 2020 rund 55 % der Exporte über den Seeweg abgewickelt. Unmittelbar nach dem Seetransport folgt der Straßenverkehr mit einem Anteil von 31,4 % an den Exporten. Die türkische Regierung tätigte große Investitionen in die Infrastruktur des Straßenverkehrs. Die Gesamtlänge des Schnellstraßennetzwerks beträgt 67.161 km, davon lediglich 2.542 km als Autobahnen, welche bis auf 8.000 km ausgebaut werden sollen. Sowohl der Luft- als auch der Eisenbahnverkehr verfügen über einen nur geringen Marktanteil in Bezug auf den Frachttransport. Der Luftverkehr steht bei Export- (12,5 %) sowie bei Importanteilen (11,6 %) an dritter Stelle. Durch die Inbetriebnahme des neuen Istanbuler Flughafens soll neben dem Personentransport auch der Warentransport angehoben werden. 

Chancen für österreichische Firmen 

Der Sektor E-Commerce erlebt auch in der Türkei vor allem durch die Corona-Krise einen starken Entwicklungsschub. Das chinesische Projekt der neuen Seidenstraße bezieht auch die Türkei im sogenannten Mittleren Korridor mit ein und bietet Möglichkeiten zu Investitionen im Transport und Logistikbereich. 

Tourismus Infrastruktur 

Während der Sommertourismus in der Türkei bereits einen hohen Stellenwert besitzt, zielt die türkische Tourismusstrategie 2023 auf Diversifikation durch Ausbau von Wintersportorten als zweite Säule ab. Die Regionen Erzurum-Erzican-Kars werden als Wintertourismus-Korridor definiert, welche gemeinsam entwickelt und vermarktet werden sollen.  In der Türkei gibt es 435 Berge, die über 1.000 Meter hoch sind und vorwiegend in der Osttürkei liegen. Die beliebte Zugfahrt aus Ankara nach Kars mit dem 'Eastern Express' hat in den letzten Jahren beim Inlandstourismus ein enormes Interesse erweckt, in die Osttürkei zu reisen. Gemäß dem Ministerium für Kultur und Tourismus gibt es 29 Skigebiete in der Türkei, von denen 9 voll ausgestattet sind und 13 sich noch in der Planungsphase befinden. Es ist geplant, durch Investitionen die bestehenden Unterkunftskapazitäten von 13.500 Betten auf 81.000 Betten zu erhöhen. 

Chancen für österreichische Firmen 

Vor allem für Unternehmen, die sich auf die Ausstattung von Skiresorts spezialisiert haben, gibt es zahlreiche Geschäftsgelegenheiten. Des Weiteren ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten für Hotelausstatter und Wellness-Unternehmen sowie für Hersteller von Systemen zur Wasseraufbereitung und Ressourcenschonung. Neben der technischen Ausstattung bestehen Chancen für Training- und Beratungstätigkeiten im Skiresortmanagement und bei Skischulen. 

Medizintechnik 

Der türkische Gesundheitssektor befindet sich seit den 2000er Jahren in der Liberalisierung und im Wachstum. In der Türkei haben grundsätzlich alle türkischen Bürgerinnen und Bürger einen Zugang zum türkischen Gesundheitssystem. Mit 84 Mio. Einwohnerinnen und Einwohnern ist die Türkei damit ein wachsender Markt für Medizintechnik und Gesundheitsdienstleistungen und bleibt ein attraktiver Investitionsstandort. Die Medizinprodukteindustrie in der Türkei umfasst mehr als 300.000 Produkte. Im Inland werden neben medizinischen Einwegartikeln am meisten Spritzen, Katheter, Prothesen, und medizinische Möbel und Equipments produziert. Festzuhalten ist, dass alle wichtigen Kategorien von medizinischen Geräten auf dem türkischen Markt sowohl in privaten als auch staatlichen Krankenhäusern vorhanden sind. Trotzdem muss 85 % des Bedarfs an hochentwickelten medizinischen Geräten aus dem Ausland importiert werden. Der Großteil dieser Importe kommt aus den USA, Deutschland, China, Japan und Italien. 

