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Die tunesische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Algier hat die wichtigsten Informationen zur tunesischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Die tunesische Wirtschaft erlitt Corona-bedingt 2020 einen BIP-Rückgang von -8,6 %. Für 2021 erwartet die Weltbank jedoch wiederum ein Wachstum von +4,2 %. Die Analyse der Wirtschaftssektoren für das gesamte Jahr 2020 zeigt, dass der Rückgang gleichwertig auf die wichtigsten Sektoren des Landes verteilt war, sieht man einmal vom Agrarsektors ab, der im Jahr 2020 aufgrund guter Dattel- und Olivenernten positive Ergebnisse erzielte.

Die Steigerung der Gasförderung aus dem OMV-Nawara Gasfeld im Süden des Landes wird Tunesien helfen, seine Energieimporte zu drosseln. Es handelt sich um das größte Investitionsprojekt Tunesiens mit einem Investitionsvolumen von TND 3.5 Milliarden (ca. 1 Mrd. Euro), an dem die österreichische OMV eine Beteiligung von 50 % hält. Sie ist damit der größte europäische Investor in Tunesien, der seit 1974 im Land aktiv ist. Die Produktionskapazität soll 2,7 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag, 7.000 Fass Öl und weitere 3.200 Fass Flüssiggas betragen.

2019 besuchten noch 9,4 Millionen Touristen Tunesien. Diese positiven Ergebnisse für das Jahr 2019 wurden jedoch im Jahr 2020 von der Corona-Virus-Krise überschattet. Die Gesamteinnahmen aus dem Tourismus sind 2020 um TND 3,6 Mrd. (ca. EUR 1,2 Mrd.) auf TND 2 Mrd. gesunken. Das ist ein Rückgang von 64,29 %. Die Anzahl der Touristen ist gar auf 1,8 Mio., also um 82,1 % gesunken.

2020 sind in Tunesien die Auslandsinvestitionen um -28,8 % zurückgegangen und erreichten lt. Angaben der „Foreign Investment Promotion Agency“ TND 1,88 Milliarden, was ca. 570 Millionen Euro entspricht. Mit dem Anhalten der Geldtransfers der im Ausland lebenden Tunesier während der Covid-Pandemie gelang es trotz der Flaute im Tourismus die Devisenreserven von TND 19,4 auf 22,6 Mrd. (7,29 Mrd. Euro) bis Ende Januar 2021zu steigern. Tunesien kann derzeit seine Importe für einen Zeitraum von 159 Tagen decken.

Der Abschluss eines Abkommens mit dem IWF ist unabdingbar. Laut dem im Februar 2021 veröffentlichten IWF-Artikel-IV-Bericht ist die Verschuldungsrate Tunesiens viel zu hoch; ohne rasche Umsetzung von Strukturreformen, die Umstrukturierung und den Verkauf von staatlichen Unternehmen, die Reform des Subventionssystems und die Kontrolle des Anstiegs der öffentlichen Gehälter wird kein neues Abkommen mit dem IWF zustande kommen. 

Besondere Entwicklungen 

Politikverdrossenheit bewirkte, dass das politische Establishment bei den Wahlen 2019 durchfiel; keine eindeutigen Mehrheiten und eine Fragmentierung des Parlaments erzwingen schwierige Koalitionsverhandlungen, in denen der neu gewählte Präsident Kais Saied eine wichtige Vermittlerrolle spielen musste. Präsident Kaïs Saïed lehnte es jedoch ab, eine von Ennahdha -der Partei der gemäßigten Islamisten- angestrebte Umgestaltung der Regierung zu akzeptieren, damit sich diese stärker auf ihre parlamentarische Koalition stützen könne. Beide Seiten streiten über die Auslegung der Verfassung und über diverse Vorrechte in diesem halbparlamentarischen System, sodass die politische Pattstellung weiter anhält.

Der erste selbst hergestellte tunesische Satellit wurde am Montag, den 22. März 2021 in den Weltraum geschickt und eröffnet neue lokale Perspektiven für junge Ingenieure, die noch immer viel zu oft ins Ausland abwandern. Es ist einer der ersten, die im Weltraum ein bereits auf der Erde verwendetes Datenübertragungsprotokoll, LoRa, verwenden, das es ermöglicht, vorhandene Objekte über Satellit zu verbinden, indem nur die Antenne gewechselt wird. TelNet möchte in drei Jahren in Zusammenarbeit mit anderen afrikanischen Ländern eine Konstellation von mehr als 20 Satelliten starten, um diese Technologie auch kommerziell nutzen zu können. 

Wirtschaftliche Beziehungen mit Österreich 

Im schwierigen Jahr der Corona-Pandemie 2020 gingen die österreichischen Exporte nach Tunesien um -25,3 % auf 68 Mio. Euro zurück. Die Position Tunesiens als verlängerte Werkbank der österreichischen Industrie kam auch ganz ordentlich ins Wanken; so sind die Bezüge tunesischer Waren durch österreichische Abnehmer um -37,5 % auf 99,91 Mio. Euro gefallen.

Österreichische Maschinen, Kessel, Apparate und mechanische Geräte verloren 27,2 % im Tunesiengeschäft; Lieferungen von mehr als 7 Mio. Euro an die Polizei und Armee stützen die Exportbilanz; bei pharmazeutischen Produkten, wie Blutsera, konnten wir die Ergebnisse des Vorjahres fast halten, bei Kunststoffen, Papier und Karton, künstlicher Stapelfaser, Messgeräten und bei technischen Spinnstoffen mussten wir jedoch teilweise empfindliche Exportrückgänge zur Kenntnis nehmen. Bei Energiedrinks, Lebensmittelzubereitungen und keramischen Bauteilen aus Österreich konnten wir am tunesischen Markt jedoch wiederum Terrain gewinnen!

Tunesische Kabelbäume, Bekleidung, diverse Glaswaren und Erdöl verloren in Österreich an Terrain; Datteln und Olivenöl konnten bei der Ausfuhr nach Österreich jedoch zulegen; zusammenfassend ist festzuhalten, dass es ein schwieriges Jahr 2020 war, das auf beiden Seiten empfindliche Einbußen im Warenverkehr brachte.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Tunesien.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Algier für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Tunesien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Tunesien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Algier anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Tunesien.

Das AußenwirtschaftsCenter Algier berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Tunesien haben.

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