Chancen für österreichische Firmen 

Aufgrund der hohen Wachstumsrate sowie der Importabhängigkeit der Türkei haben ausländische Unternehmen im Medizintechnikbereich gute Chancen, sich am türkischen Markt zu etablieren. Von Vorteil ist es, dass sich die Türkei den technischen Normen der Europäischen Union angepasst hat und CE- Zertifizierungen anerkennt. 

Schienenverkehr 

Während im 20. Jhdt. der Schwerpunkt des Personen- und Warentransports in der Türkei auf dem Straßenverkehr lag, erfolgte 2003 eine Trendumkehr, welche zu einer Marktliberalisierung in der Schienenverkehrsinfrastruktur führte und privaten Anbietern den Einstieg in den Eisenbahnsektor ermöglichte. In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurden rund TRY 770 Mrd. (ca. USD 334 Mrd.) in den Ausbau des Schienenverkehrs investiert. Das bestehende Streckennetz soll in den kommenden Jahren auf 25.000 km ausgebaut werden und 2035 insgesamt 30.000 km umfassen. Neben dem Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes werden auch Investitionen im innerstädtischen Schienenverkehr getätigt. Die Errichtung von zahlreichen Metro- und Tramwaylinien sowie von Light Rail Verbindungen in den Großstädten wurde begonnen bzw. befindet sich in Planung. 

Chancen für österreichische Firmen 

Um eine lokale Industrie für den Schienenverkehr zu etablieren, bietet der türkische Staat gute Investitionsanreize an. Türkische Unternehmen aus der Branche sind sehr an Kooperationen interessiert, die auch Joint Ventures und andere Formen der Zusammenarbeit umfassen können. Da in den nächsten Jahre zahlreiche Projekte für den Schienenverkehr sowohl über Land als auch im Stadtverkehr folgen werden, ist das Absatzpotential sehr hoch. 

Technologieparks 

Die Gründung von Technologieparks, sog. Teknokents, basiert auf dem Gesetz 4691 zur Förderung von technischen Forschungen und Entwicklungen aus dem Jahr 2001. Teknokents sind Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen von Universitäten, welche staatlich gefördert werden. Teknokents können in der gesamten Türkei etabliert werden. Es werden Start-ups unter anderen aus den folgenden Branchen umfassend unterstützt: Software und Informationen, Elektronikindustrie, Verteidigungsindustrie, Design, Medizin, Biotechnologie, Telekommunikation, Automotive, Chemie, Energie, Maschinenbau. 

Chancen für österreichische Firmen 

Technologieparks bieten neben finanziellen, steuerschonenden Anreizen auch personelle Anreize, die besonders für Start-ups interessant sein können. Da sich die meisten Technologieparks in unmittelbarer Nähe zu Hochschuleinrichtungen befinden, bestehen gute Möglichkeiten zu Kooperationen im F&E Bereich. 

Umwelttechnologien 

Umweltschutz wurde erst in den vergangenen Jahren durch das steigende Umweltbewusstsein im Zuge der EU-Annäherung zum Thema. Trotz einem hohen Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum verpflichtete sich die Türkei zu einer 21 % Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030. Dieses Ziel soll anhand nationaler Aktionspläne zu Energieeffizienz und Klimawandel erreicht werden. Seit 2017 ist für alle Neubauten sowie den Großteil der Altbauten die Vorlage eines Energieausweises verpflichtend. Ein Viertel des Bestandes von 2010 soll bis 2023 nachhaltigen Status erreichen. Da bessere Einstufungen höheren Miet- und Verkaufswert erlauben, und die türkische Bauindustrie durch Urbanisierung und Bevölkerungswachstum boomt, ist mit erhöhter Nachfrage nach Dämmstoffen und Beratungsdienstleistungen zu rechnen.   

Chancen für österreichische Firmen 

Mehrere Städte, kommunale Gebietskörperschaften sowie öffentliche und private Unternehmen befassen sich mit Projekten für die Abfallversorgung und Wiedergewinnung. In den nächsten Jahren stehen umfangreiche Investitionen an, die den Einsatz moderner Recyclingtechnologien erfordern.   

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Die AußenwirtschaftsCenter in Istanbul und Ankara sind gerne für Sie da.

Ausführliche Informationen

Damit Ihre Marktbearbeitung in der Türkei problemlos abläuft, haben unsere Teams vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit anfordern können.

 Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Türkei.

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